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Die Stimme · 1937-06-22 · Heft 653 (22.6.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 653 (22.6.1937)
Date
1937-06-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Oli STIMMS Seite -i ii 1111111.. Nr, 653. — Wien, Dienstag, 22. Juni 1937. ■■»■■■■■■■■■rnsrnmmns Jos lab Wedgwood: Wann w’rd der Mufti deportiert? Braucht Palästissa Arbeiter? London, 20. Juni. Im Unterhaus machte der Ab;: ordnete Dawi-i Adams den Kolonisunüiister auf di? un roheure Enttäuschung der Juden Palästinas über die geringe Zahl der Zertifikate der letzten Sch eiule aufmerksam. die in keinem Verhältnis zu der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes stehe. Abg. Adams fraute den Minister, welche Schritt? man zu unternehmen gedenke. um diese Unzufriedenheit zu beseitigen und jede Hemmung für die Erweiterung der Industrie und der Kapitalsinveetierungen in Palästina zu vermeiden. j Der Kolonienminister antwortete, er könne eich die Auffassung nicht zu eigen machen, daß die Arbsiter-Schedule nicht im Verhält- J nie zur wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit j des Landes stehe. Er wisse, daß es sowohl j unter Juden wie unter Arabern Arbeitslosigkeit in erheblichem Maß gibt lind daß weit entfernt von dem Vorhandensein eines Mangels an Arbeitskräften, ein Überfluß an solchen besteht, (Wenn das stimmt, so ist es nur eine Folge der englischen Politik, die Palästina in Un-1 ruhe versetzt und dadurch das Wirtschaftej leben schwer gehemmt hat.) j Regierung entscheidet allein! über Palästina Abgeordneter Geoffrey Mander fragte, ob geplant sei, sich mit den Dominions als Unterzeichnern des Friedensvertrages, und insbesondere mit der Südafrikanischen Union über die Politik zu beraten, die auf Grund des Berichtes der Königlichen Kommission1 geführt werden solle. i Minister Ormsby-Gore: Die Regierung des Vereinigten Königreiches trägt als Mandateregierung die alleinige Verantwortung für die Entscheidung über die Politik. Die Regierungen der Dominions und die Regierung Indiens werden über alle Entwicklungen der Politik, die geplant ist, auf dem Laufenden gehalten werden. Wattn wird der Multi deportiert? Auf Anfragen der Abgeordneten Oberst Nathan, David Adams und Jos iah Wedgwood verlas der Minister sodann einen Bericht des High Commissioner über den mißglückten Anschlag auf den Generalinspektor der Palästinapolizei, Roy G. Spicer, und erwähnte auch einen Mordversuch an einem palästinensischen Unterinspektor. Von diesen beiden schweren Zwischenfällen abge- | sehen, sei nach den Berichten des High Comi missioner jedoch eine Besserung der Lage I festzustellen. Abgeordneter Adams: Ist der Minister überzeugt, daß kein zusätzlicher Poüzeischut.z erforderlich ist? Der Kolonienminister: In den letzten zwei bis drei Monaten wurde die Zahl der unter dem Kommando von Oberst Spicer stehenden Polizisten sehr wesentlich erhöht. Abgeordneter Wedgwood: Erinnert sich der Minister daran, daß ein stellvertretender Polizeiinspektor in Haifa nach wiederholten Versuchen ermordet worden ißt? Muß auch Oberst Spicer geopfert werden, bevor der Minister den Mufti deportieren läßt oder den High Commissioner abberuft? Minister Ormsby-Gore ließ diese Frage unbeantwortet. 40 Jahre Z. V. f. D. Weizmann an die Zionisten Deutschlands Berlin, 20. Juni. (JTA.) Dem 40jährigen Bestehen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, das bereits durch einen Festakt in Berlin gefeiert wurde und in diesen Tagen von den Zionisten im ganzen Reich begangen wird, hat die „Jüdische Rundschau“ eine sechs Seiten starke Beilage gewidmet, die. Aufsätze führender Männer der zionistischen Bewegung über die Geschichte des Zionismus in Deutschland enthält. . Auf-der ersten Seite der Beilage ist ein Brief abgedruckt, den Dr. Chaim Weizmann an den Geschäftsführenden Ausschuß der Z. V. f. D. gerichtet hat. Weizmann schreibt: „Sie wiesen, daß ich den Zionismus in Deutschland besonders hoch schätze. Er ist das Werk einer Generation von Männern, die aus ganz anderen Verhältnissen herkamen als die ostjüdischen Träger der Bewegung ... Die Zionisten in Deutschland haben das Gefühl dafür bewahrt, daß das Wiedererwachen ihres Volkes ein organischer Prozeß ist, der innerlich reifen muß, der manchmal etwas langsamer geht, um dann wieder schnellere Schritte machen zu können. Ich glaube auch, beobachtet zu haben, daß die Fragen unserer Palästina- Politik von unseren Freunden in Deutschland besonders sachlich und realpolitisch betrachtet wurden, und daß man dort der wirklichen Leistung von jeher mehr Gewicht beilegte, als der bloßen Phrase ... Es gereicht der zionistischen Gesamtbewegung zur Genugtuung, daß sie in Zusammenarbeit mit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in den letzten Jahren so viel für die Aufnahme und Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina tun konnte und wir alle bringen der Z. V. f. D. und darüber hinaus den verantwortlichen Instanzen der Juden in Deutschland, angesichts der schweren Aufgaben, die sie heute zu bewältigen haben, aufrichtige Gefühle unserer Sympathie und Verbundenheit entgegen. Wir stehen heute, wie Sie wissen, unmittelbar vor einer großen Entscheidung. Wie immer sie ausfailen mag, der in der tiefen historischen Notwendigkeit verwurzelte zionistische Wille wird nicht wanken. Wenn wir alle uns vorbehaltslos für die Sache unseres Volkes elnsetzen, kann das Ziel nicht verfehlt werden.“ Die Hebräische Un ve*sität /&^ee4e^n tftfw Ein Bankett der Freunde der Hebräischen Universität fand gestern abends unter Vorsitz von Sir Robert Mond im Hotel Savoy statt. Lord Rutherford brachte einen Toast auf die Universität aus und sab eine kurze Übersicht ihrer Geschichte und ihrer Tätigkeit, Dr. Weizmann schilderte die Forschungsinstitute und die Bibliothek, die der Universität angeschlossen sind. An der Universität studieren gegenwärtig 700 Männer und Frauen; ßie müsse jedoch den Bedürfnissen von 6000 Juden »orecht werden, von denen viele von den Universitäten Ost- und Mittedeuropas ausgeschlossen sind. I Lord Samuel beschäftigte sich in seiner j Ansprache mit den finanziellen Bedürfnissen , der Universität, die einen Ausaabenetat von I 80.000 Pfund pro Jahr habe. Es bestehe die I HB—■ I llll Hlllli II (Balaton Szamogy b. Siofok) für Knaben und Mädchen bis 18 J., strerg rl uell monatlich S 120 AUSKUNFT: A. »OrNENSCRKfM. Rclicflonslehrer, II., 0:l:>.on'»aase 5 IS Hoffnung, in Großbritannien jährlich einen Betrag von 10.000 Pfund aufzubringen. Bisher seien für (Ins laufende Jahr 7000 Pfund, für jedes de* nächsten 6 Jahre 5000 Pfund beigetragen worcl:n. Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Ilelia“, Fleischmarkt 7, erreicht es verläßlich durch physikalisch-kosmetische Methode. Haus der hebräischen Kultur i Der neue Habima-Palast in Te!-Aviv Tel-Aviv, 20. Juni. (JTA.) Nachdem die Mittel für die Fertigstellung des neuen Hauses der Hahima in Tel-Aviv zum größten Teil bereits aufgebracht worden sind, wird in den nächsten Tagen mit der Fortführung der Bauarbeiten begonnen werden. Die Eröffnungsvorstellung im neuen Hause wird voraussichtlich im Dezember d. J. ßtattfinden. Die Hauptbühne hat einen Flächenraum von 750 Quadratmetern und eine imposante Höhe. Sie biete Raum für tausend Darsteller. Nebenbühnen zu beiden Seiten werden die Aufführung von Stücken ermöglichen, die gleichzeitig auf verschiedenen Schauplätzen spielen. Eine Drehbühne und andere moderne technische Einrichtungen werden einen raschen Szenenwechsel ermöglichen. Der Orchesterraum bietet für 75 Musiker Platz. Garderoberäume, Werkstätten und Requisitenkammern sind reichlich vorhanden. Im ersten Stock soll eine Bibliothek, ein Theatermuseum und ein L e s es a a 1 mit 300 Sitzen untergebracht werden. Der Zuscbauerraum ist verhältnismäßig klein. Er wird 800 Plätze im Parkett und 400 Plätze auf dem Balkon enthalten. Ein geräumiges Foyer wird den Zusohauerraum hufeisenförmig umgeben und durch zwölf große Türen mit ihm verbunden sein. Ein eigener, aber mit dem Hauptgebäude verbundener Bau wird das Kaffeehaus enthalten, das sowohl von der Straße als auch unmittelbar vom Theater aus zugänglich sein wird. Es wird von Gartenterrassen umgeben sein, ebenso wird der Platz vor dem Theater gärtnerisch ausgestaltet. Dadurch wird die Wirkling der Fassade mit den sechs anderthalb Meter starken und zwölf Meter hohen Säulen des Haupteinganges erhöht werden. Die Säulen werden ebenso wie die Verkleidung der Fassade und der Treppenhäuser aus Jerusalemer Kalkln bester Lage, Josefstädterstraße, um S 5000.— gegen günstige Zahlungsbedingungen zu verkaufen. Zuschriften unter ,\Uodistensalon“ an die Admin. d. B. stein hergestellt, die zehn kleineren Säulen des Foyers aus Marmor. Dieser Marmor, der gleiche, der bei dem Bau des Schlosses Versailles verwendet wurde, ist ein Geschenk der Brüsseler Gesellschaft L’Industrie Beige pour l’Etranger. Das Eichenholz für die Herstellung der Parkettfußböden wurde von der rumänischen Landesorganisation der WIZO, der Asociata Culturala a Femeilor Evree, zur Verfügung gestellt, Bauholz im Werte von 1000 Pfund von rumänischen Exportteuren. Durch Abänderung des ursprünglichen Bauplanes konnten die anfangs errechneten Kosten erheblich herabgesetzt werden. Sie werden jetzt etwa 35.000 Pfund betragen. Das Baukomitee wird eich in einem Aufruf an die Öffentlichkeit wenden, damit die Aufbringung der noch fehlenden 8000 bis 9000 Pfund gesichert werde. Amerikanische Christen beantragen Intervention Roosevelts Für ungeteiltes Palästina Washington, 17. Juni. (JTA.) Eine Abordnung der christlichen Pro-Palästina-VeTeinigung Amerikas hat dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, eine Petition überreicht, in der verlangt wiird, daß Amerika auf diplomatischem Wege gegen den Plan einer Änderung des Palästina-Mandats einsöhreite. In der Petition wird darauf hingewiesen, daß die Vereinigten Staaten auf Grund ihres Abkommens mit Großbritannien an dem Schicksal Palästinas interessiert seien und eine Mandatsänderung ohne ihre Zustimmung nicht zulassen könnten. Der Abordnung gehörten führende amerikanische Politiker an. Wahlvorsdhlag der Liste //Nationaler Block" (Zionistischer Landesverband für Österreich — Verband der Judenstaatszionisten Österreichs) 1. Dr. Oskar Grünbaum, Rechtsanwalt, I., Walfischgasse 10. 2. Ing. Robert Stricker, Oberbaurat i. P., I., Schottenbastei 16. 3. Sabine Paßweg, IX., Pramergasse 31. 4. Dr. Nachmann Frey, Arzt, II., Ausstellungstraße 45. 5. Fritz Richter, Beamter, I., Rotenturmstraße 29. 6. Elias Grünschlag, Kaufmann, Graz, Redtenbachergasse 7. 7. Dr. Henni Lichtenstein-Rappaport, IV., Lambrechtgasse 9. 8. Dr. Richard Pokor..y, Rechtsanwalt, I., Liliengasse 1. 9. Theodor Grubner, Privatangestellter, IX., Wasagasse 7. 10. Dr. fhöbus Tuttnauer, Arzt, I., Dorotheergasse 6. 11. Kommerzialrat Franz Benedek, Kaufmann, Fohnsdorf. 12. Dr. Abraham Groß, Rechtsanwalt, VI., Capistrangasse 4. 13. Isidor Lebensohn, Beamter, II., Lilienbrunngasse 13. 14. Josef Fränkel, XIX., Grinzinger Allee 7/33. Die eingereiditen Listen Wie die Hauptwahlkommission bekanntgibt, wurden tür die Kongreßwahl folgende Listen eingereicht: 1. Liste „Nationaler Block“. 2. Liste „Religiöse Zionisten-Mtsrachl“. 3. Liste „Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten (Gruppe A)“. 4. Liste „Arbeitendes Palästina“. Palästina-Nachrichten Die Gesellschaft für landwirtschaftliche Bewässerung „Mekorot“, gegründet von der Gesellschaft „Nir“, beginnt in den nächsten Tagen große Bewäseerungearbeiton in eleu Kolonien bei Nehalal im Werte von 60.000 Pfund durchzuführen. Die Arbeiten werden von der Gesellschaft „Solei Bono“, die der Hißtadirut angehört, ausgeführt werden. * Die Stadt Tel-Aviv hat von dor palästinensischen Regierung die Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 100.000 Pfund für den Bau von Schulen und Stadthallen erhalten. Die Stadtverwaltung trifft bereits die erforderlichen technischen Vorbereitungen und wird in Kürze mit dem Bau dieser Gebäude beginnen. * In den drei Monaten Jänner bis März 1937 sind in neuen palästinensischen Unternehmungen 286.500 Pfund Investiert worden, während gleichzeitig bereits bestellende Unternehmungen kn genannten Zeitraum ihr Kapital um 838.500 Pfund erhöht haben. Auf diese Weise sind in den genannten drei Monaten in palästinensischen Unternehmungen 1,125.000 Pfund investiert worden. Im gleichen Zeitraum des Jahres 1936 betrugen die Investitionen 081.377 Pfund, Im Jahre 1935 1,081.201 Pfund, # In Kllrzo wird in Rechobot oin neues Arbeiterviertel mit dem Namen „Schecilmnat Schatz“ errichtet werdon. Das Viertel wird vorläufig 50 Häuser umfassen. Dio Häuser werden unter finanzieller Beteiligung der Hypothekenbank gebaut werden. * Die Bank „Kupath Am“ beginnt, ein eigenes großes Gebäude in Tel-Aviv zw errichten. Der Bau wird zirka 30.000 Pfund kosten. •* Die Tel-Aviver Stadtverwaltung beginnt in der kommenden Woche mit dem Bau eines neuen Flügels heim Gebäude des „Hadau«a“-Kr?nkenln'i6C'8 in Tel-Aviv. Die Kosten des Gebäude« werden 7000 Pfund betragen. (Palcor.)

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