Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 648 (4.6.1937)
- Date
- 1937-06-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Dü STIMM! Nr. 648. Wien, Freitag, 4. Juni 1637. Der KEREN KAJEMETH erwirbt unablfisslS Boden fürs Volk — Das Volk antworte jederzeit mit — Spenden! HiinsUeciscLe VUoios aäs de*n treuen Palästina Eröffnung wird der Präsident der Kultusgemeinde, Staatsrat Dr. Desider Friedmann, vornehmen. Der stoffliche wie der künstlerische Wert der Bilder, die in Paris und London von Presse und Publikum begeistert aufgenommen wunden, sichern der Wiener Ausstellung den besten Erfolg. Die bekannten palästinensischen Kunstphotographen J. Gal-Ezer (Jerusalem) und Z. Kluger (Tel-Aviv) stellen gegenwärtig ihre Aufnahmen aus dem neuen Palästina in den bedeutendsten europäischen Hauptstädten aus. Die Ausstellung in Paris, die von einer der vornehmsten Privatgalerien gezeigt und anfangs Mai in Vertretung des französischen Unterrichtsministeriums von Senator Justin Godart feierlich eröffnet wurde, hat allgemeine Bewunderung erregt und erfreute sich eines ausgezeichneten Besuches. In der zweiten Hälfte Mai war die etwa 120 große Palästinabilder umfassende Ausstellung im Anglo- Palestine-Glub in London zm sehen; auch dort fanden die hervorragenden Werke der Kunstphotographie lebhaftes Interesse der zahlreichen Besucher. Zur Zeit befindet sich die Ausstellung in Amsterdam, wo sie ebenfalls stärksten Anklang findet. In kurzer Zeit werden diese Bilder aus dem neuen Palästina, die jedem Freunde des Aufbauwerkes wertvolle unmittelbare Eindrücke vermitteln und zugleich den Aufschwung der photographischen Kirnst in Palästina deutlich machen, auch in Wien zu sehen sein. Die Galerie Würthle, Wien, I., Weihburggasse 9, wird diese interessante Ausstellung beherbergen, welche vom 31. bis 28. Juni allgemein zugänglich sein wird. Die feierliche Der Tag der jüdischen Jugend kler am Sonntag, den 6. Juni, auf dem IHakoah-Platz vom Jüdischen Turn- und fSportvehband Österreichs durcbgeführt wird, vereinigt nach langer Zeit wieder alle jüdischen Sportler und Jugendsünde Österreichs zu gemeinsamer Tätigkeit. Als Gäste kommen zahlreiche Malekabi-Sportler ans der Tschechoslowakei und aus Polen. Den (deutschen Sportlern war die Reise nicht möglich. In Anbetracht der Bedeutung dieses Festes hat der Präsident de« Makkabi- Weltverbandes, Lord M e 1 c h e 11, das Gbrenprotektorat übernommen. Ferner entsendet der Makkabi-Weltverband als Sonderdelegierten Mr. Barnett Jänner nach Wien. Den Ehrenscbutz der Veranstaltung hat der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Staatsrat Doktor Friedmann, übernommen, der auch die Festrede halten wird. Die Veranstaltung, für die sich in weitesten Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit größtes Intersse zeigt-, dürfte das bisher größte jüdische Sportfest Wiens werden. Schon am Vormittag finden aib 9 Uhr Vorkämpfe der Leichtathleten und Konkurrenzen der Jugendbiinde statt. Das Hauptinteresse wird sich aber auf das Programm des Nachmittags konzentrieren, das um 14 Uhr durch das Spiel zweier kombinierter Hanidiballmannschäften eingeleitet wird. Eine Stunde später treten die alten Internationalen der Hakoah gegen die Elf der Hasmonea an. Das Alte-Herren-Team hat in der letzten Zeit fleißig trainiert und ist wieder in guter Form. Insbesondere an Technik scheinen die ehemaligen österreichischen Meister nichts eingebüßt zu haben. In der Mannschaft wirken Balpern im Tor, Scheuer, Grünfeld in der Verteidigung, Wegner, Kerr in der Deckung, und Katz, Grünwald, Fried, Kliegler und Palmay miit. An das Spiel schließt eich der Aufmarsch aller jüdischen Sportler und aller Jugendbünde und Verbände an. Nach den bisherigen Anmeldungen werden mindestens 2500 Jugendliche vor den Tribünen defilieren. Eö folgen Mas-seufreiübungen der Ma-kfcabi-Turner und ein Hookeyspiel der Hakoaih, die heuer voraussichtlich die österreichische Staa-tsmeisterschaft erringen wird, gegen Blau-Weiß. Anschließend daran treten die Leichtathleten der Hakoah gegen die besten tschechischen und polnischen Makkabi-S portl er an. Um 18 Uhr 30 bringt die Musterriege der Makkabi-Turner ihre Vorführungen an den Geräten und zum Abschluß folgen die restlichen Bewerbe der Leichtathleten. I Anschließend an das Sportfest in der I Krieau findet im Garten des Hotels Continental ein Tanzabend mit, künstlerischen Vorträgen statt, in dessen Rahmen die feierliche Siegerehrung und Preisverteilung vorgenommen wird. Dr. S. Frankl ordiniert in Bad L u h a c ov i c e (CSR) von Mai bis Oktober. Eine Verfärbung der Zähne kann niemals stattfinden, wenn die Zähne regelrecht unter Anwendung einer guten Zahnpasta und einer geeigneten Bürste behandelt werden. — Niederschläge, welche sich aus dem Speichel und aus den Mundsäften bilden, verändern oft sehr rasch und intensiv das saubere Aussehen der Zahnreihen. Nur eine gründliche und regelmäßige Pflege mit 0 D 0 L - Zahnpasta schützt Ihre Zähne vor lästigen Verfärbungen. ODOL-Zahnpasta, beseitigt durch ihre große Absorptionskraft infolge rnres hohen Gehaltes an colloidialen Bestandteilen alle Unreinigkeiten, unangenehmen Gerüche und Farbstoffe, die an den Zähnen haften können. ODOL-Zahnpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten _ und unter ständiger Kontrolle der Zahnärztlichen und Pharmakognostisoben Institute der Universität Wien. m\\\\\\\\\\\\\W g Zion. Bez.-Sektion und WIZO Prater 0 gratulieren ihrem Vorstandsmitglied Herrn | Leib Morgenstern und Frau | 5$ zur Promotion ihres Sohnes Max Morgenstern zum Doktor der gesamten Heükunde 5$ ^m\\\\\\\\\\\\\m DIE KINDER-STIMME REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD Hans Christian Andersen und die Juden (Aus einem demnächst erscheinenden Buch: ..Juden im Spiegel nordischer Dichtung“ von Lüian Grünwald.) Glückspeter (2. Fortsetzung.) Peter war fleißig und geschickt; ja, der fleißigste von allen, und dafür bekam er sein Lob; aber die Kameraden nannten ihn doch noch immer den „Geplatzten“. Es war wohl nur im Scherz, aber schließlich wollte er es nicht länger dulden: er schlug um sich, er prügelte einen von den andern Jungen, so daß dieser blau unter dem linken Auge wurde und dort angeweißt werden mußte, als er am Abend im Ballett auftreten sollte. Peter wurde vom Tanzlehrer ärgerlich angelassen; am ärgsten aber von der Scheuerfrau, denn es war ihr Sohn, den er gescheuert hatte. Der Gesangsmeister. Ohne seiner Mutter oder Großmutter — ja nicht einmal Jungfer Frandsen etwas zu sagen, die ihm sonst immer gute Ratschläge erteilte — wanderte Peter eines Sonntags, als er seinen besten Anzug anhatte, geradewegs zum Kapellmeister hinauf; er glaubte, dieser Mann sei außerhalb de<= Balletts der mächtigste. Mutig trat er bei ihm ein und sagte: „Ich bin in dor Tanzschule, aber dort fet so viel Schikane, und daher möchte ich lieber zum Schauspiel oder zum Gesang übertreten, wenn es Ihnen recht wäre!“ „Hast du Stimme?“ fragte der Kapellmeister und sah ihn freundlich dabei an. „Mich dünkt, ich muß dich kennen. Wo habe ich dich doch schon gesehen? Bist du es nicht, dem der Rücken platzte?“ und dabei lachte er. Peter aber wurde rot wie Blut; er war wahrhaftig nicht mehr Glückspeter, wie die Großmutter ihn genannt hatte. Er sah auf seine eigenen Fußspitzen nieder und wünschte, daß er nur erst wieder fort wäre. „Sing mir ein Lied vor!“ sagte der Kapellmeister. „Nun, frischen Mut, mein Junge!“ Er faßte ihn unter das Kinn und Peter blickte auf, sah ihm in die milden Augen und sang dann ein Lied, das er in der Oper „Robert der Teufel“ gehört hatte: „Gnade, Gnade!“ „Das ißt schwer, aber es geht!“ sagte der Kapellmeister. „Du haßt ja eine prächtige .Stimme, wenn sie mir nicht ebenfalls in der Rückennaht platzt!“ Im seihen Augenblick trat der Gesangsmeister de« Theaters ein; ihn hätte Peter eigentlich aufsuohen müssen, wenn er die Gesangtskarriere einschlagen wollte; jetzt kam der Gesangömeist-er ganz zufällig von selbst, wie man so sagt; auch er hörte das „Gnade, Gnade“, lachte aber nicht und eah auch durchaus nicht so freundlich aus wie der Kapellmeister; doch es wurde abgemacht, daß Peter Geeangstunde haben solle. „Jetzt ist er in das rechte Geleise gekommen?“ sagte Jungfer Frandsen. „Mit der Stimme kommt man weiter als mit den Beinen.“ Peter mußte ihr etwa« Vorsingen und der Großhändlersfamilie mußte er Vorsingen, als sie von seiner neuen Laufbahn beim Theater hörten. Eines Abends, als sie dort große Gesellschaft hatten, wurde er hinuntergerufen, um vorzusingen. Und er sang mehrere Lieder, auch „Gnade, Gnade!“. Die ganze Gesellschaft klatschte in die Hände, Felix, der Hausherrnsohn, ebenfalls; der ha.tte ihn aber früher schon singen gehört: im Höfe unten, in der Stalltüre hätte er das ganze Ballett „Sirason“ gesungen, und das wäre das allerechönste gewesen. „Ein Ballett kann man nicht singen!“ sagte die Frau. „0 doch, Peter könne es“, sagte Felix; und dann vrurde er dazu aufgefordert. Er sang und er sprach, er trommelte und er brummte; es war nur Kinderei, aber es kamen Stücke aus bekannten Molodien vor, die gar nicht schlecht zu dem paßten, was das Ballett wollte. Die ganze Gesellschaft fand es amüsant, «ifidachtem und lobten, einer noch immer lauter als der andere. Die Frau Ein Festlied Aus Schirej Erez Jlsrael. Von Dr. Jakob Schönberg. 1. Brüder, Brüder sind wir — kullanu; Auch Schwestern bei uns — ittanu; Mit Freude beginnt — m’cholenu, Mit einem Lied — k’tow libbenu. 2. Zu schreiten, zu tanzen ist — kochenti: Anzustimmen ein Lied — s’fatenu; Denn fröhlich sind wir — hinnenu Doß Zeugen sind auch — raglenu. Vokabeln, auf der vorletzten Silbe zu betonen: 1. kullanu wir alle — ittanu mit uns — m’cholenu unser Tanz — k’tow libbenu des Großhändlers gab Peter ein großes Stück Kuchen und einen Silbertaler. Wie glücklich war der Junge — bis zu dem Augenblick, da er einen Herrn entdeckte, der ein wenig zurück stand und ihn voll Ernst betrachtete; es lag etwas Hartes und Zorniges in den schwarzen Augen des Mannes; er lachte gar nicht, sagte nicht ein einziges freundliches Wort, und dieser Herr war der Gesangsmeister des Theaters. Am nächsten Vormittag kam Peter zur Gesangsstunde zu ihm und ebenso ernst und strenge stand der Mann nun vor ihm. „Was war das gestern mit dir!“ sagte er. „Hast du denn nicht begriffen, daß du den Narren abgabst? Tu das nicht noch einmal und lauf’ nicht umher und sing’ vor den Türen, weder drinnen noch draußen. Jetzt kannst du gehen! Heute singe ich nicht mit dir!“ Zerknirscht zog Peter von dannen: nun hatte er es mit dem Meister verdorben. Aber im Gegenteil; der Meister war ihm mehr denn jemals wohlgeneigt: vielleicht steckte ein musikalisches Genie in dem kleinen Burschen. In all dem Narrenkram, den er zusammengos tappelt hatte, war doch ein Sinn gewesen, etwas durchaus nicht Gewöhnliches. Musikalische Begabung hatte der Junge und die Stimme war glockenrein und von großem Umfang; wenn es so weiter ging, ja, dann war das Glück des kleinen Menschen gemacht. (Fortsetzung folgt.) Baden vor dreihundert Jahren Das Baden ist nicht zu allen Zeiten eine so natürliche und selbstverständliche Angelegenheit gewesen wie jetzt. Das ersehen wir aus einer Badeordnung des Bades Ragaz aus dem Jahre 1610, in der geschrieben steht: „Wir verbieten ernstlich..daß keiner den n* nt* ••TS* V V n:1?? D'ns o'nx lsujji# nvns 05 ul?*«)? .u?1? 010? -p$o njflS - 2. - Tip nie“? ar1??'? .13'“?^ 03 15 m*ij? Wenn wir in guter Laune sind. 2. kochonu unsere Stärke — s’fateriu unsere Lippen — hinnenu sind wir <!■< - raglenu unsere Füße. andern im Bade mit dem zutrinken soll üibernötigen, damit durch die voellerey keiner den Wein wiederumb von sich geben müss..., welcher aber dawiderthefce (gegen dieses Gebot), verfallt ein pfennig Busse... Ferner gebieten wir denen, die da Liebhaber des neuwea Glaubens (gemeint ist der Protestantismus) waren... damit weder geystlioh noch weltlich anzuziehen, jedermann zufrieden lassen, vermöglich des Landtfriedens, und bey Buss von drey pfennig, so offt solliohes geschiehet... Zudem sollen sie auch der teutschcn Psalmen singen, gäntzlieh bey obgeschriebener Buss sich enthalten, damit nicht: den Cabholischen zu seinen trutz anheben solle, darauf dann bald ein Zwiespalt und Uneinigkeit entstehen möcht, da aber einer je großen Lust zu Bingen bette, der kann andere Geystliche oder sonsten ehrbare lieder (doch alles mit Bescheydenheit!) singen. und darumb das Bad mit keinem ungeheuren geschrey füllen. damit nit zuforderBt die Alten, und die sonst blöde Häupter haben mit verdruß im Bad sitzen.... Was fällt Euch übrigen« bei diesem Bericht auf? Rätselecke Ein biblisches Logogryph. Wem ist im heiligen Morgenland Das schöne Blumenfeld bekannt, Das Lilien, Tulpen, Rosen trägt, Von keiner Hand gepflanzt, gepflegt? Wenn ihr ein Zeichen weg nur kehrt, Gibt’s einen Priester hoch und wert. Wohlan zitiert durch Bibelwort’ Die beiden Namen mir sofort! Palindrom. Welche beiden bekannten Vogelnamen lauten vorwärts und rückwärts gelesen gleich? * Welches viersilbige Wort lautet rückwärts und vorwärts gelesen gleich? * Kennst du Palästina, das heilige Land, Sb bin ich als Gegend darin dir bekannt; Doch drehst du mich um, so beherrsch’ ich die Welt Und raube den Leuten unendlich viel Geld. Auflösungen: Wanderrätsol: Wüstenwanderung. 1. Logogryph: Kannibal —- Haunibal. 2. Logogryph: Psalter — Alter. Schalerhort „Central" ll.7 TABORSTRASSE 8 B Gymnastik Tennis Handball Warme und kalte Duaohen. Eigener schattiger Ruheplats mit IdegeatOhlen für zarte Kinder in dernttohaten Nühe des Horten. Tel. U 14-008 von 1 bis 2 Uhr