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Die Stimme · 1937-05-20 · Heft 644 (20.5.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 644 (20.5.1937)
Date
1937-05-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite v DU STIMMI Wien, Donnerstag, 20. Mai 1037. — Nr. 644. Jüdische Kulturstelle I., Franz-Josefs-Kai 3, Tel. R 28-2-36 Jüdisches Kulturtheater. Täglich, 20 Uhr: „Jud Süß". Sonn- und Feiertags-Nachmittagsvorstellung von ,.Jud Süß“, bei kleinen Preisen. Beginn 15.30 Uhr. Sektion für bildende Kunst. Sonntag, 23. Mai, 10.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung des Malers Erwin Singer in der Jüdischen Kulturstelle. Anschließend: Besprechung der Interessenten für die Pariser Reise. Jüdische Volkshochschule. Hebräisch- und Englischkurse. Vorträge über Jüdisches Brauchtum und jüdische Kulturgeschichte. Jüdische Leihbücherei. Neuerscheinungen, Judaica. Kinderbücher. Jeder Jude zahlt als Stamm-Mitglied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. JÜDISCHER SPORT DIE KINDER-STIMME REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD Das Internationale Meeting des W. A. C, Unter starker Beteiligung aus dem In- und Ausland führte der Wiener Athletik-Sportklub sein großes leichtathletisches Meeting durch, das sehr guten Sport brachte und bei dem die Hakoah gilt abschneiden konnte. Leider war uns an diesem Tage das Glück nicht hold, denn einige Konkurrenzen gingen ganz knapp für die blau-weißen Farben verloren. So da-s Hochspringen für Damen, bei dem Gerda G o 111 i e b trotz der ausgezeichneten Leistung von 1.5 Meter in Folge einer Regelunkenntnis nur den zweiten Platz zugesprochen erhielt, da ihr nicht bekannt war, daß bei gleicher Höhe jetzt die Zahl der Versuche für den Sieg aus schlaggebend ist. Über 200 Meter wurde K ön i g in 22.4 Sekunden um Brustbreite ge schlagen; Kalb, der in wahrem Klubgeist dem besseren Mann die Innenbahn überlassen hatte, wurde in 23.1 Sekunden Vierter. Auch über 4X100 Meter hätte es einen blau-weißen Sieg geben können, wenn die zweite Übergabe besser geklappt hätte. So reichte es aber nur auf den dritten Platz in der sehr guten Zeit von 44.3 Sekunden. Die Hakoah, die in der Aufstellung Günsburger, König, Deutscher und Kalb lief, war ihren Gegnern, die 44 Sekunden liefen, zumindest ebenbürtig, doch scheint der Stabwechsel zu wenig traf niert worden zu sein. Über 4X1500 Meter gelang es den Hakoahnern den seit Jahren be stehenden Rekord um zwei Sekunden zu unterbieten; leider hatten sie auch hier das Pech, das gleichzeitig eine noch bessere Mannschaft — die des W. A. C. — mitging und das Rennen machte. Eine Genugtuung für die Blau-Weißen mag es sein, daß sie ihre vier Läufer — Feuer, Blödy, Beck und Kaiser — selbst herausgebraoht haben, während der W. A. C. seine Leute meist schon als fertige Athleten von anderen Vereinen übernahm. Wenn Blödy etwas besser in Form gewesen wäre, hätte es aber trotzdem anders kommen können, da dann auch Beck und Kaiser besser gelaufen wären. Der erste Mann, Erich Feuer, lief die relativ beste Zeit von 4 : 20, Blödy benötigte 4 :12, Beck 4 : 22 und Kaiser 4 :15. Mit dieser Leistung von 17:09 Minuten wurde eine neue M a k k a b i - Bestie i s t u n g erzielt. Wieder drei Bar-Kochba Rekorde! Die Preßburger Schwimmer der B a r- K o c h b a, sind derzeit in einer derart wunderbaren Form, daß es ihnen Woche für Woche gelingt, neue tschechische Bestleistungen aufzustellen. Bei der Eröffnung des neuen Bades in Trentschin-Teplitz, fielen wieder drei Rekorde, und zwar verbesserte Frucht die Bestleistung über 400 Meter auf 5:12.9 Min., Baderle holte sich die 100-Metor-Rücken in 1:12.2 Min. und die Staffel erzielte über viermal 100-Meter-Crawi die neue Rekordzeit von 4:15.4 Min. Auch sonst waren die jüdischen Schwimmer sehr erfolgreich. A b e 1 e s z wurde in 2:56 Min. Zweiter über 200-Meter- Brust hinter Fabian (Ungarn, 2:53) und der Jugendmann Körpner wurde über 100-Meter-Brust in 1:25 Min. Erster. Die tschechoslowakische Nationalmannschaft im Wasserball trat gegen Wasserfreunde (Hannover) an und unterlag 5:4. Beck (Hagibor-Prag) und Dok: tor Steiner (Bar-Kochba) erzielten je zwei Tore. Dr. S. Frankl ordiniert in Bad LuhaSov i c e (CSR) von Mai bis Oktober. Zum Silberputzen kaufen Sie die feinste Putzpasfca. Mit Recht wählen Sie das feinste und beste Putzmittel, damit das Silber blank und glänzend wird und trotzdem nicht den leisesten Kratzer davonträgt. Silber ist kostbar, aber noch kostbarer sind Ihre Zähne. Auch diese sollen glänzen in ihrem schönen Elfenbeinschmuck, mit ihrem wunderbaren Schmelz. Wählen Sie auch für Ihre Zähne die richtige Pasta, die gründlich reinigt, ohne den Schmelz der Zähne zu beschädigen. O D O L ■ Zahnpasta ist das feinste Pulver in Pastaform. Nur eine solche Pasta erfüllt die Anforderungen, die Sie an ein ideales Zahnreinigungsmittel stellen können. ODOL-Zabnpasta wirkt außerdem erfrischend und belebend. ODOL-Zabnpasta wird erzeugt, nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der zahnärztlichen und pharmakognostischen Institute der Universität Wien. wir aus Orangenernte, das Platzmangel nicht bringen Hier habt ihr das hebräische Original von j jedoch seine liebliche, glockenreine Stimme; aber von ihr sprach kein Mensch. Früher hatte Peter Krämerlehrling werden wollen, um Herr zu sein über getrocknete Pflaumen und Streuzucker; jetzt aber wußte er, daß es etwas weit Herrlichere« gäbe, und da« war „in Simsons Geschichte zu kommen und Ballett zu tanzen“. Und so lange bettelte und quälte er, bi« endlich Großmutter eines Tage« mit ihm zum Ballettmeister hinaufging; der war ein gar feiner Mann und hatte sein eigen Haus, genau so wie der Großhändler. Ob Peter einmal dasselbe erreichen würde? Peter kam zum Ballettmeister und erkannte ihn augenblicklich wieder: das war ja Simson; seine Augen hatten durchaus nicht durch die Philister gelitten. Das war ja auch nur Komödienspiel, wie er wußte. Und Simson blickte ihn milde und freundlich an, sagte, er solle sich gerade halten, ihn ordentlich ansehen und ihm seine Fußgelenke zeigen. Peter zeigte den ganzen Fuß und das Bein obendrein. „Nun sei er beim Ballett angestellt!“ sagte die Großmutter. Alles war leicht in Ordnung gebracht. Aber schon vorher hatten sich Mutter und Großmutter mit andern Leuten beraten: Mit der Frau de® Großhändlers, in dessen Hause sie wohnten und mit Jungfer Frandsen, die selbst in jungen Jahren beim Ballett gewesen war. „Die Theaterkarriere ist herrlich“, sagte Jungfer Frandsen. „Aber dornenvoll und die Schikane gedeiht in ihr! Die Schikane!“ Dies Wort verstand nun Peter gar nicht, aber die Zeit kam schon noch, wo auch er es verstehen würde. Vorläufig bekam er jetzt in der Tanzschule Sommerkleider und dünnbesohlte Schuhe, um recht leicht zu sein. Er mußte viele Übungen machen, aber es wurde ihm nicht so schwer, wie den meisten andern. Der Ballettmeister streichelte ihn und sagte, er solle bald im Ballett mit auf treten. Ein Königskind solle er vorstellen, das auf den Schild gehoben wurde und eine Goldkrone aufbekam. Zur Aufführung kamen Mutter und Großmutter hin, um den kleinen Peter in seinem Staate zu sehen; und sie sahen ihn und weinten alle beide, obgleich es doch sehr erfreulich war. Die kleinen Kameraden, die Tanzkinder, waren nicht alle so gut, wie sie eigentlich hätten sein sollen, obgleich sie oft als Engel mit Flügeln auf dem Rücken umbergingen. Da war ein kleines Mädchen, Malle Knallerup, die immer, wenn sie als Page gekleidet war, und Peter ebenfalls als Page vor ihr ging, ihn auf den Knöchel trat, so daß es auf den Strümpfen zu sehen war; dann war ein böser Bube dort, der ihn immer eine Stecknadel ins Hinterteil steckte und eines Tages sein Butterbrot aufgegessen hatte, aus Versehen, aber das war ja unmöglich, denn Peter hatte Frikandelle auf seinem Butterbrot, und der andere Junge hatte nur das trockene Brot; man konnte eich also gar nicht irren. Es wäre gar nicht möglich all die Ärgerlichkeiten aufzuzählen, die Peter während der ersten zwei Jahre durchzumachen hatte, U r i - M u r i s vorigesmal konnten. Wer von euch schon einige hebräische Kenntnisse hat, wird beim Lesen ein Vergnügen haben. ,3i&n 'jn \*t ri - 'tti- »*|lnn ta R>ijta Mr ta djö rjh tjri — njiajfa — idj nr un — «n taR (2 v 1 T- T"I — omn ’*ur riR yta v -r .övntt* .jrh# .yp& jiwta tan ..tmdms an jjpaa (3 »•nal» R'aan fl» uteö T * T" : T ” njöl $D13 — DnnB.ni Vimbd dr t s *|R3 mfA ijk. (4 — «nf> ta üeaa an 'tt:* v x*x *nUR D'3 D?1y? R*? T T” r : ■hwr vsiry nana *..u T .; - T- - T?)1D ta *)1d VlRlU njn. (5 .sjlnn ta njyan dm JÜDISCHE*» KALENDER 21. bis 27. Mai 1937. 11. bis 17. Slwan 5697 Freitag (21.) Sabbath-Elngang 7§£ Samstai (22.) Sabbath-Ausgang 8?<> Wodienabsdinitt: Nasso «ikö 31b ni ,'jr mton : v :t ♦niayS oge nw* tarnt .D'm nrtß pnta (6 •T: "T »TT«*" .anifinn p'b pr «ntin D'j?ttj?3n njn ♦D'pmö^ .tjr3 T'TJT mraDnmimiminnmnnntimmmiimnmmimmimiimilümnmniiimiiniinnmmBmiianmTip (Nachdruck verboten.) Hans Christian Andersen und die Juden (Aus einem demnächst erscheinenden Buch: „Juden im Spiegel nordischer Dichtung“ von Lilian Grünwald.) Glückspeter (1. Fortsetzung.) Peter war ein Glüokspeter. Und er hatte einen Paten, der war auch ein Glückspeter, obgleich er gar nicht Peter hieß. Er gewann nämlich auf ein Los, das er zusammen mit elf andern spielte, zweihundert Reichstaler in der Lotterie. Sofort schaffte er sieb einen besseren Anzug an und fühlte sich wohl darin. Das Glück kommt nun aber niemals allein, es bringt auch immer ein Amt mit, und das tat es hier. Der Pate gab seinen Mistwagen auf und ging zum Theater. „Als was denn?“ „Als Maschinist.“ Und das war nun wieder für Peter ein Glück: er durfte ins Theater kommen zur „Generalprobe“, und es kostete gar nichts und war doch genau so schön wie am Abend, wo die Leute bezahlen müssen, usm all die Herrlichkeiten zu sehen. Es wurde gerade ein biblisches Ballett gegeben: „Simson“. Die Philister tanzten um ihn her, und er riß das ganze Haus über sich und ihnen zusammen; aber es waren sowohl Spritzenleute, wie eine Spritze zur Stelle für den Fall, daß ein Unglück geschehen sollte. Peter hatte noch nie eine Komödie gesehen, geschweige denn ein Ballett. Er kam ganz außer sich nach Hause. Alles mußte er erzählen, und es war nicht möglich, Ihn ins Bett zu bekommen; er stand auf einem Bein und legte das andere Bein auf den Tisch; das hatten Simsons Frau und all die andern Jungfrauen auch gemacht. Er ging in die Tretmühle um Großmutters Stuhl und wälzte zwei Stühle und ein Kopfkissen über sich, um zu zeigen, wie der Tanzsaal zusammengesetzt sei. Er zeigte es, ja, er gab es sogar mit voller Musik; die gehörte dazu, denn im Ballett war kein Wort gesprochen worden. Er sang hoch und tief, mit Worten und ohne Worte; es war j*ar kein Zusammenhang darin, und es war doch wie eine ganze Oper, Das Merkwürdigste von allem w&r und das Schlimmste war noch nicht einmal passiert, das stand noch bevor! Es wurde ein Ballett aufgeführt „Der Vampir“; in diesem waren die kleinsten Tanzkinder als Fledermäuse gekleidet; sie hatten graue gestrickte Kostüme an, die ganz eng am Körper saßen; von den Schultern breiteten sich schwarze Florflügel aus; die Kleinen sollten auf den Fußspitzen laufen, als wenn sie so leicht wären, daß eie flögen, und dann sollten sie auf der Erde umherscimurren. Dies konnte besonders Peter sehr gut; aber seine Hose und Jacke — sie waren aus einem Stück und alt und mürbe — hielten diese Anstrengung nicht aus, so daß er gerade, als er vor den Augen der versammelten Zuschauer umberschnurrte, hinten auseraanderplatzte, vom Nacken angefangen bis dahin, wo die Beine herauswachsen, und sein ganzes, kurzes, weißes Hemd zum Vorschein kam. Alle Menschen lachten, Peter hörte es und wußte, daß er hinten geplatzt sei; er schnurrte und schnurrte, aber um so schlimmer wurde es. Die Leute lachten immer lauter und immer lauter; die andern Vampire lachten mit; es fing an, auch in seinem Kopf zu schnurren, . und am allerschlimmsten wurde es, als die Menschen klatschten und Bravo riefen. „Das ist für den geplatzten Vampir!“ sagten die Tanzkinder, und von nun nannten sie ihn immer den „Geplatzten“. (Fortsetzung folgt.) Rätselecke Rätsel aus Palästinakunde. Wie heißt dieses Tier und diese Frucht, und an welchen Orten werden sie hauptsächlich ge* züchtet? * Auflösung des PaJästinaikunderätsel»: Name: Orange. ö'ÜBfl Ort: Pätach-Tikvah. fTljJfWTflfi LILIAN GRÜNWALD: Nachdruck verboten. Wir spielen und lernen ein wenig HebrSisdt 21. Spiel: Schwarze Kirschen, rote Kirschen WjySH Zwei Kinder verabreden, ohne daß es die andern hören, welches von beiden die schwarzen, welches die roten verkauft und was diese Wirklichkeit bedeuten sollen, zum Beispiel die roten: Ohrfeigen, die schwarzen: Küsse usw. — Sie fragen nun jedes Kind: Welche Kirschen willst du? Rote oder schwarze? Welche Kirschen willst du? (wei'bl. F.) Schwarze oder rote . Ich will schwarze . . Ich will rote , , . Gib mir rote . , .! Gelbe*) Weintrauben Rote Weintrauben . Orangen . . . Granatäpfel . . . .? Ejsäh duwd’waniot atta roziili? At rozah . . .? Aduramot o sch’chorot . . .? Ani rozäh (rozah) sch’chorot . . Ani rozäh (rozah) adummot . , , Ten (t’ni) li adummot! Anawim k’tummim . . , Anawim adummim . ,, Tappusim . . . Rimmonim . .,?nstii npiR nüjMan npR V T“ *T» X \ V?nsHi m mür T X- *T X X \ V « 1K fi1t5*lR X \-i nMntf «uHd nyli sjr x T V ** nlttlR (flfift) '3R1 V« T t -i- .»nittiR 03m in \-x ‘j i» D'ttM Ö'3Jy V * T1» D'ttIR D'3Jy \*1 T*X O'nfip DWtt*l Jedes Kind wählt nun nach seinem Geschmack. Die rot wählen, stellen sich in eine Reihe gesondert von denen, die schwarz gewählt naben. Nachdem eich nun jede« enL schieden hat, teilen die Kirschenverkäufer ihre eigentlichen Gaben aus. :,!) Es können natürlich andere Früchte, siehe oben, oder GegonetJUide genannt isnsAeOi

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