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Die Stimme · 1937-04-23 · Heft 638 (23.4.1937) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 638 (23.4.1937)
Date
1937-04-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sah# 4 DU STIMM! Nr. 638. — Wien, Freitag, 23. April 1987. Etwas über die palästinensische Schule Von M. y. Ben-gavriel (Jerusalem) Die Touristen, die durch Palästina fahren, sehen die Städte lind die Dörfer des Lande«. Man zeigt firnen die mächtigen Häuser der neuen Stadtvierteil und die Felder der Kollektivsiedlungen, man führt ihnen Traktoren und Kinder, und gelegentlich auch einige trockene Statistiken vor, worauf sie, vom Aufbau des Landes befriedigt, wieder nach Europa zurüokkehren. Leider, und dies ist ein wirklich bemerkenswerter Fehler fast aller Führungen durch Palästina, erfahren die Fremden sehr wenig von den g e i s t ig e n Bemühungen, von der geistigen Fundierung des Aufbaus. Sie nehmen wohl zur Kenntnis, daß das Hebräische als gemeinsame Sprache dient, ^9aß es hebräische Schulen, Zeitungen und Theater gäbt,- was sie aber nicht zur Kenntnis nehmen, ist die Unsumme von Arbeit, Mühe und letzter Hingabe, die hinter diesen Tatsachen steht. Es wäre unsinnig, eine Debatte 'darüber abzuführen, ob die ökonomische oder die geistige Frage im Aufbau des Landes die primäre äst. Die Tatsache, daß beide Teile des Aufbaues einander ergänzend, einander stützen, daß eine ohne die andere schlechthin nicht denkbar wäre, läßt auch dem flüchtigen Touristen den Gedanken nahe* kommen, daß es hier etwas wie eine Organisation des Geistigen, etwas wie ein oiganisiertes Schulnetz geben muß. Im ersten Augenblick wird mau diese Feststellung nicht für besonders bemerkenswert halten, denn Schulen hat heute mehr oder weniger jedes zivilisierte Volk. Nun, aber ganz so selbstverständlich ist die Sache doch nicht, zumindest nicht der Umstand, daß der jüdische Sektor dieses Landes nicht weniger als 39.700 Kinder in 343 öffentliche Schulen mit 1458 Lehrkräften und überdies noch rund 20.000 Kinder in private Schulen schickt. Und warum nicht selbstverständlich? Nun darum, weil Palästina eines. der wenigen zivilisierten Länder ist — vielleicht sogar das einzige — indem nicht der Staat, sondern die Bevölkerung, und zwar freiwillig, ein Schulnetz aufbaute und es beinahe zur Gänze aus eigenen Mitteln erhält. Wenn man diese Tatsache richtig ins Auge faßt und sie diurch die beiden andern, mehr als erstaunlichen Tatsachen ergänzt, daß es einerseits in Palästina keinen gesetzlichen Schulzwang gibt und anderseits so gut wie kein analphahetiscbes jüdisches Kind, dann muß man, selbst als Dreitage - Tourist, staunen. Auf keinem Geibiet des Lebens ist der Gegensatz zwischen den beiden Nationen des Landes derart groß, wie auf dem Gebiet der Erziehung: der fast hundertprozentig alphabetischen jüdischen Bevölkerung stehen 75 bis 80% Analphabeten auf der arabischen Seite gegenüber. Wenn auch hier nicht untersucht werden soll, was die Ursache dieser sehr merkwürdigen Sachlage ist, besonders, wie weit die Regierung dabei engagiert ißt, muß doch darauf hmgewiesen werden, weil die Grundlage nicht nur des ökonomischen Aufbaues Palästinas (zumindest bis zum Augenblick, da der europäische Antisemitismus manische Ausdrucksforrnen annahm), sondern auch die der geistigen die vollendete Freiwilligkeit ist. Keine Regierung hat die Juden gezwungen, Schulen zu bauen oder ihre Kinder in Schulen zu schicken; nein, sie taten es freiwillig, und trotz aller Mängel, die da und dort vielleicht zu finden sind, ist die palästinensische Schule doch ein großes Werk, das fast ohne fremde Hilfe geschaffen wurde. Wenn man mich fragen würde, welchen Teil des Sohulwerks ich für den wichtigsten halte, würde ich ohne Zögern antworten: den Kindergarten. Mit voller Überlegung würde ich diese Antwort geben, wobei ion aber keineswegs zwischen dem. „allgemeinen“, dem gesetzestreuen misrahistisohen oder dem Kindergarten der Arbeiterschaft unterscheiden würde. Jeder der zweihundertundfünfzig Kindergärten des jüdischen Palästina ist von größerer geistiger Wichtigkeit als irgend eine andere Institution, denn er erfüllt die allem geistigen Aufbau grundlegende Funktion: er macht das Kind, das aus einem nicht-hebräischen Elternhaus kommt, mit der Sprache des Landes vertraut, er schafft ihm die Möglichkeit, nach- Beh konz Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau| und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I., II. und ill Sätze. Bau* und Zwischenkredlle Gebäudeverwaltung * Büro: Franz-Jose|»-Kal 11 lei. R-25-0-44 Wohnung: II., Vorgarfenstr 150, lei. R-41-8-88 Zionistische Bezirksselction und WIZO, XX. Jügerstraße 30 Dlenstagi den 27. April, um hatb 9 Uhr abends Dr. OSKAR GRUNBAUM, Präsident des Zionistischen Landes ve>bandes für Oesterreich : „DER JUBILÄUM!KONGRESS“ her die Schulen des Landes zu besuchen und die Kultur seines Volkes aus den ureigenen Quellen zu schöpfen. Wer einmal das erstaunliche und unvergeßliche Erlebnis hatte, einen Kindergarten, sagen wir in Jerusalem, am Anfang des Schuljahres zu sehen, wo Kinder in mehr als acht Sprachen, vom Deutschen bis zum Kurdischen, durcheinander sprachen, und ihn dann, ein paar Monate später wiederzusehen, da alle diese Kinder eine einzige Sprache — Hebräisch — und zwar nur diese allein, sprachen, wer dies erlebte, wird sich stumm verneigen vor dem, was hier geschah. Wie im Bezirk des Kindergartens gibt es eine, wenn man so sagen darf, weltanschauliche Trennung auch im Gebiet der Volksschule. Auch hier sind allgemeine, misrahistische und Arbeiterschulen in pädagogischer Hinsicht autonom. Diese Dreiteilung des Baus schadet aber nicht. Sie, die selbstverständliches Spiegelbild der geistigen Dreiteilung der Bevölkerung ist, dient dem gemeinsamen Ziel: Erziehung des jungen hebräischen Menschen und Wiederverknüpfung desselben mit dem Land seines Historischen Moments, mit dem Boden seiner Tradition also. Dieses betont zweigesichtige Ziel, dieses Ziel des Blicks in die Zukunft und gleichzeitig in die Vergangenheit, dieses Ziel einer bewußten Verankerung der jüdischen Zukunft in der jüdischen Vergangenheit, ist das gemeinsame Ziel jeder nennenswerten intellektuellen Willensanspannung in dieser Zeit dieses Landes. Aus diesem Blickpunkt müssen alle Schulen Palästinas betrachtet werden und aus diesem Blickpunkt mag mancher Mangel entschuldigt werden. Und aus diesem Blickpunkt würde ich, wäre ich ein Tourist ohne besondere Faohinteressen, auch die einzige jüdische Universität, die Universität von Jerusalem betrachten. Nicht die Tatsache, daß dieses junge Lehr- und Forschungsinstitut schon die Konkurrenz mit mancher europäischen Universität aufnehmen kann, nicht diese Tatsache ist ausschlaggebend. Wichtig ist vor allem, daß hier die Möglichkeit eines jüdischen geistigen Zentrums schöpferischer, das heißt: konstruktiv-aufbauender Art, geschaffen wurde, daß hieT der wandernde jüdische Geist endlich auf eigenem Boden, in der ihm spezifischen Landschaft jenen Punkt der direkten Konfrontation mit der Schöpfung, mit der Wirklichkeit also, gefunden hat, der allein die Möglichkeit größter Entfaltung verspricht. Und darin liegt auch das erschütternde Geheimnis des gesamten hebräischen Schulwesens Palästinas, das das Geheimnis dns großen Versuches einer neuerlichen Volkswertung auf dem Boden des historischen Augenblicks ist. Bilanz der jüdischen Gegenwart Von Or. J. Schwarzbart (Krakau) Die Geschichte des jüdischen Volkes in unseren Tagen ist vier Einflußsphären ausgesetzt: dem kommunistischen Rußland, den faschistischen Staaten, den demokratischen Staaten und Erez Israel. Im kommunistischen Rußland lebt ein Sechstel unseres Volkes. Dieser Teil, abgeschnitten vom Stamm, der nationalen, historischen Säfte beraubt, geht zwangsläufig seinen gesonderten Weg. Vielleicht ist er dem Untergange geweiht. Der jüdisch-kommunistische Propagandist Heller hat vor einigen Jahren ein Buch unter dem Titel: „Geht das Judentum unter?“ geschrieben. Heller meint, daß das jüdische Volk außerhalb Rußlands zugrunde geht und daß es zugrunde gehen muß. Nur in Rußland werde es erhalten bleiben. Kürzlich erschien ein Buch von Prof. Goldeimann, betitelt: „Ist der Kommunismus die Lösung der Judenfrage?“ Professor Goldelmann stellt eine entgegengesetzte Diagnose: „Der Teil des jüdischen Volkes, das in Rußland lebt, geht national und religiös unter; er muß untergeben.“ Der Versuch, die Juden Rußlands in autonomen Gebieten, sei es in der Krim, sei es in Birobidschan zu konzentrieren, beweise, daß man bemüht ist, den Bestand des jüdischen Volkes zu retten, weil das jüdische Individuum im kommunistischen Meer sich assimiliert und untergehe. Wenn der Versuch dieser territorialen Konzentration nicht gelingen werde — und er werde nicht gelingen, weil eine Konzentration eines Volkes durch materialistische Kräfte nicht gelingen könne —, dann sei nach zwei oder drei Generationen der Untergang des russisch-ukrainischen Teiles des jüdischen Volkes als eines nationalen Bestandteiles des historischen Begriffes „das jüdische Volk“ besiegelt. Wer hat recht? Ich glaube Profeesor Goldelmann. Im russischen Judentum feiern die Mächte der Assimilation und des Unterganges Triumphe. Nur ein Wunder kann das russische Judentum retten. Mehr als ein Viertel des jüdischen Volkes lebt in Staaten, die unter faschistischem Regime stehen. In diesen Staaten wütet ein Verdrängungskampf gegen das jüdische Volk, hier stärker, dort schwächer auf dem Gebiete der Politik, der Wirtschaft und auf geistigem Gebiete. Die Gespenster des Mittelalters erstehen wieder, in einem Land verschämt drapiert, in anderen unverblümt. Eine Ausnahme bildet Italien, wo die Juden eine verschwindende Minderheit sind. Aber auch dort ist das Morgen nicht sicher. Der heilige nationale Egoismus, die Idee von den rein nationalen Staaten und die Rassenidee haben sich gegen das Judentum zusammengetan, um es zur Auswanderung zu zwingen. In diesen Staaten gilbt es noch aufrichtig demokratische Kräfte und Gefühl für Gerechtigkeit, aber sie sind entweder durch politischen Terror mundtot gemacht wie in Deutschland, oder sie sind in die Defensive gedrängt worden. Wohin geht das jüdische Volk? Es wird in einen schweren Kampf gedrängt und hofft auf die demokratischen Kräfte der Gerechtigkeit von gestern und von übermorgen. Der einzelne Jude geht vielleicht in dieser Sphäre unter, die Idee vom jüdischen Volke aber, das Bewußtsein der nationalen Verbundenheit, der Verwurzelung mit der Vergangenheit wird trotz des Druckes oder vielleicht gerade durch diesen Druck tiefer, stärker und fester. Aber diese Periode ist die Zeit dramatischer nationaler und religiöser Kämpfe, und Kampf bedeutet Leid. Beinahe zwei Fünftel unseres Volkes loben in der Sphäre alter Demokratie, jener Demokratie, die noch immer von den Losungen der Französischen Revolution gespeist wird: in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, in England, Frankreich und der Tschechoslowakei, in Kanada und einigen kleinen Staaten. In diesen Staaten geht es dem Juden wirtschaftlich noch gut. Er ist politisch frei, als Mensch nicht diffamiert, religiös nicht unterdrückt. Die nationale Verbundenheit dieses Volksteiles mit der jüdischen Vergangenheit trägt eher einen sentimentalen als einen bewußt politischen Charakter. Seine Sorge um die jüdische Zukunft ist nebelhaft. Die Sorge um seine Zukunft ist oft nur die Sorge um sich selbst und nicht um die Allgemeinheit. Aber trotzdem bildet dieser Teil des Judentums ein ungeheuer konstruktives Zentrum für die Gesamtheit des jüdischen Volkes. Nicht immer im gleichen Maß: in Frankreich schwächer als in England, in England schwächer als in den Vereinigten Staaten. Aber überall sind Anzeichen einer brüderlichen Zugehörigkeit für das Schicksal jenes Teiles des jüdischen Volkes vorhanden, das in den zwei ersten Einflußsphären des jüdischen Lebens kämpft oder untergeht: für die Juden in Rußland und in den nationalistischifascbistischen Staaten. Es mutet wie ein Symbol an, daß die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses ihren Sitz in Paris hat, das Joint- Komitee in London und das Joint-distribufcion Comittee im Zentrum der jüdischen anti-hitlerischen Aktion, in Ne<w York. Hätte ich Neigungen zu mystischer Historioeophie, so würde ich sagen, daß die Vorsehung über uns wacht. Im Laufe der letzten 50 Jahre haben sich große Teile des jüdischen Volkes aus der osteuropäischen Hölle gerettet, um auf der anderen Seite de6 Ozeans eine große und starke Gemeinschaft zu schaffen und aufzubauen. Das amerikanische Judentum bildet eine ungeheure Quello jüdischer Kräfte, und dieser Teil des jüdischen Volkes wird die historische Rolle übernehmen, jenem Teil des jüdischen Volkes, der leidet und kämpft, zu helfen. Wohin geht dieser Teil dos jüdischen Volkes? Wer weiß es? Heute ist er jedenfalls 1m Begriff, dem anderen Teil des jüdischen Volkes zu helfen und ihm für den Zufluß der jüdischen, geistigen Kräfte zu danken, die ihm durch die osteuropäische Emigration zugefübrt worden sind. .Wenn in dieser Gemeinschaft das Bewußtsein von nationaler und historischer Verbundenheit mit dein ganzen jüdischen Volk geweckt wird, wenn die jüdische Jugend der Assimilation entrissen werden wird, und wenn sie den Weg zur Quelle des jüdischen Volkstums zurückflnden wird, dann wird diese Gemeinschaft nicht nur eine konstruktive Macht für die jüdische Gegenwart und Zukunft darstellen, sondern sie wird auch eine Kraft für die Wiedergeburt der altneuen jüdischen Nation bilden. Schließlich das vierte Zentrum: Erez Israel. Dieses Zentrum ist heute noch klein und beherbergt kaum drei Prozent des jüdischen Volkes. Es ist nicht viel größer als die jüdische Bevölkerung Warschaus, bildet aber doch schon einen Lichtpunkt in den Wirren unserer Tage. Es erweokt in uns das Echo von Leiden und erweckt den Stolz der Vornehmheit. Dieses Zentrum bildet die große konstruktive Basis der jüdischen Zukunft und ist als Anfang der Belohnung zu werten, die uns die Vorsehung wegen unserer Buße für die Sünden einer 1000jährigen Geschichte gegen das eigene Volk zuteil werden ließ. Wirtschaftlich ist dieses Zentrum noch schwach. Politisch aber ist es der Anfang unserer wahren Gleichheit unter den freien Völkern. National bildet es schon heute den Anfang eines wunderbaren und hochstehenden Kulturzentrums. Zum ersten Male seit tausenden Jahren erfolgt die Bildung eines jüdischen Individualismus in der Gemeinschaft der Völker. Die Rückkehr zur Quelle der jüdischen Geschichte, dank welcher wir die Kraft gehabt haben, so lange Leiden zu ertragen, geht unter schweren Opfern vor sich. Wir sehen also im Gesamtbild der jüdischen Gegenwart sich zwei Kräfte entwickeln und wirken: in den Staaten der alten Demokratie und in Erez Israel. Die Synthese von Erez Israel und der Galulh wird eine ungeheuere nationale Renaissance bewirken. Diese beiden Zentren bilden den Lichtpunkt unserer Gegenwart und mit ihrer Hilfe wird der belagerte Teil des jüdischen Volkes, der sich in der faschistisch-nationalistischen Sphäre, und vielleicht auch derjenige Teil, der sich in der russisch kommunistischen Sphäre auf der Linie des Unterganges befindet, die materielle und nationale Stütze in dieser dramatischen Kampfperiode finden. Bei der Abschätzung der konstruktiven und destruktiven Kräfte, die in unserer Gegenwart wirken, ist es leicht, die Bilanz zu ziehen. Das jüdische Volk ist in zwei Teile geteilt. Der eine Teil befindet sich wie in einer belagerten Festung, und der zweite Teil organisiert seine Kräfte und eilt zur Hilfe. Das ist die Bilanz der jüdischen Gegenwart. Das ist der Sinn unseres jetzigen Kampfes. Es geht um die Verwirklichung der historischen Einheit, der alt-neuen Einheit des jüdischen Volkes. Wir stehen erst am Anfang, aber unser Weg wird immer klarer und deutlicher. Deshalb ist die Bilanz unserer Gegenwart trotz allem eine aktive und die optimistische Hoffnung für die Zukunft begründet. Der Weg des jüdischen Volkes geht durch Kampf, Krise und Leiden zur Schaffung unserer neuen nationalen Existenz. Soeben erschienen (KLEINES WÖRTERBUCH) VON BEN-CHAVIV Das praktisch« u. billige Taschen* Wörterbuch (6X9) fllr Jedermann I Jos. Schlesinger? Wien. L, Seitenstetteng. 5 Dienst am Keren Kajemeth Leisrael Bet, meinem, Bemühen, K. K.-Büchsen aufmsteUen, wo noch keine vorhanden sind, gelange ich in ein sehr altes Haus im Zentrum der Stadt, im zweiten Stoclowerk öffnet auf mein Klopfen ein über siebzig Jahre altes Mütterchen mit einem von Soraen und Weinen vergrämten Gesicht, Ich stelle mich vor, bitte die Frau, sie möge eine Nationalfondsbüchse übernehmen und täglich ihr Tagewerk mit dem Einwurf nur eines einzigen Groschens beginnen. Sie ist eine Weile, innerhalb welcher sie mich mit weit geöffneten Augen mustert, ruhig. Dann perlen Tränen aus ihren matten Augen und sie stottert beschämt, ich möge nicht zürnen, wenn sie die Übernahme der Büchse verweigere, aber sie müsse es tun, well sie von spärlichen Verwandtenunterstützungen lebe und da/von auch noch einen geistig umnachteten Sohn — sie weist auf ihn im angrenzenden Baum — erhalten müsse. Ich bin verlegen und entschuldige mich, daß ich ihre Verhältnisse nloht kannte. Wenn ich nicht gefürchtet hätte, sie zu verletzen, hätte ich ihr am liebsten eine kleine Gabe zurückgelassen. Mit einem höflichen Gruß wende ich mich zur Tür. Da faßt mich die Frau am Arm, hält mich zurück und ersucht mich, ihr doch eine Büchse zurückzulassen, well sie plötzlich fühle, daß es trotz ihrer. Armut etwas Um

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