Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-06-04 · Heft 648 (4.6.1937) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 648 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054404--6718-3062602
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. m. Wien, Freitag, 4. Jmrt 190T. Bll «V1MMI W» f | Anläßlich der Überreichung der Rabbiner- | Diplome gratulieren wir unseren Freunp den und Gesinnungsgenossen, den Herren 5? Rabb. Hirsch Frostig, Rabb. Dr. 0 Schalom Lilienfeld, Rabb. Zwi Mermelstein, Rabb. Dr. Israel 0 Weinstock und wünschen Ihnen ein 0 herzliches aus Slö 0 Zeire W’Hechaluz Hatnisraehi &\\\\\\\\\\\\\\\^^^^ Altlag. in Ewz Isead Von Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Nachruhm Mißbrauch ist es, daß findige Kaufleute zur Anlockung jüdischen Publikums, des Jiecfruw zumal, ihre diversen WaTen mit den Namen unserer großen Toten schmücken. HerzI mußte schon seit je hierhatten; jetzt gibt es auch Bialik-Socken, Arlosoroff-Butter und dergleichen mehr. Al« neulich meine Frau im Tal piother Laden Sardinen verlangt, reicht ihr der Krämer eine Büchse hin mit Sokolows Namen und Bild darauf. „Sind sie auch frisch?“ — „Gewiß, er ist ja noch nicht lange tot!“ — Mir war’s, als sähe ich unseren weisen Führer milde lächeln: „0 Eitelkeit der Eitelkeiten auch der Nachruhm ist eitel.“ Cavalleria Rusticana Längst ist ee jedem Palästinenser Dogma geworden, daß Englande Staatekunst, um dessen Dauerberrsobaft im Land zu wahren die Juden und Araber entzweit und zugleich die eigenen Organe, Beamte und Soldaten, in kühler Isolierung den Natives fernhält. Doch das pulsende Leben zeigt sich oft stärker als die bestgeölte Politik. So sah ich.jüngst in Chederah, der.blühenden Citruekolonie Schomroms, am Rand jenes Kwisoh, der von Tel-Aviv kommend nun endlich — dank den Unruhen — schon bis hie her vorgetrieben ist, eine Schar Chaluzoth sitzen und Kalkstein zerklopfen. Nu und? Solchen Anblick ist man seit langem gewohnt. — Ja, aber knapp neben den Mädchen hocken britische Krieger in schmucker Husarentracht, ein jeder auf seinem Steinhaufen, und klopfen wacker mit. Dazu lachender Schwatz in einem Reforme&peranto aus Lager-Englisch und Kucbei-Ivriith, manchmal —*■ der dritten Reioh&sprache zu Ehren — durch ein arabi sch es Kraftwort gewürzt. Wie sagt Schiller? „Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.“ Ach, sind die armen Burschen froh, dem Einerlei der Garnison zu den heiteren Judenmädeis zu entrinnen! In spontaner Dankbarkeit leisten sich die Hu saren diesen ländlichen Ritterdienst, der den Akkordlohn . der klopfenden Sirenen vordop pelt und den Kwisch. rascher vollenden hilft, damit er heuer noch den Orangensegen Chederahs sicher zu den Häfen, auf die Schiffe bringt. Historische Verbundenheit Das war in jenen Tagen, als nach der offiziellen Absage des Araberstreiks der Terror weiterfraß und ein Ausflug in die vom Großteil seiner jüdischftn Bewohner verlassene Altstadt Jerusalems noch als Wagnis galt. Ich aber konnte mich — einem Gast aus Europa zuliebe, der das Judentum in seinem Herzschlag belauschen wollte — der Pflioht eines Führer« zum Kotei Maarawi nicht entsoblagen. Es stürmte und goß gnad erbärmlich, so daß wir uns über schlüpfrige Treppen durch menschenleere Gäßohen durcbkämpfen mußten. Der englische Polizist im Engpaß des Eingangs guckte kaum au« seinem Schilderhaus, und das Proszenium vor dem Kotei, wo eich sonst hunderte betender Gestalten drängten, gähnte einem förmlich entgegen. Wie, war diese noch 1929 von uns Juden so heiß verteidigte Front preisgegeben? Doch nein, dort im Winkel stehen zwei beisammen: ein weißbärtiger Rabbi im langen Talar und — totenbleich, mit tränonttberströmten Wangen — eine junge Sofardin. Gesegneten Leibe« ist sie aus Mizrajim zugereist, um hier in der heiligen Stadt ihrom ersten Kind das Leben zu schen- Der Rabbi macht ihr die Kriah, zerreißt Sabbaiial xewi in ‘Polen ken. ihr symbolisch das Kleid, wohl „al schower jerusohalajira“, um der Zerstörung des Tempel« willen; dann erat spricht er don Segen t'lbor die Mutter und den von ihr in bebendem Hoffen erwarteten neuen Streiter Israel«. Jahrtausende schauen auf uns herab. Wahrhaft und widev jede Anfechtung untilgbar feteht es in der Präambel zum Paläst/inamanclat: „In Anerkennung der historischen Verbundenheit de« jüdischen Volkes mit Palästina,,,“ Vor dem Gericht in Warschau «te'ht der Rechtsanwalt Dr. Ryppel — als Auge klagter. Er bat einer Polizeiabteilung, die mit Gewehrkolben auf Juden lösdroecih, das Wort „Mörder“ zugerufen. ' Deswegen muß er sich nunmehr verantworten. Somit findet ob einer Lappalie eine großangelegte Aktion ihr gerichtliches Nachspiel. Wir schalten um auf... ... November 1936. Landstraße, im Hintergrund Warschau. Durch die kalte Herbstlaudsohaift marschieren in Reih und Glied dreihundert uniformierte jüdische Männer. Sie marschieren nach — Palästina. Blauweiße Fahnen . flattern im Novemibexwind, die Sonne, die plötzlich aus morgendlichen Nebeln bricht, bescheint harte, entschlossene Gesichter. Feldküchen rumpeln über die holprige, pfützenreiche Straße. Ein Trompeter schmettert Manschsdgnale in die Luft. In der ersten Reihe marschiert der Organisator dieses Zuges — Dr. Ryppel. Der Herr Rechtsanwalt führt diese arbeitslosen Handwerker, Akademiker und Luftmene chen ins gelobte Land. Rauh klingt ein hebräisches Marschlied durch den Morgen. Ruckweise steigt aus singenden Mündern brodelnder Atem, der sich im Nebel verliert. Die Straße durchschneidet feindliche Landschaft. Dort hinten, in Warschau, wohnt der Hunger. In ungeheizten Stuben hocken trübsinnig, starr und stumpf die ZfurüokgebLiöbenen. Nicht zurückdenken, geradeaus marschieren! „Es leibt das Volk Jisrael!“ hallt es durch die fremdgewordene Heimatluft. Aber wie lebt cs? Satt und schwarz liegt die ungepflügte Erde da. Bald wird sie ihr Werk von neuem beginnen, die brave, fruchtbare Erde. Doch für alle reicht sie nicht — drei Millionen Menschen zuviel, schreiben täglich die polnischen Blätter. „Das sind wir“, denkt der singende Zug. Längst sind sie ali der Worte schon müde ... Gleichberechtigung... Menschenrechte ... Staatsbürger... — alles Quatsch! Dort hinten liegt Sodom und Gomorrha. Weg, nur rasch weg! Glauben sie daran, daß sie ihr Ziel erreichen werden? Soll nicht dieser überlaute Sang ihre Zweifel übensehreien? Kennen sie ihren Weg’? Durch Rumänien, Kleinasiiem, Anatolien —• bähen eie Pässe, haben sie Visa? Und wo werden sie schlafen? Wird Gott ihnen eine Rauchsäule voraussenden? Wird er das Meer 6paJten? Und wenn schon das Meer — wird ex die Grenze öffnen — ins gelohte Land? Sie singen. Und der Gesang übertönt zwecklose Fragen. Im Hintergrund ist der Untergang. Und vor ihnen liegt die Welt. Die Sonne klettert am Himmel empor, der Nebel ist verflogen, das Lied singt vom saftigen, -ruhenden Enrek, blau schimmert das Meer, tief, schneidet sich der Jordan in das Land, vom Libanon glänzt schmelzender Schnee, auf einem Toten Ziegelbau wird Dachgieiche gefeiert, rhythmisch senken sich die Brunnenbohrer in die Erde, eine wirbelnde Horah macht don Boden erzittern. Aus dem Boden gewachsen steht plötzlich ein Polizeikordon vor ihnen. Was soll das bedeuten? Der Zug hält. Dr. Ryppel spricht erregt mit dein Offizier. „Auseinandergiehen!“ sagt dieser. In Gruppen zu fünft. Wieso kann man uns am Wegziehen hindern? denkt der Zug. . Wir nehmen ja nichts mit. „Kadimah zaoth!“ kommandiert einer. Der Zug setzt sich in Bewegung. „Zurück!“ schreit der Offizier, die Polizisten haben das Gewehr — hinten liegt Sodom und Gomorrha. „Ihr könnt schießen!“ ruft es aus heiseren Kehlen — der Zug marschiert in die Gewehre hinein — da sausen die Kolben auf die Köpfe herab... Von Warschau bis nach Thiry kam der Zug der Befreiung. Drei Stunden nach dem Abmarsch war der Freiheit« träum ans geträumt. Auf der schmutzigen Landstraße lag zertreten eine Fahne... Die Ägypter hatten sie eingeholt... Eine Hungerphantasie das Ganze. Ist Dr. Ryppel ein Narr? Ein falscher Messias? Din Träumer? Ein Phantast? Wer weiß es! Ein gutes jüdisches Herz scheint er zu haben. Vielleicht war schon eine zehnprozentige Möglichkeit der Erlösung das Wagnis wert. „Mörder!“ rief er den Polizisten zu, die seine Weggenossen zurücktrieben. Wohl nicht wegen der Gewehrkolben, das wäre zu banal. Weil dieses Zurück die Rückkehr zum Hunger, zum Nichtstun, zum Ghetto bedeutete, weil der Pogrom dort hinten schon wartete. Weil jeder Gewehrkolben zurück in ein Dunkiel stieß, die letzte Lucke verschloß, durch die etwas Licht gefallen, es endgültig auslöscbte... Warum ließ man sie nicht hinaus, die Dreihundert? Drei Millionen Juden zuviel, schreit tagtäglich die polnische Presse. Man spricht von Madagaskar, Cayenne, den Hebriden, wohin man die.se Millionen abtransportieren möge — und da gingen dreihundert von selbst? Hat die Regierung im letzten Augenblick Angst bekommen, _ vor der Anklage* die die Verzweiflungstat dieser Menschen bedeutete? Stieg ihr die Schamröte ins Gesicht ob dieser Prozession, fürchtete sie, daß das Echo der Mairschtritte dieses Hungerbataillons hinüberhallen würde zu jenem taiuibgesagten Ohr, da.s sich Weltgewissen nennt und daß sich plötzlich die Augen einer myopen Wielt auf jenes Land richteil würden, dessen Bürger so es fliehen...? „Worum war es Ihnen zu tun?“ fragte der Richter Dr. Ryppel. „War Ihre Tat ein Symbol?“ „Es war kein Symbol“, antwortete Ryppel. „Es war bitterer Emst.“ In zionistischen Kreisen werden vereinzelte Stimmen laut, die müde und abgekämpft den jüdischen Zwergstaat der Königlichen Kommission akzeptieren wollen, einen symbolisierten Staat. Der Verzweiflungsmarsch dieser Dreihundert zeigt mehr denn je, daß heute keine Zeit für Symbolik ist. Das jüdische Volk braucht "ein Land, so groß wie die jüdische Not. Die jüdische Not kann keine Kompromisse schließen, sie pocht an die Tore des einzigen Landes, das ihr versprochen wurde. Der Marsch der Befreiung war nur eine Welle, die weit vor dem palästinensischen Ufer verebbte. Das Meer der jüdischen Not wird die Dämme niederreißen, die kühle Bürokraten ihm errichten. Bobby Weiser. Die. AUjaU dec Else. JßasUu-ScUütec „Nur der dichtende Mensch, der sich bi« auf 1 Jahrhundert Palästina, das liebliche Land: im den Grund der Welt Versenkende, zu gleicher J neuen Einband Gott gereicht.“ Sie ißt nicht Zeit sich zum Himmel Emporrichtende, erfaßt, inspiriert von begnadeter Perspektive aus, Palästina, das Hebräerland!“ Die Dichterin Else Laskor-Sohülor ißt nach Erez Israel aufgestiegen, weil sie schon vorher Jerusalem als Sehnsucht in sich getragen: nun bekam ihr Traum Boden — und in dichtester Prosa schreibt sie sich Palästina von der Seele ab*), als wäre ihr bisheriges Trachten und Sein bloß die Vorbereitung dazu gewesen! Palästinafahrer urteilen zumeist sachlich-streng, selbst wenn ihr Inneres vom Erlebnis glüht; die Lasker-Sohüler schüttelt Funken in die Herzen der Leser: „Will man von Palästina erzählen geschmacklos, «ich einen Plan zu konstruieren. Ganz Palästina ißt eine Offenbarung!“ Sie besitzt die Gabe der Dichter: zu staue n, zu bewundern, zu Heben. Herzl ist ihr der „tote MelecJi, der auf seines Herzen« Papyros den Wiederaufbauplan de« Hebräerlandes ontfaltete“. Was aber «oll das neue Wesen bedeuten, da« «io «chaut, spürt, atmet in den Städten wie in den Kolonien, in don Synagogen wie in den Pflanzungen? „Neu wird gekleidet vom Judenvolke von Jahrhundert zu *) Else Laeker-Schüler: „Das Hebräerland“, Kob« De. Opreob*. ZOdtiv vom Blute jener, die hinüberfahren, als wäre das Heilige Land — ein Klondyke; «ie erkennt, daß uns das Land wiedengegeben wurde um Gottes, nicht um de« Besitzes willen! Denn nur dieses ist wahrer Aufbau: „Den Stein der Schöpfung zu tragen, auf den Bauplatz de« Gelobten Landes, verfolgt und geplagt wie der kleinßto Arbeitsesel der Eselskarawane, mtidot sich der Jude ab, Uber die Witetenstraßon heim in sein Urland zu tragen. Immer wiedor trägt Israel von Jahrhundert zu Jahrhundert geheiligtes Moeaik über die Ozeane ins auserwählte Land, die Heilige Mumie aufzurichten zu neuem Leben.“ Wißt ihr denn nicht, daß unser Land einzig ist auf Erden, wie Gott einzig ist im Himmol? Wenn die Dichterin vom Antlitz Jerusalem« träumt, dann schreibt sie den Traum nieder, als wäre sie einer der briefesohreibenden C h a s s i d i m, die einst inbrünstig in die Stadt gewallt sind: „Jerusalem ist überall zwischen uu« Menschen im Leben und im Tod. Jerusalem reicht uns die Hand, geleitet uns zu beiden Wegen. Jerusalem heißt unser Engei in jedem Lande, in jedem Erdteil — sehnen wir ihn nur herbei... Wer einmal in Jerusalem gewesen, sehnt sich immer wieder naoh «einer tfftfeNE SUTÜok, Etwas von der Röte deines Herzens bleibt haften am Zweig des brennenden Dornetrauchs.“ Aber diese echte Frömmigkeit der Dichterin gleicht darin der Natur des Landes, daß sie nicht düster und zeitabgewandt, «ondern daeeinsjauchzend ist, menschenliebend und weltoffen. Sie ist eine Begeisterte, bewundert die feuerlichen abe«sinischen Rabbiner und die fröhlichen Talmudschüler, die wildjungen jüdischen Reiter und die feinsinnigen Künstler und Gelehrten, denen sie ihre hebräische Balladen vorträgt. Vor allem aber: diese unvergleichlich anspruchslosen Chaluzim, da« hebräische Bauernvolk, das mit wunderbar fleißigen Händen Arbeit leistet für Morgen und Übermorgen. Es stünde aber auch Palästina „nichts so schlecht zu Gesicht wie Läesigkcit. Es 6oll der Mensch hier sich rühren. und geduldig aueharren der Ernte seines guten Säens, dein neugeborenen Lande, wieder auferstandenen Bibellande behilflich sein, aufzuwachsen — in den Himmel zu wachsen. Arbeiten und ruhen nach dem Vorbild der Schöpfung des Herrn.“ Welch ein Glück: schon ßind nach Erez Israel Gläubige au« allen Himmelsrichtungen aufgestdegen, schon begann der lose Teig Brot zu werden. Trost, M u t, Geduld: „Einmal kommen ,alle‘ Juden ins Hebräerland heim, zu sammeln «ich in seine« Tempel.' Räumen. Mit seiner frommen Seele Wünschelrute sucht der Gottgräber verzweifelt nach einem Körnchen Gott. Er küßt es, im Empfinden, er berühre Gott...“ Kleinodien, gefädelt auf die Schnur ewigkeitsfester Worte, sind die Sätze dieses Rundßchafterberichts. Wieder iet uns. die wir au« der Feme Jerusalem erahnen, das Bild der Gottesstadt näher, deutlicher geworden. „Eine Dichterin mußte kommen, das gebenedeite Land zu feiern.“ Dr. A. W. iiniiiiiiiMiiiuiiiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiimiimniiiiiiimiiim Niemand, ist von Naher Knecht. (Philo) * Fühle, dich nicht, geehrt. wenn man dich deines Reichtums wegen achtet. Die wahre Ehrung liegt darin, daß man dich wegen deines Wissens und deines Lebenswandels achtet. (Sefer Chassidiim 12. Jahrh.) * Es gibt Menschen, die die Willensfreihert leugnen. Solche aber verwerfen nicht nur die Religion, sondern jedes sittliche Handeln überhaupt. (Joseph Albo 1338—1440) An die hebräischen Leser in Wien! Wir haben seinerzeit in einem Artikel („Kruz mi-Zijon“) auf die Notwendigkeit des geistigen •Kontaktes mit Erez-Israel und mit der neuen hebräischen Literatur hingewiesen. Wir weisen nochmals auf die Wichtigkeit dieses Kontaktes hin. Es gibt an unserer Stadt eine g'anz bedeutende Anzahl Hebräer, die sich sicherlich für die geistigen Schöpfungen Erez Israels interessieren, ohne jedoch zu wissen^ was dort außer der Tagespreise erscheint. Gegenwärtig gibt es eine auf hohem Niveau stehende Mouätsohrift: „Gijjonoth“, die „allen Denkproblemen, der Kritik und der Literatur“ gewidmet ist. . Die Persönlichkeit des Herausgeber«: Jizcbak Lamdan bietet die allerbeste Gewähr für den Wert de« Gebotenen. Sowohl sprachlich wie auch inhaltlich bieten die verschiedenen Abteilungen der „Giljonoth“ dem Leser in der Galuth ein genaues Bild des geistigen Schaffens im heutigen Palästina. Es ist nicht unwichtig, hervorzuheben, daß die „Giljonoth“ auch den Bestrebungen junger Dichter, Denker und Schriftsteller viel Platz einräumt. Die erste Abteilung ist den Zeitfragen uud den Ereignissen in Palästina gewidmet, wobei die überparteiliche Haltung hervorzuheben ist. ln dler zweiten Abteilung werden literarische Nouschöpfuugen, Lyrik, Prosa und Philosophisches gebracht. Eine weitere Abteilung ist Bücherbespreohungen, auch der Weltliteratur und der Wissenschaft gewidmet. Genau so wie jeder bewußte Jude den ökonomischen Aufstieg Erez Israels verfolgt, so soll «ich besonders der Hebräer für das geistige Werden in unserer neuen hebräischen Literatur interessieren. Auskünfte jeden Samstag abends (48.30 bis 20.30 Uhr) in der „Histadruth-Iwrith“, II., Taborstraße 8, Cafe Central. Abonnement: S 16 halbjährig für sechs Bücher. Kurt Sonnenfelds Roman „Nero in Olympia" Kurt .Sonnenfe Id s neuer Roman, „Nero in Olympia“, der eine Episode au« dem Lehen Neros in neuer Beleuohtung darstellt, wird im Europäischen Verlag, Wien, erscheinen, in dem da« fünfte und sechste Tanaend seine« zeitkritischen Buches ,ySohO" penhaufli - «raoMwo 4* J

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.