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Die Stimme · 1937-05-14 · Heft 643 (14.5.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 643 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 648. — Wien, Freitag, 14. Mai 1097, Dil STIMMI Satte 3 6. Juni 1937t Tag der jüdischen Jugend l Die doivzei geeilt du! KREU Z-K I N O 4, ft 6, ft 8 und ft 10 Uhr Telephon R 24-2-16 I RUNDSCHAU I DIE VERSICHERUNGSGESELLSCHAFT „PHÖNIX“, die nicht mehr existiert, rächt sich noch aus dem Grab heraus an den Juden, die ihr nichts getan haben. Vor einem Wiener Gericht klagte jüngst eine ehemalige „Phönix“- Bcaimtin auf Ausstellung eines ordnungsgemäßen Zeugnisses, denn man hatte ihr, als sic nach achtundzwanzigjähriger Dienstzeit abgebaut wurde, gegen alle Gepflogenheiten in ihr Zeugnis einen Vermerk über ihr Alter (50 Jahre) und ihren Geburtsort („Zloezow in Polen“) eingetragen. Sowohl die Altersangabe, wie die Angabe des Geburtsortes sind in der heutigen Zeit geeignet, die Erwerbung einer neuen Anstellung zu erschweren. Das Gericht hat die Die Kreisleitung des Makkabi Österreich hat der Leichtathletiksektion der Hakoah die Durchführung des Tages der jüdischen Jugend übertragen. Im Rahmen eines großen Makkabi-Sportfestes werden Kümpfe im Hockey, Handball und als besondere Sensation ein Fußballmatch derjenigen Hakoah- Mannschaft, die 1923 die Meisterschaft gewann, gegen Hastnonea durchgeführt. Die Makkabiturner werden ein Massenschauturnen und Vorführungen an den Geräten bringen, es werden Ring- und Boxkämpfe gezeigt und zum Abschluß werden internationale Makkabikämpfe in der Leichtathletik durchgeführt, die tschechische und deutsche Makkabim und wahrscheinlich auch eine polnische Mannschaft auf die Bahn bringen. Den Höhepunkt der Veranstaltung dürfte aber der Aufmarsch sämtlicher jüdischen Sportler bringen, die in ihren schmucken Dreßen für den Gedanken des Makkabi werben werden. Wir werden auf diese Veranstaltung noch ausführlich zurückkommen. Der Gaumen läßt sich nicht täuschen! In jahrelanger Erfahrung und Verbesserung wurden die El SEN-Feinwurst- und Selchwaren auf eine unerreichbare Höhe der Qualität und des Wohlgeschmacks gebracht. Achten Sie, bitte, bei jedem Einkauf auf die hier abgebildete Marke Zusammenschluß der jüdischen Jugend Von Jacques Jefroykin, Generalsekretär des Jugend-Departements des Jüdischen Weltkongresses. Klage a.bgelehnt mit der formalen Begründung, daß Klagen gegen die „Phönix“-Geselischaft unzulässig seien. Es hat nicht nur diese eine Frau ein Zeugnis mit derartigen Vermerken erhalten, fhr Prozeß war nur ein Probeprozeß. Die abgebaiuten „Phönix“-Beamten sind nach dem Ausgang dieses Prozesses gegenüber diesen Methoden völlig machtlos. Die Leitung der Gesellschaft, in die die ,,Phönix“-Vemicherungs A. G. übergegangen ist, ist ausgesprochen antisemitisch. Sie handelt jetzt für den „Phönix“ antisemitisch, aber sie ist doch nicht der „Phönix“, also darum nicht zu fassen. Der alte „Phönix“ aber ist tot und gesetzlich unantastbar. — Die Stimmung, die in der neuen Gesellschaft herrscht, ist übrigens amch jüngst bei einer Versammlung zum Ausbruch gekommen, in der es sich um die Frage der Verwertung des Vermögens des Wohifahrtsvereins der ehemaligen „Phönix“-Angestellten handelte. Der betont nationale Teil der neuen Beamten wollte dieses Vermögen für sich aus werten. Darüber kam es zu einer erregten Diskussion, in deren Verlauf ein Beamter namens Schönbauer, der nebenbei in der Vaterländischen Front Amtswalter ist, einer jüdischen Angestellten auf deren zur Sache vorgebrachten Ausführungen das Schimpfwort „Saujüdan“ zurief. Die Frau nahm sich sofort Genugtuung, indem sie Herrn Schönbauer ohrfeigte. Wir wissen nicht, welche Folgen dieser Vorfall haben wird, wir wissen nicht, ob die Vaterländische Front einen Amtswalter dulden wird, der sich einerseits durch die Bekhimpfung der Jüdin gegen die Grundsätze des Staates und der Vaterländischen Front vergangen hat, anderseits aber öffentlich geohrfeigt wurde. DER HILFSVEREIN DER JÜDISCHEN BLINDEN hat auf den Versuch der Interessengemeinschaft der blinden Musiker und Klavierstimmer, diese Organisation auf arische Grundlage zu stellen, sofort die gebührende Antwort gegeben. Er hat sich von jeder aktiven Betätigung beim Verband der Blinden zurückgezogen und wird solang zu keiner Sitzung erscheinen, als diese Angelegenheit nicht bedingungslos iim Sinn der Verwerfung des Beschlusses der Interessengemeinschaft erledigt ist. Nicht einmal zu der Sitzung des Gesamtverbandes, in der der Beschluß der Interessengemeinschaft — voraussichtlich ablehnend «— bobandelt werden wird, kommen die Vertreter des Holfsvereins der jüdischen Blinden. Sie finden es unter ihrer Würde, in einer solchen Angelegenheit auch nur zu diskutieren. Zu der Angelegenheit ist von unserer Seite nur noch' zu sagen, daß wir uns jetzt der jüdischen Blinden um so eifriger und aufopferungsvoller annehmen müssen. J e h u d a. Der Verein „Brüderlichkeit“ plant für dio For.itenmon.ate im herrlichen Park des Graf Battyanyschen Schlosses bei Bad-Tatzmannsdorf im Burgenland ein Sommerlager, beziehungsweise Ferienheim einzurichten. Für diese Einrichtung, welche sieh der Aufsicht und Kontrolle der Israelitischen ICultusgemeinde, Wien, unterstellen wird, ist bereits die Förderung der WIJ U G und der Vaterländischen Front zugesichert. Eltern, deren Kinder einen ärztlichen Dreierbefund haben, können sich schon jetzt (II., Untere Augartenstraße 11) melden. Die Voreinsleitung hat für den 2. Juni ins Cafö National die Jahresversammlung einbenifen. Wem das Schicksal des jüdischen Volkes nicht gleichgültig ist, wird zweifellos voll Schmerz die tragische Aufeinanderfolge von Tatsachen imitemipfmden, welche die uninteressierte Tagespreise in kleinen Buchstaben a.n unauffälliger Stelle bringt: der Versuch der Schaffung eines totalitären Staates in Polen; die Untaten der „Eisernen Garde“ in Rumänien; das Wiederaufleben des Terrors in Palästina. Es muß auch der Länder gedacht werden, bei denen das Interesse für die Lage der Juden als augenblicklich nicht „aktuell“ in den Hintergrund gedrängt wird, wir nennen nur Deutschland, Österreich, Ungarn, die Balkanstaaten, Nordiafrika und viele andere. Wieder einmal stellt man angstvoll diese beklemmende Frage: Wie sieht die Zukunft der jüdischen Massen aus, Ferien in Champery - Valais 1050 m (Schweiz) JUNI BIS SEPTEMBER Sport, Unterricht Töchterpensionat Bloch Chalet Sevigne, Champery die in ihrer Ehre angegriffen, ausgehungert und mit Vernichtung bedroht werden? Die vergangenen Jahre haben den Zusammenbruch aller Rechtsgrundsätze gebracht, auf denen die Sieger des großen Krieges die neue (Gesellschaft aufznbauen versucht haben. Was ist noch geblieben vom Recht der Minderheiten, vom Völkerrecht, vom Frieden, von den Aufgaben der zivilisierten Völker? Wae bleibt dem jüdischen Volk, um seine Zukunft zu sichern? Wenn es sich auf seine Freunde verlassen will, muß es sich nicht zuerst auf sich selbst verlassen können? Die Geschichte der Völker lehrt, daß die Grundbedingung für den Sieg ist: der Wille zum Sieg. Die Initiatoren des Jüdischen Weltkongresses haben dies richtig erkannt. Sie haben ihre Hoffnung auf die Solidarität unter den Juden, auf den Zusammenschluß der jüdischen Massen gesetzt. Nach dem Zusammentritt des I. Jüdischen Weltkongresses haben die Führer dieser Bewegung bei Beginn ihrer Tätigkeit ihren Blick der jüdischen Jugend angewandt und sie aufgefordert, sich an der Verteidigung der Rechte der Juden in der ganzen Welt zu beteiligen. Verschweigen wir nicht, daß dieser Aufruf bei verschiedenen großen führt die Gesellschaftsreise, die der' Klub Erez Israel in der Zeit vom 1. bis 15. August veranstaltet. Im Preise von S 298 sind inbegriffen: Dio Fahrt drittel Klasse Schnellzug Wien- Wien, die Vorpllegung, beginnend mit dem Nachtmahl in Basel und endigend mit dom Mittagmahl an dor Riviera, Unterbringung in zweibettigen Hotelzimmern mit fließendem Kalt- und Warmwasser, Gepäckstransporte von und zu den Bahnhöfen, Trinkgelder und sonstige Abgaben. Gegen Aufzahlung von jüdischen Jugendorganisationen nicht überall gleichen begeisterten Widerhall fand. Eis wird noch eine gewisse Zeit erforderlich sein, bis die jüdische Jugend, die an ständige unfruchtbare innere Kämpfe gewöhnt ist, unsere Idee sich zu eigen gemacht haben wird. Trotz alledem drängt sich der Gedanke eines Zusammenschlusses der jüdischen Jugend immer mehr auf, es ist dringend erforderlich, daß dieser Gedanke so rasch wie möglich die Oberhand gewinne. Der Zeitpunkt für schnelles Handeln des jüdischen Volkes scheint gekommen zu sein. Wir haben bereits die katastrophale Wirkung erlebt, die von der „politischen Periode“, wie man es nennen könnte, ausgegangen ist, wo jüdische Führer verhandelt haben mit denen, die den Antisemitismus als Plattform für ihre Demagogie benutzten. Wir haben schon die vernichtenden Folgen unserer zu Grabe getragenen Hoffnungen verspürt. Die Stunde des jüdischen Handelns hat geschlagen. Wir müssen wieder lernen, „nein“ zu sagen, wir müssen wieder lernen, uns selbst zu lenken, so wie mancher Kranke während seiner Rekonvaleszenz erst wieder gehen lernen muß. Ist unser Volk denn nicht mehr jung genug, das Schicksal, das auf uns zu lasten scheint, zu meistern? Haben wir uns schon so weit assimiliert, daß wir uns dem heidnischen Fatum gegenüber für machtlos halten? Niemals haben unsere Väter un6 solches gelehrt. An dem großen Werk für das jüdische öffentliche Wohl, das der Jüdische Weltkongreß in Angriff nimmt, wird die jüdische Jugend einen großen Anteil haben. Nur die Hoffnung auf die Zukunft unseres Volkes kann Opfer rechtfertigen. Wir können nur siegen, wenn unser Nationalgefühl stark genug ist, Helden hervorzubringen; wenn nicht, müssen wir untergehen, denn dann verdienen wir es. v Jüdische Kulturstelle, I., Kai 3, R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich, 20 Uhr: „Jud Süß“, Schauspiel in fünf Bildern (nach dem Lion Feuchtwangersohen Roman) von Ashley Duke«. Deutsch von L. Dämmert. Regie: Rudolf Weiß. Sonn- und Feiertag« Nachmittagsvorstellung von „Jud Süß“ bei kleinen Preisen. Beginn 15.30 Uhr. Sektion für bildende Kunst: Ammeklesckluß für Reise zur Weltausstellung': 30. Mai. Jüdische Volkshochschule: Hebräisch- und Englischkurse. Vorträge über jüdisches Brauchtum xtnd jüdische Kulturgeschichte. S 60 kann der Aufenthalt an der Riviera um eine Woche verlängert werden. > Da in einem späteren Zeitpunkt die Quartierbeschaffung, vor allem in Pari«, auf Schwierigkeiten stieße, ist eheste Anmeldung empfohlen. Als Meldeschluß ist der 15. Juni vorgesehen. Auskünfte Montag von 19 bis 20 Uhr im Klub Erez Israel, II., Praterstraße 18, Tel R -12-407 uml täglich von 12 bis 1 Uhr im Zionistischen Landesverband, I., Marc- Aurelstraßo 5, Tel. U 22-2-11. Die Allwetter-Terrasse wiedereröfffnetl GREINER singt, BARTOS spielt im Cate-Rest. Fetzer Keine erhöhten Koneuiuationspreise, an Wochentagen auch kt inet lei Zuschlag, an Samstagen, Sonn* und Feiertagen BO OroBohen an der SchwedenbrUcke Zum Zionistenkongreß — zur Pariser Weitaus* Stellung — an die Riviera NEUE PALXSTINA- UTERATUR Alljah. Informationen für Palästina-Auswanderer. 8. (neueste) Auflage. 180 Seiten, mit fünffarbiger Palästinakarte. Quartformat S 3.06 Arbeiterinnen erzählpn. Kampf und Leben in Erez Israel. Herausgegeben vom Heclialuz, Deutscher Landesverband. Leinen .... 8 8.86 A. Bonne: Palästina. Land und Wirtschaft. 3. völlig timgearb. Auflage 1035. Kart. S 9.08, Leinen . . . # . . S 13.62 Dr. Hugo Hermann: Palästina heute — Licht und Schatten. Mit 49 prachtvollen neuen Palästina- Aufnahmen und einer Übersichtskarte. 249 Seiten. Kart.S 6.30 Im Auto nach Palästina. Ein Wegweiser für Autofahrer. Herausgegeben vom Palästina-Amt, Berlin S 3.50 Jeruschalajim, den ... Briefe junger Menschen schildern Erez Israel. Gesammelt und herausgegeben von Rudolf Melifcz. Leinen . . . S 6.30 J. Z. Kanner: Josef Trumpeldor. Ein jüdischer Held. Illustriert. Leinen S 5.25 Josef Kastein: Jerusalem. Die Geschichte eines Landes. 417 Seiten. Leinen.. . . . S 12.60 G. Landauer: Palästina. 188 Bilder nebst einer Übersichtskarte und einer vielsprachigen Bildbeschreibung. Quartformat. Leinen . . . S 9.45 Else Lasker Schüler: Das Hebräerland. Mit 8 Zeichnungen von der Hand der Dichterin. Kartoniert.S 7.25 Margarete Moses: „Diesen und auch jenen hat Gott gemacht.“ Ein Palästina-Roman. Gebunden S 6.81 J. Press: Neues Palästina-Handbuch. Führer durch Palästina mit 31 Karten und Plänen. Unter Mitarbeit von H. Hermann. Neue Auflage 1934. Leinen S 17.82 Rechtswesen in Palästina. Schriftenreihe der Hitachduth Oiej Germania, Heft 1 . . . . . . . S 2.16 Ria Slekow: Flammen in Palästina. Eine Urenkelin der Katharina von Bora unter Arabern und Juden. Leinen S 10.50 Steimatzkys Palästina-Führer. Heransgegeben von Z. Vilnay und Doktor A. Bonne. Mit vielen Illustrationen und Karten. 1935. Leinen . . . , S 14.— Diese und die gesamte jüdische Literatur bei R. IOWIT (Dr. Max Präger) Wien, I., WolSzeile 6 Lazar Spira gestorben In Munkacs ist in der Nacht auf Mittwoch der Wunderrabbd Laizar Spira im Alter von 67 Jahrein gestorben. Spira ißt durch den hemmungslosen Kampf gegen den Zionismus bekannt geworden, dessen Angehörige er sogar mit dem Cherem belegt hat. Seine besondere Feindschaft galt dem hebräischen Gymnasium in Munkacs, dem er alle Widerstände in den Weg legte. Er hat aber den Zionismus nicht aufhalten können. Das Begräbnis hat noch am Mittwoch statt* gefuniden. Zu der Leichenfeier hatten sich viele Tausende von Chassidim in Munkacs einge-i fanden. Zum neuen Rabbi wurde der Schwiegern sohn Spiras, Baruch Rabinowicz, proklamiert. Birrrenland Herzu. FraueiHielläiid TATZMANNSDORF I Mineral-, Moor- und natürliche Kohlen- | säure - Sprudelbäder. Elektro - Kardiographisches und Röntgen-Institut. Reduzierte Preise. Auskünfte uml Prospekte duich Kurkoromission, Kurbad A.-G., Gemeiude, Verschönerungsverein und Fremdenzimmervermieter in Bad Tatzmannsdorf, Heilbäderverband, Wien, I., Nibciungengasse t, und Reisebüro „City“, Wien, I., Kohlmarkt 8. Telephon U 26-4-20 österreichische Staatsfeier in Jerusalem. Aus Jerusalem wird gemeldet: Am 1. Mai fand anläßlich des Österreichischen Staatsfeiertages in Jerusalem ein festlicher Empfang der österreichischen Kolonie beim Generalkonsul Jorda statt. Dem Empfang wohnten bei: die Vertreter der österreichisch-palästinensischen Handelskammer in Tel-Aviv, der Hitachduth Oiej Austria in Haifa, Tel-Aviv und Jerusalem u. a. Der Vorsitzende der Tel- Aviver österreichischen Landsmannschaft Flaschner hielt eine Ansprache, in der er die Bedeutung des österreichischen Staatsfeiertages für die österreichischen Juden hervorhob. Wauchope gibt 1000 Pfund für den Schmarjahu-Levin-Garten. Aus Jerusalem wird gemeldet: Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat für den im Kefar-Schemarjahu anzulegenden Schmarjahu-Levin-Garten lOOQj Pfund gespondet.

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