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Die Stimme · 1937-06-11 · Heft 650 (11.6.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 650 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Ml «TIMMI Nr. 660, — Wien, Freitag, 11. Juni 1907/ I I IV/. I Kommt Juden Wiens! \um?rahmHrhi Sonntag, 20. Juni! Der //Vertrag der arabischen Einigkeit Von M. Y. Beti'gavriel // In den letzten Tagen wurde in Sanaa, der Hauptstadt des Yemen, der Text eines Freundschafts Vertrages offiziell publiziert., der zwischen dem Irak, Samdiya und dem Yemen geschlossen wurde, das heißt: jener zwischen den beiden erstgenannten Mächten bestehende Vertrag, dem nun auch der Imam von Yemen beigetreten ist. Dieser „Vertrag der arabischen Einigkeit“ besteht aus neun Punkten, die gegenseitigen Schutz im Fall eines Angriffes von außen wie auch im Fall innerer Wirren, sowie gegenseitige Konsulatehilfe und im letzten Punkt auch gegenseitige wirtschaftliche Hilfe durch Entsendung von Fachleuten vorsehen. Es ist einer der vielen in den letzten Jahren geschlossenen Staateverträge, der aber schon deshalb von Interesse ist, weil einer der Kompaziszenten der Herrscher des verschlos sensten Landes der Welt ist, der im Laufe seiner rund vierzigjährigen Herrschaft noch kaum einen Vertrag mit einer auswärtigen Macht schloß, der ihn längere Zeit band. Frankreich war nach dem Krieg das erste Land, das in Vertragsverhandlungen mit dem Imam eintrat, als es die noch von der Türkei erhaltene Konzession zum Bau einer Eisenbahn vom Hafen Hodeidah nach der Hauptstadt Sanaa durchführen wollte. Die Verhandlungen scheiterten an dem Regierungsprinzip des Imam Yahya, sich außerhalb aller internationalen Verträge zu halten. 1926 kam es zu einem Handelsvertrag mit Italien, das sich natürlich stets für das seiner afrikanischen Besitzung gegenüberliegende Arabia felix interessierte. In diesem Vertrag verpflichtete sich der Imam, Maschinen und Fachleute aus Italien au beziehen, ließ 6ich Flugzeuge aus Italien schik ken und ein Aerodrom bauen, begann aber sehr bald den Italienern sein Mißtrauen fühlen zu lassen. Er schickte die italienischen Fachleute zurück und schloß 1928 mit Rußland ein Abkommen. In all diesen Jahren bemühte sich natürlich besonders England, mit diesem einzigen Land Arabiens, das mit ihm nicht im Vertragsverhältnis stand, ein Abkommen zu treffen. Diesem Wunsch aber stand das tiefe Mißtrauen des Imam und die instinktive Abneigung gegen jeden europäischen Einfluß gegenüber, die die Basis seines autokratisch-mittelalterlichen Regierungesystems ist. Überdies aber gab es stets Grenzstreitigkeiten zwischen Yemen und dem benachbarten englischen Aden, die zu wiederholten kriegerischen Handlungen von beiden Seiten führten. Die strategisch günstige Lage dieses fruchtbarsten Teiles der Halbinsel und die von allen an Arabien interessierten Mächten als notwendig empfundene Aufrechterhaltung des politischen Gleichgewichtes in diesem Teil der Welt, ermöglichte es dem Imam, sich außerhalb der Weltpolitik zu halten. Nun aber, da diese Weltpolitik, die ihn retten mußte, als vor zwei Jahren die Wahhabiten bereit waren, ganz Yemen zu erobern, im Roten Meer sehr aktiv zu werden beginnt, scheint die politische splendid isolation dieses letzten Autokraten ihrem Ende entgegenzugehen. Die immer deutlicher werdenden Absichten Italiens, sich auch jenseits des Roten Meeres festzusetzen — der mißglückte Versuch, einem Ägypter seine Anteilscheine einer Petroleumgesellschaft auf einer yemenitischen Insel abzukaufen, ändert nichts an dieser Tatsache — mußten nun schließlich doch zu einer Änderung dieser einzig dastehenden, selbst vom verschlossenen Tibet längst schon fallengelassenen Politik führen: zum Anschluß an den irakisch-saudischen Vertrag. Aber trotz der sehr drängenden Situation bedurfte es einer wochenlangen sehr intensiven Arbeit der in Sanaa weilenden irakischen Delegation, um das — bisher ßtets merkwürdig konstruktive — Mißtrauen des Alten Mannes von Yemen zu überwinden. Ehe er den Vertrag unterschrieb, mußte ihm garantiert werden, daß dieser Vertrag in keiner Verbindung weder mit dem Völkerbund, noch mit einer auswärtigen Macht stehe, und daß er auch irgend welche politische oder anderweitige Verbindungen oder' Komplikationen mit anderen arabischen Mächten ausschließe. Wenn nun auch der Yemen jetzt in den Vertrag der arabischen Einheit eingetreten ist, darf doch nicht daraus geschlossen werden — selbst wenn die Presse des Muftis dies glauben lassen möchte — daß gewisse panarabische Bestrebungen, wie sie der Initiator dieses Vertrages der inzwischen aus seiner Heimat vertriebene Nuri Pascha begünstigte, nun auch den Yemen ergriffen hätten. Nein, der Herrscher des glücklichen Arabiens, der über sein Land als Imam, als religiöses Oberhaupt, quasi als Vertreter des Propheten herrscht, aus dessen Familie er stammt, hat sehr wenig für die Ide e des Panarabismus übrig. Er ist ein fanatischer Muslim, ein sehr bedeutender Religionsgelehrter, für den aber die Entwicklung der Welt etwa mit dem Jahr 1400 abgeschlossen erscheint, der also für neuartige nationale Ideen kein ErkenntnisoTgan besitzt. International arabische Bindungen sind für ihn nur dann diskutabel, wenn sie religiös bedingt sind. So war er auch nicht dazuzubringen, seinerzeit das Manifest der arabischen Könige zu unterzeichnen, das sich mit dem arabisch-jüdischen Gegensatz in Palästina beschäftigte, weil dies irgendwie mit nationalen Dingen zu tun hatte, und ihn überdies in interaatio-; nale — nichtreligiöse — Angelegenheiten verwickelt hätte. Nun aber, da eine auswärtige, nichtmuslimische Macht gefährlich werden könnte, tat dieser schlaueste Politiker Arabiens einen geradezu phantastisch klugen Schachzug. Er gab keines seiner Prinzipien auf und gewann doch die ihm augenblicklich notwendige Anl ehnungsmöglich k e i t a n England. Indem er den Vertrag mit Irak und Saudiya unterschrieb, trat er, ohne sich zu einer Gegenleistung Großbritanniens gegenüber zu verpflichten, indirekt in ein Bündnis mit England. Da die beiden andern Teilnehmer des Vertrages Bundesgenossen Englands sind, also die Unterstützung des Empire im Fall kriegerischer Verwicklungen genießen, ist es klar, daß eine kriegerische Verwicklung Yemens, die automatisch Irak und die Wahhabitenstaaten in Bewegung bringen müßte, selbstverständlich gewisse Verträge dieser Staaten mit England aktuell werden lassen muß. So hat sich der Imam Yahya Mohammed Ibn Hamed ed-Din zu einem innerarabischen Vertrag fan wahrsten Sinn des Wortes hinreißen lassen, der ihn zum indirekten Schutz- und Bundesgenossen des Britischen Imperiums macht, ohne daß er irgend welche freundschaftliche Beziehungen zu dieser Macht aufgenommen hätte. Ein Schachzug, der dem Alten Mann einen sehr ehrenvollen Platz in der Geschichte der Politik sichert. Für Palästina aber ist die Sache insoweit von großem Interesse, als der Yemen sich in Hinkunft in palästinensische Angelegenheiten, selbst wenn er sein Neutralilätsprinzip aufgäbe, nur soweit engagieren würde, a 1 s es die britische Politik für tragbar h ä 11. RESTAURANT STEFANIE II., Taborttr. 12 — Tal. R 48-4-46 Hugo und Julie Herllnger, geb. Zöllner Erstklassige renommierte Küche 0 Große Auswahl,reichhaltige Menu v. R 1.60 aufw. 0 Exakte Bedienung, schöner schattiger Garten Angenehmer Aufenthalt Pan-Arabfsmus bankrott Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Die „Avenue d’Orient“ veröffentlicht ein Interview mit einem hervorragenden syrischen Politiker, in dem dieser erklärt, der Pan-Arabismus sei bankrott. Syrien müsse eine Verstänguug mit der Türkei suchen und könne nicht auf die Hilfo der arabischen Welt rechnen. Die verschiedenen arabischen Staaten seien durchwegs mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt. Die Tatsachen hätten gezeigt, daß Pan-Arabismus bloß ein schönes Wort 6ei. Londoner ung. Hochschüler will Sommersemeste bei Wiener Familie verbringen. Engl. Unterricht. Jenö iugar, London 74, Colvestone crescent E 8 -WED Streng -WED jmnön ja pino Restaurant und Pension Hacker Gainfarn, Hauptstraße 37 Schöne Zimmer, großer Garten Pension von S 6.— aufwärts EINE NEUE VERSION: Nicht Teilung, sondern Parlament Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Die arabische Zeitung „Saud el Scbaab“ glaubt zu wissen, daß in dem Bericht der Königlichen Kommission nicht der Vorschlag einer Teilung, Oberste Arabische Ausschuß soll dieselben n e n. Die ßefugnisse der Jewish Ageäipy sollen bis zur Bedeutungs 1 p'sIgkeit eingeschränkt werden, und der Palästinas, sondern der der Einsetzung eines Parlamentes mit weitreichenden Befugnissen enthalten sein wird. Dieses Parlament werde aus jüdischen und arabischen Vertretern bestehen, die auf Grund eines Verhältniswahlrechtes gewählt werden. Ihm werde die Entscheidung über die Zukunft Palästinas zufallen. Ein weiterer Vorschlag der Königlichen Kommission soll dem Blatte zufolge dahin gehen, daß die jüdische Einwanderung so eingeschränkt wird, daßdieJuden niemals die Mehrheit erlangen kön- PENSION ECKSTEIN neu renovier! Befugnisse erhalten wie die Jewish Agency. Vorbereitungen in Palästina Jerusalem, 8. Juni. (Palcor.) Wie män hört, werden von Seiten der Regierung in Erwartung des Berichtes der Königlichen Kommission bereite Vorkehrungen getroffen. Man nimmt am, da.ß der Bericht innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage erscheinen wird. Et soll auszugsweise in hebräfiEoher umd arabischer Sprache publiziert werden. Englische, hebräische und arabische Eriklä rumgem der Regierungsp oiitik werden gleich zeitig ®n Jerusalemer und London er Zeitungen in den ersten beiden Juliwoohen veröffentlicht wenden. Der vollständige Bericht wird nur in englischer Sprache der Öffentlichkeit übergeben werden. Amnestie lUr 41 arabische Häftlinge Jerusalem, 9. Juni. (JTA.) „Baboker“ meldet, daß die Verwaltungen sämtlicher Gefängnisse Palästinas eine Liste von 41 Häftlingen zu aammenges teilt haben, die anläßlich des Geburtstages des englischen Königs amnestiert werden sollen. Unter den für -die Amnestie Voigeschlageiien, die durchwegs Araber sind, befindet sich auch eine Reihe Terroristen, die während deT Unruhen im Jahre 1929 wegen Mordes und Raubes zu lebenslänglicher Kerkers träfe verurteilt worden waren. Ihre Strafe soll auf 20 Jahre, schweren Kerkens herabgesetzt werden. Aktion „Reibet die jugend" Herr Dr. Julius Eisenthal spendet ftir unsere Aktion „Rettet die Jugend“ S 5.— und lädt zu weiteren Spenden ein: Dr. Norbert Fel, Dr. Emanuel Schleyer, Dr. Julius Flamm. . ***** Noch 10 Tage können Sie sich für die Reise nach Zürich-Paris-Riviera welche der Klub „Erez Israel*1 in der Zeit von 1. bis 15, August veranstaltet, anmelden. Preis Wien bis Wien S 298.—, Verlängerung an der Riviera pro Woche S 60.—. 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Auf das Haus eines arabischen Scheichs an der Peripherie von Haifa wurden mehrere Schüsse ' abgegeben, weil dieser sich geweigert hatte, eine Summe von 40 Pfund, die zwei bewaffnete Araber am Tage vorher von ihm gefordert hätten, zu erlegen. In dem arabischen Dorfe Kakun wurde ein Araber an der Schwelle seines Hauses ermordet. Der Ermordete stand bei den arabischen Terroristen in dem Verdacht, einige Araber, die veibrecherische Anschläge verübt hatten, hei der Polizei an gezeigt zu halben. Där Mord an Helmut Hirsch Berlin, 9. Juni. (JTA.) Der amerikanische Generalkonsul in Berlin hat bei der zuständigen deutschen Behörde vorgesprochen und ersucht, die Urne mit. der Asche des am 4. Jimi in Berlin-Plöbzensee hingerichteten Helmut Hirsch an seine Eltern in Prag zu senden. Das Ersuchen wurde ohne jede Begründung ab ge lehnt/ Der Abschiedsbrief an die Eitern Die in Prag lebenden Eltern Helmut Hirsche erhielten den Abschiedsbrief .ihres' Sohnes, in dem es unter anderem heißt:.' „Liebe Mutter, lieber .Vater, liebe Käthe! Soeben wurde, mir m i t g e t e i 11, daß meine Begnadigung abgelehnt wurde. Es ist so Aveit. Ihr wißt, daß ich in dieser Zeit noch ganz zu mir selbst und zum Leben gefunden habe. Alle Schönheit steht nun vor dem unerbittlichen Ernst. Ihr müßt durchstehen. Es darf für Euch kein Aufgeben geben, Ihr dürft nicht weich werden. In dieser Zeit habe ich noch ganz „ja“ sagen gelernt zu allem. Nicht nur ertragen, sondern das Schicksal lieben, wie es ist. Es ist unsere innere Gravitation, das Gesetz, nach dem wir angetreten. Es muß Euch doch weiter helfen, daß ich weiß, daß ich jetzt mein Innenbild ganz ausfiille und vollkommen bin. Das einzige, wodurch ich Euch noch danken kann, ist, bis zur letzten Sekunde zu zeigen, daß ich alle Euro Liebe und Güte dazu benützt habe, ein ganzer Mensch meiner Zeit und meine,s Herkommens zu sein .. Wiener Kinder Lido Leitung Lilian Grünwald Vom Vorlahr besten* bewährt Heuer Im waldreichen Mürztal bietet Ihrem Kind n. d. Schuljahr voll Arbeit und Zimmerluft: Körperl. Betätigung, jugendl. Gemeinschaftsleben,bei geordnetemTagesablauf. Schwimmbad, Liegewiese, Wald, re n. Küche. Referenzen. Hebräische Konversation bei gebürtiger Palästinenserin Mäßige Preise. Ausk.: U 14-908 nur v. 1—2 Uhr yb

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