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Die Stimme · 1937-07-01 · Heft 656 (1.7.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 656 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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8«1t« 2 Dil STIMM! Nf. 666. — Wien, Donnerstag, 1. Juli WJh Jaden Sonntag ml! tiFRANCOPOL“ nach PolenCzernowltz D-Zug, Plalxkarto, Sammalpaß Pntlfll4* Wlen< Hl" Schwarzenberg- MnUlllUpül 9 platz 7. — Tel. U 10-4-90 Beachten tMe unsere besonders billigen Reisen nach Paris und all die Riviera. Die Tagesordnung des Kongresses Jerusalem, 23. Juni. (Palcor.) Die Exekutive der Ziöütottocihört Organisation hat bei der Feeteetaimg der Tägeeordfiung des Kongresses dem Umstund Rechnung getragen, daß die Behandlung politischer Fragen im Zusammenhang mit dem Bericht der Königlichen Kömmiseiöü sowie der neuen Palästina-Politik der Regierung im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen wird. Der Kongreß wird von Dr. W c i zmann mit einer Gedenkrede für 8oko- 1 ö w eröffnet werden; im Anschluß daran wird Dr. Weizmann einen Bericht über die politische Lage erstatten. Am nächsten Tage wird die politische Debatte beginnen, für die mehrere Tage reserviert worden sind und an der sich die Mitglieder der Exekutive beteiligen werden. Mit Ausnahme von ausführlichen Referaten Über die Tätigkeit der Exekutive, beziehungsweise über die wirtschaftliche Lage in Erez Israel, werden sämtliche Berichte der Exekutive an die betreffenden Kommissionen erstattet werden, die Resolutionsanträge zur Vorlage an das Plenum ausarbeiten werden. Am 8. August wird im Saal des Kasinos zu Basel eine feierliche Sondersitzung aus Anlaß des 40. Jahrestages des ersten Kongresses stattfinden. 500 Delegierte werden sich am Kongreß beteiligen, dessen Gesamtdauer auf 12 Tage festgesetzt ist. Um die Vorschläge der Kommission Jerusalem, 28. Juni. (JTA.) Der arabiiöhdn Zeitung ,.A Difaa“ wird aus London berichtet. daß die Königliche Kommlflsion für den Fall, daß der Teiltmgsplan eowohl von den Juden als von den Arabern abgelehnt werden sollte, die Einberufung einer jüdisch-arabischen Round Table- Konferenz unter den Auspizien der britisohen Regierung in London vorschlägt. Weiter wird erklärt, daß ohne Zustimmung beider Häuser des englischen Parlaments keiner von den Vorschlägen der Kommission durchgeführt werden könne, obwohl die Regierung den Bericht nicht vorher dem Parlament zur Diskussion übergeben hat, Im übrigen sollen sich bereits Lloyd George, der frühere Kolonienminister Amery und Churchill gegen die Kommiseiönavorschläge ausgesprochen haben. Das Kolonienmlnisterlmn, schreibt „A Difaa“ weiter, rechne mit der Möglichkeit eines Wiederausbruches der Unruhen in Palästina und Transjordanlen, wenn der Bericht den Wünschen der Juden entgegenkommen und die der Araber unberücksichtigt lassen sollte, Zur Unterdrückung dieser Unruhen würden etwa 70.000 Mann und erhebliche technische und Geldmittel erforderlich sein. Es sei jedoch den arabischen Fürsten, die bei den Krönungsfeierlichkeiten in London anwesend waren, versichert worden, daß die Lage der palästinensischen Araber durch den Bericht nicht verschlechtert werden würde. Bad GLEICHENBERG Hotel-Pension und Restaurant THERESIENHOF zentrale Lage, lichte geräumige Zimmer, sehr gute streng orth. Küche, mäßige Preise, auch volle Pension "BO Vorkämpfer für den LLGEMEINEN ZIONISMUS unter Führung von Dr. Oskar Grttftbaum kandidieren aussohlleßlioh für den „NATIONALEN BLOCK“. Keine Stimme der mit Binjan Haarez gekoppelten Liste der Weltvereinigung (Gruppe A) Schutzdienst an der Klagemauer Die antibritische Agitation Italiens London, 28. Juni. („Daily Telegraph.“) In Erwiderung auf verschiedene Anfragen teilte heute im Unterhaus der britische Außenminister mit, daß die englische Regierung gegen die ajitibritische Propaganda, die von italienischer Seite in Palästina und Arabien betrieben wird, scharf Einspruch erhebt. Auf die Interpellation des Arbeiterabgeordneten Fletcher, ob ein Protest vorgesehen sei, gab Eden zur Antwort: Auf meine Anweisung bat der britische Botschafter in Rom verschiedentlich schon Vorstellungen erhoben, und ich selbst habe vor etwa vierzehn Tagen über die Angelegenheit mit dem italienischen Botschafter verhandelt. Der Außenminister teilte weiter mit, daß infolge seiner Vorstellungen der Sender von Bari in den letzten Tagen Mäßigung zeige. Die „Schwarze Hand" Jerusalem, 28. Juni. (JTA.) Der Polizei ist es gelungen, in Haifa eine Versammlung der Führer der „Schwarzen Han d“ auszuheben, die in letzter Zeit im Norden Palästinas eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet. Fast alle Versammlungsteilnehmer waren bewaffnet. Sie wurden verhaftet. Einer der Teilnehmer sprang, um der Verhaftung zu entgehen, aus dem Fenster; er war auf der Stelle tot. In der Gegend von Hebron haben arabische Terroristen die Telephondrähte durchschnitten. Militärabteilungen bewachen jetzt die Leitung. Der Betar ln Palästina hat, wie die JTA. meldet, an der Klagemauer und in Ihrer Umgebung einen besonderen Schutzdienst ein gerichtet. Die Schutztruppe hat zwei Häuser in unmittelbarer Nähe der Klagemauer bezogen, die als Kaserne dienen. Die Truppe besteht aus 35 jungen Leuten, die einen r e g e 1 mäßigen Patrouillendienst in den Straßen des jüdischen Viertels eingerichtet haben. Um die nötigen Mittel für den Unterhalt und die Arbeit der Schutztruppe aufzubringen, ist ein Komitee gegründet worden, dem füh rende jüdische Persönlichkeiten angehören. Bericht der Tel-Aviver Stadtverwaltung Tel-Aviv, 27. Juni. (JTA.) Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv hat soeben einen Bericht über ihre Tätigkeit im Jahre 1935/36 veröffentlicht. In der ■ Einleitung spricht Bürgermeister I. Rokach der Regierung den Dank dafür aus, daß sie die E r r i c h tung des Hafens in Tel-Aviv be willigt und einen Teil der Regierungsämter von Jaffa nach Tel-Aviv verlegt hat. Anderseits beschuldigt er sie, ihre alte Politik der Schmälerung der Bedeutung Tel-Avivs und seiner Rechte auch im Berichtsjahr fortgesetzt zu haben. Rokach stellt fest, daß die Regierung nicht nur eine Erhöhung der Subventionen an die Stadt abgelehnt, sondern auch die Aufnahme der Eine-Million- Pfund-Anleihe bei der Prudential Assurance Company hinausgeschoben habe; ferner habe sie die Einverleibung dter an Jaffa grenzenden jüdischen Vorstädte in PENSION ECKSTEINneu renoviert die Stadtgemeinde von Tel-Aviv verweigert. Die Stadt Tel-Aviv, heißt es schließlich, und der ganze Jischuw machen gegenwärtig eine schwere politische und wirtschaftliche Krise durch, deren Ursache in äußeren Faktoren liege. Dennoch bleibe Tel-Aviv das Zentrum des Jischuw; es werde nicht verzweifeln und sei sicher, alle Schwierigkeiten überwinden zu können. 44.000 Pfund Defizit, Der Bericht stellt fest, daß die Einnahmen der Stadtverwaltung im Berichtsjahre 417.828 Pfund betragen haben gegenüber 317.479 Pfund im Jahre 1984/35; während der letzten vier Jahre ist ein stetige« Steigen der Einnahmen festzustellen. Anderseits sind die Subventionen der Regierung von 5.9% der Gesamteinnahmen ira Jahre 1934/35 auf 4.8% gesunken. Die BLAU-WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adlersberg, Trafik- und HaußhaltartiikeV, Wien, VI., Millergaese 44, Tel. B 23-002. Ausgaben betrugen im Berichtsjahre 461.993 Pfund gegenüber 326.871 Pfund im vergangenen Jahre. Ebenso wie die Einnahmen sind auch die Ausgaben während der letzten vier Jahre ständig gestiegen Für das Jahr 1935/36 ergibt sich ein Defizit von 44.000 Pfund. hinterbrOul - -- Pension FORTIN, HauplstraSe 41, Telephon 117 Pension BRCHLEGG, BauptstraBe 114, Tel. Erstklassig« Häuser, beste KUohe, mäüige Preise Das Handelszentrum von Natanla Jerusalem, 27. Juni. (JTA.) In Anwesenheit des stellvertretenden Distriktskommissärs Foot, des Distriktsbeamten Chizik und anderer offizieller Persönlichkeiten fand in Natania die Grundsteinlegung zu dem zweiten Haus des „Handelszentrums“ statt, das dort errichtet wird. Das neue Haus wird nach dem Muster des ersten gepaut. Nach seiner Fertig Stellung wird der Bauplan zur Hälfte verwirklicht sein. Gleichzeitig mit der Grundsteinlegung wurde das im ersten Haus des Handelszentrum« untergebrachte Eden-Hotel, das größte Hotel des nördlichen Scharon, mit einem Bankett eröffnet. Ruthenberg 772% Dividende London, 27. Juni. (JTA.) Die Direktoren der Palestine Electric Corporation Ltd. teilen mit, daß sie beschlossen haben, den. Inhabern von gewöhnlichen und von „A“-Aktien, deren Namen bei Schließung der Bücher am 30. Juni 1937 in dem Register figurieren, eine endgültige Dividende von 5% steuerfrei zu empfehlen, was mit der vorläufigen Dividende von 2% % steuerfrei, die bereits ausgezahlt wurde, einen Betrag von 1%% steuerfrei für das Jahr 1936 ergibt, Wauchope bei dem Vorsitzenden des ägyptischen Regentschaftsrates? Kairo, 25. Juni. (JTAJ „El Mokattam« erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß der High CommiS8ioner von Palästina, General Sir Arthur Wauchope, demnächst mit dem Vorsitzenden des ägyptischen Regentschaftsrates, Emir Machamad Ali, Zusammentreffen wird, um mit ihm Palästinaprobleme zu erörtern. Eine Aeußerung Mussolinis New York, 27. Juni. (JTA.) Der itaiieniec.h-ameriikianißche Verlegter Generoso Pope, der kürzlich anläßlich seine« Aufenthaltes ln Italien ein Interview mit Mussolini und mit Außenminister Graf Ciano hatte, erklärte unmittelbar nach seiner Rückkehr in einem Interview, Mussolini habe sich ihm gegenüber zur Steilung der Juden in Italien mit folgenden Worten geäußert: „Solange die italienischen Juden die Gesetze beachten, wie e« die anderen ifcalieniedhen Bürger tun, brauchen «ie keinerlei Verfolgung zu befürchten. Sie können Ihren Brüdern in Amerika sagen, daß den Juden den Das ist die Parole für heute 5 Uhr nachmittags. Jeder Zionist kommt zur Urne, jeder stimmt für Nationalen Block! Listen führen Dr. Oskar Grünbaum, Ing. Robert Stricker. Abstlihmungsiolt bla 10 Uhr in Italien Btetßdie gleiche Behandlung Widerfahren tot wie den anderen iba.UefliiCit&n'Bürgern.“ * NdW York, 24. Juni. (JTA.) Dean amerikanieoh-jüdiechefl Kongreß ist eine Erklärung de« italienischen Gesandten Fulvio Suvio h zugegangen, in der gesagt wird: Die italienische Regierung beabsichtigt in ihrer Politik gegenüber der jUdlachen Bevölkerung keine Änderung eintreten zu lassen. Die in letzter Zeit in der italienischen Presse enthaltenen Angriffe gegen die Juden sind keineswegs bezeichnend für die Haltung der Regierung. Die Juden Italiens nehmen trotz ihrer geringen Zahl eine hervorragende Stellung im Leben des Landes ein, die unangetastet bleiben wird. Jüdische Vertretung beim Kongreß der Völkerbundllgen Die JTA. meldet: In der Vollversammlung der jlirlißohM VölkeribundligOli Österreich« wurde eine Delegation, bestehend au« 6ecibs Mitgliedern unter Führung Dr. Isidor Margit 1 i e «’, gewählt, die sich zuitti Kongreß der Völkerbundligen in Bratislava begibt. Die palästinensische Delegation hat dem Kongreß eine Petition betreffend die Lage der Juden in Polen gesandt; der Kongreß ward ersucht, da« Problem der polnisch o n Juden auf d i e T a g e s o r ctnung zu setzen. Diese Frage dürfte jedenfalls entweder im Plenum oder bed der Plenarsitzung ausführlich behandelt werden. Die österreichische Delegation hat unter , anderem einen Antrag eingebraoht, der sich auf die Gründung einer ständigen Min-; derlieitenkommission im Rahmen, des Völkerbundes bezieht. In dem Antrag heißt es, daß die Angelegenheit der nationalen Minderheiten zu schweren Bedenken Anlaß geben können, da sie die Gefahr der Unruhe in Bich berge. Es wird vorgeschlagen, dem Rat das Mandat zu erteilen, in aller* nächster Zeit eine allgemeine Em qüete 'Über die Lage der rassischen, Sprachlichen und religiösen Minderheiten in Europa durchzuführen und der nächstjährig , gen Sitzung der Union übet das Ergebnis dieser Beratungen zu berichten» In einem weiteren Antrag wird verlangt, die Union möge dem Völkerbundrat Vorschläge zur Unterstützung der Staatenlosen von* legen. Juden Südafrikas fordern Gesetze gegen Kollektiv.« Verleumdung Der in Bloemfonteln dieser Tage abgehaltend Kongreß des Verbandes der jüdischen Gemeinden Südafrikas »hat zwei Entschließungen ztt der judenfeindlichen Bewegung in Südafrika und zu der Frage der Einführung einer Schutz* gesetzgebung gegen Kollektivverleumdung an* genommen. Der Kongreß, heißt es in der ersten Entschließung, der die Judenheit Südafrikas repräsentiert, bedauert tief die Bemühungen gewisser Organisationen und politischer Gruppen ln der Union, Mißstimmung und Haß gegen ihre jüdischen Einwohner hervorzurufen. Der Kongreß bekundet seinen Abscheu, vor Methoden, durch die offenkundig unwahre und ungerechtfertigte Beschuldlgungenund Verleumdungen in Umlauf gesetzt worden sind. Er erblickt in den-Versuchen, zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der übrigen südafrikanischen Bevölkerung Zwietracht und Uneinigkeit zu säen, einen sehr schlechten Dienst für das ganze Land, zu dessen Wohlergehen innerer Friede und rassenmäßige Zusammenarbeit aller Teile der Bevölkerung wesentliche Bedingungen sind. Die südafrikanische Judenheit hat stets gezeigt und bekräftigt jetzt aufs neue ihreu beständigen Wunsch und Willen, in Harmonie und Einigkeit mit jeder Gruppe ihrer südafrikanischen Mitbürger zu leben. Mit Genugtuung stellt der Kongreß die von den geistigen Führern in der Kirche, im Parlament, in der Presse und anderwärts, sowie von der aufgeklärten und billig denkenden südafrikanischen Bevölkerung im allgemeinen angenommen« Haltung gegen die Kräfte fest, die Mißstimmung zwischen Juden und Nichtjuden hervorrufen wollen. In der zweiten Entschließung wird die Regierung dringend aufgefordert, G esetze zu schaffen, die gerichtliche Abhilfe gegen eine Betätigung ermöglichen, welche Gefühle der Mißstimmung und Feindschaft oder der Verachtung gegen eine Klasse oder Gruppe der Einwohner der südafrikanischen Union hervorruft oder fördert. Die Einführung einer solchen Gesetzgebung wird verlangt, weil die egenwärtige ludenfeindliche Propaganda in ttdafrika das Niveau des öffentlichen Lebens berabdrücke, die demokratischen Einrichtungen bedrohe und eine Gefährdung des Friedens und der Wohlfahrt der gesamten Union därstelle. 58

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