Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 635 (13.4.1937)
- Date
- 1937-04-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIB STIMME Nr. 63ö. — Wien, Dienstag, 13. April 1937. — sio hat das nicht getan — sondern wil die Juden einen Teil ihrer Jugend bewaffnet haben. Das hat die Araber ziem lieh friedlich gestimmt, die auch von dem Malheur des Zusammenbruchs aller panarabisehen Velleitäten betroffen worden sind. Will ihnen die Verwaltung jetzt durch eine Vereinigung der rein arabischen rückständigen Gebiete mit Transjordanien ein Geschenk machen? Dies würde auf Kosten der Juden gehen, die wirtschaftlich abge schnürt würden. Eine Befriedung Palästinas ist nur möglich, wenn das Mandat nach seinem Wortlaut und nach seinem Sinn durchgeführt wird. Nur. die im Mandatsvertrag vorgesehene Wiedererrichtung der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk kann das Problem lösen. A.-C.-Sitzung und Nebi Musa-Fest Jerusalem, 11. April. (J. T. A.) Man erwartet, daß der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chalm Weizm a n n, am 17. April in Palästina eintreffen wird, um an den Beratungen des Zionistischen Aktionskomitees teilzunehmen, die am 20. April ln Jerusalem beginnen. Der Gouverneur von Jerusalem hat eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung anläßlich des Nebi Musa-Feste8, das auf den 22. April fällt, getroffen. Neun Führer der radikalnationalistischen arabischen Jugend (Schabab) in Jerusalem, Hebron und Bethlehem haben eine Sicherstellung von je 25 Pfund für ruhiges Verhalten hinterlegen müssen. Es wurde ihnen außerdem verboten, ihren Wohnort ohne besondere polizeiliche Erlaubnis zu verlassen; sie haben sich täglich bei der Polizei zu melden. — Glaube mir...! Du kaufst gut, wenn Du COFROOLI Malz und Fedgenkaffee verwendest! Der Mufti fordert... Paris, 11. April. (JTA.). Die Agentur Havas bringt eine Unterredung ihres Palästina-Korrespondenten mit dem Jerusalemer Mufti Haj Amin el Husseini, der sich gegen den Plan einer Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Sektor aussprach und u. a. sagte: „Die Lösung, die wir für gerecht halten und wünschen, ist die Aufhebung des Mandates und der Abschluß eines englisch-palästinensichen Vertrages. Artikel 22 des Völkerbundpaktes anerkennt die Unabhängigkeit der vom Ottomanischen Reich abgetrennten Staaten. Palästina, das in die gleiche Kategorie von Ländern gehört, hat also auch ein Recht auf diese Unabhängigkeit.“ Palästina braucht Menschen! Tel-Aviv, 11. April. (JTA.) Auf einer Sitzung des Zentralrates für Alija wurde feetgestellt, daß in der gemischten Landwirtschaft ein empfindlicher Mangel an Arbeitskräften herrscht, daß ferner für neue Kolonisation Tausende Einwanderer erforderlich seien und daß schließlich die Industrie, die sich von den schweren wirtschaftlichen Folgen der Unruhen de« Jahres 1936 zu erholen beginnt, in großer Zahl Spezialisten und unqualiflzierte Arbeiter benötigt. Es wurde auch darauf hingewiesen, daß Im Falle einer verspäteten Ausgabe des Schedule für das Halbjahr April-September 1937 die gesamte wirtschaftliche Entwicklung des Landes eine starke Hemmung erfahren würde. Kampf um die Zertifikate London, 11. April (JTA.). Auf eine Ander Jcwisih Agency bereits der Palästinafrage der Jüdischen . Telegraphen-Agentur regierung ihre Vorschläge und Unterlagen beim Colonial Office ln London, wann die. betreffend den Schedule für das laufende Zertifikate auf Rechnung des Schedule für Halbjahr übermittelt und bestimmte Fordedais Halbjahr April/September ausgegeben rungeu betreffend die Anzahl der zu erteilenden würden, wurde erwidert., daß die j lenden Zertifikate gestellt. Es steht noch Festsetzung des Einwanderuugts-Schedule {nicht fest, wann die P&lästinaregierung au ausschließlich in die Kompetenz des High t der Frage des neuen Schedule Stellung neh Commdssioner für Palästina falle; das Colonial Office nehme auf diese Angelegenheit keinen Einfluß. Wie diie JTA erfälirt, hat die Exekutive men wird; es wird erwartet, daß sich der Higih Commissloner noch im Verlauf des Monats April miit den Vorschlägen der Exekutive der Jewisli Agency befassen wird. Neue Siedlungen im Beisan-Gebiet Bombenattentat auf das Haus des arabischen Bürgermeisters in Safed Jerusalem, 8. April. (JTA.) In der Nacht auf Sonntag, 5. April, warfen arabische | Terroristen auf dae Haus des arabischen Bürgermeisters in Safed eine Bombe, die jedoch nicht explodierte. Zwei arabische Attentäter wurden verhaftet. Jerusalem, 12. April. (Priv.) Nach einer längeren Pause hat das Wochenende in Palästina wieder eine Reihe von Terrorakten gebracht. In einem Kaffeehaus in Nazareth wurde ein Araber erschossen, in der Altstadt von Jerusalem ein Araber schwer verletzt, als er sich in das Gebäude des Obersten mohammedanischen Rates begeben wollte; hiebei wurden drei unbeteiligte Fußgänger verletzt. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Tiberias wurde auf dem Heimweg von einer Hochzeit von unbekannten Tätern aus dem Hinterhalt erschossen. In Jarkona wurde eine Jüdin von arabischen Viebdieben erschossen, doch handelt es sich hier nicht um ein politisches Attentat. Jerusalem, 9. April. Heute nach Sonnenaufgang wurde mit den Bauarbeiten in zwei neuen Moschawlm begonnen, die auf Keren Kajemeth-Boden im Beisan-Gebiet unweit der vor einigen Wochen angesiedelten Kwuzoth Hassadeh und Tel-Amal gegründet worden sind. Die Siedler, über 200 an der Zahl, sind Mitglieder von zwei Arbeitergruppen aus Galiläa. Die Mittel sind vom Keren Hajessod zur Verfügung gestellt worden. In wenigen Stunden waren Eisenbetonmauern, Hütten sowie der Wachtturm, auf dem ein Scheinwerfer angebracht ist, fertiggestellt. Vertreter der Jewish Agency, des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth wohnten den Arbeiten, die in einer Stimmung heiter Begeisterung durchgeführt wurden, bei; sämtliche Teile des Jischuw sandten Glückwunschtelegramme. Araber aus den umliegenden Dörfern kamen, um die Siedler willkommen zu heißen. Eine der Siedlungen ist Beth Josef (nach Josef Aronowitz) benannt worden, die dort geplante Eisenbahnhaitestelle wird denselben Namen tragen. Die Siedler stammen hauptsächlich aus Polen und Litauen und sind seit Jahren in den Kolonien des Emek als Lohnarbeiter tätig gewesen. Wauchope im Tel-Aviver Hafen Tel-Aviv, 11. April. High Commissloner Sir Arthur Wauchope besuchte in Begleitung des Jerusalemer Distriktskommissars, Oberst James Campbell, des Bürgermeisters von Tel- Aviv, Israel Rokach, und de« Chefdirektors der Anglo-Palestlne Bank, S. Hooflen, die Schiffsanlegestelle in Tel-Aviv. Der High Commissloner gab seiner Zufriedenheit über die fortschreitende Entwicklung des neuen Hafens Ausdruck und fragte, ob tausend Tonnen täglicher Einfuhr ausreichen würden, um die Bedürfnisse der Konsumenten in Tel-Aviv zu befriedigen. Hooflen teilte dem High Commissioner mit, daß eine Kooperativgeseilschaft der Zitrusexporteure in Bildung begriffen sei und ersuchte um die Hilfe der Regierung für diese Neugründung. Der High Commissloner fragte, ob eine solche Kooperativgesellschaft ohne arabische Mitgliedschaft möglich sei, worauf Hooflen die Hoffnung aussprach, daß die Regierung die Araber bewegen werde, der Gesellschaft beizutreten. Tu Deine Pflicht! Erwirb und verbreite den Schekel! Melde Dich zur Mitarbeit bei der nächsten Bezirkssektion I Nur 3250 Einwanderer im ersten Quartal 1937 Tel-Aviv, 11. April. (JTA.) Die Arbeiterwirtschaftlicher Aufstieg von Palästina ge- Ibrem Vizepräsidenten, Herrn Ferdinand Kornmehl spricht anläßlich des Ablebens seines Bruders Josef Kornraebl das innigste Beileid aus Zion. Bez.-Sekt. Leopoldstadt Club Erei israul Militärischer Sender auf dem Skopus-Berg Jerusalem, 8. April. (JTA.) Auf dem Skopus-Berg soll ein neuer Sender errichtet werden, der vermutlich militärischen Zwekken dienen wird. Tageszeitung „Davar“ stellt fest, daß in den ersten drei Monaten des Jahres 1937 im ganzen 3250 jüdische Einwanderer (gegen 8013 Einwanderer in der gleichen Periode des Jahres 1936 und 15.220 in den ersten drei Monaten des Jahres 1935) nach Palästina gekommen sind. Diese durch die Regierungspolitik veranlaßt« künstliche Beschränkung der Einwanderung, stellt „Davar“ fest, habe keinerlei Begründung in der wirtschaftlichen Lage des Landes; denn die amtlichen Ziffern der Regierung erweisen eine aufsteigende ökonomische Entwicklung und somit eine steigende Aufnahmefähigkeit des Jischuw, dessen Wirtschaftssektor immer neue Arbeiterhände in Landwirtschaft und Industrie benötigt. Die Beschränkung der jüdischen Einwanderung stört diese Entwicklung empfindlich. Jüdische Einwanderung und hen miteinander Hand in Hand; aber die Regierung schlägt durch ihre falsche Einwanderungspolitik den von ihr selbst zugegebenen Tatsachen einfach ine Geeicht. Palästina-Einwanderung' 1935 und 1936 Jerusalem, 11. April. (JTA.) Der Allgemeine jüdische Arbeiterverband Palästinas (Histadruth Haowdim) hat eine umfassende Statistik über die jüdische Palästina-Einwanderung der verschiedenen Kategorien in den Jahren 1935 und 1936 veröffentlicht. Von den insgesamt 61.854 Einwanderern des Jahres 1935 waren 17.500 als Arbeiter eingetragen, von den 29.727 jüdischen Einwanderern, die 1936 nach Palästina kamen, entfielen auf die Kategorie der Arbeiter 8534. Regierung bezahlt Jüdische Hilfspolizisten Jerusalem, 11. April. Die Palästina-Regierung hat der wiederholten Forderung der Jewisli Agency, daß die Gehälter der jüdischen Hilfspolizisten von der Regierung gezahlt werden sollen, stattgegobeai. Bisher trugsie nur die Hälfte der Gehälter, während die andere Hälfte von den Siedlungen oder den jüdischen nationalen Körperschaften aufgebracht wenden mußte. Tel-Aviv wird Passagier-Hafen Jerusalem, 8. April. (JTA.) Der Generalsekretär der Palästinaregierung teilte dem Waad Leumi offiziell mdt, naß die Palästinaregierung .beschlossen habe, den Bau einer Quarantänestation für Passagiere im Hafen von Tel-Aviv in Angriff zu nehmen. Bisher hat es eine solche nur im Hafen von Jaffa gegeben. Diese neue Einrichtung ist der erste Schritt der Umwandlung des jüdischen Hafens in Tel- Aviv von einem bloßen Frachtenhafen in einen großen Passagierhafen. Künftighin sollen dort die großen Passagierdampfer, die Touristen und Einwanderer Ins Land bringen, anlegen. Bereits in allernächster Zeit wird eine direkte Seeverbindung zwischen Tel-Aviv und den europäischen Passagierhäfen hergestellt sein und die gesamte jüdische Alija direkt nach Tel- Aviv gelenkt werden. Assefath Haniwcharim einberufen Jerusalem, 10. April. (Palcorj) Der Waad Leumi hat beschlossen, eine Tagung der Assefath Haniwcharim für Mai einzuberufen, tim die sich aus dem Bericht der Königlichen Kommission ergebende politische Lage zu erwägen. Die Wahlen zur Assefath Haniwcharim, die demnächst stattflnden sollten, sind vorläufig aufgeschoben worden. Delegation gemäßigter Araber nach London? Jerusalem, 8. April. (JTA.) Die arabische Verteidigungspartei des früheren Bürgermeisters von Jerusalem Ragheb Bey Nashashlbi hat eine Konferenz abgehalten, bei der eingehend über die Möglichkeit der Entsendung einer Delegation nach London gesprochen wurde, die die Meinung des gemäßigten Teils der arabischen Bevölkerung zum Ausdruck bringen soll. Die endgültige Entscheidung über diese Frage wurde vertagt. „Am Grab endet alle Feindschaft“ Im Dritten Reich ist vor zwei Jahren durch Geheimverordn ung (des Ministers Goebbels verfügt worden, daß die Namen der jüdischen Gefallenen von den Gedenktafeln zu entfernen sind. Die Maßregel wurde, als sie bekannt wurde, in einer zweideutigen Erklärung 'bestritten. Sie ist aiber im ganzen Reich durchgeführt worden. Jede Erinnerung daran, daß 12.000 Juden für Deutschland gefallen sind, sollte ausgetilgt und dar mit zugleich ein Akt der Beleidigung und der Kränkung für die Angehörigen der Toten gesetzt werden. Der Vorfall hat damals viel Aufsehen in der Öffentlichkeit erregt, er ist aber, wie so vieles andere, was sich in Deutschland ereignet hat, vergessen worden. Man muß ihn aber jetzt wieder ins Gedächtnis zurückrufen, nachdem in Deutschland ein wütender Pressesturm gegen Österreich betrieben worden ist, das angeblich ein Ehepaar wegen einer Kranzniederlegung am Grab der Eltern Hitlers bestraft hat. Es hat sich sofort ergeben, daß die über alle deutschen Sender verbreitete Nachricht in der von den deutschen Amtsstellen ausgegetoeoem Form unwahr war.. Die von oben dirigierte Entrüstung kam besonders in dem „Angriff“ zum Ausdruck, in dem Organ des Goebbels. Dort war zu lesen: „Allgemein gilt es in der Welt als selbstverständlich, daß am Grabe alle Feindschaft ihr Ende findet. Wo diese Regel nicht beachtet wird, offenbart sich die Barbarei. Die Ehrfurcht vor dem Tode ist angegriffen.“ Das gilt in der Welt als selbstverständlich, aber diesen Grundsatz hat das Dritte Reich als Plunder weggelegt, um seine Feindschaft gegen die Juden zu zeigen. Keiner von denen, die im Krieg für das Reich gestorben sind, hätte es sich auch nur träumen lassen, daß die heldische Weltauffassung seinen Namen streichen würde. Jeder ist in dem Vertrauen in den Tod gegangen, daß »eine Pflichterfüllung anerkannt werden wird. Das ist nicht nur nicht geschehen, sondern mit einer Beleidigung der Toten belohnt worden, während; die Lebenden, die aus dem Krieg kamen, samt ihren Familien, samt ihrer ganzen Gemeinschaft vom Reich in Acht und Bann getan worden sind. — Urteile selbst...! COFROOLI Malzkaffee hat 100 Kaffeebohnen im H kg Paket beigemischt und kostet trotzdem nur 80 Groschen! Der weltberühmte Oberkantor Kusewicki aus Warschau wird Donnerstag, den 15. April, um VS Uhr abends, im großen Tempel, Wien, 11., Tempelgasse 5, liturgische Gesäuge vortragen und außerdem Freitag, den 16. April, um 6 Uhr 45 abends, und Samstag, den 17. April, um 8 Uhr 30 morgens, einen Festgottesdienst im Josefstädter Tempel, Wien, VIIT., Neudeggergasse 12, abhalten. Eintrittskarten sind in den Tempelgebäuden Wien, II., Tempelpsso 5 (Ferdinandsstraße 23), ferner VIII., Neudoggergasse 12, zwischen 9 und l Uhr, sowie an der Konzertkassa Hohenberg, 1., Operngebäude, erhältlich.