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Die Stimme · 1937-05-25 · Heft 645 (25.5.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 645 (25.5.1937)
Date
1937-05-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite Z »II STIMMI Wien, Dienstag, 25. Mal 1987. — Nr. 645. General Dill läßt sich abberufen London, 10. Mai. (JTA.) Aue gut unterrichteten Kreisen wird über die Gründe der Abberufung des Generalleutnants Dill von seinem Posten als Oberkommandierender der britischen Streitkräfte in Palästina folgendes mitgeteilt: General Dill ist ein Gegner der Teilung P a- 1 ä s t i n a s in Einzels t a a t e n, w i e dies von der K ö n i g 1. Kommission vor g e s c 1t 1 a gen wir d. Diese Gegnerschaft begründet er in erster Reihe mit. strategischen Erwägungen. Eine Teilung -würde die strategische Bedeutung des Landes herabmindern oder völlig aufheben. Weiters ist General Dill Anhänger einer Politik der starken Hand gegen 11 b er den arabischen Terroristen. Mit Rücksichtdarauf, daß seine Ansichten in beiden Punkten, sowohl was die Bekämpfung de.s Terrors als die Wahrung der territorialen Integrität. Palästinas betrifft, nicht durchdringen konnten, habe General Dill beschlossen, seine Mission in Palästina aufzugeben und seinen früheren Posten als Kommandant der ersten Infanteriedivision in Aldershot wieder zu übernehmen. Die Tragödie der Illegalen Jerusalem, 19. Mai. (JTA.) Der englische Richter in Safed verurteilte 31 Juden, darunter Frauen und Kinder, wegen illegaler Einwanderung nach Palästina. Die Verurteilten müssen das Land unverzüglich verlassen. Die arabische Zeitung „El Liwaa!1 teilt, mit, daß die syrisch-palästinensische Grenzpolizei während der letzten vier Tage 29 Juden verhaftet hat, die ohne Einreisevisum aus Syrien ins Land gekommen waren. Sämtliche Verhafteten wurden ins Gefängnis von Safed eingeliefert. Die Zeitung fügt hinzu, daß sich in den der syrischen Grenze nahegeiegenen Dörfern arabische Komitees gebildet haben, die die Behörden bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung unterstützen. In der Nähe von S a m a c h hat die Polizei vier Juden verhaftet, die, ans Damaskus kommend, illegal nach Palästina einwandem wollten. Im Zeichen Mohammeds und Hitlers Arabische Demonstration gegen Kronungsfeier Jerusalem, 23. Mai. Samstag feierten die Araber den Geburtstag dee Propheten. Diesmal nahmen die Feierlichkeiten einen außergewöhnlich großen Umfang an, vielleicht als Konkurrenz zur Krönung, deren Festlichkeiten von den Arabern boykottiert wurden. Bilder von König Ghazi, Mussolini und Hitler sind an prominenter Stelle in der Nähe des Jaffa-Tores angebracht worden. Die Häuser in den arabischen Vierteln sind beflaggt. In Haifa nahmen die Feiern die Form einer Prozession an, an der sich Tausende von Arabern beteiligten. Die Bemühungen j der Polizei, der Prozession Halt zu gebie- * ten, waren vergeblich; die aus Polizisten gebildete Kette wurde von den Demonstranten durchbrochen. Zu einem Zusammenstoß mit. der Polizei kam es nicht. In den anderen Städten, insbesondere in Jaffa, sind von der Polizei besondere Voreichtsmaßnahmen ge troffen worden. Während der Straßenumzüge im Jaffa gab ein Araber auf einen anderen Araber mehrere Schüsse aib, worauf die Menge den An greller dermaßen mißhandelte, daß er zusammen mit seinem Opfer, der schwere Verwundungen davontrug, ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Eelia", /., Fleischmarkt 7, erreicht es verläßlich durch physikalisch-kosmetische Methode. Entschädigungen Jerusalem, 19. Mai. (JTA.) Die Palästina- Regierung hat beschlossen, den Angehörigen der bei den Palästina-Unruhen Gefallenen eine Entschädigung zu gewähren. Die Familie jedes Gefallenen mit Ausnahme derjenigen, die bei Zusammenstößen mit Truppen getötet wurden, erhält einen Betrag von 250 Pfund. Eine Entscheidung übeT Entschädigung für Verluste an Hab und Gut ist bisher noch nicht getroffen worden. Etwa hundert jüdische und fünfzig arabische Familien sollen den Entschädigungsbetrag erhalten. Getreidefelder in Tel-Amal angezündet Jerusalem, 20. Mai. (JTA.) In der Nacht zum 18. Mai haben arabische Terroristen die Gerstenfelder in der neu errachteten jüdischen Kolonie Tel- Amal im Emek Hajarden angezündet, wobei das Getreide auf einem Ausmaß von mehreren Dutzend Dunam vernichtet wurde. Am vergangenen Samstag haben Araber auf eine Hütte am Har-Hakarmel mehrere Schüsse abgegeben. Die Polizei hat die Erhebungen eingeleitet. In dem arabischen Dorf L ä f t a bei Malkha hat die Polizei größere Mengen Sprengstoff entdeckt. Im Zusammenhang damit wurden sechs Araber verhaftet. Wauchope in Nathania Jerusalem, 21. Mai. (JTA.) Der Oberkommissär Wauchope nahm heute in Nathania an der feierlichen Einweihung des King-Georg-Gartens teil. In seiner Ansprache hob er insbesondere clie Leistung der jüdischen Siedler von Nathania hervor und gab der Überzeugung Ausdruck, daß der neugekrönte König überall der Garant des Friedens und der Ordnung sein werde. Der High Commissicmer nahm ferner an der Einweihung des S e h m a r j a h u - L e w i n- Gartens in der Nähe von Kfar Schmarjahu teil. In seiner Ansprache erinnerte er an einen Ausspruch Lewins, daß „die Juden die Hülle abzustreifen und nach dem Kern zu streben pflegen“. Auch die jüdischen Kolonisten in Palästina haben die Hülle der bitteren Leiden in den Ländern der Galuth abgestreift. Während der Feierlichkeiten stürzte eine schwarzgekleidete jüdische Frau auf das Auto des High Commissioner zu und bat um eine Unterredung mit ihm. Der Sekretär des High Commissioner nahm ihre Petition, daß gegen den arabischen Mörder ihres Mannes der Prozeß eingeleitet und sie für die an Hab und Gut erlittenen Verluste entschädigt werde, entgegen, und versprach im Namen des High Commiseioner, daß, ebenso wie alle während der Unruhen Geschädigten, a-uch eie die schnellste Wiedergutmachung des ihr zuge fügten Schadens erwarten könne. Neue jüdische Distriktsbeamte Die Palästina-Regierung hat den aus Petach Tikwa gebürtigen Abraham Bergmann der Verwaltung des Norddistrlkts als Distriktsbeamten augeteilt. Bergmann ist Absolvent des Hebräischen Lehrerseminars in Jerusalem und hat außerdem an einem amerikanischen College studiert. Es heißt, daß die Regierung demnächst einen zweiten jüdischen Distriktsbeamten ernennen wird. Nach den Unruhen des ver gangenen Jahres hatte die Jewish Agency die Ernennung von drei jüdischen Distriktsbeamten für Haifa, den Emek und Safed verlangt. Der erste Geburtstag des Tel-Aviver Hafens Tel-Aviv, 20. Mai. (JTA.) Am Vorabend des ersten Jahrestages der Errichtung des jüdischen Hafens in Tel-Aviv, dessen Grundstein am 19. Mai 1936 gelegt wurde, wurden in ganz Tel-Aviv große Feierlichkeiten veranstaltet. Am folgenden Tage fand mit der Beteiligung der Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency ein von vielen tausenden Personen besuchtes Meeting statt, auf dem M. Shertok, Hoffien, Elijahu Berlin, Remes und Soloweitschik sprachen. Sämtliche Redner würdigten die Bedeutung des jüdischen Hafens und Seewesens und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß es bald gelingen werde, eine ständige jüdische Schiffslinie zwischen Tel-Avi v—T riest herzustellen. Schließlich richteten sie einen Appell an das Weltjudentum, sich der jüdischen See-Liga anzuschließen. Die gesamte jüdische Presse widmete dem jüdischen Hafen und Seerwespn Sonderbeilagen. Das Präsidium der Berliner Repräsentanten-Versammlung Berlin, 23. Miai. (JTA.) Die auf Grund der Einheitsliste gewählte Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin hat ihr Präsidium neu gewählt. Zum Vorsitzenden wurde der Zionist Rechteanwalt Dr. Abraham Löh einstimmig gewählt. Rechtsanwalt Dr. Löb gehört seit dem Jahre 1920, und zwar als einer der ersten gewählten Zionisten, der Gemeindevertretung an. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde | der in diesem Amt schon seit Jahren wir-; kende Liberale Dr. Lo n d o n wiedergewählt, ■ außerdem das Mitglied der Zionistischen {Arbeitsgemeinschaft, Reg.-Direktor i. R. Conrad Kaiser. Präsident des Vorstandes und somit der Jüdischen Gemeinde Berlin ist bekanntlich Direktor Heinrich Stahl. Rassengesetzgebung in Danzig Warschau, 23. Mai. (JTA.) Dias Unterrichtsamt in Danzig erließ eine Verordnung, wonach die Lehrer sämtlicher Elementar-, Mittel- und Hochschulen im Bereiche des Freistaates verpflichtet werden, ihre bis in das Jahr 1880 zurückreichende arische Abstammung dokumentarisch naebzu weisen. Praktisch gäbt es in den Danziger Schulen schon seit mehreren Jahren keinen einzigen jüdischen Lehrer. Bekanntlich hat der Danziger Senat die Meldung, daß er eine Rassenges©tzgebung nach dem Beispiel des Dritten Reiches einfüihren wolle, offiziell dementiert Krieg gegen Blinde Wie gemeldet, hat die Vereinigun blinder Musiker in Wien die Einführung des A r i erp aragraph en beschlossen. Daraufhin wandten sich die jüdischen Mitglieder der Vereinigung mit einer Beschwerde an den Gesamtveriband der Blindenvereine Österreichs, der nunmehr wie folgt entschieden hat: Die Vereinigung der blinden Musiker wird auf gef ordert, bis zum 20. Juni 1937 die Einführung des Arier Paragraphen aufzubeben, ansonsten die Ver einigung für aufgelöst erklärt wird. Schadchen gesucht Zuschriften unter „Seriös" an Administration des Blattes die Die Jaden in Australien Selten dringt zu uns eine Kunde über die Juden in Australien, wo es eine nennenswerte jüdische Gemeinschaft gibt. Ungefähr 23.000 Juden leben in Australien. In Sidney leben 10.000 Juden, in Melbourne 9000, in Adelaide 500, in Brisbane 400, in Perfch 2000 und die übrigen zerstreut im Lande. Die älteste Gemeinde ist Sidney. Sie wurde 1821 gegründet. Als nächste Gemeinde entstand im Jahre 1844 Melbourne. Auch die jüdischen Zwerggemeinden bemühen sich, ein jüdisches Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. In Broken Hill zum Beispiel, das 400 Meiden von Adelaide entfernt liegt, leben nur zehn jüdische Familien. Trotzdem unterhalten sie eine kleine Synagoge und beziehen Koscherfleisch von Sidney. Dabei fährt man von Sidney nach Broken Hill 24 Stunden mit der Bahn. Größere Gemeinden besitzen Volkshäuser, so Melbourne das Monash-Haus und Sidney die Makkabi-Halle. In verschiedenen Städten gibt eß orthodoxe Minjanien. Gefährlich wird, insbesondere in den reformierten Gemeinden, die Zunahme der Mischehen. Basel—Paris—Riviera sind die Etappen der Gesellschaftsreise, die der Kiluib „Erez Israel“ in der Zeit vom 1. bis 15. August durchführt, und die den Besuch des Zionistenkongresses, der Pariser Weltausstellung und einen Badeaufenthalt Vorsicht. Im Preise von S 299.— ist die Fahrt Wien—Wien, Schnellzug 3. Klasse, die Verpflegung, beginnend mit dem Nachtmahl in Basel und endigend mit dem Mittagessen an de®. Riviera, Gepäcktransporte von und zu den Bahnhöfen, Trinkgelder und sonstige Abgaben inbegriffen. Gegen Aufzahlung von S 60.— kann der Aufenthalt an der Riviera um eine Woche verlängert werden. Für rituelle Verpflegung ist gesorgt. Da in einem späteren 'Zeitpunkt die Besorgung erstklassiger Hotelzimmer, vor allem in Paris, auf Schwierigkeiten stieße, ist baldigste Anmeldung erwünscht. Auskünfte und Anmeldungen täglich zwischen 12 und 1 Uhr im Zionistischen Landesverband, 1., Marc-Aurel-Straße 5, Toi. U 22-2-11. Dem Berufe nach gehören die Juden Australiens hauptsächlich dem Kaufmannsstande an. Es gibt, aber auch viele Handwerker und Angehörige akademischer Berufe. Viele Juden haben bereits hohe Stufen auf deT sozialen Stufenleiter erklommen. Es gibt unter ihnen hohe Richter und Beamte, so zum Beispiel Sir Isane I sau es, der es bis zum Generalgouverneur von Australien brachte. Der Stolz der australischen Juden aber ist General Sir John Monasb der im Weltkrieg einer der fähigsten und erfolgreichsten Generäle in der englischen Armee war. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimiiimiinniiininmiiiiiiiiiniiiimiiniiiiiiiiiiiuiinniiiimiiniininiimm» Acldün.%! Die Schekalim müssen, spätestens am 1. Juni bis 8 Uhr abends im Büro des ZionA~ stiscJien Landesverbandes abgerechnet werden. Benützt die letzten Tage zu intensiver Sohekelarbeit! Rechnet rechtzeitig am 1. Juni ab, sonst schädigt ihr die Schekelkäufer1 <iititiiiiitiiiiiiiiimnininimmn»iiiimniiiiimimiinn)iiiniiiiiiiiiiiiimiiiiimiiniimniimn)ninniT> Szalasys Verurteilung Budapest, 23. Mai. (JTA.) Der Führer der in der aufgelösten Partei dies Nationalen Willens konzentriert gewesenen radikalen Antisemiten, Major a. D. Fran® S z alaßy, der wegen Vorbereitung des Putsohes in Fräventdvhaft genommen, später aber wieder aus der Haft entlassen worden war, hatte sich neuerdings als Angeklagter vor dem Strafgerichtshof in Budapest zu verantworten. Szalasy hatte am 13. März 1937 eine Flugschrift veröffentlicht, die vom Staatsanwalt beschlagnahmt worden war. In der Flugschrift wird das Programm der von S®alasi gegründeten Partei des Nationalen Willens erörtert. Es werden die üblichen antisemitischen Ausfälle wiederholt. Man müsse den Juden die Macht entreißen. Der Parlamentarismus, der Marxismus und die Freimaurerei, seien die Waffen des Judentums, diese müssen vernichtet werden. Auf Grund dieser Flugschrift erhob die Staatsanwaltschaft gegen Szalasy die Anklage wegen konfessioneller Aufreizung und wegen Vergehens des Umsturzes. Im Verlauf des Verhöres erklärte Srnlasy, sein Lebensziel sei die Verpflanzung der Ideen des Nationalsozialismus auf ungarischen Boden. Er beharre auf dem, was er gesagt und getan habe und hoffe, daß sein Volk seine Vorschläge bald aufgreifen werde. Szalasy wurde wegen Vergehens der konfessionellen Aufreizung zu einemMonat Gefängnis verurteilt. Von der Anklage des Umsturzes wurde er fredgesproohen. In der Urteilsbegründung stellte der Gerichtshof fest, daß die Ausdrücke „Fäulnis, gemein, gott- und vaterlandsf eindilidh.. geeignet seien, den Haß anderer Konfessionen gegen die Juden zu erwecken. Eine Schmähung der ungarischen Nation .liege hingegen nicht vor, weil alle schmähenden Ausfälle gegen die Juden gerichtet seien, und diese Ausführungen nicht geeignet seien, das Ansehen der ungarischen Nation zu schmälern. Mitteilungen des Baale Mlkzoah Montag, den 31. Mal, um M8 Uhr albends, findet im Saale des Zion. Landesverbandes für Österreich, Wien, I., Marc-Aurel-Straße Nr. 5, die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Ansprache des Delegierten des Landeskomitees im Verbände, dee Präsidenten der Palästina-Amtskommiiesion, D r. Leon Preis, über Aiijah und Handwerkerverband. — 2. Bericht des Vorstandes. — 3. Erteilung des Absolufcoriums. — 4. Wahl des neuen Vorstandes und dee Ausschusses. — 5. Festsetzung der Mitgliedslbeiträge. — 6. Eventuelles. Die Mitglieder werden aufmerksam gemacht, daß Anträge 8 Tage vor der Generalversammlung beim Vorstand einzubringen sind. Die Generalversammlung ist beschlußtrig, wenn ein Drittel der Mitglieder anwesend ist. Ist diese Zahl nicht erschienen, findet 1 Stunde später eine neue Generalversammlung statt, welche ohne Rücksicht auf diie Anzahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig ißt. Erscheinen zur Generalversammlung Ist Pflicht! Zutritt haben nur Mitglieder des Vöribandee „Baalo Mükzoah“. Der Vorstand,

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