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Die Stimme · 1937-04-23 · Heft 638 (23.4.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 638 (23.4.1937)
Date
1937-04-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite © Dü STIMMI Nr. 83$. — Wie®, Freitag, 28. April 1887. Israel-Zangwfll-Abend Leon S c h a 1 i t, der bekannte Schriftsteller und Übersetzer englischer Autoren, spricht Samstag, den 24. April, 18 Uhr, in der Jüdischen Kult.urstellc über den englisch-jüdischen Dichter Israel Zangwill. Da Schalit mit Israel Zangwill eine langjährige Freundschaft verband, dürften seine Ausführungen für die jüdische Öffentlichkeit von besonderem Interesse sein. Anschließend liest Leon Schallt aus den Werken des Dichters. Karten in der Jüdischen Kulturstelle. I., Franz-Josefs-Kai 3, und bei Gronner, I., Graben 28. Jüdische Kulturstelle I., Franz-Josefö-Kai 3, Tel. 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich 20 Uhr: Juschkewitsch’ Groteskkomödie „Sonfcin und der Haupttreffer“. Sonntag, 15-30 Uhr: „Schwer m sein ein Jud’“ von Scholem Alejchem, deutsch von Jakob Rosenthal, bei kleinen Preisen, Aus Anlaß des 10. Todestages von Semen Juschkewitsch: Freitag, 23. April, 20 Uhr: Gedenkvorstelhmg von „Sonkin und der Haupttreffer4. Sektion für bildende Kunst: Sonntag, den 25. April: Vorbesprechung über die geplante GeeeUschaftsstudienreise zur Weltausstellung nach Paris in der Jüdischen Kulturstelle. Beginn: 11 Uhr vorm. Interessenten an dieser Gesellschaftsreise werden gebeten, an dieser Besprechung teilzunehmen. Dr. S. Frankl ordiniert in Bad Luhat-schowitz (CSR.) von Mai bis Oktober. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmessergasse 4. Tel. U 27-0-65. sucht dringend Stellen für: A) Kontoristen, I Buchhalter, Handetehilfsarbeiter, Gescbäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer und I -[ehrerinnen für Mittelschulfächer, Musiker für! Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen. —; B) Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art — j darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker), Installateure, Bau- und | Maschineningenieure, Chauffeure — sowie un- I gelernte Arbeiter. — C) Handwerkliche und I kaufmännische Lehrstellen für Knaben und | Mädchen. —- Im selben Verein sind derzeit | offene Stellen für: Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntnisse für In- und Ausland, Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und. Fremdsprachen, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbeit), Hauspersonal jeder Art. Diverse Auslandsstellen Dir deutsche Emigranten Offene Auslandsposten für Männer Ubersee. Amerika: Gärungsfachmann, Chemiker, Praxis bei Befefabrikatdon. nach Peru; Ingenieur-Geologen für Petroleumbohrungen, Handschuhmacher für Südamerika. Australien: Kürschner und Pelzfärber für mittlere Felle, nur erstklassige Kraft. Mexiko: Wirker für Kettenstühle. China: Chemiker, Spezialist in der Erzeugung von Seifen und JÜDISCHER KALENDER 23. oll 29. April 1937, 12. oll 18. Har 5697 Freitag (23.) Sabbath-Elngang 6)? Samstaq (24.) Sabbath-Ausgang 712 Wodienabsdinltt: AdireJ-K’dosdilm Donnerstag (29.) Lag Baomer kosmetischen Artikeln. Indien: Leiter für Buchdruckerci. Europa. England: Ingenieur mit Erfahrung in Ventilatiousanlagen, kaufmännischer Fachmann aus der Maschinenbranche, speziell versiert im Verkauf, perfekt Englisch. Jugoslawien: Betriebsleiter oder Werkmeister mit Erfahrung in der Herstellung von „Bergmann-Isolier- Röhiren“. Balkanländer: Beigwerksiugenieur mit Praxis möglichst in Bledbergbau. Rumänien: Spezialist für die Erzeugung von Gärungszitronensäure au* Rübenzucker, Melasse und deren Derivaten. OSR.: Werkmeister für Schokolade- und Bonbonfahrik. Finnland: Werkmeister für Erzeugung von Durchschlag- und Carbonpapier. Offene Auslandsposten für Frauen. Palästina: Direktrice für Charmeusewäscheerzeugung, perfekt Zuschnciden, mindestens 8 Jahre Praxis. England: Wäschenäherin für Damenwäsche, nur hochqualifizierte Kraft Ungarn: Direktrice aus der Blusen- und Kinderkonfekhionsbranche, selbständig im überwachen und Entwerfen, für Budapest. P o 1 e n: Direktrice für Strickerei und Wirkerei, vollkommen selbständig im Zuschneiden und allen fachlichen Agenden. Starkes Rauchen verursacht Bildung gelber, brauner öder schwarzer Beläge auf den Zähnen. Für Raucher und Raucherinnen ist daher die regelmäßige, täglich mehrmalige Zahnpflege mit ODO L- Zahnpasta eine unbedingte Notwendigkeit, wenn sie der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen. ODOL-Zahnpasta reinigt die Zähne sicher, ohne den Zahnschmelz anzugreifen; sie beseitigt alle Unreinigkeiten, unangenehmen Gerüche und alle Farbstoffe, die etwa durch Rauchen, Speisen und Getränke an den Zähnen haften und ihre Verfärbung herbeiführen können. ODOL-Zabnpasta macht weiße Zähne und verleiht reinen Atem. ODOL-Zahnpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der zahnärztlichen und pliarmakognostischen Institute der Universität Wien. Freiplätze ln Piestany. Der jüdische Krankenfürsorgeverein der Kultusgeraeinde in Piestany „Jesehurun“ stellt für Wiener mittellose Kurbedürftige für die Monate Mai—Oktober 1987 je einen Freiplatz zur Verfügung. Die berücksichtigten Patienten halben Anspruch auf unentgeltliche Wohnung, rituelle Verpflegung und Benützung der Heilbäder. Laut Vereinbarung der Wiener Kultusgemeinde mit dem genannten Verein sind Gesuche um Aufnahme bei der Fürsorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, einzubringen. Den Gesuchen sind amtliche Armutszeugnisse sowie ein ärztliche Zeugnis über die Kurbedürftigkeit in Piestany oeizulegen. DIE KINDER-STIMME (Nachdruck verboten.) Hans Christian Andersen und die Juden (Aus einem demnächst erscheinenden Buch: „Juden im Spiegel nordischer Dichtung“ von Lilian. Grüuwald.) Jeder von euch kennt wohl ein Andersen- Märchen. Und jeder liest es mit inniger Freude. Und es wird auch nicht langweilig, wenn man es öfter oder wenn man es nach Jahren wieder liest. Im Gegenteil... „Mit manchen Geschichten geht es so wie mit manchen Leuten“, sagt der Dichter selbst... „Je älter sie werden, desto schöner werden sie...“ Hans Christian Andersen war das Kind armer Eltern; während seiner Kindheit und besonders während seiner Jugendzeit litt er darunter tief und heftig. Er wollte lernen, konnte aber nur die Armenschule besuchen, öffentliche Volks- und Hauptschulen gab es damals noch nicht. Er verfaßte Theaterstücke und Gedichte und konnte noch nicht einmal orthographisch schreiben. Die mejjr sten Leute hielten ihn für närrisch. Als er 14 Jahre alt geworden war, hatte er sich an die 30 Schilling erspart, und mit denen LILIAN GRUNWALD: Nachdruck verboten. Wir spielen und lernen ein wenig Hebräisch 20. Spiel: Spielen wir Orakel I^P!) Eines der lustigsten Spiele für klein und groß ist das Orakelspiel. Alle Kinder sitzen um einen Tisch auf dem ein kleines Fläschchen liegt. Ein Kind stellt nun eine Frage, zum Beispiel: „Wer wird einen Haupttreffer machen?“ Gleichzeitig versetzt es das liegende Fläsclichen in eine kreisende Bewegung. Das Fläschchen bleibt schließlich stehen; auf wen der Hals des Fläschchens weist, dem gilt nun die Antwort des Orakels. Wer wird zuerst nach Erez kommen (hinaufsteigen)??njMR njltfto nby' 'Ö Wer wird auf die Nase fallen? Wer wird in der Schule durchfallen? Wer hat die beste Freundin? Wer wird eine Ohrfeige bekommen? Wer wird sein Heft beschmutzen? Wer wird sich an Schokolade überessen? Wer putzt sich nie die Nase? Wer wäscht sich nur einmal in der Woche? Wer hat einen Vogel im Hirn? Wer ist der Unwissendste von allen??1bk VS? nn33 njtf ity vs T. - ff T *?rai» 'an mann vdS T —s t”":- :?viS-rmjö bap* vs V - J -J? frnams m itaS' vs : " v .? mSlpW3 iro'p na Spbp' vs .?1ö»n rot tsrrits lavt vs 1 T V? jjtatfa nrm oye pn v» n» pnh vs? nbn rot Tön ‘saSaö vs - - V T l ” J? uwa gtean vs (Dieses Spiel eignet sich vorzüglich zur Einübung der Zukunftsformen.) Die Zukunft Tfi^ wird im Hebräischen gebildet, indem der Stamm des Zeitwortes durch Vor- und Nachsilben erweitert wird. Es gibt zehnerlei verschiedene Stämme (Wurzeln) und denselben entsprechende Zukunftsformen. Wir geben zwei Beispiele: „fallen“ aus der Klasse der Nun-Stämme, das heißt Zeitwörter, die mit einem Nun beginnen. Dieses fällt in der Zukunft aus, und „binaufgehen-, steigen“ rrVy aus der Klasse der zusammengesetzten Verben, die mit einem Kehllaut, zum Beispiel (y) an- T fangen und (n) endigen. Sb-K V — S b-n *: * *7B-n — bis«) rt^b-n — ’ta-n TI * I nj^b-n — if»-* Tt! nSy-K vv: v — nVjF-n nbv’p — nSy*' nfnw vxt - m^y-pi — iSy-n TVl|- *t nybjMj — 6^ Aus Raummangel entfällt (ließe» Mal die Transkription der hebräischen Texte. beschloß er, na,oh Kopenhagen, der Hauptstadt seines Vaterlandes Dänemark, zu wandern, um dort groß und berühmt zu werden. Seine Mutter war natürlich dagegen, ihren einzigen Sohn, so arm und schüchtern wie er war, in die Fremde ziehen au lassen — alle rieten ihm von seinem Vorhaben ab, aber Hans Christian blieb mutig dabei. Ein wohlmeinender Bürger, den er um ein Empfehlungeschreibon hat, riet ihm väterlich, doch lieber ein Handwerk au lernen ... „Das würde aber eine große Sünde sein“, sagte Hans mit solcher Überzeugung, daß er den Mann für sich gewann. Schließlich prophezeite ihm eine alte Frau aus der Kaffeetasse, daß er noch sehr berühmt werden und ihm au Ehren seine Vaterstadt Odense illuminiert sein würde. Und das ist auch alles wirklich eingetroffen. Wenn der kleine Andersen verzagt hätte an der Aufgabe, die er in seiner Brust lebendig fühlte, damals, als ihn fast alle abredeten und ihn verspotteten — wo wären all die schönen Märchen geblieben, die nun seit 100 Jahren alle Kinder entzücken? Man kann ruhig sagen: alle Kinder, denn Andersens Märchen sind in alle Sprachen übersetzt worden, sogar ins Indische und natürlich auch ins Hebräische. Aber nicht nur Märchen hat Andersen geschrieben, sondern auch Romane. In fast jedem dieser Romane kommen jüdische Menschen als Hauptfiguren vor. Und die Mehrzahl der jüdischen Menschen, die er schildert — und ganz ohne sie zu kennen, hätte er dies wohl nicht können — sind besonders gute, besonders tätige und besonders hilfreiche. So will ich euch denn mit den jüdischen Gestalten aus Andersens Romanen bekannt machen, wozu ich diie Handlung, soweit es nötig ist, auszugsweise anführe. Denkt euch, es war eine Zeit, wo ein Brief nach Dänemark drei Wochen und mehr reiste. Gliickspeter Peter ist armer Leute Kind (gleich Hans Christian, ein Motiv, das in Andersens Romanen immer wiederkehrt). Sein Vater stirbt im Krieg und Mutter und Großmutter plagen sich sehr, um ihn rechtschaffen großziuziehen. Aber doch ist er recht glücklich: Mutter und Großmutter lieben ihn so herzlich und Großmutter erzählt ihm so herrliche Geschichten. — Im Rinnstein, wo die andern Jungen nur Scherben und Knöpfe fanden, findet er, Glückspeter, einen Silberschilling, einen goldenen Ring und ein kleines Bernsteinherz. Der Schilling wanderte in die Sparbüchse, der Ring zu dem, der ihn verloren hatte, durch das Bernsteinherz aber zog Großmutter ein schmales Band und hing es ihm um den Hals. „Das darfst du niemals ablegen, außer wenn du ein neues Band dazu bekommst. Du darfst auch den andern Knaben nicht zeigen, daß du es hast, sonst nehmen sie es dir fort und dann bekommst du Bauchweh.“ (Fortsetzung folgt.) Bilderrätsel aus Palästinakunde Was auf dem Bilde dargestellt ist, sollt ihr j hebräisch benennen und den Namen des' Ortes in Erez Israel, wo dieses Produkt erzeugt wird, finden. Wer über Erez Israel gut Bescheid weiß, wird es bald heraushaben. .9 Logogryph: Mit m ward er hinausgetrieben, Mit r ist Sieger er geblieben. * Geographisches Palindrom: Ich bin ein Fluß in Österreich. Dreht man mich um, so bin ich gleich Ein stark Getränk, gar wohlbekannt, Und komm aus fernem Inselland. Prlv. SchOlerhort CENTRAL ll.faborslr. 881.1)14-908 Leitung: lilian QrQnwald Ab«, d. Chajes-Pädngoglumn Trude Weiß, <and. med. Täglich 2 Stunden Spiel und Turnen im Freien Einzelunterricht für schwächere Schüler Sprechstundet Dienstag 7 bis 8 Uhr abds. Scherzrätael: Wie viel kostet eine gute Köchin? Welcher Regen macht nicht naß? * Auflösung der Palästlna-Kunde-Bilderrötsel; Bild 1 N. Milch—Chalaw 3^17 TT E. O. Daganjah—D’ganjah TMI T* T* Bild 2 N“rae! Serbe Erzeugungsort: Bezalel Stttaa * Briefkasten: Hanne F., Trude Z.i In der nächsten Nummer soll euer Wunsch nach Melodie upd Text des „Emek-Liedes“ erfüllt werden.

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