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Die Stimme · 1937-04-09 · Heft 634 (9.4.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 634 (9.4.1937)
Date
1937-04-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite o Oll tTIMMI Nr. 634. — Wien, Freitag, 9. April 1997. Die Enfeiftiti^ Israels Vcm Walleip Beemtf (Schluß.) Die Tore der Festung blieben geschlossen. Auch als sieh Aaron, von zwei Leviten begleitet, den Mauern näherte, erschien auf einem Söller bloß ein Zehnthauptmann und erklärte barsch, niemand dürfe sieh in die äußere Umfassung begeben, der nicht das Siegel des Königs vorwiese. Aaron rief hinauf, Weser-Kaf selber, des Königs oberster Statthalter und Befehlsausfertiger habe den Auszug der Hebräer und das Passieren der großen Mauer gestattet. Hetem, die Festung, sei daher zu öffnen. Sie vertrauten auf Pharaons Wort und seine, des Befehlshabers, Einsicht. Aber Hetems Herr und Meister erschien nicht. Vergeblich sandte Mosche Boten auf Boten. Gegen Abend kam Nachricht, ein Läufer aus Memphis sei eingetroffen, der nicht nur den Befehl des Königs wiederholte, Hetem geschlossen zu halten, sondern auch sichere Nachricht brachte, daß Weser-Kaf selber mit großer Truppenanacht aufgebrochen sei, die geflüchteten Hebräer zu verfolgen.! Bestürzung brach in den Reihen der j Hingelagerten aus. Man schrie nach Mosche. I Aber er verharrte in tiefer Weltferne und ' Innensohau des Gebetes und sie ließen niemand zu ihm. Als es völlig nachts geworden war, leuchteten die Feuer auf den hohen Stangen wiederum auf und sie schirrten ihr Vieh an und zogen die Riemen fester an den Schuhen. Nach Süden, dem Schilfmeer zu, führte sie jetzt Mosche, denn so hatte es ihm Gott der Herr befohlen. Auf einer schwanken Brücke überschritten sie den Schiffskanal. Dort waren Krieger Pharaos auf Wache. Aber sie entsetzten sich vor den vielen hohen Feuern und dem Gesang der Zehntausende, die heranzogen, und nahmen Reißaus. Israel überschritt ungekränkt die gefährliche Stelle. Immer weiter schob sich der Zug | nach Süden, wo Mosche eine Stelle zu finj den hoffte, die ihm erlaubte, den schmalen; Meeresarm, der sie von der Freiheit trennte, zu überqueren, j Im Morgengrauen türmten sich vor ihnen neue gewaltige Festungen: Pikeheret hieß der furchtbare Ort. Die grauen, fugenlosen Steinwälle fielen senkrecht in die See. Gegenüber spiegelte sich eine gleichartige Befestigung, Baal-Zephon; es schien ganz undenkbar, Element und Menschenwerk, Wasser und Stein, zu überwinden. Wohin nun? Sollten sie noch tiefeT in die Steppe? Immer breiter dehnte sich der Meeresarm. War es ihnen verhängt, im heißen Geklüfte zu verdursten? Im Wasser schmählich zu versaufen? Oder sich von den heranstürmenden Truppen Weser-Kafs niedermetzeln zu lassen? Aaron, der vergeblich versuchte, die Schreienden zu beruhigen, mußte bittere Worte hören. „Warum hast du uns fortgeführt aus Mizraim?“ riefen sie. „Warum hast du uns das angetan? Waren nicht Gräber und Grabdenkmale, Felsengrüfte, Sphinxe und Pyramiden genug in Ägypten, daß du uns mußteist wegführen, damit wir hilflos in der Wüste sterben?“ „Fürchtet euch nicht“, antwortete Aaron, „seid fest im Glauben! Der Herr wird uns helfen, denn er verläßt nicht sein Volk, das er auserwählt hat unter den Völkern.“ Stieit erhob sich, sie schlugen einander, dieweil Mosche mit Gott rang. Als sich ein Haufen zu nahe an die Umwallung Pikeherets heranwagte, kam eine Wolke von Pfeilen herunter, und viele wurden ernstlich verwundet. Da es gen Abend ging, ließ Aaron die Feuer auf den Pfannen entzünden. Sie wollten es trotz allen Schrecken wagen, in die Steppe weiter nach Süden zu dringen. Kaum hatten sie die zum Weitermarsch gebotene Ordnung eingenommen, als ein gewaltiger Schrecken sie völlig verstörte. I Im Norden, aus der Richtung, von wo sie gekommen waren, blinkten Lichter auf, kamen und verschwanden wieder. Waren dies die Signalfeuer der Festungen? Sio wandten angstvoll ihre Köpfe, bis plötzlich einer den Scbrecikeusnif ausstieß: Die Ägypter! Die Ägypter! Weser-Kaf mit sei nen Streitwagen ist da und kommt, uns zu zermalmen! Nun löste sich alle Ordnung. In regel loser Flucht strebten sie alle weiter nach Süden, in die Nacht hinein und die Finster nie, aus der fernes Blitzen von Gewittern fächerte. Unruhiges, leises Wehen strich über sie hinweg und trieib ihnen den Rauch der Feuer von den hohen Pfannen ins Gesicht, daß er wie eine gewaltige Wolke ihren Pfad verhüllte. Verzweiflungsvolles Schreien durohtönte das Dunkel. Karren stürzten um, Flüchtende traten aufeinander, da und dort verknäuelten sich die Haufen. Mag sein, daß sie überhaupt nicht weiterkamen und führerlos im Kreise gingen: denn da der Morgen graute, erblickten eie noch immer die stummen Giganten Pike her et und Baal-Zephon; in naher Feme aber wurden die Kriegstrompeten der Ägypter hörbar. Mosche! Mosche! riefen sie. Hilf, Herr der Heerscharen, El, erbarme dich unser! Plötzlich stand Mosche unter ihnen. Er hatte die besonnensten Männer, Gads und Judas, ansgewählt, daß sie das Volk beruhigten, sammelten und in Ordnung brächten. Jetzt stieg er auf einen hochbeladenen Wagen, daß eie ihn alle sehen konnten. Die Ägypter sind da, Mosche, sie werden uns in Stücke hauen! Was sollen wir tun? tönte es ihm von allen Seiten entgegen. „Seht hinaus in das Schilfmeer“, sagte Mosche. Alle Augen richteten sich hinüber auf die weite F.äohe Wassers, die vom beginnenden Sturm, der den Himmel mit Wolkenfetzen bedeckte, gekräuselt wurde. „Wir wollen das Schilfmeer, durchschreiten. Dort, dort ist der Weg zur Freiheit!“ Sie beugten sich tief nieder und verhüllten mit dem Saum des Gewandes ihr Angesicht. Totengebete wurden gemurmelt, ein Volk bereitete sich, zu sterben. Mosche hob seinen Stab und reckte die Hand aus. Der Sturm schwoll ztira Orkan. Mosches Haupthaar flog wie eine Mähne nach vorn, es war, als wollte ihm die Windsbraut die Kleider vom Leibe reißen. Mit Aufbietung aller Kräfte mußten sie sich den tobenden Windmassen entgegenkämpfen. Erst auf halbem Weg merkten sie das Wunder: daß der Sturm aus Osten, deT ihnen das Gesicht peitschte, die Wasser hinaufgetrieben hatte in den Sohiffahrtskanal der Pharaonen. Trockenen Fußes kamen die »um Tode Entschlossenen immer näher dem anderen Ufer. Schon kletterten Ziegen, Schafe, Rinder und Kamele die jenseitigen Ufer hinauf, immer größere Massen Volkes erreichten die rettende Wüste. Stundenlang kämpften sich Israels Kinder durch die neugesohaffenen Untiefen. Der beizende Rauch der Feuerflammen jagte über sie hinweg und wurde zum schützenden Gewölk, das dem herannahenden ägyptischen Kriegsvolk die Sicht verdeckte. Denn auch sie, die Schergen Weser-Kafs, waren da, man konnte bereits ihre Kriegswagen sehen und das Blinken ihrer Schilde und Speere. Wenn auf einen besonders heftigen Sturmstoß für einen Wiimpernsohlag Stille ein fiel, vernahm man daß Tönen ihrer Trompeten, das wie das ferne Krähen von Hähnen erklang. Der Abstand zwischen den Flüchtenden und ihren Verfolgern wurde immer kleiner. Da flaute der Wind ab. Wer von den Kindern Israels hinter sich sah, wurde mit Staunen und Entsetzen gewahr, wie die Meeresflut in Gestalt eines wie Glasfluß leuchtenden Berges zurückkam. In tödlicher Verwirrung knäuelten sich die Reihen der Ägypter zusammen. Die Pferde Weser-Kafs, kenntlich an ihrem weithin leuchtenden Kopfschmuck, stürzten. Was halfen Peitschenhiebe und Stöße mit dem Speerschaft; Noch arbeitete diese wimmelnde Vielheit, regten sich Arme, stampften Füße, rollten Räder. Dann war Gottes Element über sie ausgegossen, sie versanken, das Meer verschlang sie. Dennoch, als seien ihnen die Ägypter auf den Fersen, flüchteten die Kinder Israels SH DIE KINDER-STIMME Im Galil — heute ' n'jjjDiTwE YfSSOO HAHAAL^ 1nuttY/i>N mT* r \m£TH HASHAHAIT * rrvrnwa , WSHMAA WA YAAfifA 0‘JP» rO / '-^HAHNAlMi \ / 6 njv ) I / qoshpina\ \ Jo.-,ephus Plavius schreibt kn Jahre 79: .. Die Galiläer hielten jedem feindlichen Angriff stand, da sie von Jugend auf mit dem Kampfe vertraut waren. Den Männern fehlte es nie an Mut, und das Land ist üppig und weiden reich, mit Bäumen aller Art in Hülle und Fülle bepflanzt... kein Teil desselben liegt brach... Es bat eine Menge von Städten, und auch die Bevölkerung der Dörfer ist wegen der Fruchtbarkeit des Bodens überall sehr dicht.“ Nach mehr als 1800 Jahren der Verödung wird nun auch Obergaliläa und der Bezirk von Hule durch den Keren Kajcmeth wiedererweckt. Schon kündet auf der Höhe von Tel- Ohaj das Löwen-Denkmal Trumpeldors, daß heute wiederum jüdische Männer bereit sind, ihren Schweiß und ihr Herzblut für den Aufbau und die Verteidigung ihrer Heimat her- |zugeben. btnut'b rm'p riß im Galil einst K i n d er, denket auch ihr an den Keren! Kajemeth und bereitet eine Spende für die Haussammliung des Keren Kajemeth am 11. und 12. April vor. Diese Zyklamen blühten bereits vor vier Wochen in Erez Israel. Durch einen Freund gelangten diese. Blumen in unsere Hände und bildeten den, größten Feetscihmuck cuf der Tafel eines Kinder-Seder-Tisches. Hättet ihr nicht Lust, die« als Brauch einzuführen: Blumen aus Erez als höchsten Fes tischmuck? Wovon sprechen die Kinder in Erez Israel (Aus: Das Kind in Erez Israel von Gitel Meisel) r-$3 Eiin Jahr der Dürre. Die größeren Kinder unterhalten sich, wie es sein wird, wenn Regen fallen wird: Dann wird er wohl blühen deT Mandelgarten käräm hasch’ kedim; und auch der Weingarten — käräm hag fanim. Klein - Thamar (dreieinhalb Jahre alt), die abseits sitzt, mischt sich plötzlich drein: „Und auch der Käräm hakajämäth!“ Klein-Thamar hatte käräm (Fruohbbeig, Garten) mit dem ähnlich klingenden kärän (Horn, Füllhorn, Fond) verwechselt. Die Zyklame DSp*? auch Salomons-Krone “"IJ2 Rätselecke Kammrätsel. 1. Fruchtbare Stelle in der Wüste. 2. Bibi König. 3. Bibi. Männergestalt. 4. Ansprache. 5. Stacheltier. 6. Körperteil. I Mitteleuropäischer Staat. « Gleichungsrätsel. x a + (b — Eff) + c Wiener Wahrzeichen a Großer Mensch, Hüne b Unbest. Artikel c Teil des Wagens genannt, gedeiht an versteckten Stellen, hinter Gebüsch und Felsen. Darüber gibt es verschiedene sinnige Fabeln. Und warum wird sie Salomons Krone genannt? Zur Stunde, da Salomoh den Königsthron bestieg erschien ihm ein Engel, der ihm verkündete: „Wisse, Scblomoh, mäläch jisrael: Alle Könige tragen Kronen auf ihren Häuptern — auch du sollst eine tragen. Geh' hinaus aufs Land, ins Gefilde, suche dir die schönste aller Blumen aus und lasse dir deine Krone nach ihrem Abbild machen.“ Und Scblomoh tat nach des Engels Geheiß und er wählte von allen Blumen die Zyklame, nach deren Blütenkrone er seine Krone anfertigen ließ. Deshalb wird die Zyklame auch Salomons-Krone genannt. Es wird aber auch noch von ihr erzählt: Nach vielen Jahren wurden die Schätze und auch die Krone der Könige von Juda aus Jerusalem als Siegesbeute von Feinden weggenommen. Und in der Stunde, da die Krone ihr Heimatland verließ, senkten alle Zyklamen zum Zeichen der Trauer ihre Köpfe zur Erde hinunter. Sie sprachen: Erst wenn die Krone zurückkehren wird auf die Köpfe der Auserwählten von Juda — dann erst werden wir unsere Köpfe emporheben, wie in den Tagen der Vorzeit. Aus 3«? by muH ...Tl. I. .* T- .’.'ucherzählt von Lilian Grünwald. * Bilderrätsel Auflösung des Pessach-Bilderrätselo: Moraur. Briefkasten Susi N., Leo K.: Ich freue mich, immer wieder zu hören, daß ihr die hebräischen Gedichte und Spiele auswendig lernt. Ihr könnt euch auch beteiligen und einmal ein Spiel, oder ein besonders t schönes Gedicht, einachioken, nur darf es nicht zu lang sein, denn unser Raum ist sehr begrenzt. — Erich Deutsch: Ich bin auf deinen Beitrag schon neugierig. Prlv. SdiQlerhoit CENTRAL ll.Teborstr.8B T.U 14-908 Leitung: Ullan (Irinwild Abi. d. ChaJefl.P8dagoglum> Trade WelB, und. Md. Täglich S Stunden Spiel und Turnen im Freien Einzelunterricht für schwächere Schüler Sprechstunde: Dienstag 7 bis 8 Uhr «bds>

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