Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 656 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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9k ^Stimme V. t>. ti. 20 g Nr. 6|6 JÜDISCHE ZEITUNG Wien« Donnerstag, l. Juli 1937 32« Tamus §997 10« Jahrgang Für unsere Rechte! Für das ganze Palästina! Für das jüdische Palästina! Jeder Zionißt erscheint zur Kongreßwahl und wählt d T^T 4-* 1 rllt 111 J. 9 Df. Oskar Gx-Ünt&um JL^MrCnipiBl JWtnJniA^JLwCK» 9 Itk^« Rcbeiff Sirtdier U. S. A. und Palästinamandat Wie wir kürzlich berichteten, hat eine Delegation der „Bro-Palestine Federation of America“ dein Präsidenten der. Vereinigten Staaten Roosevelt und dem Staatssekretär Gondell Hiull ein Memorandum zur PaläßtiimafDage überreicht. Die Delegation bestand ans angesehenen christlichen Persönlichkeiten, so dem Senator Robert F. Wagner, Abgeordneten Hamilton Fish und dem Präsidenten der amerikanischen Arheiterfödera- Mon William Green. In dem Memorandum beißt es unter anderem: ,Jim Jahre 1922 halben beide Häuser des Kongresses einstimmig die Errichtung des Jüdischen Nätionalheimes. gütgeheißen. Am S, Dezember 1924 haben die Vereinigten Staaten durch den Präsidenten Coolidge einen Vertrag mfiit dier englischen Regierung abgeschlossen, durch den die Vereinigten Staaten Vertragspartner Englands bezüglich der Errichtung der Jüdischen Heimstätte würden. Eingangs wird das Palästina- Mandat zitiert uhd dann besagt Artikel I: »Die Vereinigten Staaten geben im Inter- '' esse dieser Bestimmungen ihre Einwilligung zur Verwaltung Palästinas durch die Regierung Seiner Britischen Majestät - gemäß dem oben zitierten Mandat. Nichts von dem, was in diesem vorliegenden Vertrag enthalten ist, dar! durch irgend eine Modifikation der Bestimmungen des oben zitierten Mandats berührt werden, es sei denn, daß die Vereinigten Staaten dieser Modifikation zugestimmt hätten/ “ Das Memorandum schildert dann die Schwere jüdische Situation und wiie von der Entscheidung Englands über Palästina das Los von bunderttausenden Juden abhängt. Zum Schluß heißt es: „Wir appellieren an Sie, Herr Präsident, Sie mögen bei der englischen Regierung dahingehend intervenieren, daß der gegenwärtige politische Status Palästinas in Übereinstimmung mit dem Buchstaben und dem Geist der Balfour-Deklaration und des Palästina-Mandats interpretiert und festgelegt wird. Handelt es sich doch um eine internationale Treuepflicht, die auch die Vereinigten Staaten als Garanten übernommen haben. Im Interesse der Gerechtigkeit und des Fair play wollen wir hoffen, daß Ihr Einschreiten, Herr Präsident, Früchte tragen wird." Das sind gewichtige Worte und. sie sind juristisch gut fundiert. Wie es heißt, soll Präsident Roosevelt die erbetene Intervention bereits vorgenommen haben. England wird eich ihrem Gewichte nicht entziehen können. Memorandum der amerikanischen Zionisten an die Kommission New York, 28. Juni. (JTA.) In der am Abend des 26. Juni in New York abgehaltenen Eröffnungssitzung der 40. Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas teilte der Vorsitzende) des Administrative Committee der Z. 0. A. mit, daß der Königlichen Kommission ein Memorandum unterbreitet worden sei, in welchem die „restlose und faire“ Erfüllung des Mandates gefordert wird. Das Memorandum war von sieben amerikanischen Organisationen ►gezeichnet, die den Aufbau Palästinas fördern. Es wird in ihm unter anderem festgestellt, daß die amerikanische Judenheit seit der Übernahme des Mandates durch England mehr als 18 Millionen Dollar für Palästina aufgebracht, beziehungsweise dort investiert hat. Der Eröffnungssitzung wohnten etwa tausend Delegierte bei. Während und nach der Wahlzeit . sind die Bureaus dies Landesverbandes gesperrt und nur für die Mitglieder der Hauptwahlkommission, und nach der Wahl für die Überbringer der Wahlprotokoile zugänglich. Die Mitglieder der Bezirkssektionen versammeln sich nach der Wahl in ihren Heimen. Telephonische Anrufe beim Landeskomitee vor ¥>12 Uhr nachts sind Die für die Kongreßwahlen eingesetzte Hauptwahlkommission, welche von allen zionistischen Gruppen beschickt ist, hat nach Prüfung der Wählerliste folgendes festgestellt, beziehungsweise beschlossen: Die auf dem Wahlvorschlag der Liste des „Arbeitenden Palästina" (Binjan Haarez) aufscheinende Kandidatin, Frau Dr. Marta Hoff mann, Wien, IX., Dollfußplatz 12, bat den für die Erlangung des aktiven, beziehungsweise passiven Wahlrechts sowie für die Mitgliedschaft zur Zionistischen Organisation notwendigen Schekel nicht erworben. Sie erscheint demnach nicht in der Wählerliste und wurde von der Kandidatenliste des „Arbeitenden Palästina“ gestrichen. Bei einigen hundert Schekelabschnitten wurde festgestellt, daß die darauf ordnungsgemäß eingetragenen Namen von Schekelzahlern ausradiert und andere Personen, die den Schekel nicht erworben haben, eingetragen wurden. Diesen, auf derart unrechtmäßige Welse eingetragenen Personen wurde das Wahlrecht nicht zuerkannt, beziehungsweise wurde eine Anzahl in der Wählerliste unrechtmäßigerweise auf scheinende Personen aus derselben gestrichen. Da es sich bei allen diesen auf den Schekelabschnitten unrechtmäßig eingetragenen Personen nachweisbar um im Verband „Binjan-Haarez“ (Liste „Arbeitendes Palästina“) aktiv tätige Mitglieder handelt, erscheinen die Vertreter der Liste des „Arbeitenden Palästina“ in der Hauptwahlkommission sowie der im Wahlbüro angestellte Vertrauensmann der Liste des „Arbeitenden Palästina“ schwer belastet. Die Hauptwahlkommission hat ihnen die schärfste Mißbilligung ausgesprochen. Unter dem Druck des vorliegenden Beweismaterials haben sich die Vertreter des „Arbeitenden Palästina“ * * Sitzt nicht auf! Neue Truppen nach Palästina Jerusalem, 25. Juni. (JTA.) Im King David- Hotel in Jerusalem hat unter dem Vorsitz des Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina, General John Dill, eine Beratung sämtlicher Miltärkommandanten Palästinas stattgefunden. Die Beratung dauerte mehrere Stunden. Nach dem Attentat au! den Generalinspektor der Palästinapolizei, Roy G. Spicer, sind laut „Falastin“ zwei neue Regimenter aus Ägypten nach Palästina gebracht worden. Neuer Bauplan für Hadar Hacarmel Jerusalem, 27. Juni. (JTA.) Der Stadtbaukommission von Haifa wurde von dem Wiener Architekten Theodor Menkes ein Plan zur Errichtung eines neuen Typs von Wohnhausblocks in dem Viertei Hadar Hacarmel unterbreitet. Um einen freien Platz von ungefähr 14 Dunam sollen 28 Wohnhäuser angeordnet werden. erklärt. Die Hauptwahlkommission hat für die ordnungsgemäße Durchführung der Kongreßwahl wie zur Verhinderung weiterer Durchstechereien alle Vorsorge getroffen. Man kann dieses Vorgehen, welches die zionistische Bewegung zu kompromittieren geeignet ist, nicht genug scharf verurteilen. Die Vereinigung Binjan Haarez (Liste „Arbeitendes Palästina“) war es, welche die Vermeidung des Wahlkampfes in dieser schweren Zeit (durch Aufstellung einer Einheitsliste) verhindert hat. Aber nicht genug daran, daß sie einen Kampf provoziert hat, führen ihre Mitglieder diesen Kampf mit verwerflichen Mitteln, mit Fälschung und grobem Vertrauensmißbrauch. Sie vergiften die Atmosphäre in der zionistischen Bewegung. Angesichts dieser Vorkommnisse gibt es nur eine Antwort: Erscheint bis zum letzten Mann bei der Urne und wähltdie Liste „Nationaler Block" Listenführer: Dr. 0. Grünbaum — Robert Stricker. * Iu einer Aussendung an die Wähler bestreitet Binjan Haarez den Wahlschwindel. Wir erklären ausdrücklich, daß die Fälschungen einwandfrei und objektiv von der Hauptwahlkommission, in der alle Parteien vertreten sind, festgesteüt wurden, wie dies auch in entsprechenden Protokollen niedergelegt ist. Binjan Haarez hat die Mitglieder des Stadtkibbuz vom Handelskai, ohne daß dessen Mitglieder Schekalim gekauft hätten, durch diese Schwindeleien zu Wählern gemacht. BILLIGE UND BEQUEME FERIENFAHRTEN MITDER „CZERNOWITZER ALLO. ZEITUNG« NACH POLEN u. CZERHOWITZ ABFAHRTEN: 27. JUNI, 4. UND 11. JULI AUSKÜNFTE und ANMELDUNGEN: ausschließlich im REISEBÜRO „MARIEN- BRÜCKE«, WIEN, I., ROTENTURM- STRASSE 26 TELEPHON R 24-2-86/87 Die Pflicht des Wählers Heute Donnerstag wählen die Zionisten Österreichs zum Kongreß. In dem Akt, den sie vollziehen, drückt sich ihr Willen aus, durch die Personen ihres Vertrauens an der Lösung deir historischen Aufgaben des kommenden Kongresses mitzuwirken und gemeinsam mit den Zionisten der ganzen Welt die Richtlinien für de,n inneren und äußeren Ausbau des jüdischen Palästinawerkes zu bestimmen. Der Kongreß ist autonom. Er mag noch so sehr das demokratische Prinzip von Mehrheit und Minderheit anerkennen — in diesen Tagen und vor diesen Entscheidungen, die zu treffen sind, kann und darf für den Kongreß nur das „granitne Gefüge des Baseler Programmes“ vor Augen haben. Es scheinen Kräfte an der Arbeit, die Zukunft des jüdischen Volkes als Kompensationsmifctel im weltpolitischen Kampf zu verwerten. Gewiß haben wir es einstweilen nicht mit genau umschriebenen, offiziell vorgelegten Plänen zu tun. Die Sachlage ist so, daß eine arge Gerüchteinflation betrieben -worden ist, zu dem Zwecke, innerhalb des Zionismus Panik zu erregen, vielleicht auch, um uns gefügig zu machen. Aber wie immer es sei, wir erkennen unsere Situation, unsere Pflicht und unsere Bestimmung, und dies deutlich zu machen, ist der Sinn der Wahlen, die den Kongreß vorbereiten. Alle, die in Palästina das Land der jüdischen Gegenwart und noch mehr der jüdischen Zukunft erblicken, müssen dies durch ihre Teilnahme an der Wahl aussprechen und erklären, daß wir von dem Programm nicht abgehen, das vor 40 Jahren als der Wille des jüdischen Volkes proklamiert worden ist. In gewissem Sinne sind wir alle mitschuldig an dieser Entwicklung, die uns und das jüdische Volk wie eine willenlose Figuir auf dem Schachbrett verschieben will. Es sind in der zionistischen Politik schwere Fehler gemacht worden. Wir haben durch die unglückselige Fifty-Fifthy-Heranziehung der Nichfczionisten Zweifel in. unsere Opferbereitschaft erweckt; wir haben durch das Gewährenlassen sozialistischer Berufssekretäre ein falsches Bild unserer inneren Struktur entstehen lassen und selbst dazu die Hand geboten, daß sich heute in Palästina ein Parteiregime etabliert hat, das nicht die nationale Gemeinschaft bedenkt, sondern die Parteiorganisation. Die Revisionisten sind ausgetreten und wenn ihnen auch Erfolge nach außen versagt geblieben sind, so hatte doch die Umwelt den Eindruck, daß die Schlagkraft und innere Festigkeit des Zionismus geschwächt worden sind. Die Allgemeinen Zionisten, die treu auf dem Weg Herzls geblieben sind, haben alle diese Fehler aufgezeigt, aber sie sind immer vor der Mauer der kompakten Majorität gestanden, einer Majorität, die nur durch die politischorganisatorische Indolenz der hinter den Allgemeinen Zionisten stehenden Schichten zur Mehrheit geworden ist. Diese Haltung müssen wir bei uns selbst bekämpfen und beweisen, daß wir da sind, daß wir keine einseitige und von europäischen Parteidogmen erfüllte Innenpolitik in Palästina ertragen können, und daß wir die Durchführung eines Programmes gesichert wissen wollen, das alle aktiven Kräfte des nationalen Judentums zum Aufbau heranzieht und sich nur von dem Lebensinteresse der gesamten Nation leiten läßt. Das muß das Votum des zionistischen Wählers heute eindeutig’ aussprechen. Ihr Stimmzettel muß lauten: „Nationales Block“. Keine Stimme der angeblich allgemein-zionistischen Liste „Weltvereinigung (Gruppe A)“, die mit der Liste „Arbeitendes Palästina“ gekoppelt hat« Alle Stimmen dem „NATIONALEN BLOCK“. Nur auf seiner Liste kandidieren die wahrhaften Allgemeinen Zionisten unter Führung von Dr. Oskar Grilnbaum. zwecklos. Beschäinende Vorfälle Die.. .Wahlleitung der . Liste „Nationaler J zur sofortigen Zurückziehung ihres Ver- Block“ teilt mit: trauensmannes aus dem Wählbtirö bereit-