Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 644 (20.5.1937)
- Date
- 1937-05-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Wien, Donnerstag, 20. Mai 1937. — Nr. 64*. DU STIMM! Hcckzeti mit Jetfusalem Von Dr. £• Af. Zweig, Jerusalem 'Früher batte ich mich oft gefragt, warum wohl wir Juden so viel mit Lag Baomer hermachen. Wenn die Deutung stimmt, daß er ein glückliches Treffen der Jünger Akibas gegen die römischen Zwingiherren feiern soll, war denn dieser Sieg nicht bloß Episode geblieben und haben denn nicht alsbald die Legionen den Aufstand Bar Kochbas im Blut ungezählter Tausende der Unseren erstickt? Um so größer dann — muß man sich sagen — der Genius unserer Weisen, der unentwegten Führer des Volkes, di« ihm aus dem Bluümeer der anscheinend zwecklos gebrachten Opfer neue Hoffnung und frische Kraft sprießen ließen. Lag Baomer haben sie in die Sofirah, die lange Spanne der Trauerzeit zwischen Pessaoh und Scbawuoth, als Freudentag eingeschaltet und ihn zur Ehe- Schließung den jungen Paaren Jisraels freigegoben. Und treulich ward dieser Brauch durch 18 Jahrhunderte nach dem rauschenden Triumph der Imperatoren über jene jüdischen Rebellen in allen Zelten der Zerstreuung geübt bis auf den heutigen Tag. Wie erst in Erez Jisrael, dem Land unserer Wiedergeburt, und in seinem Herzstück, dem aus den Trümmern Aelia Capitolinas neuerstandenen Jeruschalajim! Das blitzte mir aiuf, als ich — am Lag Baomer die Jaffastraße einherschlendernd — dort, wo man zur Rechow Hassolel einhiegt, eine verstärkte Bewegung merkte, einem Hause zu mit dem mächtigen Schild „Knoaseth Jisrael — Waad Hakehillah Hadwrith“. Eben, Muharrem, ist man da eingezogen, obwohl der Neubau noch lange nicht vollendet war, aber schon hat sich die jüdische Gemeinde in den unteren beiden Etagen festgesetzt und ist mit allen Departements, meist ihrer mehrere, in einem Raum, emsig tätig. Heute gilt der Hauptandrang dem bescheidenen, zweigeteilten Zimmer, laut dem Täfelchen an der Tür die Domäne des Rafobinats. Hier wiederholen die seit Wochen vor,gemerkten Brautpaare ihren Entschluß und bringen auch gleich die Trauzeugen mit. Sind erst die Gebühren vereinbart und erlegt, wird rasch registriert und unterschrieben, nicht zuletzt die Kess übe, worin der Bräutigam »einer Erwählten ftiriden Fair von Scheidung oder Wifcweüschaft die Versorgung ausiohert. Nun kann der eigentliche Trauakt beginnen. Da das ansonst in Jerusalem hiefür beliebte Hausdach noch nicht frei ist, wird Paar um Paar samt dem jeweiligen Gefolge an Verwandten und Freunden einige Stufen abwärts nach dem Hof geleitet. Eigentlich ist das nur ein Winkel, keine fünf Schritte im Quadrat, zwischen zwei Hinterfronten, des Hauses, ein Fleck nackter Erde,, ah dessen Rand so was wie ölbäume ihre zerzausten Zweige wiegen, während vom. Nachbaagarten im Frühlingasohmuck seines glänzenden Blätterspiel« ein Feigenbaum herübergrüßt. Ringsum schallt ungehemmt die Symphonie des Aufbaues. Kräftige Burschen in kalkbespritzten, ärmellosen Blusen, die standesgemäße Kasketta sohieberisoh auf den heißen Kopf gestülpt, kommen und gehen, steigen über Treppen und Leitern auf und ab, schleppen Ziegel und Steine, klopfen und sägen, maltern und tünchen. Im Hof selbst, knapp neben mir, sind drei jüdische Zyklopen schwung- und lämnvoll mit dem Drehen von Eisengewinden, befaßt... Doch jetzt — wie auf Signal —- stockt jede Arbeit, unten und oben. Aus don noch unverglasten Fenstern und Luken der Stockwerke schauen, Kopf an Kopf, die PoaRm herab. Denn wieder ist ein Paar so weit, sich zur Ghuppah zu bequemen. Nur der geistig-mystische Wert kann es sein, der lockend von ihr ausstrahlt. Denn ansonst besteht die Chuppah aus einem dürftigen Teppich in schreienden Farben, Massenware, wie sie die böhmische Fabrik um paar Grüsch dem hiesigen Markt liefert, und am den Teppichenden aus vier abgegriffenen, blauwoißge8troifton Stangen. Um so origineller sind die Stangenträger. Ein sonnverbranntes Männchen ans Jemen, das »amt sojnor sohwarzen Spitzmütze mir kaum bi» zur Brust reicht, zwei gewichtige Bucharer in geblümten Talaren und ein unverkennbarer Kurdji, irgendwo zwischen Tigris und Kaukasus her. Sind das nun Berufsorgane, richtige Klej Kodesch, oder Freiwillige, die hier Mizwoth sammeln für ihr Kontokorrent im Qlarn Habah? Dich, edler Kurdji, mit dem dickem Strick um den Nacken und dem obligaten Pol¬ ..... ster zur Stütze schwerster Last angesohn&ilt, hat gar die Gilde der „Sabaiim“, welche an der nächsten Straßenecke hockt, Weher delegiert? Wenn ich »ein Kauderwelsch aus fünf Sprachen des Orients recht verstand, rühmt er eich der Vaterschaft zu jenem Ohatao, der gerade an die Reih« kommt. Ein fester Kerl, würdig seiner landsmünnischen Kallah, die sich bunt genug herausgeputzt hat, doch sichtlich nervös; so muß ihm die Braut, die mitgebrachten Ritualien, eine Flasche Karmelwein und ein papierumhüUte« Glas, aus den Händen nehmen und dafür den Ring zustecken, mit dem er sie an »ich ketten soll. Nun treten sie unter die Chuppah. Mit seiner Kappe stößt er dabei an die Decke, weil sie mein Tejraener Zweig, so sehr er sich reckt, nicht hoch genug halten kann. Dem Paar gegenüber faßt der Rabbi, im Schmuck seines Schlapphutes, gepflegter Pejoth und eines weißblonden Bartes, Posto, ihm zur Seite der Gabbe vom gleichen polnischjüdischen Typ. Die Zeit drängt — alles geht im Eibugstempo. Man murmelt Segenssprüche, zwischendrein Dippt das Paar zweimal aus dem weingefüllten Becher, dann steckt er ihr den Ring an und sagt das uralte, verantwortungsschwere „Kedath Moscheh Wejisrael“ — mit leichterer Zunge wohl ab seine Schicksalsgefährten in Wien und Berlin, kaum aber mit minder pochendem Herzen. Schließlich wird noch vom Gabbe die Kessube verlesen und das zu Böden gelegte Glas vom Chatan zertreten. „Al schewer Jeruschalajim!“ Die Spannung auf den Gesichtem der’ Verwandten und Freunde ringsum und — sind sie doch auch Juden — der Bauarbeiter ailer Stockwerke hat den Höhepunkt erreicht. Ein Maier, hier müßte er physiognomische Studien machen! Respektvolle Scheu vor dem Glaubensakt, platte Neugier, viel herzliches Wohlwollen und etwa eine Messerspitze Mitleid. Wenigstens mengte sich in das laute „Masal tow!“ der Menge vereinzelt ein „Maskin!“ (arabisch: Du Armer!). Als ich spaßhaft einem Maurer zuraune: „Du hast leicht lachen — über die Opfer“, widerspricht er lebhaft: „Warum Opfer? Bin ich ja selbst längst Baal Habajith und habe — Gottlob — vier Kinder...“ — „Was, du bist doch noch nicht 25 alt?“ — „Gewiß, aber wir in Ealeb heiraten mit 15 Jahren und warten nicht, wie ihr Aschkenaisim, bis 30!“ Indes bat der Raw seinen Glückwunsch an die Neugetrauten mit einem unwillkürlichen Wink begleitet, er brauche Platz für den nächsten Schuh. Becher und Flasche, beide noch hochanf voll Wein, fielen den Stangen trägem zu, die um die Wette glucken und schlucken. Hoffentlich werden die braven Mizwoth-Sammler bald abgelöst! Die Neugetrauten hatten sich »o hastig entfernt, daß ihnen — oh Heiterkeit — der Gabbe mit der Kessube nachedlen und diese der selig verwirrten jungen Frau aufdrängen muß. Und schon hat das laufende Band des Lag Baomer das zweite Paar erfaßt ... Widerstreitende Gefühle bewegen mich. Wo blieb nur all das, was man von Europa her bed einer gut jüdischen Hochzeit gewöhnt war? Das kunstgezierte, in hundert Lichtem strahlende Gotteshaus als würdiger Rahmen und darin die festliche Ordnung von Männern und Frauen in erlesenem Gewand, wo das Rausoben der Orgel und der vielstimmige, harmonische Chorgesang, nioht zu vergessen die formvollendete, bilderreiche, herzergreifende Ansprache des Seelsorgers? Hier in Erez muß man nun das alles missen, vorläufig jedenfalls, denn es fehlt inmitten des Aufbaues an Muße und wohl auch an Mittel für solch schöne Einkleidung der Trauungszeremonie. Aber, gilt es ehrlich zu fragen, wird hierzulande das, was an Äußerlichem mangelt, nicht reichlich an innerem Gehalt aufgewogen? Drüben entschließt man sich immer schwerer zu einem jüdischen Ehebund, und dieser Seltenheitswert ist wahrlich ein Unwert. Wie anders bei uns in Erez Jisrael! Welch lebhafter Zudrang: hier beim Jerusalemer Waad Hakehillah mit seiner Klientel aus den ärmeren Schichten, desgleichen in den Wohnungen und den Hotels der Begüterten und ebenso im ganzen Land? Am Abend noch des Lag Baomer wird der Ertrag des Denk- und Freudentages weithin bekannt: Tel-Aviv marschiert natürlich — mit über 400 Ehen — an der Spitze, ihm folgen die Hauptstadt und Haifa und in gebührendem Abstand die vielen kleineren Orte. Überall, wo Jakobs Zelte schatten, wo sich ein Reis unseres Siedlungswerkes in den heiligen Boden gesenkt, wurde heute dem Brauch der Jahrhunderte, wurde dem festen Glauben an unseres Volkes Zukunft gehuldigt. Tausend neue Ehen an einem Tag in Erez Jisrael! Und das frohe Selbstgefühl des Landes bat noch tieferen Sinn. Wo, ihr Millionen Brüder drüben, bleibt der reiche Nachwuchs, der unserem Volk als Gottessegen verheißen? Ein großes Sterben kam über die zerstreuten, altersmttden Reste Jisraels, und es schwindet dort der Mut, ein neues Geschlecht zu erwecken. Vom Westen her frißt sich dieser Krebs immer tiefer ins Gebiet der jüdischen Massen. Bei uns aber, in Altneuland, ist das Volk im Gesunden, im Aufstieg. Der Jdschuw tut, auch in diesem entscheidenden Punkt, seine Pflicht. Mag die Royal Commission Vorschlägen, was säe will, mag das Colonial Office bestätigen, was ihm praktisch scheint, und der Völkerbund sich dem fügen, mögen sie alle die Heimkehr unserer Verfolgten hemmen und drosseln, unser Jischuw trägt mit unbeirrtem Zukunftsglaubeii Sorge für die „Innere Alijaih“. In diesem Zeichen feiert Erez den Sinn und. Sieg des Lag Baomer. Dr« Alfred Werners Statt Steine — Beeil Zur 25. Aufführung von Semeels Sendung Von einer Bühne, die schon die längste Zeit dem Amüsement gedient, ertönt Ewigkeitsweisheit. Schauspieler, die bis vor wenigen Wochen ihr glänzendes Können an Operettenspäßen vergeudet hatten, wühlen durch die Gewalt der Sprache und der Geste unser Innerstes auf. Ein Publikum, da« von sich geglaubt hatte, es könne nur „leichte Kost“ vertragen, strömt zu den Aufführungen der gewichtigen Tragödie, und sogar aus den Kreisen -jener, die bisher den „Jargon“ verachtet und gemieden hatten, dringt verwunderte Bewunderung zu uns. Wodurch wurde dieses Wunder der Umkehr und Eiukehr bewirkt? Man hüte sich, all das Merkwürdige auf das Konto der Sensatiou um einen bestimmten Schauspieler zu setzen, dem übrigens kongeniale Kollegen gegenüberstehen; man soll auch den äußerlichen Anlaß, der manche, vielleicht sogar viele ins Theater führen mag, nicht überwerten. Es kann hier nicht versucht werden, mit Worten, die auch noch im bestem Falle dürr, schal, abgebraucht erscheinen müssen, das Erlebnis dieser Aufführung wiederzugeben — gebt doch hin, ihr alle, laßt euch vom Strom des Erlebens durchfluten! Aber diejenigen, deueu dieses Erlebnis bereits geworden, sollten sich fragen: Weshalb und wodurch ist das Drama Arnolds Zweigs eine echte, ewigkeitsnahe D i c h t u n g? Weil sie einmaliges Geschehnis der Zufälligkeit entkleidet, ins Symbolische steigert, weil der Zuschauer empfinden muß: Tisza-Eszlar ist hier und überall, solange wir „im Golus“ sind, weil nioht kleine Menschen die Träger der Handlung sind (dieser Gedanke der; Vermessenheit ist dem wahren Dichter fremd), sondern der Geist des Bösen, der schließlich dem Prinzip des Guten unterliegt. Wodurch aber ist dieses Drama in seinem ganzen Wesen als Galutbstück gestempelt? Wohl dadurch, daß es keinen „Helden“ wie die abendländischen Dramen kennt, indem hier nicht einmal das von Dummheit und Bosheit verfolgte jüdische Volk als Held figuriert (etwa wie die Weber im Drama Gerhart Hauptmanns), das jüdische Volk ist hier wie überall Werkzeug, bald blind, bald sehend, in der Hand des Herrn! Als das Stück in Berlin gespielt wurde, waren zum größten Teil Nichtjuden auf der Bühne. Diese hier aber agieren sich selbst, nein, spielen nicht — leben! Dem Untersuchungsrichter Bary spürt man das Animalisch-Dumpfe, das Sadistisch-Triebhafte an, man zuckt zusammen, wenn das Weiß der Zähne siohtb&r wird, das an Raubtierzähno häßlich gemahnt, man fühlt das Deutsch in seinem Munde als die Sprache des Antisemiten — trotz Humboldt und Nietzsche , erlebt schaudernd zum Schluß die folgerichtige Selbstvernichtung. Die Last des Gelingens der Aufführung ruht aber auf den Schultern der Darstellerin des Moritz Scharf. Wenn die charmante Soubrette von gestern heute die Entwicklung des kleinen Judenjungen von heftigem Aufbegehren gegen die Verleumdung zum Glauben an die Lüge und schließlich zur Schulderkenntnis hinzustellen weiß, wenn aus dieser Zwitterlichtseele zur Vorbereitung der Selbstsühne das Lied vom Moschiacb, der kommen wird, sohon wie jenseitig sich entringt — dann ist man erst imstande, die unausgesetzten Möglichkeiten wahrhaft jüdischer Theaterkunst zu ermessen, dann bedauert man, e« uns selbst wie auch den Völkern nur so selten beweisen zu können, wessen wir als Künstler fähig sind! Aber es ist die K o 11 e k t i v 1 e i s t u n g des Ensembles, die das gelungene Ganze hervor* bringt, und man täte auch den „nebensächlich* sten“ Darstellern noch Unrecht, gedächte man ihrer nioht voll Lob. Nun erhebt sich allerdings angesichts dieser Fülle von dramatischen Talenten, angesic/hts dieses unerhörten Publikums* erfolges eines die höchsten literarischen Ansprüche erfüllenden Stückes die Frage: Ist dies der Anfang des Versuches, der Wiener Judenheit wertvolle Judenkunst zu bieten? Man ist Optimist und hofft, die Frage bejahen zu dürfen... unitiiniiiiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiiuimiiintniiimiiiniiiiimnimiimimiimiHnnnmmiitiiiiitiiiiiiiiiiiinni Das hebräische Buch Die Bibelausgabe von Sch. L. Gorefon Es wird ein unvergängliches Verdienst Sobimuel Leib Gordons bleiben, daß er sich in die erste Reihe derer stellte, die mit der Wiedererweckung des Interesses für die Bibel eine Unterlassung wieder gutmachen, die die letzten Generationen des Judentums — an sich selbst begangen haben. Seit vielen Jahren widmete er alle seine Kräfte der Neuherausgabe unserer großen nationalen Schöpfung. Die besonderen Vorzüge des Gordonischen Werkes liegen in den ausgezeichnet verfaßten Einleitungen zu den einzelnen Büchern, in denen der historische Hintergrund jedes Teiles, die Persönlichkeit seines Schöpfers und der Ideengehalt des Buches in gleichzeitig sachlicher und packender Weise dargestellt wird, ferner in Texterklärungen und sprachlichen Kommentaren, die die Ursprünge der Sprache und Verwandtschaften mit anderen orientalischen Sprachen aufzeigen. Text und Kommentare sind punktiert. In den Erklärungen werden alle Kommentare, sowohl die traditionellen wie die bibelkrifci&chen, herangezogen. In dieser Ausgabe ist der große Gedanke Biaüks, „Kinus“, das ist die Aufgabe, unserer Generation das Ewige in unserer hebräischen Literatur in zeitgenössischer Art nahezubringen, beinahe verwirklicht. Die große Ausgabe der Bibel hat Gordon im eigenen Verlag heran »gebracht, während et eine kleinere Schulausgabe für den Oraannt- Verlag redigiert. Dr. Ch, Tartakower. Almanadi der Psychoanalyse 1937 (Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien.) Der 12. Band des Almanachs der Psychoanalyse 1937 enthält eine Auslese fesselnder Beiträge berühmter Männer der Gelehrtenwelt, die dieses 272 Seiten starke Buch füllen, weiches drei Bi Mein lagen schmücken: das neue Freud-Porträt vou Professor Krausz, Thomas Mann am Rednerpult und die neueste Totalplastik Freuds von 0. N6mon. Einleitend grüßt uns des Meisters eigener Brief an Romain Rolland. Es folgt die klassische Festrede Thomas Manns im Wiener Akademischen Verein für medizinische Psychologie zu Freuds achtzigsten Geburtstag. Iu weiterer Folge bringt E. Hitschmann die Erörterung der Entstehung des Kinderbuches „Nils Helgersson“ von Selrna Lagerlöff, aus welcher hervorgeht, daß Kinderkomplexe der Dichterin ihr die Inspiration eintrugen und solcherart die unbewußte Konzeption aufscheint. Von besonderer Note getragen sind die Festartikel von Robert Wälder über die Bedeutung Freuds für die Sozial- und Rechtswissenschaften und H. Meugs „Stellung der Wissenschaft zu Freuds 80. Geburtstag“, Anna Freud erscheint mit zwei Kapiteln ams ihrem bedeutsamen Werk „Das Ich und die Abwehrmechanismen“. Interessant ist noch besonders Theodor Reiks Aufsatz „Über das Wesen des jüdischen Witzes“, der jene unlösbare Verbindung von Weisheit, Frohsinn und scbmerzlich-bittercr Ironie beleuchtet, die nur dem Juden eigen ist. Schließlich enthält der Almanaoh in seinem Kollektivem nooh Aufsätze belehrender Art Uber Pädagogik. Ottilie Gröbl. T|« |l AM 9 Denkt an unseren Vorstoß ins GaliI und ins Hulegebiet 4P W w.w M und etäjrhJ dßfl Pionier dieses Vorstoßes — den Keren Kelemeth I