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Die Stimme · 1937-06-18 · Heft 652 (18.6.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 652 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Wien, Freitag“, 18. Juni 1937. — Nr. 652. Dtl 8TIMMI Seit« 3 Wahlvorsdilag der Liste //Nationaler Blöde" Zionlstlsclier Landesverband SUr Österreich — Verband der Judenstaatszionisten Österreichs Was bedeutet „Christlicher Ständestaat"? Aul der zweiten Reichekonferenz der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Österreichs ergriff Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Wort, uim die Stellung der Arbeiterschaft zum neuen Österreich zu erörtern, und sagte u. a.: Die Verfassung erklärt Österreich als christlichen Staat. Da,s kann natürlich nicht heißen, daß nun in diesem Staat jeder zu einem weltanschaulichen Bekenntnis gezwungen werden soll; es heißt nur, daß seine Grundhaltung auf den ethischen und moralischen Grundsätzen des Christentums aufgebaut ißt. Aus verschiedensten Motion, führte der Bundeskanzler weiter aus, wird heutzutage die Politik von Gewalt beherrscht, die oft eo weit geführt hat, daß eine neue Rechtsddeologde zu ihrer Begründung entstanden ist. Martin Unger wird nicht genannt Zur 100-Jahrfeier der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft sind zahlreiche Publikationen erfolgt, in denen bemerkenswerterweise der Name des jüdischen Begründers nicht genannt wird. Bekanntlich war der Gründer der ersten Gesellschaft, die Schiffe mit Dampf betreiben ließ, der ungarische Jude Martin Unger. Aus diesem Unternehmen entstand später die heutige Donau-Dampfßchiffahrtß-Geselisohaft. Unger wiar der Vater des berühmten Reehtsgelehrten und österreichischen Ministerß Josef Unger, der sich trotz des testamentarischen Verbotes seines Vater, der orthodoxer Jude geblieben war, taufen ließ. Als einer der Erbauer des Seitenstettentempels und als großzügiger Philanthrop genoß Martin Unger großes Ansehen. Hof gas Je in früher Westend, jetzt Gaststätte Anderka 3 Minuten vom Kurhaus 1 Streng rituell u. A. d. Schiffschul Wien, la Wiener Küche, günstige Pensionsarrangements in Zimmern und Thermalbädern mit jedem Komfort, fließendes Wasser usw. Mäßige Preise. Gefl. Anfragen an Georg Wolff, Haus Anderka, Hofgastein Würietfyeofiag&ida Die Vereinigung Binjan Haarez (Arbeitendes Palästina), die bedauerlicherweise die Einheitsliste zur Wahl für den 20. Kongreß unmöglich gemacht hat, versucht, den blamablen Eindruck unter den Zionisten Österreichs, der sich als Folge ihres Vorgehens eingestellt hat, zu verwischen. Eine geschäftliche Flüsterpropaganda will den Zionisten einreden, der Nationale Block sei ein Block gegen Weizmann. Das ist natürlich ein Unsinn. Vor allem deswegen, weil niemand wissen kann, wie Weizmann, der seit Monaten öffentlich nicht hervorgetreten ist, sich zur Frage der Teilung Palästinas, die außerdem keineswegs eine ausgemachte Sache ist, beim Kongreß stellen wird. Eines ist aber sicher: Die Kandidaten des Nationalen Blocks werden energisch gegen alle Teilungspläne auftreten. Gibt es eine zionistische Richtung in Wien, die anderer Meinung ist? Dann soll sie den Mut haben, das zu erklären. Wir erwarten, daß jede wahlwerbende Gruppe eindeutig ihren Standpunkt zur Frage der Teilung Palästinas präzisieren und daß der Name Weizmann nicht weiter im Wahlkampf mißbraucht werden wird. Daher: Schach der Flüsterpropaganda! Wählet am 1. Juli wie ein Mann die Vorkämpfer für ein ungeteiltes Palästina und für den Judenstaat! Wählet den Nationalen Block (Zionistischer Landesverband für Österreich — Verband der Judenstaatszionisten) Österreichs. Listenführer: l)r. Oskar Grünbaum und Ing. Robert Stricker. j 1. Dr. Oskar Grünbaum, Rechtsanwalt, I., Walfischgasse 10. 2. Ing. Robert Stricker, Oberbaurat i. P., I., Schottenbastei 16. 3. Sabine Paßweg, IX., Pramergasse 31. 4. Dr. Nachmann Frey, Arzt, II., Ausstellungsstraße 45. 5. Fritz Richter, Beamter, I., Rotenturmstraße 29. 6. Elias Grünschlag, Kaufmann, Graz, Redtenbachergasse 7. 7. Dr. Henni Lichtenstein-Rappaport, IV., Lambrechtgasse 9. Jerusalem, 16. Juni. Aus den Meldungen, die bei der Zionistischen Exekutive in Jerusalem einlaufen, geht hervor, daß 1,250.000 Schekalim in der laufenden Komgreßpieriode verkauft worden sind, hiervon 1,000.000 im Jahre 1937. Der 20. Kongreß verspricht, der 8. Dr. Richard Pokomy, Rechtsanwalt, I., Liliengasse 1. 9. Theodor Grubner, Privatangestellter, IX., Wasagasse 7. 10. Kommerzialrat Franz Benedek, Kaufmann, Fohnsdorf. 11. Dr. Abraham Groß, Rechtsanwalt, VI., Capistrangasse 4. 12. Isidor Lebensohn, Beamter, II., Lilienbrunngasse 13. 13. Josef Fränkel, XIX., Grinzinger Allee 7/33. 14. Dr. Phöbus Tuttnauer, Arzt, I., Dorotheergasse 6. repräsentativste von sämtlichen bisher abgehaltenen Kongressen zu werden, den Luzerner Kongreß nicht ausgenommen. Auf Grund von 186.000 in den Jahren 5696 und 5697 verkauften Schekalim, hat Palästina das Anrecht auf 124 Delegierte. BAD ISCHL "VW Pension Lehn er ^^3 rmnan mnaS Streng rituelle Küche mit eigenem Schächter Großer schattiger Garten, schöne Balkons, erstklassige Küche Volle Pension von 7 bis 10 S pro Tag Ausk.: Wien, IX., Glasergasse 4a/5, Tel. A 10-9-72(1—3 Krieg gegen Tote Das „Hamburger Fremdenblatt“ veröffentlicht die Todesanzeige der Gefolgschaft einer jüdischen Firma für ihren verstorbenen Chef, in der es heißt: „Er war uns stets ein leuchtendes Vorbild treuester Pflichterfüllung und unermüdlicher, nie erlahmender Arbeitkraft. Seine große Güte und Hilfsbereitschaft wird uns allen unvergeßlich sein.“ Das Organ der SS., „Das schwarze Korps“, wendet sich nun gegen die Haltung der Gefolgschaft, „die vorne nationalsozialistische Politik betreibt, hinten aber i n widerlichen Schmus tönen einen toten Juden preisen läßt“. Die Zeitung schreibt: „Wir stehen nach außen hin im schwersten Kampf gegen das Weltjudentum, und auch im Innern ringen wir noch immer um die Befreiung der deutschen Wirtschaft von jüdischen Parasiten. Diese Kampfstellung erfordert eine entschiedene Haltung, die auch dann nicht durchbrochen werden darf, wenn irgendwo wirklich oder angeblich ein lebender oder toter Jude auf taucht, dem man menschliche Züge nachsagen könnte. Das ist nämlich in jedem Fall eine getarnte Propaganda füT das Judentum; denn jeder Dummkopf und jeder Ignorant sagt sich sofort: es gibt also doch anständige Juden, es steht ja sogar in der Zeitung, weshalb sollte ich nicht bei ihm kaufen?“ Todesurteil gegen Czerbowski Warschau, 16. Juni. (Amtlich.) Der 18 Jahre alte jüdische Schlächtergeselle Weliwel Czerbowski, der am 14. Mai den Polizeibeamten Kendziora in Brest am . Bug mit einem Scbläohtermesser hinterrücks niedergestochen hatte, ist vom Brester Bezirksgericht zum Tode verurteilt worden. Das ist die amtliche Meldung, die den tragischen Fall von Brest-Litowsk zu einer niederträchtigen Hetze ausnützt. Der jüdische Schlächtergeselle war von dem Polizisten wegen des angeblichen Verkaufs von Koscherfleisch beanstandet und angegriffen worden. In der Notwehr hat er ihn nicht hinterrücks, sondern von vorne erstochen. Daraufhin sind die furchtbaren Exzesse entstanden, in denen fünf Juden ums Leben kamen. Die jüdischen Geschäfte wurden gestürmt und demoliert. Die Mörder wurden, soweit sie stellig gemacht wurden, zu geringen Freiheitsstrafen verurteilt, einig© freigesprochen. Wie es in Brest- Litowsk, wo die Überfälle auf Juden schon vor dem Totschlag eine tägliche Selbstverständlichkeit waren, zugegangen ist, beweist die von der Regierung verfügte Absetzung des Bezirkshauptmannes und des Starosten. Die scharf-scharfe Klinge, die den wildesten Bart in einem Schwung umlegt, ist Antisemitismus ist ein gutes Geschäft In Berlin wird bekanntgegeben, daß das Buch Hitlers „Mein Kampf“ die Dreimillionenauflage erreicht bat. Das Buch wird seit der Machtübernahme bei Eheschließungen von Reichsdeutschen sowohl im Inlande als auch außerhalb Deutschlands vom Staat den Ehesohließenden als Geschenk überreicht. Dies bedeutet, daß der Autor eine ständige, sozusagen staatlich garantierte Einnahme hat. TAWIG-TAPITEN sind billig und sdiaffen ein freundliches gemütliches Heim Wir reduzieren unser Lager und haban auch unsara Preise gewaltig raduzlart TAWIG A. G. I., SctiottenMI 10, Telephon U 28-4-72 Reklamieret das Wahlrecht zum Kongreß! Die Wählerlisten liegen im Büro des 'Zionistischen Landeskomitees und in allen Bezirkssektionen und Ortsgruppen nur bis zum 24. Juni auf. Reklamationen müssen bis 24. Juni im Büro des Landeskomitees eingelangt sein. Jeder sehe nach, ob sein Name und der Name seiner Freunde richtig in die Wählerliste aufgenommen ist, damit keine Stimme verloren gehe! Jfper&l-Grabgang Der heurige Herzl-Grabgaug findet Sonntag, den 20. Juni, statt. Das Polizeipräsidium hat den Grabgang jedoch nur in dem Umfange bewilligt, wie er im Vorjahre stattgefunden .hat. Es ist daher das Tragen von Uniformen ausnahmslos verboten. Ebenso ist mit Rücksicht auf das bestehende Aufmarsch vterbot der geschlossene Marsch zum Friedhof nicht gestattet. Die Teilnehmer begeben sich in losen Gruppen zum Friedhof durch die Hartäckerstraße zum Grabe Theodor Herzls. Die Teilnehmer sammeln sich im Raume Hartäckerstraße laut beigeschlossenen Zeitplan. Der Zug setzt sich um präzise 10 Uhr beim Friedhofstor in Bewegung. Nach den Weisungen der Polizei muß der Grabgang, so wie in den früheren Jahren, in vollkommener Ruhe und Disziplin vor sich gehen. Es wird daher ersucht, während des Grabganges alle Privatunterhaltungen zu vermeiden und stillschweigend zu marschierem. Nach dem Verlassen des Friedhofes müssen die Teilnehmer in losen Gruppen a/useinandergohen. > Jede Gruppe wird ersucht, aus ihren eigenen Reihen einige Personen zu bestimmen, die für Ordnung und Ruhe der Gruppe zu sorgen haben. Der Ordnungsdienst wurde auch heuer wieder der „Hagamah“ übertragen und wird von ihren Mitgliedern und denen, der der „Haganah“ zum Zwecke der „Haohso'barah haganathith“ angeschloseenen Verbände, versehen. Die Ordner sind durch blau-weiße Armbinden gekennzeichnet, ihren Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. Der Leiter des ganzen Aufmarsches ist Herr Dr. F. Pickholz. Sein Standort ist ibds 10 Uhr Hartäckerstraße (Friedhofstor). Den Ordnerdiienst am Gpbe Herzls leitet Herr Kultusvoreteher Dr. Nachman Frey. Zeitplan des Aufmarsches 9 Uhr bis MIO Uhr: Zionistische Akademische Verbindungen und Vereine, Gesamtverband jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“ Landeskomitee, Präsidium der Kultusgemeinde, Kultusvorsteher, Auswärtige Delegierte, Mitglieder der Delegiertenkonferenz, Keren Hajessod und Keren Kajemeth. MIO Uhr bis 10 Uhr: Mitglieder der dem Zionistischen Landesverband für Österreich angegliederten Vereinigungen, Körperschaften und Sonderverbände (BezirkssekUonen, W1ZO, Ortsgruppen, Jugendverbände und der Hechaluz Hdklal Zioni). 10 Uhr bis MH Uhr: Radikale Zionisten, Binjan Haaraz und Hechaluz. Mil Uhr bis 11 Uhr: Misrachi, Verband der Judenstaats zionisten, Revisionisten, Weltverband der Sportvereine „Makkabi“, Hakoah und sonstige Vereinigungen, Verbände und Körperschaften. Jüdische' M*d Gedenket bei Antritt Eurer Sommererholung der armen jüdischen Kinder und spendet reichlich für die Ferienaktion der Kultusgemeinde f // „Hindu aufs Mond Spenden erbeten an die FÜRSORGEZENTRALE DER KULTUSGEMEINDE, Wien, I., Seitenstettengasse 2 Postsparkassenkonto B 29.659 Deine besten Begleiter für Reise und Weekend sind die bekannten Feinwurst- und Seldiwaren- Spezialitäten FILIALE BADEN, RAINERRING 18 rvnCEklBT PRATER HAUPT ALLEE (PRATERFEE) UtOTrNfcl EISEN Der Erfolg der Schekelaktion MaeenHKiüH *f*

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