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Die Stimme · 1937-05-11 · Heft 642 (11.5.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 642 (11.5.1937)
Date
1937-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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9k tStimme sr. s. s. 20 g Nr. 642 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Dienstag IX. Mai 1937!• Siwan §997 io. Jahrgang Billigeu. bequeraeORBIS-PFINGSTFAHRT nadi POLEN II. CZESHOailTZ Abfahrt: 13. Mal 1937 Rückfahrt: 25. Mal 1937 Auskunft und Anmeldungen: POLNISCHES VERKEHRSBURO „ORBIS“ I., KSrntnertlraBe 41 (R 21-5-78» OESTERREICHISCHES VERKEHRSBURO I., Frledrlcftstraße 7 (B 27-500). I., Graben 20 (U 20-0-35) Die kommenden Kongreßwahlen Kaunas, 7. Mai. (JTA.) Die Zentralkomitees der Allgemeinen Zionisten-Gruppe B, des Misrachi und der Judenstaatspartei in Litauen, die sich zu einer nationalen Einheitsfront zusammengeschlossen hatten, haben nunmehr den Beschluß der Konferenz der Einheitsfront, eine gemeinsame Wahlliste zum XX. Zionistenkongreß aufzustellen, ratifiziert. Als Spitzenkandidaten auf der gemeinsamen Kandidatenliste werden figurieren: Redakteur R. Rubinstein (Allgemeine Zionisten), Rabbiner Dr. Abramovicz (Misrachi) und Dr. B. Dubrawicz (Judenstaatspartei). Krönungstag offizieller Feiertag in Palästina Jerusalem, 6. Mai. (JTA.) Der Tag der Krönung Georg VI. ist durch eine Bekanntmachung in der „Palestine Gazette“ zum offiziellen Feiertag für Palästina proklamiert worden. Die Jüdische Gemeinde von Jerusalem hat die jüdische Bevölkerung aufgefordert, am 12. Mai, dem Krönungstag, die Häuser mit der englischen und der blau-weißen jüdischen Flagge zu schmücken und an den Festveranstaltungen anläßlich der Krönungsfeier teilzunehmen. ERPFFNUNGSANZEIGE Die bekannte Penelon „HINTERBRUHL“, Gießhilblerstraße 29-33. wird am 1S. Mai eröffnet und vom Besitzer geleitet. Beste Verpflegung. Zeitgemäße Preise Auskünfte: Brüder Grünfela, I., Seitenstetteng. 5. Tel. U 26-2-56 Abdullah glaubt nicht an Teilung Jerusalem, 7. Mai. (JTA.) Die in Damaskus e recheinende syrisch-arabische Zeitung „Alif-Ba“ veröffentlicht neuerlich ein Interview ihres Korrespondenten mit Emir A b d u 11 a. In diesem Interview erklärte Emir Abdulla, er sei überzeugt, daß d i e Gerüchte über eine bevorstehende Teilung Palästinas grundlos wären. Nach seiner Vermutung werde die Königliche Kommission in ihren Empfehlungen an die britische Regierung vorschlagen, die jüdische Einwanderung nach Palästina und das Recht derJuden aufBodonkauf einzuschränken, ferner einen Gesetzgebenden Rat in Palästina zu schaffen. Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Heüa,() /., Fleischmarkt 7, erreicht es vorläßlich durch physikalisch-kosmetische Methode. Die königliche Kommission London, 7. Mai. (JTA.) Das Kolonialamt toilto in einem offiziellen Communique mit, daß dio Königlicho Kommission in geschlossener Sitzung den Earl of L y 11 o n, Lord Lloyd und Lloyd Georg o einvc-nnmmen hat. Damit ist d i o Z o u g e n o i n vornah m e seitens der K ö n i gli e hon Kommission endgültig abgea <2 h I q fl se u. Nahum Goldmann bei Ciano Rom, 5. Mai. (JTA.) Der Bevollmächtigte der Jewish Agen'cy beim Völkerbund, Doktor Nahum G o l d m a n n, hatte mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano eine längere Aussprache, in deren Verlauf er dem Minister die aktuellen zionistischen Probleme auseinandersetzte und dabei auch die Möglichkeiten der zionistischen Tätigkeit in Italien erörterte. Bekanntlich ist es infolge der Angriffe eines Teiles der faschistischen Presse auf ANZUG MIT 2 HOSEN BAUÖNSTOFF MANTEL J DETKRA Datall-Kradltabteltung f. Festbasoldeta VII., Klrcheng. 4 den Zionismus als einer angeblich unpatriotischen Bewegung zu einer Erschwerung der zionistischen Tätigkeit in Italien und zu! einer Spaltung zwischen Zionisten und Nichtzonisten gekommen, die die Demission des Präsidiums des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens im Gefolge hatte. Dr. Goldmann hatte - in Rom auch eine , längere Unterredung mit dem Vorsitzenden der Mandatskommission, Marquis Alberto Theo doli. Weltkongreß an den Völkerbund Genf, 5. Mai. (JTA.) Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses hat ein Memorandum über die wirtschaftliche Situation der Juden in einer Reihe europäischer Länder zwecks Überreichung an den Völkerbund fertigge.ste.llt. Das vom Leiter des Wirtschaft tsdepartements des Weltkongresses, Professor Dr. Georg Bernhard, verfaßte Memorandum unterstreicht insbesondere, daß eine wirtschaftliche Benachteiligung der jüdischen Bürger auch in solchen Ländern Platz greift, die Mitglieder des Völkerbundes sind und als solche Verpflichtungen betreffend Schutz der nationalen Minderheiten übernommen haben. Das Memorandum umfaßt den Zeitpunkt seit Ende des Weltkrieges bis auf den heutigen Tag und versucht, ein möglichst lückenloses Bild des Wirtschaftslebens der Juden in den verschiedenen europäischen Ländern zu geben; das Ergebnis ist, daß sich fast in allen Ländern die Position der Juden in der Wirtschaft radikal verschlechtert hat. Die Rolle, die die Juden in den einzelnen Ländern vor dem Kriege und in der Gegenwart in Landwirtschaft, Industrie, Finanzen, Klein- und Großhandel sowie in den verschiedenen freien Berufen gespielt haben, wird durch Zahlen und Tatsachen belegt. Ein besonderes Kapitel ist dem Anteil der Juden an den staatlichen und städtischen Diensten jedes Landes gewidmet; es werden die neuesten Ziffern über die Zahl der Juden in der Polizei, ira Gerichtswesen, im Heer, in den Staatsschulen, im Eiisenibahn- und Postwesen mitgeteilt und mit den einschlägigen Ziffern der jüngst vergangenen Zeit verglichen. Es ergibt sich in allen diesen Gebieten eine rapide Verschlechterung der Position der Juden gegenüber den Nichtjuden. Es wird weiter nachgewiesen, daß auch auf dem Gebiete der staatlichen Kreditgewährung die Juden, insbesondere die jüdischen Kooperativbanken, gegenüber den nichtjüdischen Institutionen gleicher Art scharf zurückgesetzt werden. Das Memorandum behandelt schließlich auch das Problem der jüdischen Wandern ng; an Hand von Ziffern und Tatsachen wird nachzuweisen versucht, ob und aus welchem Lande eine jüdische Auswanderung absolut notwendig sei. Gerechtigkeit und Wiedergutmachung! Jerusalem, 5. Mai 1937. Heute, am Jahrestag des Ausbruches der Unruhen (laut jüdischer Zeitrechnung), wurde in der Jesehurun-Synagoge zu Jerusalem ein Sondergottesdienst abgehalten. Oberrabbiner Dr. Herzog, Rabbi L e v y, ein sephardischer Rabbiner sowie M. M. Ussischkin hielten Ansprachen. Dr. Herzog appellierte an die Welt, insbesondere an Großbritannien,- um Gerechtigkeit für das jüdische Volk und um Wiedergutmachung des ihm im Laufe der Jahrhunderte angetanen Unrechts. Ussischkin erklärte, daß die unschuldigen jüdischen Opfer, die während der Unruhen gefallen sind, nicht vergeblich ihr Leben aufgegeben halben. Ausflug nach Eisenstadt Nach der glänzend verlaufenen Reise nach Nikofsburg veranstaltet die „Stimme“ im Einvernehmen mit dem Kulturreferat des Zionistischen Landesverbandes für Österreich Sonntag, den 23. Mai, eine Autobusreise nach Eisenstadt. Vormittags gelangen in Eisenstadt zur Besichtigung: Das berühmte Ghetto, der alte Friedhof und das Wolfsche Museum. Anschließend daran werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt Eisenstadt besichtigt. Am Nachmittag findet ein Ausflug zum Neusiedler See statt. Alles Nähere wird in der nächsten Nummer der „Stimme“ bekanntgegeben. Anmeldungen schon jetzt im Büro des Zionistischen Landeskomitees, Wien, I., Marc-Aurel- Straße 5, Tel. U 22-2-11. Schutzlose Emigranten Ein reichsdeutscher Jude, der im März 1935 ohne Reisepaß nach Österreich kam, wurde als lästiger Ausländer jetzt aus Österreich abgeschafft. In der gegen diese Abschaffung eingebrachten Beschwerde führte der Emigrant an, daß diese Abschaffung den internationalen Gepflogenheiten, die gegen Flüchtlinge aus Deutschland üblich sind, widerspreche, da dieselben unter dem Schutz des Völkerbundes stehen. Die Beschwerde wurde vom Bundesgerichtshof mit der Begründung abgewiesen, daß. ein Beschluß des Völkerbundes, der sich auf einen solchen Schutz beziehe, für Österreich nicht bestehe. (JTA.) Winterhilfsaktion der Kultusgemeinde: 140.000 Schilling Es liegen nunmehr die endgültigen Ergebnisse der von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien im Winter 193611937 durcligefiihTten besonderen Hilfsaktion vor. Danach wurden mit einem Kostenaufwand von S 70.000 in zehn Au'sspeisestelleu unentgeltlich über . 170.000 komplette Mittagessen und Brotportionen verabreicht. 2084 Lebensmittelpakete, enthaltend 4168 kg Weizenmehl, je 2084 kg Reis, Zucker und Grieß sowie 2084 kg Pflanzenfett, weiters 10.000 kg Kartoffel wurden an 2379 besonders bedürftige Familien verteilt. Ferner erhielten 4335 kinderreiche Familien sowie alte und kranke Personen rund 220.000 kg Kohle, beziehungsweise Koks. In der Tagesheimstätte wurden täglich 100 schulpflichtd'ge Kinder unter Aufsicht gehalten und reichlich verköstigt. Einige Tee- und Wärmestuben wurden erhalten, eine Nachtmahl-Auisspeisung sowie die Aktion „Jüdische Jugend in Not“ subventioniert. Außer Bargeldunterstützungen für Zinsaushilfen im Betrage von über S 20.000— wurden im Rahmen der Bekleidungsaktlon zum Teil gespendete, zum überwiegenden Teile jedoch neu angeschaffte Bekleidungsgegenstände gegeben. Die Gesamtausgaben der Winterbilfsaktion betrugen über S 140.000. Im Anschluß an die Winterhilfe wurde die Pessachaktion der Kultusgemeinde Wien durchgeführt, * Für die Schuljugend wurden besondere Sederfeiern veranstaltet, den Kranken in Spitälern, den Insassen der Verso rgungshäuser und anderer Anstalten rituelle Kost auf Kosten der Kultusgemeinde gegeben. Der frühere Einwanderungskommissär Hyamson für ungeteiltes Palästina London, 9. Mai. (JTA.) In einer Zuschrift an die „Times“ verteidigt der frühere Einwan tl e rungsk omm iss ar der Paläs tinaregierung, Albert Monteflore Hyamson, das Ideal eines einheitlichen palästinensischen Staates mit jüdischen und arabischen Bürgern gegenüber den Teilungsplänen. Die Teilung würde England nicht seiner jetzigen Verantwortung enthebe n, schreibt. Hyamson. Zwischen den beiden mit Recht unzufriedenen und bitterfeindlichen Staaten müßte eine englische Arrneo stehen. Dio englische Intervention ließe sich nicht vermeiden, auch wenn oinem dieser Miniature tnateu oder beiden Unabhängigkeit gewährt worden würde. Boide Staaten, meint Hyamson, würden sich wirtschaftlich nicht halten können. Ein Judenstaut ohno Jerusalem wäre eine klägliche Travestie. Dagegen könnten Juden und Araber in einem einheitlichen Palästina weiteste kulturelle, religiöse und sogar munizipale Autonomie erhalten. Man könnte ihnen sogar die Zivilgerichtsbarkeit für Angehörige der eigenen Nationalität überlassen. Dagegen müßten der Zentralregierung Verkehrswesen, öffentliche Sicherheit und Zollwesen überlassen bleiben. Auch die übrigen Probleme, Einwanderung, Boden und Legislative Council seien nicht unlösbar, wenn man ausschließlich das Wohl des Landes und der Bevölkerung im Auge behält. General Dill verläßt Palästina London, 9. Mai. (JTA.) Im britischen Armee-Oberkommando wird oine Reihe von Veränderungen durchgeführt werden. Wie verlautet, ist eine der wichtigsten die Bestellung des gegenwärtigen Oberkommandanten der britischen Militärstreitmacht in Palästina »General Dill, zum Oberkommandanten der Aldershot-Kommandos in England. Dill war im Vorjahr der militärische Vertreter Englands bei den Generalstabsbeapredbungeo Englands, Frankreichs und Belgiens nach der Wiederbesetaung des Rheinlandes. Arabischer Polizist ermordet Jerusalem, 5. Mai. In Tulkarm wurde am Samstag ein arabischer Hilfspolizist erschossen. Es wird angenommen, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt. Der Mörder entkam,

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