Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 644 (20.5.1937)
- Date
- 1937-05-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(Wien, Donnerstag, 20. Mal 1087, •— Nr, 844. DÜ tTIMMI Seit« 3 BAD ISCHL Pension Lehiter ^3 pTlttH P pTlöb Streng rituelle Küche mit eigenem Schflchter Großer schattiger Garten, schöne Balkons, erstklassige Küche Voll« Pension von 7 bis 10 S pro Tag Ausk.: Wien, IX., Olasergasse 4a/5, Tel. A10-9-72 (1-3) Heim für verwahrloste Kinder bei Nahalal Tel-Aviv, 14. Mai. (JTA.) In Tel-Aviv fand eine Konferenz der Vertreter sämtlicher jüdischer Stadtverwaltungen Palästinas statt, auf der insbesondere die Frage der Errichtung von Heimen für verwahrloste Kinder erörtert wurde. An der Konferenz nahm auch Miß Henriette S z o 1 d teil. Sämtliche Redner wiesen darauf hin, daß das bereits bestehende Heim (in der Nähe des Geländes der Levante-Messe in Tel-Aviv), das Platz für 42 Kinder bietet, in keiner Weise den Anforderungen entspricht, die an derlei Anstalten gestellt werden müssen. Es wurde beschlossen, auf dem Boden der landwirtschaftlichen Versuchsstation bei Nahalal ein neues Heim zu errichten, welches Raum für 100 verwahrloste Kinder bieten soll, die dort die nötige Erziehung genießen und die landwirtschaftliche und gewerbliche Ausbildung erhalten sollen. Von den zur Realisierung des Projektes notwendigen 10.000 Pfund hat der Verband der Jüdischen Gemeindeverwaltungen Palästinas sowie der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) je ein Viertel zur Verfügung gestellt. Die restlichen 5000 Pfund sollen durch eine Subvention der Regierung aufgebracht werden. Gemeifiidewahlen in Lemberg: Zionistische Mehrheit Warschau. 14. Mai. (JTT.) Am 9. Mai fand die Neuwahl der Vertretung der Jüdischen Gemeinde Lembergs statt. Von den 30 Mandaten erhielten die Allgemeinen Zionisten 16, der Bund 5, die wirtschaftlichen Gruppen 3. Agudah und Beizer Chassadim 2 und Hitachdut-Poale Zion und Kleinhändlerverband je eines. Wirtschaftsverkehr Österreich-Palästina In dein ersten drei Monaten 1937 betrug dio Ausfuhr, nach Palästina S 1,077.000, hievon Fertigfabrikate S 969.000. Die Einfuhr au« Palästina betrug S 242.000, hievon als Hauptpost Nahrungsmittel S 181.000, so daß das Verhältnis 1:4'5 betrug. Der Export nach Palästina hat sich im März 1937 gegenüber dem Vormonat verdoppelt. Es ist daher anzunehmen, daß auch weiterhin eine Erhöhung des Exports erfolgen wird. Die Einfuhr aus Palästina weist in der Position Orangen mit rund 50 Waggon eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahre auf. Auch diie Einfuhr yon .Cra/pe-fruit zeigt eine Erhöhung. Das Begräbnis Rabbi Spiras Mukafievo, 18. Mai. (JTA.) Mittwoch fand in Mukaöevo das Begräbnis des Rabbi Lazar Spira statt. An dem Begräbnis nahmen Zehntausende orthodoxer Juden aus ganz Karpato-Rußland und der Ostslowakei teil. Bin Sonderzug brachte eine starke Delegation aus Ungarn. Für das Landesamt nahmen in offizieller Eigenschaft an dem Begräbnis der Vertreter des Laudesvizepräsidenten Regierungsrat Dr. Beski sowie mehrere Beamte, der Bezirkshauptmann von Mukaßevo, Vertreter der Garnison von Mukaßovo und etwa 50 Rabbiner teil. Vor dem Sarg wurde sein Testament verlesen, in welchem Rablbi Spira das Judentum zur Eintracht und. zur Loyalität gegenüber dem Staate ermahnt und den Wunsch auespricht, daß auf seinem Grabstein nur die einfache Inschrift „Lazar Spira, der bekannto Rabbi“ angebracht werde. Der älteste anwesende Rabbiner, der 77jährige Rabbi Weiß aus Sevlus, hielt am Sarge eine Trauerrede und vollzog die Trauerzeremonien, worauf der Sarg in Begleitung einer nach Zehntausenden zählenden Menge von Trauergästen durch die Stadt, in deren Straßen die elektrischen Lampen brannten, auf den Israelitischen Friedhof getragen wurde. Die Arbeit des Keren Ka}emeth Pe88ach-Aktlon. “ Sämtliche Gesinnungsgenossen und Gruppen, die sioh noch im Besitze von Samraelbögen der Pessach-Aktion befinden, werden hiermit dringendst gebeten, dieselben umgehend zusammen mit dem Ertrag und der eigenen.Spende dem Büro des KKL. zurttckzustellen. Sefer Hajeled des Keren Kajemeth. H e r b e r t S e i n f e 1 d anläßlich seiner Bar Mizwah; Michael Johuda Spiegel anläßlich seines 2. Geburtstages durch 'seine Großmutter Frau Sabine Paßweg; Simon Hugo Brummer anläßlich seiner Bar Mizwah durch die „WJZO“ II. Bisher wurden in .Österreich 56 Sefer Bajeled-Eintragungen durohgeführt. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. M e n- ’d e 1 Singer durch „Binjan Haarez“ (Nr. 677); Reue« Guglk-Willy Zelig* Sons durch dh Hoofceedtsgäste (w* ß7S)> Um Abdul Hamids Palästina-Besitzungen Jerusalem, 17. Mai. Ein Prozeß mit weitreichenden Folgen wiird morgen vor dem Jerusalemer Gerichtshof beginnen. Dio Erben des Sultans Abdul Hamid erheben Anspruch auf die früheren türkischen Staafeländcrcien, die bereits vor dem Kriege von der Regierung’ der Jungtürken verstaatlicht worden waren. Der Prozeß bildet einen Präzedenzfall, dessen Resultate Millionen Dumm Boden in Palästina, Syrien und Irak, sowie die DHeJder von Moesul betreffen. Die Staatsanwälte von Palästina und Syrien werden ftir ihre Regierungen erscheinen, während ein besonderer Rechtsberater des Auswärtigen Amtes aus London cingetroffen ist. Der jüdische Anwalt Dr. W e i n e o h a 11 vertritt die Kläger. KURZE NACHRICHTEN Lord und Lady Melchett in New York. Aus New York wird gemeldet: Lord und Lady Melchett sind aus Südamerika in New York eingetroffen und wurden vom Bürgermeister La Guardia und den zionistischen Führern begrüßt. Lord Melchett sprach seine Freude über den Fortschritt des Zionismus in Südamerika aus. 100.000 Dollar für die Universität im Exil. Aus New York, wird gemeldet: Die fMcws-LMtauer-Stiftung spendete 100.000 Dollar für die Universität im Exil. Die Universität im, Exil, an der am Deutschland vertriebene Professoren, meist Juden, ihre wissenschaftlichen Arbeiten fortsetzen, wurde im Jahre 1933 gegründet. Arthur Koestler au« dem Franco-Gefängni« entlassen. Aue Paris wird gemeldet, daß der Journalist und Schriftsteller Arthur Koestler, der einige Monate lang in Malaga von den Franco-Behörden gefangengehalten wurde, in Gibraltar im Flugzeug eingetroffen ist. Er wurde gegen einen weiblichen Gefangenen der Valencia-Regierung ausgetausoht. Neue Schiff8linle Konstanza—Haifa. Aus 24.000 Pfund. Nach Abzug der Steuern und der Amortisationsquote verblieb ein Reingewinn von rund 8000 Pfund. Die Gesellschaft geht daran, die Anlagen zu vergrößern. Klagen der Pardeßbesltzer. Die große Zunahme der Orangen Produktion — in diesem Jahre wurden über 10 Millionen Kisten, das ißt beinahe das Doppelte der vorjährigen Menge, exportiert — bereitet den interessierten Kreisen manche Sorge. Es müssen neue Absatzmärkte erschlossen werden, wofür in erster Linie die Wahrung erstklassiger Qualität Voraussetzung ist. In dieser Hinsicht ist im letzten Jahre, wo die Haltbarkeit der Früchte ohnehin unter der Fäule litt, vielfach gesündigt worden. Während die meisten jüdischen Pardeßbesibzer am einer strengen Kontrolle der Exportware durch Regie rungisorgane geradezu interessiert sind, haben die arabischen Plantagenbesitzer durch wiederholte Streikdrohungen die Regierung gezwungen, ein Auge zuzudrücken. Die Folge war, daß große Mengen der exportierten Früchte schon während des Seetransportes verdarben und in solchen Fällen die erzielten Preise kaum die Gestehungskosten deckten. Wenn man bedenkt, daß in jedem Lande, auch in England, ein hoher Zoll auf Orangen eingehoben wird und daß die palästinensische Regierung ihrerseits sogar das für die Herstellung der Vereandkisten emgeführte Holz verzollt, versteht man die Klagen der Pardeßbesibzer, die jüngst beschlossen haben, zum Zeichen des Protestes vor dem Palaste des Hochkommissäre zu demonstrieren. Bukarest wird gemeldet: Zwischen Konstanza und Haifa wurde eine neue Schiffslinie eröffnet. Den regelmäßigen Verkehr versehen einstweilen zwei Schiffe mit 18.000 und 20.000 Tonnen. Viscount Herbert Samuel. Aus London wird gemeldet: Anläßlich der Krönung König Georgs VI. wurden an eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten Ehrentitel verliehen. Der ehemalige Innenminister und Führer der Liberalen und gewesene Iligh Commissioner für Palästina Sir Herbei;! Samuel wurde zum Viscount ernannt. Dieser Rang entspricht ungefähr dem eines Grafen. Dubnow-Jubiläumsband der historischen Schriften des Jiwo. Aus Warschau wird gemeldet: Anläßlich dee 75. Geburtstages Simon Dubnows hatte die historische Sektion dee Wilnaer Jiddischen Wissenschaftlichen Institute (JIWO) beschlossen, unter der Redaktion von E. Tscherikower einen Band jüdischer historischer Schriften herauszugeben. Dieser Jubiläumsband ist nunmehr fertiggestellt werden und wird in Fachkreisen als eine bedeutsame Neuerscheinung auf dem Gebiete jüdischer Geschichteschreibung gewertet. Es ist der zweite Band der historischen Schriften der JIWO. Der im Jahre 1929 erschienene erste Band ist seit langem vergriffen. Ein dritter Band, der Material zur Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung biß zum Jahre 1897 enthalten soll, ist in Vorbereitung. Dreyfus-Straßen in französischen Städten. Aus Paris wird gemeldet: Die Städte Mühlhausen und Croenee haben wichtige Straßen nach Kapitän Alfred Dreyfus benannt. Der palästinensische Fischfang. Au« Jerusalem wird gemeldet: Das ßtatiistisohe Monatsbulletin für März gibt dio Menge der im Februar in Palästina ausgeladenen Fieohe mit 8,111.249 kg an. Im Jänner wurden 230.142 kg, Jan Dezember 1986 210.305 kg und im September 43.130 kg Fißcho an Land gebracht. Mehr als die Hälfte der im Februar nach Palästina gebrachten Fische, nämlich 164,410 kg, wurden von ausländischen Fischern geliefert. Die palästinensischen Fischer hatten 146.836 kg auf den Markt gebracht. Die Entwicklung des einheimischen Fischfanges ist daraus zu ersehen, daß vom Oktober 1935 bis zum März 1936 769 Tonnen Fische geliefert wurden, in dem gleichen Zeitraum 1906 bis .1937 aber bereits 1157 Tonnen. 106 Prozent Dividende der Anglo-Pale- 8tine-Bank, Aus London wird gemeldet: Der Aufsdchtsrat der Anglo-Palestine-Bank hat beschlossen, für das Jahr 1986 eine Dividende in der Höhe von 10‘6 Prozent zur Verteilung zu bringen. Die Bierbrauerei ln Rischon. Die mit einem Aktienkapital von 50.000 Pfund gegründete Bierbrauerei in Rischon Lezion veröffentlichte den Rechenschaftsbericht über da« erste Geschäftsjahr. Der Konsum übertraf — wohl dank dem im Land« stationierten Militär — ate Eawarbuiugen, De® Bruttogewinn betrug Prof. Jechiel Grünfeld gestorben. Aus Tel-Aviv wird gemeldet: Hier ßtarb im Alter von 76 Jahren der bekannte Gelehrte und zionistische Führer Prof. Jechiel Grünfeld. Der Verstorbene stammte aus Beßarabiem und war einer der aktivsten Zionisten im alten Rußland. Prof. Jechiel Grünfeld, der ein hervorragender Mathematiker und Philologe war, hat eine Reihe von1 Schriften Albert Einsteins ins Hebräische übersetzt und unzählige wissenschaftliche Bezeichnungen in hebräischer Sprache geschaffen. Er war auch einer der rührigsten Führer des „Waad Halaschon“ (Sprachkonnnission), deren Sitzungen seit seiner Erkrankung vor zwei Jahren an seinem Krankenbett stattzufinden pflegten. Prof. Louis Elsenmann gestorben. Aus Paris wird gemeldet: Am 14. Mai starb in Paris im 68. Lebensjahr der hervorragende Slawist Prof. Dr. Louis Eisenmann, Inhaber des slawistischen Lehrstuhls an der Pariser Universität und Direktor des Institut Frangais Ernest Denis in Prag. Louis Eisenmann wurde 1869 in Hagenau geboren, 1905 wurde er Professor an der Universität Dijon, seit 1922 lehrte er slawische Kulturgeschichte in Paris und war zugleich Generalsekretär des Instiuts für slawische Wissenschaften an der Universität Paris. Mit dem Präsident-Befreier T. G. Masaryk und dem Präsidenten der Republik, Dr. EduaTd Benes oh verband ihn herzliche Freundschaft. Aus Anlaß seines Ablebens kondolierte der Außenminister der Tschechoslowakei Professor Dr. Kami! Krofta der Witwe Prof. Eisenmanns und dem Rektor der Pariser Universität, Obarlety. Eisenmann war Jude. Erziehung!- und Haushaltungskräfte Austausch und «u pair werden In England gut unterbracht Aunkttnfte t Anglo International Office, Wien, f„ Tuchlauben 13/16 Der Mensch darf nicht hart und unversöhnlich sein, sondern er muß schwer zu erzürnen und leicht zu versöhnen sein. (Maimonides) ♦ Der Mensch findet in seiner Seele das Vermögen, innerhalb der ihm möglichen Dinge das Böse m tun und zu lassen. (Jieihuda Halevi, Kusari) * Was die lehre Israel befiehlt, hat nur den Zweck, unter Menschen gegenseitige Liebe und Frieden aufrecht zu erhalten. (Sefer ChaseMiim, 12. Jahrh.) * Man soll von seinem Nächsten immer nur das Gute sagen und auch dessen Vermögen schützen, wie man sein eigenes Vermögen schütz& (Mataoniclesä JÜDISCHES KINDER-FERIENHEIM »ATID« Spital am Semmering (820 m) Inhaber u. pädagog. Leiter: A. Taglicht Modernst - Rituell - Erstrangig Glänzende Erholungserfolge l Ständige ärztliche Kontrolle! Xntereferenien. Sekretariat: Wien, IX., SehwarsspanlerstraQe 12, Ter. A 28-3-73 Viertausend Grabsteine... Wir erhalten folgende Zuschrift eines Gesinnungsgenossen: Vor etwa sechzig Jahren wurden mehr als viertausend Grabsteine des Nlkolsburger Friedhofs von den Gräbern fortgesehafft und zu einer Umfassungsmauer aufgeschiohtet. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Kc 50.000 aufgebracht würden, um den für Familienforschung und Kulturgeschichte gleich interessanten Steinen den ihnen gebührenden Platz wieder einräumen zu können. Es müßte doch nicht schwer sein, diese gewiß nicht zu große Summe aufzubringen. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, um unersetzliches jüdisches Kulturgut vor der Vernichtung zu retten. Eine Gedächtnisfeier für Löbl Taubes wurde in der Volksbibliothek „Zion“ vom Verein Volkßbibliothck Zion und vom Klub der Freunde der Volksbibliothek Zion am 12. d. kantor Josef Sohiffmann mit einem Trauer- Esalm eingeleitet, dann ergriff Vizepräsident •irektor Wittlin das Wort, der nach einigen Begrüßungsworten über unbekannte Begebenheiten während der ersten zionistischen Tätigkeitszeit des Verstorbenen berichtete. Doktor Finkeistein hielt darauf die Gedächtnisrede. In formvollendeter Rede und in der vom Verstorbenen so heißgeliebten jüdischen Sprache skizzierte er den Menschen, Juden und Zionisten Taubes, berichtete über seine ersprießliche zionistische Tätigkeit in der vor- und nachherzlianischen Zeit, insbesondere während seiner Anwesenheit in Wien und charakterisierte ihn besonders als Fahnenträger der aufstrebenden jüdischnationalen Jugend Ostgal-iziens vor dem Kriege. Di© Nachwelt erst wird es zu schätzen wissen, was wir an diesem Menschen besessen und verloren haben. S. Haber las dann aus der Selbstbiographio des Verstorbenen vor. Sodann erhoben sich alle von den Sitzen und Oberkantor Sohiffmann brachte in einer ergreifenden Form und mit besonders klangvoller Stimme das El Mole Rachamim zum Vortrag. Zum Schlüsse teilte Direktor Wittlin mit, daß im Ausland ein Komitee gegründet wurde, das die Schriften des Verstorbenen sammeln und edieren wird. Er gelobte namens des Vereines, den Todestag des Verstorbenen von nun ab alljährlich in würdiger Weise zu feiern. Der Hebräertag Auf dem Jom Haiwrim, den die Histadruth Iwrith einberief, klagte Präsident Dr. Dawid R o t h b 1 u m, daß außer in Palästina und in Deutschland in der hebräischen Bewegung keine wesentlichen Fortschritte zu verzeichnen seien, weil die zionistische Weltorganisation die der Bewegung in Aussicht gestellte Unterstützung nicht verwirklicht habe. Auch in Österreich lasse das Verständnis für die hebräische Arbeit noch viel zu wünschen. Prof. Gelernter referierte über Probleme der hebräischen Jugenderziehung in Wien und gedachte der großen Aufgaben, die die hebräischen Lehrer auf diesem Gebiete zu lösen haben. Nach einem Referat Dr. Chaim T a r t a k owers über den hebräischen Büchermarkt im abgelaufenen Jahre kritisierte M. UngeTfeld in ausführlichen Auseinandersetzungen die Haltung der zuständigen Wiener jüdischen Stellen gegenüber der hebräischen Erziehung, worauf eine Resolution angenommen wurde, in der die Rultusgemeinde ersucht wird, die hebräischen Lehrer in ihren Beamtenkörper einzureihen, einen Inspektor für die unter Aufsicht der Kultusgemeinde stehenden Hebräischkurse zu ernennen, ferner für den Hebräischunterricht durch geprüfte Lehrer zu sorgen. Gleichzeitig werden in der Resolution die zionistischen Parteien aufgefordert, intensiv an der Hebräisierung der Jugend mitzuwirken. Emigranten helfen sich selbst. Am 18. Mai fand im Theatersaal des Cafes „Edison“ eine Künstler-Akademie deutscher Emigranten statt, Frl. Lilly Schindler, welche die Leitung innehatte, stellte ein Programm zusammen, das auch für das verwöhnteste Publikum ein Genuß war. Es traten auf: Paul Siegner (Conference^ Ernst Urbach (Gesang), Hugo Doblin (Rezitation), die Tänzerinnen Gritta und Marion und am Flügel Gideon May. Bobby Weiser wirkte in uneigennütziger Weise im Interesse der Emigranten mit. Es waren ausgezeichnete Darbietungen, wobei ganz besonders die Leistungen von Paul Liegner hervorzuheben sind, welcher durch seinen Humor, sein Temperament und seiner Schlagfertigkeit das Publikum in steter Spannung und guter Laune hielt. Vereinigung jüdischer Arzte. Die ordentliche Generalversammlung findet am Dienstag, den 25. Mai, um präzise 19 Uhr SO, im Saale der Bäckerinnung in Wien, VXII., Florianigasse 13 (Telephon B 47-0-88), statt.