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Die Stimme · 1937-06-04 · Heft 648 (4.6.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 648 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Mit« * en »timmi Nr. 648. — Wien, Freitag, 4. Juni 1687. Englands Auftrag und die jüdische Pflicht Ende Juli wird die Mandatskommission des Völkerbundes über die Palästinafragen zu verhandeln beginnen. Sie die neuerlich begonnene antdzionistische Pressekampagne in Italien — die beileibe nicht antisemdtisch sein will — die hat die Form einer außerordentlichen ganze Gefahr der TeilungsMee einerseits, Session gewählt, um damit den besondes Do min,in mp lanes anderseits gezeigt. deren Charakter des ihr vorgelegten Wenn Logik herrschte, eo würde Eng- Problems zu betonen. Es werden zu dieland das „quieta non movere“ beherzi- «em Zeitpunkt die Berichte der Königlichen Kommission bereits bekannt sein, die kein Organ des Völkerbundes ist und auch nicht als eine Vorgesetzte Stelle der Palästinaregierung gelten kann. Aber das englische Kabinett wird seine Beschlüsse nach den Vorschlägen der Kommission einrichten. Es ist bis zum heutigen Tag noch immer nicht klar, ob die Teilungspläne auch wirklich so bestehen, daß sie als politische Realität zu werten sind, und es ist auch nicht klar, welche Stelle als Autor dieser Idee fungiert hat. Dieses Geheimnis drückt schwer auf die Situation. Immerhin besteht die Tatsache, daß der Plan in gleicher Weise von der zionistischen Öffentlichkeit und ihren verantwortlichen Exponenten wie vom Obersten arabischen Komitee abgelehnt worden ist. Ob die arabische Öffentlichkeit in ihrer negativen Einstellung übereinstimmt, ist ziemlich zweifelhaft. Der Emir von Transjorda-nien, der auf eine Vergrößerung seines Landes und seiner Macht hofft, ist für den Plan und führt seine Besprechungen in Ankara, wo ,er die Unterstützung der Türkei sucht, auf dieser Basis. Ägypten, die gTößte arabische Macht, zeigt sich desinteressiert und hat wohl auch andere Sorgen. Das neue englische Kabinett hat die Frage so übernommen, wie sie vor dem Rücktritt Baldwins lag. Der Kolonienminister Ormsby-Gore gehört auch weiter in derselben Funktion der Regierung an und er hat wohl seine Richtlinien nicht geändert. Sein Wohlwollen für den Zionismus, das er bei jeder Gelegenheit betont, hindert ihn nicht,. den Zionisten jedes Opfer zuzumuten und alle Akte der Ölberg-Bureaukratie zu verteidigen. Hat Jerusalem aus 11.000 Zertifikaten 220 gemacht, so scheint da<s dem Minister recht, denn der Oberkommissär hat doch die wirtschaftliche Aufeaugungskraft des Landes vor Augen, die sich jetzt nach längerer Pause wieder als Argument meldet. Aber die Ziffer von 11.000 ist doch in Beratung mit der Regierung selbst festgestellt worden. Tut nichts, es bleibt dabei. Daß die Jewish Agency die 220 Zertifikate abgelehnt hat, ist in Jerusalem als Geheimnis gehütet worden. Der Minister hat diese nicht unwichtige Stellungnahme der Juden, die von einem Protest begleitet war, gar nicht erfahren. Was die Vorschläge der Kommission betrifft, so hat der Minister ihren Inhalt nicht mitgeteilt, immerhin abeT doch das Zugeständnis gemacht, daß das Unterhaus über die Angelegenheit werde debattieren können. Inzwischen aber hat England mit Sondierungen in Europa begonnen, um zu erfahren, wie sich die einzelnen Völkerbundstaaten zu den neuen Vorschlägen stellen, insbesondere, wie sie den Gedanken einer Abänderung des Palästinamandates aufnehmen. Es ist bekannt, daß sich Polen und Rumänien für diese Angelegenheit sehr stark interessieren. Beide schützen das Interesse ihrer jüdischen Bevölkerung vor, der sie durchaus ihre Sympathie beweisen wollen. In Polen massakriert die patriotische Partei die Juden, zwingt ganze jüdische Dörfer zur Auswanderung und mordet Männer und Frauen. In Rumänien spielt die liberale Regierung das Wohl und Wehe der Juden als Trumpf Im inneren politischen Spiel aus und hat auf dem Wege einer Revision der Staatsbürgerschaft neue Mittel zum Beweis ihres rumänischen S-taatsgefilhls eingesetzt. Beide Staaten aber rechnen mit wirtschaftlichen Vorteilen, die sich aus der Verbindung mit dem konsumstarken jüdischen Palästina ergeben können. Zu Hause Mord und Entrechtung, nach außen Sympathie. Das ist arische Sitte, aber sie besteht und es ist wohl zu erwarten, daß Polen und Rumänien im Zusamraenspiel mit den anderen Gegnern England« die Frage bfwmnldaiftrftn wftrrittn. ZlUidAm hat gen und sich auf den normalen Stand be sinnen, der ihm die bedingungslose Errichtung des jüdischen Nationalheimes zur Pflicht macht- Interpretationen und Tüfteleien helfen da nichts. Entweder das Mandat wird erfüllt, so wie das die Konferenz von San Remo wollte, die an einen freien Judenstaat, nicht aber an ein jüdisches und nicht an ein arabisches Dominium gedacht hat — oder die Sache geht an den Völkerbund zurück. Die zionistische Organisation hat auf eine Klarstellung der Begriffe zu drängen. Sie hat für das ganze Volk zu handeln und im Bewußtsein ihrer Pflicht muß sie der verständnisvollen Hilfe aller Zionisten gewiß sein. Für England geht es dämm, ob es die jüdische Welt als geistige Kolonie behalten will oder nicht, ob sie die Freundschaft der Juden höher einsohätzt als die arabische Unverläßlichkeit. Um unsere Zukunft! Das Kindererholungswerk der Kultusgemeinde . Die Vorbereitungen für das Kindererholungswerk der Wiener Israelitischen Kultiifigemeinde sind im vollen Gange. Da die in Aussicht genommene Ausgestaltung des Payerbacher Ferienheimes, durch welche der Belagraum dieses Heimes sehr bedeutend hätte erweitert werden können, mangels Mitteln noch nicht durchgefü'hrt werden konnte, mußte ein zweit es Heim gemietet werden. Es ist dies ein in der Nähe von Gloggnitz gelegenes, sehr geräumiges Objekt, in welchem weitere 300 Kinder in vorzüglicher Weise untergebracht werden können. Die Einrichtung und Führung dieses Heimes, wie die eines dritten Heimes, bezüglich dessen noch die Verhandlungen schweben, erfordern namhafte Mittel, deren Deckung, durch die im Zuge befindliche Sammlung erhofft wird. In den nächsten Tagen ergeht an die Mitglieder der Wiener Kultusgemeinde der Aufruf, sich an dem für die Zukunft der Jugend so bedeutsamen Werke durch Spenden nach Kräften zu beteiligen. Der Andrang erholungsbedürftiger Kinder ißt so groß, daß nur ein Teil der vorliegenden Ansuchen Berücksichtigung finden kann. Es wird im wesentlichen von dem Ergebnis der Sammlungen ab hängen, ob wenigstens die in sozialer und gesundheitlicher Beziehung bedürftigsten Kinder der Erholung zugeführt werden können. Das Kinderferienwerk der Israelitischen Kultusgemeinde erstreckt sich nicht nur auf die Aufnahme der Kinder in eigenen Heimen, sondern ermöglicht durch entsprechende Beitragsleistung die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen in Erholungsheimen, Sommerlagern und Ferienkolonien und umfaßt ungefähr 4000 jüdische Kinder. Kammersänger Alexander Kipnls wird in «einem dritten Konzert am 8. da. (Mozartsaal des Konzerthauses) für lange Zeit letztmalig am Wiener Konzertpodium erscheinen. Der Künstler hat für sein Programm eine große Anzahl seiner beliebtesten Arien, söwie Lieder von Schumann, Rieh. Strauß und Mussorgsky gewählt. Am Klavier: Rudolf Schwarz. Karten: Kasse Dr. Hohenberg u. KonzeTthatickaese. RESTAURANT STEFANIE n&*3 II., Taborstr. 12 — Tel. R 4S-4-46 Hugo und Julie Herünger, geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche O Große Auswahl,reichhaltige Menu v. 81.60 aufw. % Exakte Bedienung, sehttner schattiger Garten Q Angenehmer Aufenthalt Die Ungewißheit schädigt die Wirtschaft London, 31. Mai. (JTA.) Auf der Generalversammlung der Anglo-Palestine Bank in London äußerte sich der Vorsitzende, L. I s t o r i k, über die Zusammenhänge zwischen politischer Lage und Wirtschaftskonjunktur in Palästina. Et sagte, solange keine endgültige und mehr, oder weniger zufriedenstellende Politik in Palästina festgelegt worden sei. müsse das Land in einem Zustand' der Ungewißheit bleiben, was sich sehr ungünstig auf die Investitionsfreudigkedt und den Geschäfteverlauf im allgemeinen auswirke. Wenn nur eine feste Entscheidung getroffen würde, die Verpflichtungen des Mandats loyal und ohne Schwanken durchzufüihren, so würden die meisten Schwierigkeiten, die jetzt groß erscheinen, verschwinden oder sich als nicht vorhanden erweisen. Man würde dann sehen, daß das Land imstande ist, eine sehr große Einwanderung aufz u n e h m e n, die in Zukunft wie in der Vergangenheit der Hauptfaktor für eine Entwicklung sein wird. Die Anglo-Palesitine Bank sei in keiner Welse von den Unruhen des vergangenen Jahres betroffen worden. Selbstverständlich habe man im Jahre der Unruhen nicht so vorteilhaft abschneiden können, wie in den früheren Jahren. Das Kreditgeschäft habe nachgelassen und der Reingewinn, der im hat, sei auf 96.000 Pfund zurüokgegangen. Dennoch könne man unter Berilckaichtigung aller Umstände sagen, daß die Bank nicht schlecht gearbeitet habe. Die Verwaltung' der Bank hat der Generalversammlung die Verteilung von 8% Dividende vorgeschlagen. PENSION ECKSTEIN-Sennt neu renoviert Ablehnung der Schedule durch die Jewish Agency wurde verschwiegen Jerusalem, 1. Juni. (JTA.) Im Hinblick darauf, daß Koloniemmioister Ormeby- Go r e im Unterhaus erklärt hat, es sei ihm nur aus Zeitungsnachrichten bekannt, daß die Jewish Agency die ihr in der letzten Schedule angebotenen Zertifikate zurückfewiesen hat, richtete die palästinensische ageszeitung „Haboker“ eine Anfrage an das Generalsekretariat der Jewish Agency und erhielt folgende Antwort: „Da der High Commissioner bei der Ausgabe der Schedule die entscheidende Instanz ist, bat die Jewish Agency ihm mitgeteilt, daß sie die 220 Zertifikate ablehnt. Die Jewieh Agency richtet jetzt an den High Commissioner die Anfrage, ob er diese Mitteilung nach London wedtergeleitet hat.“ Der Vertreter des Blattes fragte weiter, ob es nicht üblich sei, derartige Mitteilungen auch direkt an das Colonial Office in London zu richten. Darauf wurde ihm geantwortet, daß in der Regel von der Jewish Agency in London Parallelä k t i o n e n beim Kolonienministorium durchgefüihrt werden. Es sei aber dom GeneraJsekretariait nicht bekannt, ob dies Die Mandatskommission Genf, 1. Juni. (JTA.) Am 31. Mai wurde in Genf die 31. Sitzung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbünde« unter denn Vonsitz von Pierre Orts, belgischem Vertreter und Vizepräsidenten der Kommission, eröffnet. Marquis Theodoli (Italien), der Präsident der Kommission, war bei der Eröffnungssitzung nicht zugegen. Die Sitzung wird keine Palästina- Fragen erörtern. In seinem Bericht an die Kommission teilte der Berichterstatter mit, daß die Palästina-Fragen auf einer außerordentlichen Sitzung der Permanenten Mandatskommission, die E n d e J u l i abgehalten werden soll, erörtert werden würden. Zum Präsidenten der Mandatskommission für das laufende Jahr -wurde Pierre Orbs mit sechs Stimmen gegen eine Stimme, zum Vizepräsidenten William R a p p a r t gewählt. Jüdische Ellern I Meine bestrenoramierte Pension habe ich erweitert. Ich übernehme Kinder zum Sommeraufenthalt nnter Aufsicht einer Ärztin und gutherziger jüdischer Mädchen. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Kohn, orth. Ko8cher-Pension Balatonszemes, Ungarn. Die Einwanderung nach Palästina Jerusalem, 31. Mai. (JTA.) Im ersten Vierteljahr 1937 sind nach Palästina 8166 Personen oingowandert, darunter 477 Nichtjuden. (Im ersten Quartal des Jahres 1936 betrug die Zahl der Einwanderer 9082, darunter 528 Nichtjuden.) Die. Zahl der Kapitalißtonoinwanderer bolief sich auf 854 in den ersten drei Monaten 1937, die Zahl der _« . ■ #» » ii ■ ■ ■ Einwanderer mit Aibedterzertiflkaten auf Tausende — werden dem Zionistenkongreß In Zürich beiwohnen durch bereit« m Lande befindliche au- Die Araber gegen Teilung Jerusalem, 2. Juni. (JTA.) Der Oberste Arabische Ausschuß veröffentlicht eine Erklärung, in der er seiner kompromißlosen Opposition gegen eine Teilung Palästinas Ausdruck gibt. Die Araber, beißt es in. der Erklärung, werden keinen Zoll de« Badens Palästinas aufgöben. Abdullahs Pläne Jerusalem, 2. Juni. (JTA.) Die im allgemeinen gut informierte arabische Zeitung „Saud el Schaub“ berichtet aus London, daß Emir Abdullah von Transjordanien sich führenden englischen Staatsmännern gegenüber bereit erklärt habe, eine jüdische Ansiedlung in Transjordanien unter der Voraussetzung 'zu gestatten, daß den Juden keine besonderen politischen Rechte gewahrt werden und ihre Zahl nie-, mal« über ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes hinausgeht. Weiter soll Emir Abdullah mit den Herrschern der arabischen Länder Verhandlungen führen, um sie für den Plan einer Vereinigung das arabischen Palästina mit Transjordanien unter seiner Herrschaft, zu gewinnen. Es wtird hinzugefügt, daß dieser Plan, als beste Lösung des Palästina-Problems, Aussicht auf Realisierung hat. Modernes Speisezimmer, VrhumrTölrhn oventueü »olohB8 altdeutsch, JlllWIIMBlUie, bestens erhalten, billigst zu verkaufen. VIII., Stolzenthnlergasse 5, II. 8t., Tür 25 vergangenen Jahre 180.000 Pfund betragen auch in diesem Falle geschehen sei. Hunderttausende — suchen jährlich die Riviera aul Millionen — werden die Pariser Weltausstellung besuchen Zu diesen drei Zielen führt die Gesellsebaftereiee, die der Klub „Erez Israel“ in der Zeit vom 1. bi« 15. August durchführt. Im Preise von S 298.— ist die Fahrt Wien—Wien, Schnellzug 3. Klasse, die Verpflegung, beginnend mit dem Nachtmahl in Basel und endigend mit dem Mittagessen an der Riviora, Gepäcktransporbe von und zu den Bahnhöfen, Trinkgelder und sonstige Abgaben inbegriffen. Gegen Aufzahlung von S 60.— kann der Aufenthalt an der Riviera um eine Woche verlängert werden. Da in einem späterem Zeitpunkt die Besorgung von Hotelzimmern vor allem in Paris, auf Schwierigkeiten stieße, ist baldigete Anmeldung erwünscht. Auskünfte und Anmeldungen täglich »wischen 12 und 1 Uhr im Zionistischen Landesverband, I., Marc-Aurel- Straße 5, Ted. U 22-2-11, und jeden Montag »wischen 21 bi« 22 Uhr dm Cafe Kons tantänhügei, Prospekte werden auf Wutach sugeeenckt, gehörige fordert. wurden 1078 Personen ango- 22.568 Radiohörer Die statistische Abteilung der Palästinaregierunggibt bekannt, daß ini ersten Vierteljahr 1937 2180 neue Radioempfangisorlaubnisse erteilt worden sind. Damit gab es Ende März in Palästina 22.568 Radiohörer. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß von den 2180 Anträgen auf Erteilung der Hörerlaubnis 1573 Personen ihr Ersuchen in hebräischer Sprache abgefaßt haben, 359 in engiltecher und 248 in arabischer Sprache. Die jüdischen Hörer sind demnach in einer klaren Mehrheit

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