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Die Stimme · 1937-05-05 · Heft 641 (5.5.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 641 (5.5.1937)
Date
1937-05-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DU STIMM! Nr. 6*11. Wien, Mittwoch, 5. Mai 1997* Zionistische Bezirksorganisation Schüttei, Cafe Residenz, III., Löwengasse 39 Mittwoch, den 5. Mai 1937, y,9 Uhr abends Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zion. Landesverbandes für Österreich: Vierzig Jahre Zionistische Organisation die Se-uduu# Smods Gastspiel Leo Reuß* in den Jüdischen Künstlerspielen Als vor mehr als fünfzehn Jahren Arnold Zkveigs Ritualmorddrama „Die Sendung Soma eis” zum erstenmal gegeben wurde mochte mancher fragen, warum denn jetzt so etwas gespielt werde. Der Ritualmordprozeß von Tisza-Eszlär lag doch so weit zurück, nicht nur zeitlich, sondern vor allem geistig. So et was, so meinte man damals, kann doch nicht wieder Vorkommen. Wozu schmerzende alte .Wunden anriihren, Wunden, die heute nicht nur der schmerzhaft empfindet, der sie bekom men hat, sondern auch der, der sie verursacht hat? Man mochte das Gefühl einer überflüssigen literarischen Brutalität haben. Auch heute wirkt „Die Sendung Semael brutal, aber weil es so entsetzlich gegenwartswaiir ist. Wenn an dem, was auf der Bühne vergeht, noch etwas als Spiel empfunden wird, so ist es mir der Schauplatz. Arnold Zweig gehört zu den Menschen, die auch einmal an Deutschland geglaubt haben. Er hätte nie geträumt, daß sein Staatsanwalt Bary sich auf Julius Streicher umtaufen wird . . . * Die Aufführung in den Jüdischen Künstler spielen unter der ausgezeichneten Regie Erich Hirschfelds ist von einer Eindringlichkeit und Wahrhaftigkeit, die den Zuschauer gleichzeitig niederdrückt und künstlerisch hinreißt. Leo Reuß ist der beste Untersuchungsrichter Bary, den man sich vorstellen kann. Dazu ge* Heimi L e w i n ist diesmal nur im Zwischenspiel als Satan zu sehen. Er entledigt sich seiner Aufgabe, die eine wesentlich deklamatorische ist, sehr gut. * Das Stück wurde für Wien von A. Meise l s dramaturgisch bearbeitet. Es hat sich einige Kürzungen gefallen lassen müssen, wogegen eine neue eindrucksvolle und starke Seder-Szene eine entschiedene Bereicherung darstellt. Die musikalische Untermalung des Stückes hat Herr Lubetzky vortrefflich besorgt. b. h. Mit Rücksicht auf das große Interesse für das Stück wird „Die Sendung Semaels“ auch Donnerstag nachmittags gespielt. Priv. Schalerhort CENTRAL II. Taborstr. 8 BLU14-908 Leitung: Ulian Grtlnwald Abs. d. Chajes-Pädagogiums Trude Weiß, (and. med. Täglich 2 Stunden Spiel und Turnen im Freien Einzelunterricht für schwächere Schüler Sprechstunde: Dienstag 7 bis 8 Uhr abds. Hechaluz Haklal Zionl, Snif Graz Der Hechaluz Haklal Zioni, Snif Graz, eröffnete a.m 25. April sein neues Heim im Gebäude der Jüdischen Volksschule. Drei Wandgemälde „Arbeit“, die das Heim besonders schmücken, sind wieder schöne und sehenswerte Proben der graphischen Begabung des Gh. Adolf Berger. Nachdem Ch. Schaltiel Hirsch den Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Dr. Oskar Grünbaum, und die übrigen Erschienenen hcrzlichst begrüßt hatte, hielt. Dr. Grünbaum die Eröffnungsrede, in welcher er einprägsam den Weg der allgemein-zionistischen Jugend zeigte und deren große Mission im Dienste der ungeteilten jüdischen Nation beim Aufbau Erez Israels. Karl Schwarz, als Vizepräsident der Kultusgemeinde, und Elias Grünsohlag als Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe bekundeten im eigenen und im Namen der von ihnen vertretenen Körperschaften mit warmen Worten ihre große Sympathie für die Arbeit des Hechaluz Haklal Zioni und versprachen jede Unterstützung und Förderung. Mit dem Absingen der Tikwah schloß die feierliche erste Sicha des H. H. Z. in seinem neuen Heim. Jehuda Herman. Man soll den Tag nicht vor dem Abend lobenl Sind wir heute noch im glücklichen Besitze schöner und gesunder Zähne, so kann schon in kurzer Zeit die gefürchtete Zahn-Caries ihr Vernichtungswerk beginnen. Darum heißt es rechtzeitig Vorbeugen durch tägliche Mund- und Zahnpflege mit ODOL-Mundwasser und ODOL-Zahnpasta. ODOL-Mundwasser dringt in die verborgensten Winkel der Mundhöhle ein, desinfiziert diese und verschafft reinen Atem. ODOL-Zahnpasta verhütet Zahnbelag und macht die Zähne blendend weiß. ODOL L 83 und ODOL-Zahnpasta werden erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der zahnärztlichen uncl pbarmakognostischen Institute der Universität Wien. DIE KINDER-STIMME MAX Müll LST OCR, ümmmmam (kr am Moriag, den 17. Mai 1937, im Mar morn aal den Hotel National einen jüdischen, Liederabend geben wird. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiüiJiimmiiiiiniiiiiiMimiiill Mitteilungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Israelitische Jugendgottesdienste. Ju^endgoltesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschiilor(-innen). Samstag, den 8. Mai. 1937, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bczirkssvnagogen. — Besondere Jugendgotlesdienste für Mittelschüler- und -Schülerinnen der Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 8. Mai 1937, um Ao Uhr nachmittags im Leopoldstädter Gemeindetempel, II., Tempelgasse f>, und in den Bezirkssynagogen, IX., Miillnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. könnt ihr für jeden Buchstaben zwei oder drei Blätter freilassen. Und jedesmal, wenn eure Mutter telephoniert, wird eie froh sein, daß eie es »so bequem hat.“ REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD hört auch seine blonde Hünenhaftigkeit, die sehr viel beiträgt zur Erweckung der Gegenwartsillusion, und dazu gehört auch seine Vergangenheit als Kaspar Brandhofer. Aber das erhöht nur die Wirkung, das erschüttert nur noch mehr und ist eine vorteilhafte Beigabe zu dem wuchtigen schauspielerischen Talent, das dieser Mann besitzt. Seine dramatische Skala fängt anscheinend nirgends an und hört nirgends auf. Er ist heiter, brutal bis zur Bestialität, gemütlich, sentimental, verzweifelt — alles von absoluter Überzeugungskraft. Diese grandiose Leistung ist eine neue schwere Anklage gegen den Antisemitismus, der in der Verblendung und Neid, unbekümmert die größten Begabungen, nur weil sie in Juden leben, verkommen lassen möchte. % Jenny Lovle spielt den kleinen Moriz Scharf. Man hätte in dieser Frau nie soviel tragische Kraft vermutet, man hätte sich sie überhaupt nicht in einer dramatischen Rolle vorstellpn können. Nach dieser Leistung hegt man den brennenden Wunsch, sie immer nur in literarischen Stücken zu sehen. Die schwierigsten Teile der Rolle, die Geständnisszene, die Gerichtszene und vor allem die Selbstmordszene sind Höhepunkte schauspielerischer Leistung und auoh Höhepunkte dieser blendenden Aufführung. Harmonisch spielt da<s ganze Ensemble zusammen. B. S i g a 11 als Prophet Elijahu und als Rabbi könnte vielleicht etwas verhaltener spielen, ißt aber sonst stilgerecht und namentlich in der Gerichtsszene-, wo er dern Gendarm Schlosser den Segen erteilt, ganz ausgezeichnet. Dolly Nachbar spielt drei Rollen, den Baal-Schem, den Jakob Pfefferkorn und einen Haussierer, Frau Gliicksmann ist die Mutter der Esther Solymosi (diese wird von Sylvia G r o h s gespielt), den alten Scharf gibt H. Tunis, seine Frau ist Mina Deutsch, den Baron Onody verkörpert, Herr Weiß. Mit der bei die-sem Schauspieler gewohnten Herzlichkeit spielt A. Bell den Gendarm Schlosser. I. S c h o r r und M. Weinberg als Staatsanwalt und Verteidiger kommen in der neuen Fassung des Stücks leider nicht genügend zur Wirkung. GROSSFLEISCHHAUEREi flEGM. KORNMEHL ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 fELEPHONNUMMEW A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant Uir Heilanstalten Abteilungen L "'^□•Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabblnatsder israelitischen Kultusgemeinde Wien Autozustollung kostenlos IX., Berggasse 15, XVIII., Währlngerstraße 71 Muttertag Im Kinderzimmer ißt große Kindergesellschaft-, große Beratung; Hannah und Ließe, Ernst und Igo, Robert und Helene ßtudieren: mir noch wenige Tage sind biß zum Muttertag, was wollen wir der Mutter schenken? „Gedichte, Wunschschreiben, Herztaßdierl, Blumen, Riechkissen, Isolierplatten, Deckchen — alles daß halben wir schon geschenkt.“ „Übrigens — meine Mutter braucht nichts, die hat ohnedies alles.“ „Und meine Mutter wünscht sich nur Schuh und Kleider, und das kann ich ihr nicht kaufen“, sagt Liese. Da stürmt ein verspäteter Gast ins Zimmer. Es ißt Ruth, die stürmisch herausplatzt: „Ich hab’ eine glänzende Ide: am Neunten bringe ich meiner Mutter das Frühstück ins Bett und koche Mittagessen, und aufräumen tu ich schon am Abend vorher...“ „Ja, so wie voriges Jahr“, höhnt Igo. „Du hast es uns doch selbst erzählt, wie alles verpatzt war: Der Kaffee voller Haut und. den Kuchen und die Löffel und den Zucker hast du vergessen anzurichten. Die Eier und ein Hetferl haßt du zerbrochen und deine Mutter hat noch alles wegräumen müssen!“ „Aber inzwischen habe ich heimlich bei meiner Tante Grete ein wenig kochen gelernt. Jetzt kann mir dae nicht mehr passieren. Eier kann ich auf schlagen und Kakao und Tee kochen und sogar Paradeissauce.“ „Na, also meinetwegen“, brummen die Buben, „aber was ßollen wir machen?“ Wir haben zwar jeder 20 Schilling geepart, aber die meisten Sachen kosten mehr!“ „Ihr müßt halt nachidenken. Jeder Mensch hat etwas anderes gern. Zum Beispiel meine Freundin Trude wollte ihrer Mutter gern einen Schirm und ©inen Kaktus schenken — aber weil sie ihr einen wirklichen nicht kaufen konnte, hat sie ihr einen aus Schokolade geschenkt und ein sehr lustiges Gedicht dazu gemacht. Die Mutter hat eich sehr gefreut.“ „Man muß halt dichten können“, sagte Helene. „In der ersten Klasse, wie ioh noch ganz klein war, haben wir eine herrliche Lehrerin gehabt — und niemand hat zum Muttertag daran gedacht, ihr was zu schenken, denn sie hat keine Kinder gehabt und war auch nicht verheiratet. Da haben wir naohgedaoht und dann —- meine Eitern und ich — ein Gedicht, daß mußte ich wie gestochen schreiben und auch aufsagen. Daß ging so: Heut' am Muttertage Stell' ich eine Frage, An alle Kolleginnen, die ich hier seh', In unserer lieben, ersten B. Haben wir nicht alle der Mütter zwei? Die eine in unserer Gasße — Und — ich sag’s mit Hurrageschrei! — Die MiutteT von unserer Klasse. Unsere liebe Frau Lehrerin, Ißt sie nicht unsere Mutter? Sie weißt uns auf alles Gute hin So wie ein Engel, ein guter. Drum gilt auch ihr der Muttertag, Voll Lieb* und Dank gegeben, Und ich mit der ganzen Klasse sag': Hoch soll unsere Frau Lehrerin leben!“ „Es kann nicht jeder dichten“, sagt der Ernstl ein wenig gereizt. „Wart’ ich hab’s!“ ruft Ruth. „Wer von euch hat Telephon?“ Alle heben die Hände. „Und wer von euch hat ein alphabetisches Namen- und Nummern verzeichniß zu Haiuße?“ Nur einer? Na also, da hat sicher eure Mutter schon oft in größter Eile eine Nummer gesucht. Wir machen ein Telephon- Verzeichnis, die fertigen kosten eine Menge Geld. Ich habe gerade ein kariertes, blaues Heft bei mir, an dem werde ioh es euch zeigen. Den Einband nehmen wir weg. Die Länge des Heftes messe ich jetzt ab und dividiere diese Länge durch 22. Daß Alphabet hat zwar 26 Buchstaben, aber J, Q, X, Y. quartieren wir zu andern Buchstaben ein, denn so heißt doch niemand und dann geht eß uns mit dem Platz besser aus. Vom ersten Blatt ßohneiden wir der Länge nach einen Streifen ab, der drei Karos breit ist. Dann schreiben wir auf das erste Blatt mit fetten Buchstaben: Eigene Nummer Auskunft Störung Rettungsgesellschaf t Wachstube . Vom nächsten Blatt schneiden wir wieder einen ebenso breiten Streifen weg, aber nicht ganz. Wir zeichnen uns nämlich von oben her das erste Zweiundzwanzigstel ein, so bleibt uns ein kleine® Schild, auf das wir fett mit Tusche ein A malen, Auf daß zweite Blatt werden nun zwei Zweiundzwanzigstel von oben her aufgetragen (die Breite bleibt weiter drei Karo) und nun kommt ein B auf dieses Schild usw. Wenn alle Buchstaben eingezeiohnet sind, schreiben wir nach dem Register die Namen und Nummern von allein Leuten ein, mit denen Mutter telephoniert, da hat sie’s recht bequem! Jetzt nageln wir das Heft auf ein Stück Pappendeckel, das wir noch durch eine Randleiste verzieren, und hängen es beim Telephon auf. Dazu hängen wir an einem Bindfaden einen gutgespitzten Bleistift. Wenn ihr aber ein dickes Heft kauft, JläUdecke Kreuzworträtsel Von Samuel Jäger. l 2 3 ■ 4 5 6 7 i ■ 8 9 H10 Hfl ■ ii ■ ■ 12 | ■ 13 ■ 14 ■ 15 16 17 1 18 19 ■ 20 21 ■ 22 Waagrecht: 1. Einer der zwölf Propheten* 4. Stadt an der Thaya. 7. Erster Mensch. 8* Männliche Bibelgestalt. 9. Ungebraucht. 10. Tigerpferd. 11. Ferment iim Rindermagen. 12. Verkauf.»gegenstände. 14. Waoholdersohnaps. 16. Vögel. 18. Bestimmter Artikel. 19. Augenkrankheit, auch Bühnengrüße. 20. Heilig bei den Süidseeinsulanern. 21. Spanischer Küstenfluß. 22. Bruder Aarons Senkrecht: 1. Spaßmacher. 2. Fluß TrS Deutschland. 3. Mutterseihwein. 4. Anerkennung. 5. Fluß in der Schweiz. 6. Name des ewigen Juden. 8. Vorwort. 10. Ehemal. russ. Herrscherin. 11. Ruhestatt. 13. Teilzahlung. 15. Schlingpflanze. 17. Nachtlokal. 18. Bestimmtet! Artikel. * Auflösung der Rätsel aus der vorigen Nummer» 1. Magisches Quadrat: rh'i—h'h—1 v v vv * So war das Bild zusammemzusetzon. (Jleiehzeitig ist diese» Bild unser 5. Rätsel aus Paläsl.inakuiule. Denkt nach, wie Orange auf Hebräisch heißt und wo dio meiistoa Oraiigeiipllanzimgen (... Panlcssim) sind.

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