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Die Stimme · 1937-06-04 · Heft 648 (4.6.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 648 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Mr. 648. - Wien, Freitag, 4. Juni 1987. 0» «TIMM« Satt« 3 BAD ISCHL Pension Lehner ^3 nmn na mn»1? Streng rituelle Küche mit eigenem Schächter Großer schattiger Garten, schöne Balkons, erstklasaige Küche Voll« Pension von 7 bl« 10 S pro Tag Ausk.: Wien, IX., Glasergasse 4a/5, Tel. A 10-9*72 (1—3) Abbau der jüdischen Hilfspolizisten Jerusalem, 2. Juni. (JTA.) Eine Abordnung der jüdischen. Kolonien im Sohomron wandte sieb an Distriktekommissar Morris Builey mit der Bitte, die Zahl der jüdischen Hilfspolizisten im Sohomiron aus Sicherheitsgründen zu vergrößern. Der Dißtriktskommissar erwiderte, daß er dieser Forderung nicht entsprechen könne, da die Regierung sogar eine Verringerung der Zahl der jüdischen Hilfspolizisten i n Palästina b ea b e i c h t i g e; er werdesich jedoch bemühen, den stafcus quo im Schomiron aufrochtzuerhalt-en. Streng rituell ^JJenpejwionJCreuzbeg Breitenstein am Semmering (1050), Tel. Nr. 11 bereits geöffnet. Leitung: Frau Lola Schiff Tel. A 44-4-62 (3—7 Uhr). Prospekte auf Wunsch Schiedswesen in Palästina Das Sohiedsgeriühtswesen spielt im Rechtslebem Palästinas eine besondere große Rolle. Insbesondere stellen die Schiedsgerichte bei den schwierigen Fragen, die durch Umschichtung, Trarnsfer, Einwanderung usw. entstehen und die oft eine rasche Erledigung, bisweilen nach ausländischem Recht, verlangen, eine notwendige Ergänzung des ordentlichen Gerichtswesens dar. Bei dem wachsenden Umfang des Sohiedsgeriohtswesens erscheint es notwendig, auf eine gewisse Konzentrierung hiinzuarbeiten, die durch Vereinheitlichung der Rechtsprechung Rechtssicherheit garantiert. Von diesem Gesichtspunkte aius hat sieh unter dem Namen „Arba“, Arbitrators Association, in Tel-Aviv eine Institution gebildet, welche eich als ständiges Schiedsgericht diese Aufgabe gestellt hat. Die vier Schiedsrichter sind die Herren: Gronemaun, Netter, Strauß und Tuchler, sämtlich frühere Anwälte oder Richter. STRENG RITUELL! (Inter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner H. Schenk Kurp^nsiO^DrJlßdrt neben Palace-Hotel SEMMERING iiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiii Ermäßigte Vorsaisonpreise — Diätküche. Auskunft in Wien: Dr. S. Erber, II., Hollandstr. 8. Tel. A 42-109 B (2 bis 4 Uhr) sonst A 48-8-80 Bne Brith-Loge In Czernowitz von der Polizei geschlossen Czernowitz, 31. Mai. (JTA.) Dio Polizei hat über Weisung des rumänischen Innenministeriums der Bne-Brlth-Logo jode weitere Tätigkeit untersagt. In der Loge wurde eine Haussuchung vorgenommen und das Gebäude versiegelt. empfindlich« erlöBi die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe SWING Kein offizieller Antisemitismus in Italien Paris, 1. Juni. (JTA.) „Lo Teanps“ erfährt aus Rom, daß dio in ausländischen Zeitungen verbreiteten Gorüohto über daß Anwachsen einer antisemitischen Bewegung in Italien in den offiziellen italienischen Kreisen oinen peinlichen Eindruck hervorgerufen haben. Seitens dieser Kroiso wird betont, daß Italien an der Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zu den Juden Italiens und der ganzen Welt interessiert ist. In einer vom Minister für Volk»* b i 1 d ii n g veröffentlichten Erklärung heißt es, daß ee in Italien keinen offiziellen Antisemitismus gibt. Es wird daran erinnert, daß die Juden von Lybien dem Duce anläßlich seines jüngsten Besuches dort einen enthusiastischen Empfang bereitet haben. Ee wird ausdrücklich erklärt, daß Zeitungsartikel, die sich mit der Judenfrage befassen, feeineefalls als Ausdruck der Meinung der offiziellen Kreiße Italiens anzusehen sind, sondern die persönlichen Anßdchtendes Autors darstellen. Die Indischen Mosllms Bombay, 2. Juni. (JTA.) Eine Delegation der indischen Mosliims hat sich nach London begeben, um bei der englischen Regierung wegen einer Änderung ihrer gegenwärtigen Palästina-Politik Vorstellungen zu erheben. . Die von der A11 i n d i s c h e n Palästina - Konferenz eingesetzte Delegation, die auß zwei Mitgliedern der gesetzgebenden Versammlungen der vereinigten Provinzen und Bengalen«, Nawab Moliammed Ismail Khan und Abdul Rehman Siddiigue, besteht, hat die Aufgabe, die englische Regierung über dio Haltung der indischen Moßlims in der Palästina-Frage zu informieren und von ihr mehr Entgegenkommen gegenüber den Bestrebungen der palästinensischen Araber zu erwirken. Auf dem Wege nach London nehmen Ismail Kilian und Siddigue kurzen Aufenthalt in Jeruflalem, um mit den arabischen Führern und dem High Commißßioner Fühlung zu nehmen. TAWIG-TAPETEN sind billig und schaffen ein freundliches gemOtlldies Heim Wir t ««taxieren unser Lager und haben auch untere Preise gewaltig reduxlert TAW8G A. G. I., Schottenftnstel 10, Telephon U 28-4-72 146 Geburten, 506 Todesfälle Weiterer Rückgang der jüdischen Bevölkerung von Wien Aus Mitteilungen, die Amtedirektor Löwemhorz in der Mittwoch-Sitzung der Kuitiisgemeindo machte, geht hervor, daß sich der Rückgang dar Zahl der jüdischen Bevölkerung Wiens in katastrophaler Weise fortsefczt. In den Monaten März und Aprill wurden beim Matrikelamt der Kiultusgemeiuide 146 Geburten amgemeldet, und zwar 75 männliche und 71 weibliche. Die Zalhi der Sterbefälle dagegen betrug in diesem zwei Monaten 506, so daß sich für diese zwei Monate ein Bevölkerungadefrat von 860 ergibt. Weitere Verluste erfolgen durch Austritte. In drei Monaten sind 111 Juden aus der jüdischen Gemeinschaft ausgetreten. Diesen Austritten Stehen 53 Eintritte, beziehungsweise Wiedereintritte ins Judentum gegenüber, so daß auch hier ein Defizit von 58 Personen zu verzeichnen ißt. Rechnungsabschluß für 1936 einstimmig angenommen In der Sitzung des Vorstandes der Kultusgemeinde legte Mittwoch abends Präsident Staatsrat Dr. Desider Friedmann den Rechnungsabschluß fflr das Budgetjahr 1936 vor. Auf die Ziffern des Rechnungsabschlusses kommen wir noch zurfick. Der Rechnungsabschluß wurde vom Kultusvorstand ohne Debatte einstimmig angenommen. Deine besten Begleiter für Reise und Weekend sind die bekannten Feinwurst- und Selchwaren- Spezialitäten EISEN FILIALE BADEN, RAINERRING 18 PRATER HAUPTALLEE’ (PRATERFEE) GEÖFFNET Arierparagraph in polnischen Berufsverbänden Warschau, 2. Juni. (JTA.) Wie der JTA- V erriet er erfährt, wird die Reohtmäßigkeit der in letzter Zeit von einigen Organisationen der freien Berufe in Polen gefaßten Beschlüsse auf Einführung deß Arier-Paragraphen von der Regier u n g überprüft. Nach Auffassung maßgebender Juristen ist die Einführung deß Arier-Paragraphen verfassungswidrig. Trotzdem steht noch nicht fest, ob die Regierung Maßnahmen zur Aufhebung der betreffenden Beschlüsse ergreifen wird. Eine Konferenz der Ärzteschaft Lern berge hat miit allen gegen drei Stimmen edne Resolution gegen die Einführung des Arier-Paragraphen im Gesamt- ' verband der polnischen Ärzte angenommen. Die Lomberger Konferenz bat sich weiter für die Einberufung eines Geßamtkongressee der Ärzte Polens ausgesprochen, auf dem gegen die Haltung des Warschauer Verbandes protestiert werden soll. Gesamtverband der jüdischen Rechtsanwälte Unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. Erniil Sommerstein hat in Warschau eine Boratung von Delegierten der jüdischen Rechtsanwälte Polens zur Erörterung von Standeefragen stattgefunden. Es wurde beschlossen, einen Gesamtverband der jüdischen Rechtsanwälte ziu gründen. Ukrainer gegen ludenhetxe Warschau, 2. Juui. (JTA.) Die ukrainische Zeitung „Dilo“ in Lemberg veröffentlicht einen Artikel des ukrainischen Abgeordnetem Baron, in welchem dor Verfaeser sich gegen die Teilnahme der Ukrainer an der gegenwärtig tobenden Judenhetzo außsprioht. Baron warnt davor, daß nach dom Kampf gegen die Juden der Kampf gegen die Ukrainer in Polen beginnen könnte. Anzeichen dafür seien schon heute vorhanden. Str. Orth. IV 3 Str. Orth. Restaurant RAUSNITZ BADEN, Annagasse 18, Telephon 946/8 Unter Leitung des bewährten Restaurateurs J. AUERBACH Bestellungen für Hochzeiten werden in und außer Haus aufs feinste ausgeführt. PENSION von S 8.— aufwärts ACHTUNGI YDflV Mein Vöslauer Betrieb ist bis auf weiteres geschlossen. Berufsausbildung und -Umschichtung lim Sitzungssaal© der Wiener Israelitischen Kultusgemeindo fand eine Vorkonferenz zur Vorbereitungeiner Enquete im Angelegenheit der Berufsausbildung und Berufsumschichtimg der jüdischen Jugend statt. An der Konferenz nahmen teil: Präsident Dr. Friedmann, Vizepräsident Oberbaurat Stricker, mehrere Kultaisvorsteher und Amtsdirektor Löwenherz, ferner Vertreter der Ghaluzorganißationen, der Alliance Lsraelite, des Lehrlingehedmes „Zukunft“, des Dr.-Krüger-Heims, der Waisenhäuser, deß Hiilfokomiteeß für deutsche Emigranten, sowie aller jener Körperschaften, diie sich mit der Frage der Palästina-Hachsoharah und Erziehung der jüdischen Jugend befassen. Nach dem ausgezeichneten Referat des Herrn Dr. Nahuan B1 a u e r, das sich mit den Wandlungen im jüdischen Leben im Verlaufe der letzten Jahrhunderte und den Leistungen der Kultußgemeindo auf dem Gebiete dor Berufsumßchichtung und der Haohschafah-Bowegung befaßte, wurde beschlossen, die Enquete auf breitester B a s i e im Herbst dieses Jahre« durchzufiihrem. JUDEN WIENS! Ehret das Andenken THEODOR HERZLS — kommet zum Grabgang am 20. Junil pAXßMui# '.KSX.i'&i Orthodoxe Synagoge aus dem 15. Jahrhundert Preßburg gehört wohl zu den ältesten Judengemeinden der Slowakei, denn bereits im dreizehnten Jahrhundert werden dort Juden erwähnt. Aber die Stadt beherbergt auch die älteste und tüchtigste zionistische Organisation des tschechoslowakischen Staates, von hier ist auch die erste Anregung zur Btiobsensammlung für den Nabionalfonds ausgegangen. So sind hier ehrwürdige Vergangenheit und blühende Gegenwart fern von Gegensätzlichkeit zu unlösbarer Einheit geworden, einander bedingend, wie übrigens auch' das Stadtbild selbst Alt und Neu zu eigenartiger Wirkung verknüpft. Unsere Reisegesellschaft, die uhter der Führung Dr. F. P i c k h o 1 z’ stand, wurde bei der Ankunft am Donaukai von einer zionistischen Delegation (darunter viele Burschen und Mädchen in Blau-Weiß-Tracht) herzlich begrüßt. Zunächst ging es durch die elegante neue Stadt, am großen Theater vorbei, ins alte P r e ß bu r g, zum gotischen Rathaus, das aber trotz seiner mittelalterlichen Fassade im Innern prächtige Renaissance-Arkaden hat, und von dort zum großen Primatialpalais. Durch das romantische Michaelertor führte man uns in die eigentliche winkelige, aber freundliche Altstadt, die wie die anderen Teile Preßburgs sohöne Geschäfte mit geschmackvollen Auslagen hat. Kaum hat man jedoch durch ein anderes Tor die Altstadt verlassen, so kommt man in ein ganz modernes Geschäftsviertel mit amerikanisch ammRenden Riesenbauten. Preßburg-Bratislava besitzt schöne Kirchen und Profanbauten aus den verschiedensten Kunstepochen, ideale Parkanlagen und breite, lichte Straßen, die am Kurorte gemahnen. Uns interessierte jedoch auch ganz besonders das Judenviertel, das niedrige Häuser mit altertümlichen Höfen hat. Die Gemeinde hat,* von kleineren Bethäusern abgesehen, eine sohöne, alte, orthodoxe Synagoge und einen im pseudo-maurischen Stil erbauten Neologentempel. Wir sahen in einem Cheder den Melamed bei der Arbeit und vernahmen von einem Rabbinatsstudonten Interessantes über die Preßbuiger J e s o h i w a li, die in der ganzen Welt berühmt ist und viele ausländische Schüler zählt. Die jüdische Gemeinde der Stadt mit ihren vier zigtausend Seelen gehört zu den angesehensten der Tschechoslowakei. Nachmittags begaben wir uns zum Sportfest des Makkabi Hazair, Bratislawa, der in einem V ier teljah rh und ert prächtige Erziehungsarbeit geleistet bat.. An dem Anblick dieser vielen hundert strammen „Muskeljuden“, die vor uns aufmarschierten, hätte Majc Nordau seine Freude gehabt. Die Veranstaltung wurde mit der Ansprache des Bürgermeisters von Preßburg-, eines Prälaten, eröffnet, der, wiederholt von starkem Beifall unterbrochen, die Loyalität und Sbaatstreue der jüdischen Bevölkerung pries, sich scharf gegen Rassenhaß und Antisemitis* mus wandte und für Demokratie und Nächstenliebe plädierte. Dr. Otto Lifc s i s überbrachte den Sportlern die Grüße des österreichischen Makkablverbandes und wies auf die bemerkenswerte Tatsache hin, daß nicht Siimson, sondern Makkabi, der Erneuerer des Volke«, unserer Sportbewegung

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