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Die Stimme · 1937-07-13 · Heft 659 (13.7.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 659 (13.7.1937)
Date
1937-07-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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9k ‘Stimme V. 8. s. 15 8 Nr. «59 JÜDISCHE ZEITUNG IVicn, Dienstag* 13. Juli 1937 * S. Aw 5697 10. Jahrgang BILLIGE UND BEQUEME FERIENFAHRTEN MIT DER ,,CZ£RNOWITZER ALLG. ZEITUNG" NACH POLEN uCZERNOWITZ Abfahrten: 18. u. 25. Juli AUSKÜNFTE und ANMELDUNGEN: «usechlleßJich im REISEBÜRO „MARIEN- BROCKE", WIEN, I.. ROTENTURM- STRASSE 20 TELEPHON R 24-2-86/87 Juden! Zionisten! Erez Israel, das uns verheißene Land, für 'das wir seit 2000 Jahren beten, für das wir seit 50 Jahren unter unerhörten Opfern (kämpfen und das wir durch jüdischer Hände •Arbeit zu neuem Leben erweckt haben, soll (zerstückelt werden. Millionen gepeinigter Juden soll das jüdische Land durch den Bruch heiliger Verträge verrammelt werden. J uden! Zi onisten! Nicht zum' ersten Male ln unserer leidensvollen Geschichte wird hier der Versuch gemacht, unser Recht auf ein ungeteiltes Erez Israel in seinen historischen Grenzen zu vernichten. Auch (dieser neue Versuch muß zuschanden werden. Das jüdische Volk muß der Welt beiweisen, daß es nicht gesonnen ist, auch nur leinen Fuß breit des Heiligen Landes aufzu- Igeben, und daß nur ein ungeteiltes Erez Israel die Judenfrage lösen kann. - Wir rufen die Zionistische Exekutive dazu lauf, unnachgiebig zu bleiben. Wir rufen alle Juden dazu auf, in unsere Reihen zu treten und für unser ewiges Recht auf Erez Israel und für die Zukunft unseres (Volkes zu kämpfen. Denkt an die unzähligen Märtyrer, die ihr Leben für Erez Israel hingegeben haben! (Kämpft für Jeruscholajim, das wieder erbaut werden möge noch in unseren Tagen. Juden! Zionisten! Ungebrochenen Mutes und gestützt auf (unsere gerechte Sache gehen wir in diesen Kampf und wollen ihn ausfechten bis zum Tage des Sieges, an dem das Wort Theodor (Herzls erfüllt sein wird: „Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben." (Zionistischer Landesverband für Österreich. (Verband der Judenstaatszionisten Österreichs. Misrachi-Landesverband für Österreich. Der Landesverband an die Exekutive Der Zionistische Landesverband hat an die zionistische Exekutive folgendes Telegramm gerichtet: „Der Kommissionsbericht muß bedingungslos abgelehnt werden. Wir erwarten von der Exekutive Ablehnung jedes Kompromisses und energischen Kampf für ein ungeteiltes Erez Israel." Die Hakenkreuz-Agitation in U. S. A. New York, 9. Juli, (JTA.) Daß demokratische Mitglied des amerikanischen Kongresses, John McCormack (Maseatebußottis), . hat im New-Yorker Rundfunk feine Rede über dio deutsche nationalsozia- 1 iß tische Propaganda in dem Vereinigten Staaten gehalten und dabei die Namen von 18 Agitatoren genannt, die Amerika mit (nationalsozialistisch am PTopagandamateriai Überschwemmen, unter ihnen auch die Natalen des gewesenen deutschen Botschafters 'Dr. Luther, des deutschen Konsuls in (San Franzisko von K i 11 i n g o r, und der (deutschem Fliegerin Thea Rasche Note Englands an den Völkerbund: Der Bericht in Gent vorgelegt Die Auffassung In den Londoner politischen Kreisen Genf, 11. Juli. (JTA.) Die britische Regierung hat dem Sekretariat des Völkerbundes den Bericht der Königlichen Kommission und ihre Erklärung überreicht. Gleichzeitig hat sie an den Völkerbund eine Note gerichtet, in welcher sie die permanente Mandatskommission ersucht, den Bericht der Königlichen Kommission in ihrer nächsten Tagung, die am 30. Juli eröffnet wird, zu prüfen, so daß der Völkerbundrat bereits im Besitz des Gutachtens der Mandatskommission sein würde, wenn die britische Regierung bei der nächsten Ratstagung am 10. September die Zukunft Palästinas zur Diskussion stellen wird. Gedankenaustausch Im Völkerbundrat Der Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, hat sich sofort mit den Mitgliedern des Völkerbundrates zwecks Herbeiführung eines Gedankenaustausches über die Palästinafrage in Verbindung gesetzt. Die Verhandlungen hierüber dauern noch an. Das schweizerische Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, Prof. Rappard, erklärte der Jüdischen Telegraphen- Agemtiur, es sei Pflicht der Mandatskommission, die volle Durchführung des Mandats zu gewährleisten; die Kommission werde in diesem Sinne im Verlauf ihrer kommenden Session, in der das Palästinaproblem zur Behandlung gelangt, handeln. London, 11. Juli. (JTA.) Wie die parlamentarischen Berichterstatter der großen Londoner Zeitungen feststellen, ist der Bericht der Peel-Kommission der Regierung von den Mitgliedern des Ober- und des Unterhauses im großen und ganzen günstig aufgenommen worden; der Plan der Teilung wird als eine vernünftige Lösung angesehen. Die Labour Party bat ein Sonderkomitee unter dem Vorsitz des Führers der Opposition, Major C. R. A 111 e e, eingesetzt, das den Bericht prüfen soll. Innerhalb der Labour Party hält man die Grundlage des Peel-Berichtes an sich für gesund, glaubt aber, daß die Ziehung der Grenzen zwischen dem zu schaffenden jüdischen und dem arabischen Staat Sioch sorgfältig wird erwogen werden müssen. Das führende Mitglied der Labour Party, Lord Strabolghi, verurteilt die Teilung, durch die den Juden Unrecht getan werde, und spricht die ganze Schuld an. der jetzigen Lage der Palästinaverwaltung zu. Auch die Liberale Partei wird ein Palästinakomitee bilden. Mit großer Spannung erwartet man in London die Stellungnahme der Mandatskommission des Völkerbundes, die ja den Plan billigen muß, bevor er durchgeführt werden kann. A - JEWEH STATE' B - BRITISH MANDATE C - ABAB STATE ..Hule) •rib^riBd Nazaret MegUdo I Balsa TiÜkafta C Tal Avl JAFFA O Hebron Beoraheba Die dem Kommissionsbericht beigefügte Skme Zwischen Genf und Zürich Die Berichte a.us Palästina sprechen von einer eisigen Ablehnung des Teilungsplanes seitens der Juden. Ihr Nein, das von dem ganzen jüdischen Volk mit sehr geringen Ausnahmen unterstützt wird, gilt selbstverständlich nicht dem Vorschlag der Errichtung eines souveränen jüdischen Staates, sondern seiner territorialen Geringfügigkeit; würde der Staat so errichtet, wie ihn England und die Kommission vorschlagen, so würde er durch Überbevölkerung in schlimme soziale Krisen geraten und in eine Entwicklung kommen, wie sie das ungleich größere und robustere Griechenland seit der Übernahme der a,us Anatolien abgewanderten Konnationalen durchzumachen hat. Der englische Plan kraiükt vor allem daran, daß er für die .Juden keine Siedelungsreserve bereithält und nur sehr unbestimmte. Hoffnungen darauf erweckt, daß vielleicht einmal die gegen Akaba zu zu konstruierende Freihandelszone, wenn sie von Juden kolonisiert sein wird, an den jüdischen Staat angeschlossen werden könnte. Er schaltet, weiter die blühenden Ostjordan-Kolonien mit dem für das ganze Land, lebenswichtigen | Rutenberg-Werk, sowie das neugeschaffene Industriegebiet am Toten Meer, aus | der jüdischen Sphäre aus, belegt die jüdische Bevölkerung mit einer an den arabischen Staat. zu zahlende Kontribution, die unter keinem Titel zu begründen ist, und legt in das jüdische - Land, dem die Macht über den Haifaer Hafen entzogen wird, eine arabische Enklave mit einem Verwaltungssitz in Nazareth, bohrt uns also mehr als einen stets griffbereiten Dorn ins Fleisch. Unerträglich für uns, ist vor allem auch die Abschaltung von Jerusalem. Dieser Plan, den die englischen offiziellen Kreise einen chirurgischen Eingriff nennen, wird in wenigen Wochen vor die Genfer Instanzen kommen. Da die (unter italienischer Leitung stehende) Mandatskommission für gewöhnlich nur über vergangene Perioden Berichte erhält und behandelt, wird sie sich zunächst 'für unzuständig erklären und einen Auftrag . des Völkerbundrates einfordern, über; den Peel-Bericht ein Gutachten zu erstatten. Alle Beteiligten mit Ausnahme Englands werden versuchen, für die so heikle Frage Zeit zu gewinnen, und besonders Italien hat es durchaus nicht so eilig, England in dieser Situation zu Gefallen zu sein. Es wird auch, wie wir bereits vor Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission gemeldet haben, damit gerechnet, daß die Mandatskommission von sich aus eine Untersuchung der Verhältnisse im Heiligen Land beschließt. Ob dies England akzeptiert, das so rasch als möglich eine Entscheidung haben will, ist sehr fraglich. Für alle Fälle ergibt sich, daß sehr viel Zeit vergehen wird, was allerdings für unsere Stellung zu der Frage unerheblich bleibt. Für uns ist maßgebend, daß man in Genf den englischen Plan nicht so schlucken will, wie er vorgelegt wird, daß man ihn vielmehr als Verhandlungsgrundlage ansieht. Der Ausgangspunkt ist die Teilung, zumal die englische Regierung erklärt hat, daß sie diesen Vorschlag unbedingt ausführen will. Indem also England selbst den zionistischen Gedanken aufnimmt und wenngleich in verstümmelter Form vor die politische Öffentlichkeit trägt, hat es eine politische Tatsache geschaffen, die kaum mehr zurückgezogen werden kann. England erklärt — und dies sogar mit seinen eigenen Worten —, daß es ihm nicht geglückt ist, das Verhältnis der beiden Völker zueinander so zu ordnen, daß ihre Verschmelzung zu einem Staat oder besser zu einer Staatsnation erzielt wird. England gesteht sein Unvermögen ein, den von ihm selbst angestrebten Auftrag des Völkerbundes so auszuführen, wie er gedacht war, und es ist höchst aufschlußreich, aus dem Kommissionsbericht zu erfahren, daß der Gedanke des Judenstaats als Inhalt des Mandats, der von der offiziellen britischen Politik der letzten Jahre stets energisch, bestritten worden war, in Wirklichkeit stets in Erwägung gestanden hat. Englands Vorschlag spricht implicite aus, daß das jüdische .Volk in Palästina bereits so reif und

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