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Die Stimme · 1937-04-16 · Heft 636 (16.4.1937) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 636 (16.4.1937)
Date
1937-04-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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tW!en, Freitag, 16. April 1037. — Nr. 696. Oll IT1MMI Seit« 3 BBBHSH9Ü Dr. Chaim Tartakowers Nathan Birnbaum Er galt in zionistischen Kreisen vielfach als ein Mann der „Sprünge“. Nichts ist unwahrer als diese Meinung. Birnbaum entwickelte sieh in einer geraden Linie: vom äußeren Nationalismus her, drang er immer tiefer in das Wesen des jüdischen Volkes ein. Ein grundehrlicher, schöpferischer Mensch, der er war, ließ er es nie bei der Erkenntnis bewenden, sondern lebte das, wovon er überzeugt wurde. Er war einer der ersten Pioniere des nationalen Judentum«, er stellte sich ganz in den Dienst der Sache. Er öpferte alles seiner Überzeugung: seine Karriere, seine Fähigkeiten. Er gelangte zu der Überzeugung von der Notwendigkeit der Errichtung unserer Heimat in Erez Israel; sofort machte er auch damit Ernst. Dasselbe geschah auch bezüglich der jüdischen Arbeiterbewegung, der jüdischen Sprache und zuletzt der Religion. Birnbaum gehörte verschiedenen Gruppen in führender Stellung an. Niemals brachte er seine Überzeugung, seinen Glauben der Partei zum Opfer. Eine ewige Spannung, ein ständiges Suchen durchwühlte sein Inneres, hatte er aber das Gesuchte gefunden, so gab er sich ganz Mn. Seine heiße Sehnsucht, seine große Liebe gehörte dem jüdischen Volke und daher fahndete er nach dessen innerstem Wesen. Dieses Suchen kennzeichnet auch die verschiedenen Phasen seiner Entwicklung: Jüdischer Nationalismus, der dem der anderen Völker gleicht, Zionismus, jüdische Masse (Bund) und jüdische Sprache, Aguda und schließlich jüdische Religiosität in des jüdischen Wortes tiefster Bedeutung. Diese letzte Phase offenbarte den großen Birnbaum, den echten Pfadfinder, den wahren geistigen Führer; den verkannten Führer, für den seine verschiedenen Weggenossen kein Verständnis aufbrachten — weil er seiner Zeit weit vorauseilte. An der letzten Station seiner jüdisch-geistigen Entwicklung verharrte er mit allen Fasern seiner Seele. Hier entfaltete er sein ganzes großes Wesen, offenbarte er seine höchste Schaffenskraft. .Wenn ein Mensoh inneres Glück sein Eigen nennen darf, so durfte es Birnbaum tun, denn seine Seele hat zu ihrer „Wurzel“ heimgefunden. Er war glücklich, weil er heimgefunden, er war unglücklich, weil das jüdische Volk, das er so unendlich liebte und verehrte, die Quellen seiner ewigen Kraft — die religiösen —• selbst verschüttete. Aber Birnbaum, der große Denker, der gläubige Denker, besaß prophetischen Blick: Er schaute durch die geistig triste Gegenwart des . jüdischen Volkes in die glorreiche Zukunft, da das Volk sich seiner Ewigkeit, seiner göttlichen Sendung als „Gottes Volk“ -wieder bewußt werden wird. Seine Auffassung vom jüdischen Volk als „Gottes Volk“ bedeutet den Höhepunkt seines jüdisch-geistigen Lebens, die Wiedererweckung dieses Glaubens in den Herzen des jüdischen .Volkes war die Mission seines Lebens. Hier fühlte er sich wahrhaft als Diener Gottes und „seines Sturmvogels Israel“. Es unterliegt für mich keinem Zweifel, daß er — wenn es an ihn herangetreten wäre — ohne Zögern sein Leben hergegeben hätte, ebenso selbstverständlich wie die Tausenden der jüdischen Märtyrer unserer Vergangenheit. Nathan Birnbaum: Aus »Gottes Volk« Nun erkannte ich auch erst mein Volk, die Einzigartigkeit seines Wesens und Lebens. Gewiß, ich sah, es gab auch unter den anderen Völkern, noch ehe jüdische Einflüsse sie erreichten, Männer, die Gott erkannten oder seiner Erkenntnis nabekamen. Aber sie philosophierten nur über ihn in kalter Höhe, sie liebten ihn nicht, waren seine Boten nicht. Er sandte sie nicht, vor ihre Völker hinzutreten, um ihn ihnen zu verkünden, um sie mit ihm in die Welt oinzuf Uhren. Und die Völker gingen ihrer Wege, suchten das Göttliche in der Welt, in der Buntheit der Erscheinungen, und konnten dann nicht anders, als es in Bilder auflösen, als mit ihren Sinnen Gott zersplittern und zerlegen. Nur wir, wir allein, wir, das Stäuboben unter dem Bergen, wir, seit unvordenklichen Zeiten, die Ersten und Einzigen unter allen, Moigenländern sowie als Abendländern, erkannten Gott, ohne ihn gesuoht zu ■haben, uns war er mehr als eine philosophische Entdeckung. Wir waren mit ihm in die Welt und in die Gesohiohte eingetreten, um jene duiwh Iho m ftctaea auod dfa* mb taSsm Willen zu zimmern. Wir allein haben unsere kleine Gemeinschaft für ihn und nicht für un- «ern beschränkten Machtnutzen eingerichtet. Einsam und unerkannt sind wir unter dem Heidenvölfcern des Altertum« geblieben, ein Sonderling, mit dem sie nichts amzufangen wußten. Und später, als die Jahrtausende des Zusammenstoßes kamen, blieben wir doch wieder in unserer glänzenden Vereinsamung. Denn wohl gaben wir den Völkern neue religiöse Grundlagen, wohl senkten wir unseren jüdischen Gottesgedanken als ewigen Gärungsstoff in ihre feinliche Welt — so daß insoferne von einer Art geistigen Kolonialjudentum« gesprochen werden kann , aber immer und immer wieder setzte ihr zähes inneres Heidentum mit seinen Rebellionen gegen unsere große einzige Revolution des Menschengeistes ein. Immer häufiger, immer dichter, immer offener wurden ihre Angriffe gegen die Gestaltungen, die der jüdische Gedanke bei ihnen angenommen hatte und die selbst von jener Auflehnung nicht frei waren. Sie mochten ihnen die jüdische Anregung und den jüdischen Weseneteil nicht vergeben. Namentlich seit den Zeiten der Renaissance wuchs dieser Sturm gegen die jüdische Voranstellung Gottes, gegen die göttliche Bändigung des Menschen immer mächtiger an, suchte sich der ursprüngliche Instinkt des Heidenmenschen immer sehnsüchtiger den Weg ins Freie, zu seinem sogenannten freien Spiel der Kräfte, darin nicht gerade nur Kain und Abel, sondern auch ein Kain den anderen und, wenn*« darauf ankommt, sogar ein Abel den anderen niederschlägt. Wir aber waren wie Menschen fn einer windstillen Bucht, die den Sturm auf dem offenen Meere toben sehen. Mit verwunderten Augen sahen wir dem Kämpfe da draußen zu, der Riesenschlacht um ein Zwergteilchen unseres Judentums und blieben — blieben allem mit den Schauern der Ewigkeit. Gott hatte un«, wir hatten ihn gewählt. Was geschieht aber bei uns in Österreich praktisch zur Verwirklichung dieser Forderung? Sieht man von den paar Kibbuzim verschiedener Chaluzorganisationen ab, —■ nichts. Und man verzeihe mir auch eine gute Portion Skepsis über den Ausbildungswert der erwähnten Kibbuzim. Es scheint oft, daß die durch dio Eingliederung in eine solche Organisation gegebene Anwartschaft auf ein Palästina-Zertifikat. Leitern un,d Teilnehmern daran bedeutsamer erscheint als eine gründliche fachliche Ausbildung. Vor allem aber besteht bei den schwierigen Bedingungen, unter denen bei uns in Österreich diese Einrichtungen zu leiden haben, kaum ernstliche Möglichkeiten zu einer systematischen handwerklichen oder landwirtschaftlichen Schulung. Daß diese Kibbuzim nur den präsumptiven Palästinawanderer erfassen und erfassen wollen, sei ihnen gewiß nicht zu ihrer Herabsetzung nachgesagt. Aber gerade als Zionisten, welche die Galuth nicht verneinen und nicht verneinen können, müssen wir eine solche Beschränkung vermeiden und einen breiteren Rahmen für die Berufsumschichtung unserer jungen Generation spannen, in der sicheren Erwartung, daß wir dann aus dem vollen Reservoir erstklassiger Arbeitskräfte die fachlich und ideologisch beetgeschulten in die palästinensische Zukunft überführen können. Und erstklassige Fachausbildung tut not. Die Erfahrung lehrt, daß überall m der Welt der geschulte Facharbeiter trotz aller Krisen immer wieder Anwert findet. Nicht anders in Palästina, wo noch immer gerade für gewisse Spezialarbeiten nichtjüdische Kräfte zu oftmals unglaublich günstigen Bedingungen herangezogen werden. Aber auch von unseren Durofoscbnittearbeitern verlangen und wünschen wir eine gute praktische und theoretische Kenntnis ihres Arbeitsgebietes. Die Anpassungsfähigkeit und Intelligenz des Juden bedeutet bei flüchtiger Ausbildung eine Gefahr, sie gibt aber einer gründlichen Schulung besondere Chancen. Der junge jüdische Mensch, der die hierzulande bestehenden Möglichkeiten zur Erlangung einer ElementarschulMldung, vielleicht sogar einer mittleren Schulbildung gut ausgenützt hat, wird von einem zweibiß dreijährigen Facbkurs mit vorwiegend praktischer Betätigung in seinem Handwerk oder Urproduktionszweig oder seiner technischen Kunst sehr viel profitieren können. Wie sieht es aber mit derartigen praktischen Bildungsmöglichkeiten bei uns aus? Die Gewerbeschulen, die landwirtschaftlichen Mittelschulen, entsprechen nicht ganz den für unsere Bedürfnisse aufgestellen Forderungen nach vorwiegend praktischer Ausbildung. Daß sie meist für jüdische Schüler schwer zugänglich, oder zumindest bei der Gesinnung der Majorität der Schüler unerfreulich im höchsten Maße sind, sei nur nebenbei vermerkt. Private Lehrstellen für jüdische Lehrlinge und Praktikanten bei guten Lehrherren, in technischen oder landwirtschaftlichen vorbildlichen Betrieben zu erhalten, ist kaum möglich, ein derartiges Unterkommen bedeutet aber meist auch für den einzeln einer verständnislosen Umgebung haltlos ausgelieferten jüdischen Jugendlichen ein kaum zu überwindendes Handikap. . Somit ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, eigene jüdische Lehrwerkstätten und landwirtschaftliche Schulungsbetriebe für unsere Bedürfnisse zu schaffen. Hier haben wir nieht nur die Möglichkeit, unserer Jugend eine ihr gemäße fachliche Vorbereitung zu bieten, sondern auch bereits den Pulsschlag des palästinensischen Lebens zu vermitteln, mag auch nicht jeder Zögling den Weg nach Erez Jisrael zum Schlüsse suchen und finden. Diese Vorsorge ist aber in erster Linie Aufgabe der Gemeinden. Es würde eine relativ gar nicht so bedeutende Summe erfordern, um speziell in landwirtschaftlichen Betrieben Jugendliche in diese Tätigkeit voll und ganz einzuführen, um so mehr, als doch, wenigstens zum Teil, auf bescheidene Beitragsleistungen der Eltern gerechnet werden kann. Zahlenmäßige Details zu dieser Frage mögen einer späteren Ausführung Vorbehalten bleiben, sofern die hier vorgebrachten Anregungen den Ausgangspunkt einer Diskussion bilden, wie es sich der Verfasser erhoffen möchte, und zwar zu einer Diskussion, die nicht in einigen Zeitungsartikeln versiegt. Betont sei nur nochmals: Die jüdischen Gemeinden in Österreich haben hier ein weites Feld vor sich. Man kann hoffen, daß das Verständnis hiefür in allen Gruppen der bei uns leider so besonders zersplitterten Zionisten und ebenso bei sogenannten Niohtzionisten vorhanden ist, so daß derartige Pläne nicht allein für sich eine ruhigere Atmosphäre vorfinden, sondern vielleicht auch eine solche schaffen könnten. Jedenfalls sei hiefür aber, da sie die Kräfte einer einzelnen Provinzgemeinde übersteigen, an das Interesse jener Instanz appelliert, welche schon seit geraumer Zeit unter der Devise eines Gemeindebunelw In Status nas* .cendi ist, Jüdischer Klub der Jungen (J.K.J.) Festkinovorstellung Samstag« den 24. April« 11 Uhr abends IMPERIAL-KINO, I., Rothgasse zu Gunsten des KFAR HAMAKKABI Programm: DAVID GOLDER der Spitzenfilm mit Harry Baur / Paläetlnabllderreportage Februars-März 1937 (Begleittext liest Martin Miller) / Die neueste Wochenschau und Sllly-Symphonle Karten von S 120 aufwärts erhältlich: Jüdische KuUurstelle, I. Kai 3 (R 28-2-36), Gronner, I. Graben 28, an der Kinokasse sowie im Klqbhelm des J. K. J., I. Goldschmiedgasse 9 Vorsorge für die Alten und Jungen Von Dr. Karl Schwager, Linz Wir eröffnen mit diesem Artikel eine Diskussion über die Umschichtungsfrage, die von größter Bedeutung für die’ Zukunft der österreichischen Juden ist, ohne zunächst im einzelnen zu den Ausführungen des Verfassers Stellung zu nehmen, der die diesbezüglichen Wiener Verhältnisse nicht genauer kennt. Ebenso wichtig erscheint uns aber eine Diskussion über die Hedmfürso'rge für, erwachsene, alleinstehende und alte Menschen. Die Red. Es ist wohl überflüssig, festzußtellen, daß die Lage der jüdischen Bevölkerung in unserem Staate von Tag zu Tag hoffnungsloser wird. Nüchterne Betrachtung dieser Tatsache verlangt von uns die Erkenntnis, daß wir hier vor einer ökonomischen Entwicklung stehen, die von politischen Faktoren nur in zweiter Linie bedingt ist und daß daher die auf einen Umschwung in der politischen Gesinnung unserer Umwelt Hoffenden bestenfalls eine graduelle Besserung erwarten können, keinesfalls aber einen wirklichen Aufstieg der jüdischen Bevölkerungsschichte. Angesichts dieser Lage hat die jüdische Öffentlichkeit ihre Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Zwei Probleme seien nun im folgenden einer näheren Betrachtung unterzogen. Analoge Entwicklungen und Sorgen unserer Brüder im Deutschen Reich lassen sie uns erkennen und weisen auch den Weg für das bei uns zu Veranlassende. Die neuesten« mehrfach festgestellte Tat sache des Rückganges der jüdischen Bevölkerung durch die Abnahme der Kinderzahl in den jüdischen Familien ist keine Erscheinung unserer Tage. Jeder von uns kann in seiner engeren und weiteren Umgebung genug Beispiele anführen, daß die jüdischen Familie, in der in früheren Generationen eine Vielzahl von Kindern selbstverständlich war, jetzt im Durchschnitt neben den Eltern bestenfalls zwei Kinder zählt. Unverhältnismäßig zahlreich sind aber jene Fälle, wo Ehepaare ohne jede Nachkommenschaft dastehen. Aber nicht nur die jungen Paare legen sich unter dem Druck der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, und aus einem Zeitgeist, der hier ohne jede Kritik lediglich festzustellen ist, jene Beschränkung auf, sondern auch schon die vorausgehende Generation hat sich in dieser Hinsicht vielfach ähnlich verhalten. Jüdische kinderlose Ehepaare an der Schwelle des Alters sind häufig. Ohne daß zu dieser Konstatierung besonderes statistisches Material herangezogen werden müßte, ergibt sich unter Hinzurechnung der zahlreichen Unverheirateten beiderlei Geschlechts, daß in den nächsten Jahrzehnten eine immer steigende Zahl von Alten ohne Familienanschluß in unseren Gemeinschaften anzutreffen sein wird. Zudem kennen wir die Erscheinung in den .deutschen Gemeinden, daß die zur Emigration gezwungenen mittleren und jüngeren Altersklassen die Eltern, weichen eriöärlifiherwelBa den ffieg in die unbekannte Fremde nicht zugemutet werden kann, allein zurücklassen. Was soll nun mit diesen vielen Alten geschehen? Dabei muß nun das Augenmerk gar nicht allein auf die mittellosen Schichten gelenkt werden, deren Los eine großzügige Altersfüreorge verlangt, Diese® heranwaohsende Heer wird wahrscheinlich schon in einer Dekade eine große Sorge der jüdischen Gemeinden bilden, um so mehr, als seine Zahl im umgekehrten Verhältnis zu der der leistungsfähigen, im erwerbsfähigen Alter stehenden Gemeindemitglieder stehen wird. Es ist aber zu hoffen, daß ein nicht geringer Prozentsatz der anhanglosen jüdischen Alten nicht so sehr auf die finanzielle Hilfe der Gemeinden angewiesen sein wird, als auf deren psychische und organisatorische Fürsorge allein. In vielen Fällen haben unsere alternden jüdischen Männer und Frauen nicht ganz ohne wirtschaftlichen Erfolg den Existenzkampf geführt. Ein mehr oder minder .großes Vermögen garantiert ihnen eine Rente, sie haben den Anspruch auf bescheidene Pensionen erworben, oder entfernte Angehörige, vielleicht auch Kinder im Ausland sorgen laufend für ihren Unterhalt. Gerade aber für diese Fälle fehlt fast vollkommen eine systematische Vorsorge, der Ersatz des mangelnden Familienanschlusses durch die Gemedndehaft. Hier müßte durch geeignete Institution (meines Wissens bestehlt nur in Karlsbad, ein Heim im Sinne des Vorstehenden) eine Lücke im jüdischen Fürsorgewesen geschlossen werden. In Paranthese sei auch weiter angemerkt, daß sich in dieser Linie sogar gewisse neue Existenzmöglichkeiten für tüchtige alleinstehende Frauen eröffnen können. Und schließlich sei noch kurz darauf hingewiesen, daß man sich derartige Heime vor allem auch nach Erez Jisrael verpflanzt vorstellen kann, wo sie, in klimatisch günstiger Lage, den Alten einen Lebensabend im Sinne einer alten jüdischen Tradition und verknüpft mit den Zukunftshoffnungen unseres Volkes bereiten können. Wozu noch die Stärkung des jüdischen Wirtschaftssektors im Lande käme. Mag dieses hier als erstes behandeltes Problem von Für- und Vorsorge manchem nicht allzu bedeutungsvoll und dringend erscheinen, so ist es erstaunlich, daß dem zweiten nicht schon längst eine viel stärkere und vor allem tatkräftigere Aufmerksamkeit zugewendet worden ist. Es handelt sich um die Zukunft unserer Jugend. Mit der Forderung nach Beruf sumscbichtung rennt man offene Türen ein. Es ist heute wohl allen Einsichtigen klar, daß wir unserer Jugend die Wege zur praktischen Arbeit öffnen, daß wir ihr helfen müssen, sich ökonomische Positionen handwerklichtechnischer Art und in der Urproduktion zu schaffen, daß wir ihr damit die Tore der Welt, vor allem aber Erez JisraeL, aufschließen müssen,

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