Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 638 (23.4.1937)
- Date
- 1937-04-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« Z DIB STIMM! Nr. 638. — Wien. Freite®, 23. April 1937. Versammlungen aneeprach, ist von einem Redeverbot ereilt worden. Dagegen ist das Redeverbot, das gegen einen antijtldisoben Kanzel red tier erlassen worden war, wieder aufgehoben worden. Das sind Symptome für die immer weitergreifende Einwirkung der braunen Theorie, die durch die demon strative Verbreitung der reiohadeutechen Presse in weite Massen hineingetragen wird »ind sie für die weiteren Ziele sturmreif macht, deren nächstes nach den Juden die Kirche ist. Der Katholizismus ist gewiß in guter Gesellschaft. So wie er hat die ganze Welt den Versprechungen und Versicherungen des Drittem Reiches Glauben geschenkt mit dem Ergebnis, daß sich heute alles rüsten muß, um nicht völlig überrannt zu werden. Aber die eine Konsequenz ist noch nicht gezogen worden, daß sich alles, was noch Sinn hat für Ehre, Kultur und Rechtlichkeit, zusammenschließen muß, um den braunen Wahnsinn in seine Schranken zu weisen und den in Deutschland herrschenden Nimbus der Unüberwindliohkeit zu nehmen. Je länger man sie gewähren läßt, um so stärker wird die Suggestion ihrer Tiraden und ihres Geklirrs und um so größer die Bewegung, die sich — nicht in letzter Linie — gegen das Ohrißtentum richtet und darüber hinaus alles, was in tausenden Jahren organischer Entwicklung an Gesittung und Moral gebaut wurde, unter dem Stiefel des rein asiatisch gedachten Führertu ms zerstampfen will. Alle Völker, alle geistigen und ethischen Bekenntnisse sind herausgefordert und müssen sich entscheiden. Sie dürfen nicht mehr lange zögern, denn über kurz oder lang werden sie vor die letzte Auseinandersetzung gezwungen werden, und sie wird keine geistige Diskussion sein. Der „schwarz-gelbe Katholik und Weltkriegssoldat“ sieht sehr scharf und sehr richtig. Wird seine Stimme verhallen? Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Helia“, Fleischmarkt 7, erreicht es verläßlich durch physikalisch-kosmetische Methode. Palästina-Frage und Mandatskommission Genf, 20. April. (JTA.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß die außerordentliche Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, die über die Lage in Palästina beraten soll, auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Die ordentliche Tagung der Kommission wird nicht, wie früher vorgesehen, am 14. Juni, sondern bereits am 31. Mai d. J. in Genf eröffnet werden. Ursprünglich waT beabsichtigt, die außerordentliche Palästinatagung unmittelbar an die ordentliche Tagung anzuschließen. Daß sie jetzt verschoben wurde, dürfte darauf zurüökzuführen sein, daß der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission noch immer nicht feststeht. JOSEF LEITMANN VORM, PAUL PLANER A. G., WIEN, II., PRATERSTR. 17 TELEPHON R 47-5-10 Elektromaterial / Radio-Apparate / Beleuchtungskörper / Dauerbrandöfen / Gas-Apparate Sprechmaschinen / Elektro Koßmetik / Elektro-Apparate / Glühbirnen ln allen Stärken stets lagernd Befugte Radio-Reparaturwerkstätte * Günstige Täuschgelegenheiten Bequemes Teilsah I ungßsy 8tem Internationale Frauenliga für Danzigs Juden Das Exekutivkomitee der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit richtete anläßlich seiner Tagung in Brügge folgendem Brief an Mr. Anthony Eden, Mr. Vvon D e 1 h o s und Mr. Richard Sandler: „Das in Brügge versammelte Exekutivkomitee der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit hat mit tiefer Besorgnis von dem Vorhaben des Danziger Senats gehört, die in Deutschland bestehenden Raesengesetze auf die Freie Stadt Danzig auszudehnen. Da wir wissen, wieviel Ungerechtigkeit und Elend diese Gesetze in Deutschland verursacht haben und uns bewußt. sind, welche Rückwirkungen ihre Einführung aiif die Einwohner der Freien Stadt Danzig, die auf den Schutz des Völkerbundes vertrauten, haben müßte, bitten wir Sie inständig, Ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um einen solchen Schritt zu verhüten.“ Neues Strafgesetz in der CSR: Erhöhter Schutz der Minderheiten soeben fertiggestellte Strafgesetzbuch der Tschechoslowakischen Republik enthält die folgende Bestimmung betreffend „Öffentliches Hetzen und Schmähung einer Nation“: „Wer öffentlich zu Gewalttätigkeiten oder Feindseligkeiten gegen einzelne Bevölkerungsgruppen wegen ihrer Nationalität, Sprache, Rasse, Religion, Konfessionslosigkeit oder deshalb aufbetzt, weil sie Anhänger der demokratisch - republikanischen Rechtsordnung der Tschechoslowakischen Republik sind, wird mit strengem Arrest von einem Monat bis zu einem Jahr bestraft. Wer iu einer Druckschrift, in einem zur Verbreitung bestimmten Schreiben, in einer Versammlung oder vor einem Menschenauflanf eine Nation, eine nationaleMinderbeit oder ihre Sprache schmäht, so daß dies öffentliches Ärgernis erregt, den allgemeinen Frieden in der Republik bedrohen oder die internationalen Beziehungen der Republik gefährden kann, wird mit Gefängnis von acht Tagen bis zu sechs Monaten bestraft.“ Restaurant Bidet 'r: Bestrenommierte Kilche Reichhaltige Menüs ä S 1'90 u. 2'60 ll.,Hammerpurgstal gasse3 (nächst Sa'ztorbrücke) PENSION ECKSTEIN - neu renoviert Weitere neue Siedlungen Jerusalem, 20. April. (Palcor.) In den nächsten Wochen werden acht weitere Kwuzoth und Mosohawim auf Keren-Kajemeth-Boden in Nord- und- Südpalästina aus Mitteln des Keren Hajeesod gegründet werden. Eine der Siedlungen wird nach Ussischkin benannt werden, in zwei weiteren gelangen Gruppen allgemein-zionistischer Jugend zur Ansiedlung. Ronald Storrs Kber den Zionismus London, 20. April. (JTA.) Der ehemalige Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, veröffentlicht in den „Sunday Times“ einen Artikel, in dem or den Heroismus der Palästina-Pioniere und die Tapferkeit der jüdischen Soldaten rühmt, die an der Eroberung Palästinas teilgenommen haben. Während der Zionismus eine Weltbewegung daretellt, gebe es einen Arabismus nicht. Trotz der weiten Verbreitung der arabischen Sprache seien Verdienste, Fehler, Rechte und Beschwerden der Araber von lokalem Charakter, auch wenn sie durch den Vatikan und dieüberreste einesPan-Islamismus gestärkt werden. Der palästinensische Araber wisse, daß die führenden Mohammedaner nicht einmal bei Ihren Glaubensgenossen in Ägypten, Indien oder Arabien eine günstige Stimmung für die Araber Palästinas schaffen konnten. Er erliege allzubald Urinstimkten, die von Irregeführten und unverantwortlichen Agitatoren aulgepedtscht werden. Nationalsozialist In Argentinien bei Schlägerei erschossen: „Ein neuer Fall Gustloff" Prag, 19. April. (JTA.) Die nationalsozia-1 Eine Havas-Meldung aus Buenos Aires Ustische Presse in Deutschland veröffentj gibt folgende.. offenbar aus amtlicher argenlioht lange Telegramme aus Buenos Aires, tinischer Quelle stammende Darstellung von über die angebliche Ermordung des dortigen dem Tode Josef Riedles; „Nach der Aussage eines deutschen Professors war Riedle mit einer Geidsammnationalsozialistischen Blockfeitens Josef Riedle durch unerkannt gebliebene Personen und behauptet in Riesenübersohriften, es handle sich um ein neues Opfer der „Juden und Kommunisten“. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt, die Affäre Riedle stelle ein tragisches Gegenstück zum Fall Gußtloff dar. Aber wie beim Mord an Wilhelm Gustloff trete die gesamte geeinte Nation hinter den Leichnam Josef Riedles. Die argentinische Regierung werde durch restlose Aufklärung des Mordes Deutschland Genugtuung geben müssen. Reiohsminister Rudolf Heß hat bereits im Namen Hitlers der Auslandsorganisation der N. S. D. A. P. in Argentinien ein Beileidstelegramm sandt, in dem er sich die Darstellungen Nazipresse zu eigen macht. lung beauftragt, die offiziell für die deutsche Winterhilfe, in Wirklichkeit jedoch für die nationalsozialistische Propaganda in Argentinien bestimmt war. Eine Gruppe nationalsozialistischer deutscher Arbeiter in dem Vorort Ballester batte sich mit Riedle verabredet, der ihnen über die Verwendung der von ihm einkassierten Beträge Rechenschaft geben sollte. Dabei kam es zu einer erregten Auseinandersetzung, in deren Verlauf Riedle seinen Revolver zog. Die anderen suchten ihm die Waffe zu entreißen, die losging und Riedle in den Unterleib traf.“ Die Presse hat bis jetzt von diesen Tatsachen keine Notiz genommen. Die Hakoah-Sdiwlmmarinnen bleiben gesperrt Die S p o r tu n d Turnfront hat eich mit, dem Ersuchen der Ilakoah um Aufhebung der gegen ihre bosten Schwimmerinnen wegen der Weigerung, an der Weltolympiade in Berlin teilzunehmen, verhängten Sperre befaßt und beschlossen, die Sache nicht zu behandeln, weil ein G n a rl e n a k t lediglich dem Obersten Sportführer znstehe. Es bleibt abznwarten, ob Fürst Starhemberg die Begnadigung ausspreohen wird. iiiiiiiiiiiittiiiiiiiitiifiiiiitiiiiiiiiiiiiiimiiniiiiiiiiininnniiiiiimimimiiiiimiimimnmiimmmmnm BADfHALL Oberöstcrrelch OborÖsf er reich Stärkstes Jodbad Europas Orth, RESTAURANT Orth. WS S. MAYERSOHN Herrlicher Garten Wiener Adresse: II.,Taborstraße 24a, Tel.U-33-6-96 Volle Pension. Vorsaison 8 8*-/ Referenz: Rabbiner S. i-Urst, Wien / Eröffnet am II. Mal! iiiiiHimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiimiiiiiiiiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiB Palästinas Außenhandel 1936 Jerusalem, 20. April. (JTA.) Laut den nunmehr vorliegenden Ziffern für den Außenhandel Palästinas im Jahre 1936 ist gegenüber dem Vorjahr das Außenhandelsvolumen beträchtlich zurückgegangen. Die Wareneinfuhr nach Palästina belief sich auf 18*98 Millionen Pfund (198Ö: 17*85 Millionen), die Warenausfuhr auf 3*63 Millionen Pfund (1935: 4*22 Millionen). Der Rückgang ist zum Teil durch die zunehmende Industrialisierung und Selbs tve r s o rgu ng Palästinas sowie' durch die allgemeinen Schwierigkeiten des Weltaußenhandels, vor allem aber durch die Unruhen des Jahres 1986 bedingt. Der Rückgang der Wareneinfuhr um 217% gegenüber 1935 ist besonders eindrucksvoll an der Einfuhrkurve der einzelnen Monate zu verfolgen. Im Jänner 1986 war die Einfuhr noch 10%i höher als im gleichen Monat des Vorjahres* Der Import sank dann bis Monat Mai um monatlich fast 400.000 Pfund und betrug im August fast die Hälfte des gleichen Monats 1935. Dann stieg die Kurve wieder an*, sie stand inä November noch um 127%- hinter dem1 November 1985 zurück und überstieg im Dezember um 0*9% den gleichen Vorjahresmonat.' Im einzelnen ist eine Steigerung der Lebens-, und Genußmitteleinfuhr um 8% von 3*65 Millionen auf 8’94 Millionen Pfund festzustellen. Dagegen ging der Import von Rohstoffen und Halbfertigwaren von 1*32 Millionen auf 971.813 Wir empfehlen I Für unsere Leser nuF:, vt er Fahrschulen Waad-Leumi-Vorsitzender bei der Krönungsfeier Jerusalem, 19. April. (JTA.) Der Vorsitzende des Waad Leumi, des exekutiven Organs der legalisierten jüdischen Gemein sohaft Palästinas, Knesset Jisrael, Jizohak Beai Zwi, hat sich zur Teilnahme an der Feier der Krönung des englischen Königspaares nach London begeben. Leib Jaffe beim Präsidenten und beim Außenminister Litauens Kaunas, 19. April. (JTA.) Der Präsident der Republik Litauen, Antonas Smetona, empfing in längerer Audienz den Direktor des Keren Hajessod, Leib Jaffe, und gab ihm gegenüber seiner tiefen Sympathie für den Zionismus Ausdruck. Nachher besuchte Leib Jaffe den litauischen Außenminister Lazeraitis. Der Minister ersuchte Jaffe, den zionistischen Führern seine herzlichen Wünsche für den Erfolg der zionistischen Sache zu übermitteln. Die Zertifikate der Betarim Kaunas, 19. April. (JTA.) Das litauische Paläßtinaamt erließ im Zusammenhang mit der Störung der Keren - Hajessod - Kundgebung durch Mitglieder des Brith Trumpeldor eine Erklärung, in der festgestellt wird, daß jede Chaluz-Organisation Einwandeuungszertifikate entsprechend der Zahl ihrer Chaluzim enthält, auch wenn eie nacht zionistisch ist, wie zum Beispiel die der Agudah; sie muß nur bereit sein, ihre Hacihseharah-Zenfcren der Kontrolle der Palästinaämter zu unterstellen. In Litauen wurden 7% aller Palästinazertifikate Mitgliedern des Brith Trumpeldor ausgefölgt, dies entspricht der zahlenmäßigen Stärke dieser Organisation. Von April 1935 bis September 1986, zu einer Zeit also, wo dio Revisionisten der Z. O. nicht mehr angehörten, erhielten vier Betarim in Österreich, 28 in Lettland, 24 in der Tschechoslowakei, 23 in Deutschland, 81 in Polen, 51 in Galizien, 21 in Litauen, insgesamt 332, Zertifikate. — Der litauische Keren Hajessod erließ einen scharfen Protest gegen das Vorgehen der Betarim gegen Leib Jaffe. Lee Blech entlassen Wien, yill.,Hcudcgg«rg. 18, T e|. B 40-5-72 und Inzersdorf (Nieder-Österrejch) , Prüfungserleichterungdurqh , i!! Laufendes Auto im Lehrsaal!! Pfund, das heißt um 26*6%, zurück, was an* gesichts der Rohstoffyerteuerung auf dem Weltmarkt mengenmäßig eine nooh stärkere Sen-, kung bedeutet. Am stärksten war die Importminderung bei Fertigwaren, Sie betrug 89*8%: die Einfuhr sank von 10*79 Millionen auf.6*55 Millionen Pfund. Die Warenausfuhr Palästinas betrug im Jahre 1986 8*63 Millionen Pfund, sank also gegenüber dem Jahre 1985 mit 4'.22 Millionen um 14%. Die schlechte Zitruserntosaison 1985/86 bewirkte, daß die Ausfuhr im März um 89*6%, im April sogar um 79*5% gegenüber den gleichen Vorjahrmonaten zurückblieb. Dagegen haben im Dezember erheblich mehr Verschiffungen von Zitrusfrüchten stattgefunden, so daß die Exportziffer den gleichen Vorjahrsmonat um 70*7% übersteigt. In den einzelnen Warengruppen stieg die Ausfuhr von Lebens- und Genußmitteln von 27 Millionen auf 8 Millionen Pfund. 1 Das Pasöivüm der Handelsbilanz, ein Kenn- Berlio, 21. April. (JTA.) Leo Blech, der einzige jüdische Dirigent, der nach der Machtübernahme durch Hitler bis heute noch im Vor-, . band, der Staal.op.r Berlin verblieb, «eheldet 2elohe“ kap telemfllhrenden Länder, lat gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen-, es botrug 1986 nur 9*71 Millionen Pfund gegenüber 18*84 Millionen Hund im Jahre 1935. Größtes Lieferland war auch im Jahre 1986 England, das Waren Im Werte von 2-8 Millionen Pfund einführte. Es folgt Deutschland mit 2*089 Millionen Pfund, Syrien mit 1*8 Millionen, Rumänien mit 1*07 Millionen und die Vereinigten Staaten mit rund 1 Million Pfund. Polen lieferte 8*1% der palästinensischen Gesamteinfuhr, Ägypten 8-7% und Japan 3%. nun ebenfalls aus dem Staatsopernverbande aus. Als Grund wird Krankheit angegeben. Jüdischer Friedhof im Burgenland geschändet Auf dem jüdischen Friedhof ln Schleining, Burgenland, wurden 14 Gräber zerstört. Auch die Umfassungsmauer wurde beschädigt. Man nimmt an, daß die Täter Nationalsozialisten waren.