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Die Stimme · 1937-04-30 · Heft 640 (30.4.1937) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 640 (30.4.1937)
Date
1937-04-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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V.;?n; Freitag, 80. April 1937. — Nr. 040. Oll STIMMI 3 Probleme der Berufsberatung Von Dr. Johanna Einer, Berufsberaterin im Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Ate ersten Beitrag zu der von Doktor Schwager, Linz, angeregten Diskussion (s. „Die Stimme“ Nr. 636 vom 16. April) Ober „Vorsorge für die Alten und Jungen“ veröffentlichen wir nachstehenden Artikel; Jo schwieriger und verworrener die allgemeine Wirtschaftslage wird, um so schwieriger wird auch dao Problem der richtigen Beruf-einglicderung der Jugend. Hier helfend einzugreifen, ist Aufgabe der Berufsberatung. Ihr Ziel ist ein doppeltes: fürs erste will sie die Jugendlichen — die 14jährigen Hauptschüler wie die 18jährigen Maturanten —, die weder genügend Urteil über sich selbst noch auch genügend Kenntnis über daß durch weitgehende Spetzialtaierung heute so unübersichtlich gewordene Berufsleben haben, durch Aufwoisen der Möglichkeiten und Schwierigkeiten in die richtige Bahn lonkon und so zum größtmöglichen persönlichen Berufserfolg führen. Sie will aber zweitens der Volkswirtschaft als Gesamtheit und somit auch dem einzelnen Betriebe dienen, indem sie mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Methoden für die richtige Berufsauslese und den notwendigen Nachwuchs an Qualität» arbeite rn in Fabrik, Werkstatt und Büro sorgt. Denn mehr und mehr setzt sich die Erkenntniß von der Notwendigkeit planvoller Arbeitsmarktpolitik und von der Bedeutung des arbeitenden Menschen als wichtigsten Faktor Im Produktionsprozeß durch. Die Berufsberatung hat somit zwei Wurzeln: eine psychologisch-pädagogische und eine wirtschaftlich-soziologische. Der im Einzelfall erteilte Berufsrat ist daher ein Kompromiß zwischen den Wünschen des Individuums und den Bedürfnissen der Allgemeinheit. Drei Momente sind es, die bei der Erarbeitung des Berutarates von ausschlaggebender Bedeutung sind: Berufsneigung, Berufmgming und Arbeitsmarktverhältnisse. I. Berufsneiguag' Trieb, Veranlagung, Umweibseinflüsse laissen im Menschen Vorliebe für eine bestimmte Betätigungsart und Abneigung gegen eine andero entstehen. Pio Art des Ärbeitsmateriales wie Metall, Holz, rohes' Fleisch, Teig usw. erweckt im Menschen je nach individuiftiler Wesensart Zuneigung oder starke innere Abscheu.! Wie steht es nun mit der Berufsneigung der schulentlassenen Jugend, was sind ihre Berufswünsche? Ein Überblick über die von I den einzelnen Bervibberatungsämtern ver-j öffentlichten Statistiken über die Berufs-1 wünsche der austretenden Schüler sowie Aussprachen mit den Jugendlichen geben interessante Aufschlüsse. Was zunächst vor allem auffällt, ist eine starke Gleichförmigkeit der Wünsche, Ge-, wisse Berufe werden immer wieder genannt, während andere nur vereinzelt auftreten. Zu diesen „beliebten“ Berufen gehören zum Beispiel bei den 14jährigen Knaben: der Mechaniker, Elektriker, Bäcker, bot den 14jährigen Mädchen: die Friseurin, Verkäuferin, Schnei-j derin. Gebt man dieser Bevorzugung bc-1 stimmtet- Berufe und Vernachlässigung an-’ derer auf den Grund — wie da« in einer ( Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten geschehen ist — und begnügt man sich dabei nicht mit der Untersuchung der Vierzehnjährigen, sondern erfaßt die Entwicklung vom Kinde bis zum reifen Menschen, so findet main, daß in der Einstellung zum Beruf gewisse generelle Regeln zum Ausdruck kommen. Die je weite geäußerten Berufswünsche sind ewtens „altersbedingt“, das heißt ln gewissen Altersstufen werden immer gewisse Berufe genannt; die Wünsche sind somit Ausdruck cler jeweiligen psychischen Entwicklungsphaso. Eltern und Erzieher kennen seit jeher die typischen Kinder- und Pubiertätaberufe. (So ist zum Beispiel Straßenbahneobaffner oder Lokomotivführer ein bekannter Kioderwunsch, Säuglingspflegerin ein häufiger Wunsch von Mädchen in der Pubertätszeit.) Die Berufswünsehe sind zweitens „milieubedingt“, zum Beispiel neigen Kinder gewisser Berufsschichten aus verschiedenen psychologischen wie wirtschaftlichen Gründen zum Fohbaltcm an dem Berufe dos Vaters. Man spricht von einer „Berufstradition0 (sohr aii'sgonrä'rt boi Eisenbahnern, Rechtsanwälten, Kaufleuton). Dio Berufswünsche sind drittens abhängig von augenblicklichen Konjunkturorscheinungon. So entstehen jeweils neue „Moile“-Berufe, Diese Tendenzen Überlagern dl« wirkliche individuelle Neigung und bewirken dadurch oft einen falschen Berufswunsch. Daraus ergibt sich für den Berufsiterater die Notwendigkeit, den vom Jugendlichen angegebenen Berufsimnsch jeweils auf seine „Echtheit“ zu prüfen, das heißt zu ergründen, wie weit er mit den tatsächlichen Interes'-en und Neigungen im Einklang liegt. Hiebei tat er vor allem auf die Angaben der Lehrer und Eltern angewiesen. .Frei? Beobachtung des Jugendlichen in der Schule, in der Jugendgruppe, zu Hause, bei Arbeit und Spiel, sind die hauptsächlichsten Erkenntnisquellen. Dio Berufsberatung ist daher von vornherein auf enge Zusammenarbeit mit Elternhaus und Schule angewiesen, was ln der Praxis durch Aasfüllen der sogenannten Berufsfragebogen seitens der Lehrer und Eltern und Aussprache mit den Eltern erfüllt wird. Das Problem der Echtheit der Berufswünscho Ist besonders aktuell bei der Beratung jüdischer Jugendlicher. Denn durch die besonderen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, durch die starken Umßchichtungsteridenzen innerhalb des Judentums, durch die Beeinflussung seitens der Jugendorganisationen sehen wir die jüdische Jugend immer mehr und mehr vom HändeL wegströmen und zum Handwerk hindrängen. Diese Berufswünsche entstehen aber so sehr unter dem Einfluß äußerer Umstände, daß sie bei vielen Jugendlichen in gar keinem Zusammenhang mit ihren wirklichen tieferen Neigungen stieben. Die Berufswünsche sind in diesen Fällen nicht Ausdruck einer inneren Regung, sondern Folgeerscheinung bestimmter wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Tendenzen. Zur Frage der Berufswünsche der schulentlassenen Jugendlichen im allgemeinen ist noch hinzuzufügen, daß sie nur sehr schlecht mit den tatsächlichen Arbeitsmarktverhältniissen übereinstimmen und auffallend oft nicht den persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechen. Der hauptsächlichste Grund für die Schwierigkeiten in diesem Fragenkomplex liegt darin, daß die Jugend die Berufe viel zu wenig kennt wid daher gar nicht beurteilen kann, in welchem Berufe ihre Neigungen und Interessen nun tatsächlich zur Befriedigung gelangen können. Daher ist eine der Hauptforderungen der Berufsberatung die Einführung von berufshandlichem Unterricht in den Schulen, der, unterstützt durch Betriebsführungen in den wichtigsten Berufszweigen und Arbeitsunterricht in der Schulwerkstätte, die Jugendlichen für die Berufsentscheidung vorbereiten soll, Solange dies nicht erreicht ist, bemüht sich die Berufsberatung durch Abhalten von borufskundlichen Vorträgen in den Abschlußklassen, die austretenden Schüler „berufsreifer“ zu machen und den Bcrufswunßoh zu klären. Trotz all der hier besprochenen Fehlerquellen ist aber doch der geäußerte Berufswunsch für den Berufsberater erster und wichtiger Anhaltspunkt, den er bei aller Berücksichtigung der aufgezeigten Fälschungstendenzen nach Möglichkeit respektiert und als RichtungswcLse für sehne weitere Arbeit nimmt. II. BeruSseigntmg. Die Berufspsychologie geht von der Voraussetzung aus, daß in jedem Menschen bestimmte Fähigkeiten innewohnen, die ihn für den einen Beruf gut geeignet machen, für einen anderen weniger oder gar nicht. Die Kenntnis darüber, welche Fähigkeiten für die einzelnen Berufe erforderlich sind, gibt dem Berufsberater die „Berufskunde“, ein neuer Wissenszweig, der sich auf technische, psychologische und soziologische Berufsanalyse stützt. Welche Methoden stehen der Berufsberatung zur Verfügung, um die Fähigkeiten eines Menschen, seine Berufseignung zu erkennen? Über die körperliche Eignung entscheidet der Arzt. Es bedarf wohl keines näheren Hinweises auf dii? große Bedeutung seines Gutachtens: hier liegen auch schon langjährige Erfahrungen von Schul- und Gewerbeärzten vor. Viel schwieriger ist die Beurteilung im Hinblick auf manuelle Fähigkeiten, intellektuelle Begabungen und Veranlagungen des Charakters. Diie Berufsberatung verwendet grundsätzlich alle Methoden, die zum Erkennen der Persönlichkeit beitragen können. Den ersten Hinweis gibt das Schulzeugnis, wenn es auch für die Beurteilung der Begabung aus Gründien verschiedener Art nicht unkritisch verwendet werden darf. Viel aufschlußreicher ist daß, was der Klassenlehrer über die Zeugnisnote hinaus über den Jugendlichen auszusagen weiß. Das Lehrergutachten — im Rerufsfragebogien festgehaiten — gehört bei der Findung des Beruforates zu den wichtigsten Ausgangspunkten, besonders, soweit es sich auf Charaktereigenschaften bezieht. Mündliche Aussprache mit den Eltern und schließlich eingehendes „Beratungsgespräch“ mit dem Jugendlichen selbst bringen weitere Beiträge zur Beurteilung des Ratsuchenden. Das wichtigste Hilfsmittel der Berufsberatung jedoch ißt die psychotechnische Eignungsuntersuchung. Die psychotechnische E ignungsuntermckung ist eine psychologische Methode, die es ermöglicht, die Begabung eines Menschen, seine Fähigkeiten, unabhängig vom Schul- ZaHnarzt Dr. Iro Schächter und Frau gratulieren herzlichst ihrem Neffen EPHRAIM SCHÄCHTER zur rTiXD"-Q Feier Banque des Pays de l’Europe Centrale Zen trat-Europäische Länder bank Aktiengesellschaft. GesellschafUkapital: 100 Millionen Franken / Silz der Gesellschaft: Paris, Rue de Castiglione No.12 KUNDMACHUNG Die Herren Ak ioniire werden hiemit für Freitap, den 21. Mai 1937, vormittags 11 Uhr, zu der Im Saale der SopiM dos Ingdnleura Civils de France in Paris, Rue Blanche No. 10, etattfindenden ordentlichen Generalversammlung einberufen. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrates und der Zensoren, Genehmigung des Rechnungsabschlusses für das am 31. Dezember 1930 abgelnufene Geschäftsjahr, Verwendung des Reingewinnes. 2. Wiederwahl von VerwaltungsrUten, Bestätigung der Kooptlerung von drei Verwaltungsräten und Erteilung der Entlastung an die Verlassenschaften mich zwei Verwaltungsräten. , 3. Erteilung von Ermächtigungen an die VerwaltungBräte gemäß Art. 40, Ges. vom 24. Juli 1867. 4. Wahl der Zensoren f(tr das Geschäftsjahr 1937 und Festsetzung der Ihnen zukommenden Entschädigung. Weltkongreß-Exekutive an die Regierung der CSR. Dank für Menschlichkeit und Gerechtigkeit Paris, 26, April. (JTA.) Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses hat dem Gesandten der Tschechoslowakei in Paris die auf der letzten Sitzung der Exekutive angenommene Resolution überreicht, die folgendermaßen lautet: „Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses drückt ihre tiefe Befriedigung aus über die jüngst erfolgten Beschlüsse der tschechoslowakischen Regierung hinsichtlich der Verstaatlichung der hebräischen Schulen in Karpathorußiand und der Erfüllung weiterer Forderungen der Jüdischen Partei ln der Tschechoslowakei. Die tschechoslowakische Regierung hat durch diese Entscheidung erneut ihre wahrhaft liberale und tolerante Haltung in der Behandlung der Minoritäten des Landes bewiesen und erneut dokumentiert, daß die Regierungspolitik gegenüber der jüdischen Minorität auf den Prinzipien voller Gleichberechtigung und der loyalen Verwirklichung der in der Verfassung und in den internationalen Verträgen gesicherten Minoritätsrechte beruht.“ FCHAIAI7 HA kl AI 7|OM| den 4. Mat 1937, »/,0 Uhr abends. Im Fest- IlMlxLm. tivni «aal de« Ho<«l National. Wien, II., laboratraBe 18. KonzerUUmar f. Sooal-Roaenbaoh, Timor, I« «Hlnum — bereits wiederholt mit großem Erfolg aufgefUhrten — juniestun heUräiBch-»«!«» ineaBlschen Liederzyklus: «EREZ ISRAELS AUFBAU IM LIEDE» Neben dem hohen imistknllHch-kflnsilorisehon Wert der Lieder vermitteln die Diohtun'Ten unserer natloriaNnaläMtinmtslNuhen Lyriker mit dein verbindenden Text (verfaßt von I, Se?u|-Rosenbach) eine kurze gesehiohll cbo Übersieht d"r JUillseh-zlonieUaohen Fn'wleklum In Lied und Wort „vom Erez lernet der Mbllsohen Volt bis zum Ercz Israel der Gegenwart“. Verbindender Text und deutsche Übersetzung der Weder vnrgelrwen durch: Richard MUllcr, Klavierbegleitung Litt Rtegler. Eintrittskarten B —'80 und 8 l’—. Für Chaluztm 80 Grosohen Im Sekretariat dos Zionistischen Lsudeeverbaudes, 1., Marc-AurolßtroS« g, und in der JUdiiohen KultureUUo, L. Fum»-Jo8#f«»K»l 8. wtasen, Fleiß, Milieü usw. objektiv zu erfassen. Sie stellt den Berufsanwärter in bestimmte, für den zukünftigen Beruf typ wehe Situationen, registriert .seine Leistungen, beobachtet sein Verhalten und schließt nun auf Grund der so gewonnenen Ergebnisse auf die voraussichtliche Eignung zum Beruf. Die Hilfsmittel der psychotechnischen Eignungsuntersuchung setzen sieh aus drei Gruppen zusammen: 1. Schriftliche Tests: Das sind Aufgaben, die schriftlich oder zeichnerisch ausgeführt werden und sich vor allem auf die Überprüfung der Intelligenz, des Gedächtnisses, der räumlichen Vorstellung und ähnlichem beziehen. 2. Arbeitsproben: Das sind Aufgaben, die mit einem bestimmten Arbeits material ausgeführt werden (zum Beispiel von Drähten nach bestimmten Vorlagen) und vor allem dio Handgeschicklichkeit erfassen. 3. Apparate, die sich auf die verschiedensten Gebiete der Sinnesfunktionen und Verhaltensweisen beziehen (zum Beispiel Reaktionsprüfer) und überall dort Verwendung finden, wo auch der künftig© Beruf häufigen und reibungslosen Umgang mit Apparaten und Maschinen verlangt. Die Ergebnisse der einzelnen Aufgaben werden nach bestimmten Gesichtspunkten „ausgewertet“ und nach geeichten Skalen beurteilt. Ebenso wichtig wie das Festhalten der Leistlingen auf den einzelnen Gebieten ist die psychologische Beobachtung während der Prüfung und schließlich das Erfassen der Jugendlichen als Gesamtpersönlichkeit. Es ist hier nicht Raum, auf die Probleme uijd Methoden der Psychotechnik näher ejnzugehen, doch sei darauf hingewiesen, daß kritische Vergleiche zwischen dem Urteil der psychotechnisehen Eignungsuntersuchung und dem späteren Urteil der Praxis — sogenannten „Bewährungskontr ollen“ —- Übereinstimmungen von zirka 90 Prozent zeigen. Die jüdischen scfoulaustretenden Jugendlichen der Wiener Schulen zeigen im großen und ganzen im Hinblick auf ihre Berufsr fähigkeiten im allgemeinen und damit auch in bezug auf ihre Fähigkeit zum Handwerk im besonderen ungefähr dasselbe Bild wie die 14jährigen Jugendlichen als Gesamtheit. In der Differentialdiagnose kann mandavon sprechen, daß bei ihnen ein etwas größerer Anteil des intellektuellen Typus auf Kosten de« stärker manuell eingestellten zu finden ist. Doch liegen spezielle Untersuchungen darüber nicht vor, auch sind das Tatsachen, die stark milieubedingt sind und unter dem Einfluß der modernen Richtungen innerhalb des Judentums eingreifenden Veränderungen bereits unterliegen und sicher noch entgegengehen. Wenn trotzdem eine gewisse Scheu seitens der jüdischen Handwerker gegen eine Einstellung von jüdischen Lehrlingen zu konstatieren Ist, so beruht dies zum Teil auf einer starken Voreingenommenheit, gewonnen aus den Erfahrungen bereits überholter Zeiten. Zum Teil jedoch ist das auf gewisse noch immer — oft unbewußt — vorhandene Mängel’in der seelischen Einstellung der jüdischen Jugendlichen zur manuellen Arbeit, die erst in der Praxis zum Ausdruck kommen, zurückzuführen. Auf ungünstig© äußere Verhaltensweisen gegenüber Meister und Kundschaft, auf gewisse Mängel der Arbeitsdisziplin und Ausdauer, wie sie speziell die manuelle Arbeit verlangt, zurUckzuführcn. Hier tat noch erzieherische Beeinflussung der Jugendlichen — und ihrer Eltern — erforderlich. III. Arbeltsmarktverhälttüsse. Sind die dominierenden Neigungen und Begabungen eines Menschen erkannt, dann kommt dio dritte und heute schwierigste Frage nach den tatsächlichen Berufsmöglichkeiten. Diese hängen ab von der wirtschaftlichen Struktur dos Landes im allgemeinen, von den Verhältnissen am Wohnort im speziellen, von Konjunkturschwankungen, gesetzgeberischen Maßnahmen, von technischen Umwälzungen, die ganze Industrien entstehen und verschwinden lassen, kurz: sind abhängig vom Geschoben auf dom Woltarbei'tismarkte im großen und den wirtschaftlich-politischen Vorgängen des Heimatlandes im speziellen. Ein halbwegs brauchbares Urteil über die augenblickliche wie über die künftige Gestaltung eines Berufes abzugeben ist nur möglich bei enger, stän-

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