Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 654 (25.6.1937)
- Date
- 1937-06-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 0M. — Wien, Freitag, 35. Juni 1987. Oll ST1MMI Sette 3 BAD ISCHL “1^3 Pension Lehner ^3 mnan 10 nmef? Streng rituelle Küche mit eigenem Schichter Großer schaltiger Garten, schöne Balkons, erstklassige Küche Voll« Pension von 7 bl« 10 S pro Tag Ausk.: Wien, IX., Glasergasse 4a/6, Tel. A 19-9*72 (1—8) Was jeder Wähler wissen muß! Wahltag: Donnerstag, den 1. Juli 1937, von 5 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Als Wahldokumente gelten ausschließlich eines der folgenden Dokumente: Geburtsschein, Heimatschein, Trauungsschein, Reisepaß, Gewerbeschein, Netz¬ oder Streckenkarte der Straßenbahn oder eine sonstige amtliche Legitimation. Meldezettel allein genügt nicht, die Mitnahme der Schekelquittung ist nicht notwendig, der Schekel allein ist kein Wahldokument. Wahllokale: Jeder wählt persönlich in dem Bezirke, in welchem er die auf die Kongreßwahl sich beziehenden Zuschriften erhält. — Wahllokale und Agitationslokale werden in der „Stimme“ verlautbart. Wahlzeit: Von 17 bis 22 Uhr. Wählen Sie nicht zu spät!! Sie ermöglichen dadurch die rechtzeitige Erfassung säumiger Wähler. Stimmzettel: Schneiden Sie den umstehenden Stimmzettel aus! Es ist der Stimmzettel der Liste: „Nationaler Block“ (Zionistischer Landesverband für Österreich — Verband der Judenstaatszionisten Österreichs) Listenführer: Dr. Oskar Grünbaum Ing. Robert Stricker. Ändern und streichen Sie nichts! Sonst ist der Stimmzettel ungültig. Beachten Sie alle diese Weisungen! Denn nur dann sichern Sie Ihr Wahlrecht! Die Hauptagitationsleitung der Liste „Nationaler Block“. Ho fg astein früher Westend, jetzt Gaststätte A n d et k a 3 Minuten vom Kurhaus 1 Streng rituell u. A. d. Schiffschul Wien, la Wiener Küche, günstige Pensionsarrangements in Zimmern und Thermal* , bädern mit jedem Komfort, fließendes Wasser usw. Müßige Preise. Gefl. Anfragen an Georg Wolff, Haus Andarka, Hofgastein Wiener Messe A. G. judenrein Die JTA. meldet: Die Wiener Messe A.-G., die bekanntlich unteir Patronanz des gewesenen Ministers Heini und des derzeitigen Vizebürgermeisters Kresse steht, hat plötzlich ihre jüdischen Angestellten entlassen. Die Interventionen maßgebender jüdischer Kreise bei der Leitung der Messe A.-G. blieben erfolglos. Diese Handlungsweise ist um so bemerkenswerter, als ein Großteil jüdischer Firmen zu den Ausstellern und Interessenten der Messe A.-G. gehört und die Messe stets von zahlreichen Juden des In- und Auslandes besucht wird. Eine Aktion der deutscharischen Rechtsanwälte Der in Wien bestehende, von Doktor Tschadek geleitete V e r b a n d deutsch-arischer Rechtsanwälte hat eine Aktion zur Bildung eines Weltverbandes beschlossen, die ihm, wie noch bekannt, eine entschiedene Absage aus Holland eingetragen bat. Der vom Verband versendete Aufruf wird uns von einem ungarischen Anwalt zur Verfügung gestellt. Er lautet in arischem Deutsch: „Was die Mitglieder unseres Verbandes anbelangt, so umfassen dieselben nahezu sämtliche im österreichischen BundfiureHfttfi akriwi Berlitii anwälte, so daß die christlichen Kollegen Ungarns sich ihrerseits auch vertrauensvoll an unseren Verband wenden können, wenn sie sich in irgend einer Angelegenheit mit einem hiesigen Rechtsanwalt in Verbindung setzen wollen. Es ist beabsichtigt, einen Weltverband der arischen und artverwandten Rechtsanwälte, jedenfalls mit Ausschluß der Juden, zur Pflege des wechselseitigen Stellvertretungsverkehres ins Leben zu rufen, der den Zweck verfolgen soll, die wirtschaftlichen Interessen der den verschiedenen Völkern angehörenden Berufsgen oesen nac-h Kräften zu fördern. Herr Kollege werden sohin höflich eingeladen, gefälligst bekanntzugeben, ob Sie die Absicht haben, einem solchen Weltverband beizutreten und ob Sie der Aufnahme Ihres Namens in ein Anwal tsverzeichnis dieses Weltverbandes zustimmen. Wie sich schon aus dem Vorhergesagten ergibt, kommen für die Aufnahme in den ins Auge gefaßten Weltverband nur solche Berufsgenossen in Betracht, die <He Erklärung abgeben können, daß sie nicht jüdischer Abstammung sind.“ Die Rassenlehre auf dem Index Der römische Korrespondent der „Reichs post“ meldet aus der den auswärtigen Pressevertretern mitgeteilten Begründung, „insbesondere sei die italienische Original ausgabe des Buches für Katholiken zu verbieten ,im Interesse des Schutzes des traditionellen nationalen Glaubensgutes vor fremder Importware aus geistiger Verwirrung*. Dem Verbot ist in der italienischen katholischen Presse das Bemühen vorausgegangen, den Verlag zu veranlassen, daß er freiwillig das Buch aus dem Handel zurtickziehe. Erst nachdem der Verlag aus formalen Gründen*, wie er betonte, sich hiezu nicht entschließen wollte, ist die Indizierung ausgesprochen worden. Mit dieser Indizierung liegt vatikanischereeits neuerlich eine Warnung auch für jene organisierten Versuche vor, dem italienischen Faschismus die rassenantisemiti sehen Ideen des Auslandes näherzubringen, die in der faschistischen Staatsauffassung auch heute noch offiziell keinen Platz haben.“ TAWIG-TAPETEN sind billig und sdtaffen ein freundliches gemütliches Helm Wir reduzieren unser Lager und haben auch unsere Preise gewaltig reduslert TAWIG A. G.!., SchottenMi 10, Telephon II28-4-32 Weltverband der Allgemeinen Zionisten Warschau, 23. Juni. (JTA.) Unter dem Vorsitz von Dr. J. Schwarzbart fand eine Beratung der europäischen Zentrale des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Aber Probleme des XX. Zionistenkongresses und der gegenwärtigen Lage in der Bewegung und in Palästina statt. Auf Grund einer eingehenden Aussprache wurde das Wahlprogramm des Verbandes elnstlmmung angenommen. Ferner wurde beschlossen, die Weltkonferenz der Allgemeinen Zionisten, Gruppe B, für den 31. Juli nach Zürich einzuberufen. Abg. Dr. Gottlieb und Ing. Landau-Lemberg wurden in die 'Zentrale kooptiert. Italiens Regierung gegen Hetze: Vertrauenserklärung an jüdischen Gemeinde-Verband Bevölkerung Wie seinerzeit gemeldet, hätte das Präsidium dos Verbandes der jüdischen Gemeindenltalieiiisam6. April seine Demission gegeben. Der Grund der Demission lag in den scharfen Meinungsverschiedenheiten zwischen den zionistischen und niohtzioniistischen Mitgliedern im Zusammenhang mit einer Artikelserie des faschistischen Abgeordneten Prof. 0 r a n o, in welcher dieser den italienischen Zionisten Mangel an Patriotismus vorwirft. Bis zur Behebung der Krise sollte ein Regierungiskommissä.r die Verwaltung der Angelegenheiten des Vorbandes versehen. Inzwischen wurde die Polemik gegen den Zionismus in der italienischen Presse immer schärfer und hat in jüdischen Kreisen Beunruhigung hervorgerufen. Die Regierung sah rich veradlaßt, durch Ä JuD, (JTAJ lBnwmWtor Sir eine Reihe von Erklärungen festzustellen, Samtiel goaTe teilte am 21. Juni im UnterdoB die antijüdische Kampagne in einem haus mit, er sei vom Polizeipräsidenten Lon- Teil der italienischen Presse nicht als dons informiert worden, daß die British Ausdruck der offiziellen An- Union ofFasdsts um^ie^Erlaubnis an- A Doori.... ... gesucht habe, am 4. Juli in dem jüdischen sicht der Regierung zu betrachten yiertel de8 Lond0ner East End einen Desei, und hat nun, tun ihr Vertrauen gegenmonstrationszug zu veranstalten. Der über dem Präsidium des Verbandes zum Innenminister erklärte, daß er sich veranlaßt Ausdruck zu bringen, seine Demission während der nächsten sechs j Wochen sämtliche Demonstrationszüge der brinicht zur Kenntnis genommen und das tischen Faschisten zu verbieten, da zu Präsidium eingeladen, bis zum Ablauf befürchten stand, daß es, wie im Oktober 1936, seiner fünfjährigen Amtsperiode, das heißt zu Zusammenstößen mit politischen Gegnern sehen und italienischen Bevölkerung m Amerika zu stören. In einem Gespräch mit dem JTA.-Vertreter in Rom teilte Pope mit, es sei ihm versichert worden, daß den italienischen Juden die volle Gleichberechtigung gewahrt bleiben, und daß die antijüdische Kampagne in der italienischen Presse abgeetelltwerdenwtirde. Et betonte besonders, daß er auch während seiner Audienz beim König die Angriffe der faschistischen Presse gegen die Juden erwähnt habe und dabei auf Seiten des Monarchen vollem Verständnis und der unbedingten Anerkennung des Patriotismus des italienischen Judentums begegnet sei. Für WEEKEND und REISE EISEN FEINWURST UND SELCHWAREN Zentral« und Postversand II., Rotensterngasse 12 Wahllokale 1. Bez.: 3 Kommissionen: Kultusgemeinde, I., Seiten stettengasse 2—4. 2. Bez.: 12 Kommissionen: A—0: Bayrischer Hof, U., Taborstraße 39, P—Z: Hotel Stefanie, II., Taboratraße 12. Prater: 6 Kommissionen: Restaurant Lustig, II., Venedigera.u 4. Schüttei: 1 Kommission: Cafe Residenz, IH., Löwenigasse 39. 3. Bez.: 3 Kommissionen: Cafe Lovrana, HI., Löwengasse 36. 4. Bez.: 1 Kommission: Tschechisches Restaurant, V., Margaretenplatz 7. 5. Bez.: 1 Kommission: B. J. F.-Lokal, V., Hauslahgasse 2. 6. Bez.: 2 Kommissionen: Caf6 Palace, VT., Mariahilf er Straße 99. 7. Bez.: 2 Kommissionen: Cafö Helenenhof, VII., Siebeneterngasse 42. 8. Bez.: 2 Kommissionen: Jüd. Invalidenheim, VIH., Danngasse la. 9. Bez.: 4 Kommsisionen: Haganahheim, IX., Hörigasse 9. 10. Bez.: 2 Kommissionen: Rosensäle, Favoritenstraße 89. 11. Bez.: Gehört zur Kommission IH. Bez., A—G, Cafe Lovrana, HI., Löwengasse 36. 12. Bez.: 1 Kommission: Gasthaus Frierß, XII., Schönbrunnerstraße 186. Breitensee: 1 Kommission : Cafe Breitensee, XHL, Hütteldorferstraße 117. 13. Bez.: 2 Kommissionen: Cafe Hietzingerhof, XHL, Hietzinger Hauptstraße 22. 14. Bez.: 1 Kommission: Cafö Mariensäle, XIV., Seohshauserstraße 52. 15. Bez.: 1 Kommission: Gem’eradeterapel, XV., Turnergasse 22. 16. Bez.: 1 Kommission: Gemeindetempel, XVI., Hubergasse 8. 17. Bez.: 1 Kommission: Restaurant Sima, XVTL, Kalvarienberggasse 12. 18. Bez.: 2 Kommissionen: Gemeindetempel, XVIH., Schopenhauerstraße 39. 19. Bez.: 2 Kommissionen: Cafe Döblingerhof, XIX., Billrothstraße 49. 20. Bez.: 6 Kommissionen: Kindergarten, XX., Othmarstraße 46. Zwischenbrücken: 1 Kommission: Restaurant Moser, XX., Drednerstraße. 21. Bez.: 1 Kommission: XXI., Holzmeistergasse 12. Augenarzt Primär. Dr. HEINRICH HEIM ist nach 17 jähriger Praxis in Bukarest nach Wien, I., EbendorferstraBe 10, II. Stock, Tel. B 48-804 UberBiedelt und ordiniert für Augenkrankheiten von 2 bia 4 Uhr Mosley-Umzüge verböten bis 1938, im Amt zu verbleiben. Das Präsidium 'beschloß, der Aufforderung Folge ziu leisten, und erließ an die jüdischen Gemeinden Italiens einen Aufruf, sich seiner Führung anzuvertrauen und keine Zersplitterung der jüdischen Kräfte in Italien zuzulassen. An Stelle des verstorbenen Präsidenten des Verbandes, Advokat Felice Ravenna, wurde der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mailand, Kapitän Federiga J ar a o h, gewählt. Die Stimmung In Amerika Rom, 21. Juni. (JTA.) Der Besitzer eines großen italienischen Zeitungskonzems in New York, Generoso Pope, wurde anläßlich seines Aufenthaltes in Rom von Mussolini und dem italienischen Außenminister Graf Ciano in längerer Audienz empfangen. Pope schilderte den peinlichem Eindruck, dem die in einem Teil der italienischen Presse erschienenen scharfen Angriffe gegen die Juden im den Kreisen der amerikanischen Judenheit hervoigerufen haben. Er machte darauf aufmerksam, daß solche Angriffe dazu angetan AbA dlü jlMM* 4oy JOriti kommen könnte. Sch&chtverbot In Schweden Stockholm, 23. Juni. (JTA.) Das schwedische Parlament (Rikstag) hat ein Schächtverbotsgesetz angenommen, das bereits in der amtlichen Zeitung veröffentlicht wurde und am 1. Juli in Kraft treten soll. Laut dem Gesetz ist daa Schlachten von Tieren ohne vorherige Betäubung verboten. Das Schächten von Geflügel bleibt weiter gestattet. 7sCM$e+idz iüdiscUec CUcfutcicc sind kinderlos, Tarnende haben nur ein Kiivd. Wir wollen nicht mit ihnen rechten, wir wollen heute nicht fragen, ob ihre Kinderlosigkeit die richtige Antwort auf die Angriffe unserer Feinde ist. Wir wollen aber eines sagen: Die primitivste Pflicht m-'- derer, die dem Volk nicht selbst Kinder, geben, ist es, mitzuhelfen, daß die Kinder, die wir haben, gesund und kräftig werden. Es sind oft gerade die Vermögenden, die eine Ehe ohne Kinder führen. An sie ergeht in erster Linie und besonders eindringlich die Bitte, dm Ihre beizutragen zum Gelingen der Aktion „Kinder aufs Land“ der Kultusgemeinde. Spenden an die Fürsorgezentrale, Postscheckkonto B 29.659. Bitte euMchncidcn und em 1. Juli bei der Wahl benützen 1 NATIONALER BLOCK (ZIONISTISCHER LANDESVERBAND FÜR ÖSTERREICH — VERBAND DER JUDENSTAATSZIONISTEN ÖSTERREICHS) Listenführer: Dr. Oskar Grilnbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes Für Österreich Obarbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde