Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 634 (9.4.1937)
- Date
- 1937-04-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3054338-3054390--6600-3062470- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wien, Freitag, 9. 'April 1937. — Nr. 634. Oll ITIMMI Seite 5 Junge Hospitantin des Dr.-Krüger-Helms bittet um Nachmittagsbeschäftigung zu Kindern. Zuschriften unter „Verläßlich“ an d. Adm. agagiiik abgehalten -wenden mit der Aufgabe, neue Lehrkräfte für das allgemeine jüdische Schulwesen aniszubilden. Yehuda Leib Cahan. Aus New York meldet die JTA.: Im Alter von 58 Jahren verstarb ln •New York Yehuda Leib Cahan, ein hervorragender Kenner und Sammler jüdischer Volkslieder. Cahan wurde am 15. November 1881 in Wilna geboren. 1904 emigrierte er nach Amerika, 1896 begann er mit der Sammlung jüdischer Volkslieder, von denen er 1912 zwei große Bände veröffentlichte. Cahen war. einer der Gründer des Jüdischen Literatur-Verbandes dn New York. Preisausschreiben der ZVfD. Aus Berlin wird gemeldet: Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat einen Aufruf an jüdische Künstler und Graphiker zur Einreichung von Entwürfen für ein Plakat zur Schekelaktion der ZVfD gerichtet. Das Plakat soll das Motto tragen: „Zahlt den Schekel! Werbt für ihn!“ und die Bedeutung der zionistischen Bewegung für den Palüstina- Aufbati und den Wert des Nationalheims für das jüdische Volk einprägsam illustrieren. Abschiedsbankett in London für Oberrabbiner Herzog. Aus London meldet JTA.: Die Zionist Federation for Great Britain and Ireland veranstaltet am 11. April ein Bankett zu Ehren von Oberrabbiner Dr. Isaac Herzog anläßlich seiner Abreise nach Palästina. Den Vorsitz bei der Veranstaltung wird der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim [Weizmann, führen. Ansprachen werden Obergabbiner Herzog, die Marquise of Reading, L^rof. Brodetsky, Captain Cazolet, der Präsident des Board of Deputies, Neville Laski (Und andere Redner halten. Der Arierparagraph in der Wiener Schlaraffia. Wie der Wiener JTA-Vertreter erfährt, wurde ein VermittlungsVorschlag für (die bevorstehende Vollversammlung der ^Schlaraffia edngebracbt, der sich auf die Einlührung des Arierparagraphen bezieht. Dieser Vorschlag geht dahin, daß man den bisherigen nichtarischen Mitgliedern der Wiener Schlaraffia gestatten soll, in der Schlaraffia zu verbleiben, wogegen in Zukunft hicihtarische Mitglieder nicht mehr aufge- (hommen werden. Dem JTA-Vertreter wurde mitgeteilt, daß die jüdischen Mitglieder für den Fall der Annahme dieses Antrages korporativ aus der Schlaraffia austreten werden. Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten der Mensa acaaemica judaica. Die für den 10. ds. im Theater in der Josefstadt angesetzte Wohlitätiigkeitsvorstellung „Das Paradies“ mußte aus technischen Gründen auf Samstag, den 17. ds., um 10 Uhr 45 abends, verschoben werden. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Restliche Karten im Sekretariate der Mensa, IX., Lazarettgasse 6, Tel. A 24-1-45 B und an der Kassa des Josefstädter Theaters. Wolfsohn-Schülerin erhält Chopln-Prels. Die bekannte jugendliche Pianistin Evi Wächter erhielt beim Internationalen Chopin-Wettbewierb in Warschau für die beste österreichische Leistung als einzige Österreicherin einen Preis. Evii Wächter ist aus der Meisterschule Prof. Jiiliusz Wolfsohns hervorgegangen. Nach dem großen Erfolg wurde die junge Künstlerin für eine längere Tournee in Polen und Rumänien verpflichtet. Prof. Julius Zappert 70 Jahre alt Der bekannte Arzt Dr. Julius Zappert feierte seinen 70. Geburtstag, was der jüdischen Öffentlichkeit Anlaß gab, diesen hervorragenden Mann als Mediziner, Menschen und Juden eu ehren. Tm Jahre 1912 wurde der Jubilar mit der Leitung des Kinderspitales der Kultusgemeinde betraut, das auf den Gründen des Augartens errichtet werden sollte. Wegen der Inflation konnte dieses Projekt dann leider nicht zur Durchführung gelangen. Es wurdo auf demselben Grund ein Rinaerambulatorium errichtet, das seit dem Jahre 1918 ln mustergültiger Weise von Dr. Zappert geleitet wird. Außerdem leitet er ein Sonnentagsheim für tuberkulös verdächtige Rinder. Nachdem die Fürsorgeverwialtung der Kultusgemeinde organisiert worden war, wurde der Jubilar an die Spitze der Jugendfürsorge gestellt, die unter seiner Leitung ausgebaut wurde. Der Kultusvor stand richtete an Ihm anläßlich seines 70. Geburtstrges ein Glückwunschschreiben, worin ihm für seine hervorragenden Leistungen gedankt wurde. JÜDISCHER KALENDER 9. Ul 15. April im 21. Hlu.n Ul 4. II« S897 Freitag (9.) Sabbath-Efngang Samitaa (10.) Sabbath-Aussang 7» Wochenabsdinltt: Sdi'mlni ..... "■ 1 1 1 .141 Neu-Zionisten Österreichs frondieren Vom Direktorium der Neanzionißtisohen Organisation Österreichs erhalten wir den Text eines Manilasts, dessen wesentlichen Inhalt wir, da er an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, zunächst ohne Bemerkung veröffentlichen. In dem Manifest, das von der in Baden a.m 28. Februar 1937 gewählten LancLeßleitung in ihrer Sitzung vom 17. März 1937 beschlossen wurde, heißt es: Die Landesleitung macht sich, um den deutlich kundgetanenen Willen der Bewegung in Österreich gerecht zu werden, zum Sprachrohr des patriotischen Geistes, auf dem. die politischen Beschlüsse der außerordentlichen Landeskonferenz (Wien, 23. Jänner 1937) hervorgegangen sind. Sie sieht somit als eine ihrer vernehmlichsten Pflichten an, eine radikale Änderung des politischen Systems der Weltbewegung herbeizuführen und im Zusammenhang damit die gegenwärtigen Mitglieder der Weltleitung, der Nessiuth, die für die katastrophalen Zustände in der Organisation verantwortlich sind, zur Demission zu bringen. Die Landesleitung konstatiert, daß eine fruchtbare Arbeit in organisatorischem und politischem Sinne erst dann wieder möglich sein wird, wenn diese Änderung herbeigeführt ist. ( Im Angesicht der katastrophalen Situation der Weltbewegung, ihrer politischen Unsystematik, ja Ratlosigkeit, ihrer völligen organisatorischen Zerrüttung, ist ein einheitliches Vorgehen sämtlicher Landesorganisationen das Gebot der Stunde. Wenn die Neu-ZO. nicht die scheinbare Tatsache einer willkürlich herbeigeführten Spaltung des jüdischen Volkes bestätigen will, sondern im Gegenteil als nationalrevolutionäres Element die Verstärkung unserer unterdrückten und um ihre Befreiung ringenden Nation bedeuten will, so muß sie sofort zur Manifestierung ihres eigentlichen politischen und organisatorischen Wesens übergehen. Die Bildung einer umfassenden Widerstandsorganisation und einer militärischen Wehrkraft ist die erste Etappe, die sie im Ringen um das jüdische Land; das heute von Gefahren aller Art bedroht ist, zurticklegen muß. Der auf der Führertagung in Wien gefaßte Beschluß der Errichtung eines Legionsdepartements bei der obersten Weltleitung muß sofort durchgeführt werden. Wir sind davon überzeugt, daß der Schöpfer des revisionistischen Gedankengutes, Nassi und auch Rosh Betar Jabotinsky, den hier zum Ausdruck kommenden Willen, der zweifellos der Wille aller wertvollen Elemente der Bewegung ist, in die Tat umsetzen wird, wenn seitens der maßgebenden Landesorganisationen die gleiche Forderung erhoben wird; wir werden ihm dabei in alter Treue folgen. Jeder bewußte Chaluz tritt dem Hedialuz Haklai Zioni bei Sprachenkundiger, fescher, junger Mann, nur aus gutem Hause, mit schöne; Garderobe, guter Tänzer, für Unter „Tanzarrangeur" an Administration des Blattes die auf die Bude der „Kadimah“ zu gehen. Ich ging gerne mit, erwartete Sensationen zu erleben, da ich über das lustige Leben und Treiben in Studentenbuden doch so oft gelesen hatte. Natürlich waren die Schilderungen, die mir bekannt waren, nur solche über deutsche Studenten. Wir kamen in ein ziemlich großes Zimmer, in welchem einfache Holztische und Sessel standen. Ganz kahl war der Raum. An einem Tisch saßen und standen fünfzehn bis zwanzig junge Männer und hörten zu, wie ein junger Mann aus dem Buche „Hiob“ vorlas. So sah es in einer jüdischen Studentenbude von damals aus. Kein Gelage, kein Gesang, kein lebhaftes, übermütiges Treiben, wie ich es erwartet hatte. Dieser Anblick blieb mir deutlich im Gedächtnis, er verwischte das prunkende Bild, welches ich vor einigen Jahren erlebte, als die Kadimah ihr hundertstes Semester feierte mit Glanz und Gala, Studenten in Wichs, Gesängen und Tanz — alles zusammen weniger jüdisch, als damals vor 50 Jahren, als die Studenten sich nur mit jüdischer Geschichte, jüdischer Kultur und jüdischem Anmeldungen täglich außer Samstag im Sekretariat des H. H. Z., I., Marc Aurelstr. 5, im Zentralheim II., Novarag. 29 und im Stadtkibuz II., Rueppg. 8 plaülan^imbau^wtwbe^ Amsterdam,^. April (JTA.) In der Nacht zum 4. April verstaub in Soheveningen Dr. Nathan Birnbaum im Alter von 73 Jahren. Mit Nathan Birnbaum verliert das Judentum einen seiner bedeutendsten Schriftsteller und Denker der Gegenwart, der insbesondere irn orthodoxen Judentum eine hervorragende Rolle spielte. Nathan Birnbaum wurde am 16. Mai 1864 in Wien geboren, wo er 1887 eeine Studien der Rechtswissenschaften beendete. 1883 gründete er die jüdisch-nationale Verbindung „Kadinna“. Im Jahre 1884 gab er die Zeitschrift „Selbst-Emanzipation“ heraus, die den zionistischen Gedanken verfocht. Im weiteren Verlauf seiner publizistischen Tätigkeit ließ Birnbaum die Schrift „Die nationale Wiedergeburt“ und 1896 nach Herzls Auftreten die Broschüre „Die jüdische Moderne“ erscheinen. Während Birnbaum bis dahin den Gedanken des politischen Zionismus vertrat, tritt in dieser Broschüre zum ersten Male eine Wandlung zutage,, indem er den Versuch unternimmt, den Zionismus mit anderen Zeitströmungen in Einklang zu bringen. Insbesondere tritt Birnbaum immer entschiedener gegen den ,,Diplomatismus‘‘ in Herzls politischem Zionismus auf und für einen organischen, keinen politischen Improvisationen unterworfenen Zionismus ein. Er bekämpft den Gedanken der „Galutliverneinung“, lehnt die zentrale Bedeutung Palästinas als Lösung der Judenfrage ab und tritt für eine aktive jüdisch-nationale Tätigkeit in der Gallith ein. Diese Gedanken legt er in einem eigenen Monatsblatt „Der Weg“, sowie in einer Reihe von Zeitschriften („Ost und West“ usw.) nieder; er tritt dn Verfolgung dieser Linie der „Galuthbejahung“ für positive politische Arbeit mit dem Ziel der Erlangung jüdiscb-knltureller Autonomie in den Massensiedlungen der Diaspora ein. In seiner innerjüdischen Entwicklung gellt Birnbaum vom Ostjudentum als eigentlichem Träger jüdischen Vofctiuimis und lebendiger jüdischer Kultur aus. Durch zahlreiche Schriften und Übersetzungen (so von Peretz) versucht er, das Ostjudentum dem westlichen Judentum näher zu bringen, und tritt für dio jiddische Sprache als Volks- und Literaturspraohe ein. Birnbaum ist der Initiator der 1908 nach Czernowitz einiberufonen jiddischen Spraehkonferenz, die sich für Jiddisch als Nationalsprache neben Hebräisch ausspricht. In einer Reihe von Publikationen, so „Das VolK“, „Dr. Birnbaums Wochenschrift“ (jiddisch), verficht er diese Ideen. Um diese Zeit macht Birnbaum eeino zweite große Wandlung zur strengen Religiosität durch. In seiner Schrift „Gottes Volk“ (1917) ermahnt er das Judentum, strenggläubig und genau gemäß dem wahren Sinn des Gesetzes zu loben. In der 1920 erschienenen Essay-Sammlung „Um die Ewigkeit“ und in einer Schrift „Im Dienste der ■jpanfcffurt a, M, In zahlreichen Aufsätzen, wendet er sich insbesondere an die orthodoxe Judenheit, für die er auch praktisch agitatorisch tätig ist. In den letzten Jahren lebte Birnbaum teils in Berlin und Hamburg, teils in Wien. Nach der Machtergreifung durch Hitler ließ er sich in Schevemingen (Holland) nieder, wo er seine Ideen in seiner Zeitschrift „Der Ruf“ propagierte. Birnbaum himberläßt drei Söhne, von denen der eine, Uriel, als Maler und Dichter, und ein anderer, Salomon, als jiddischer Sprachforscher und Übersetzer aus dem Jiddischen hervorgetreten ist. Das Begräbnis Nathan Birnbaums fand Sonntag, 4. April, auf dem jüdischen Friedhof in Wassenaar, einer Gartenstadt bei Den Haag, statt. * * Erinnerungen an Nathan Birnbaum Von Gustav Seidemann. Es war im Sommer des Jahres 1891. Ich war das erstemal in Wien und machte mit einem Freund Besorgungen. Auf einer Plakatsäule fiel mir eine Ankündigung besonders auf: „Juden!“ darunter „Selbstemanzipation.“ — Ich wollte mir das Plakat näher ansehen, da zog mich mein Freund weiter: „Wir haben keine Zeit, das Plakat läuft dir nicht davon!“ Es lief mir aber ja davon, denn als ich es in den nächsten Tagen suchte, fand ich es nicht mehr. Einige Monate später las ich einen Aufruf zum Beitritt in den „Verein zur Kolonisation Palästinas“. Ich trat dem Verein bei und bekam nach einiger Zeit die „Selbstemanzipation“ zugeschickt, und in der ersten Jännernummer 1892 erschien der erste Artikel von mir: „Zur Lage in Böhmen.“ Im Sommer 1892 kam ich nach Wien, besuchte natürlich Doktor Birnbaum, bei dessen „Selbstemanzipation“ ich Mitarbeiter geworden war. Ich war neugierig, einen Zeitungsbetrieb kennenzulemen, für den ich immer, wie überhaupt für das gedruckte Wort, großes . Intertese hatte.. Ich frag Dr..Birnbaum nach der Redaktion und Administration. Da führte ' er mich zu seirnm Schreibtisch, zeigte auf die linke Seite der Schubfächer und sagte: .„Das ist die Redaktion!“ und auf der rechten Seite: „Das ist die Administration!“ So einfach bescheiden und klein war die zionistische Zeitung von damals, die aber in ihrer Wirkung weit stärker und tiefer war, als man annehmen konnte. Sie hatte ein hohes Niveau, die Leitartikel von Dr. Nathan Birnbaum waren fesselnd, in ihren Gedankengängen von zwingender und packender Logik. An einem anderen Abend lud er mich ein, Geist befaßten. Und ein anderer Abend. Ich wußte ja schon, daß die hebräische Sprache wieder lebendig geworden war, daß es große hebräische Zeitungen gab, daß Romane geschrieben, deutsche Klassiker ins Hebräische übersetzt wurden. Ich kam zu Dr. Birnbaum. Er hatte Besuch. Ein älterer Herr mit Frau, Sohn und Tochter waren anwesend. Elegant und vornehm gekleidete Menschen aus Rußland. Gesprochen wurde hebräisch. Es war das erstemal, daß ich hebräische Konversation hörte, daß mir zum lebendigen Bewußtsein wurde, daß man sich in hebräischer Sprache unterhalten und verständigen konnte. Drei mächtige Säulen des Zionismus lernte ich bei und durch Dr. Nathan Birnbaum kennen: die zionistische Zeitung, die zionistische Jugend und die hebräische Sprache, drei Säulen, auf denen heute noch stärker als je der Zionismus, das Judentum ruhen. Der erste größere Schritt von Dr. Nathan Birnbaum war die Herausgabe der Broschüre „Die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes“. Ein Appell m die Guten und Edlen aller Nationen. Den ganzen Inhalt nach war es ein Vorläufer des „Judenstaates“ von Herzl. Diese Schrift erregte beträchtliches Aufsehen und Ablehnung. Das „Neue Wiener Tagblatt“ schrieb scharf dagegen. Dr. Nathan Birnbaum war in Wort und Schrift Meister. Er führte einen harten Kampf auch mit dem Leben bis zu seinem Tod. Er war eine geistige Potenz, voll Wiesen und Können. Man mußte Respekt vor ihm haben, auch als er ein Acher wurde. Seine Erscheinung war imponierend. Im Jahre 1925 waren wir in Baden, ein Kreis der alten Garde beisammen: Doktor Nathan Birnbaum, Reuben Brainin, Dr. S. Rappäport, Hofrat Taussig, Dr. Sami Gronemann und ich. Dr. Gronemann bezeichnet© Dr. Birnbaum als die Gestalt eines soignierten Propheten. Gronemanns geistreiche Äußerung stimmte, denn Dr. Birnbaum wirkte wie ein Prophet. Ein durchgeistigtes Gesicht, umrahmt von einem schneeweißen Vollbart. Immer vornehm aussehend. Dabei eine Kampfnatur, der keine Konzessionen machte, der seine Ansichten scharf verfocht. Bei Dr. Nathan Birnbaum erwies es sich, daß der Zionismus, das Bekennen zum nationalen Judentum, den Weg zurück zur Religion führt, wenn man ihr auch’ entfremdet war. Birnbaums Leben und Werk sind vielfach nicht geschätzt und gewürdigt worden. Wir von damals wußten, was er für die zionistische Idee bedeutete und wir wissen auch, daß die Zeit kommen wird, in der dieser große Mann die Würdigung finden wird, die er verdient, und daß sein Name neben den Größten Israels genannt werden wird. Für mich ist mit Dr. Nathan Birnbaum ein Freund gestorben, mit dem ich beinahe fünfzig Jahre innig’ und treu verbunden war. Sein Andenken sei gesegnet. Jüdische Unternehmer. denket an die Jüdischen Arbeitslosen und fordert anläßlich der FrUhJahrssalson den Bedarf an Angestellten und Arbeitern aller Kategorien beim jüdischen Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmesser gasse 4, Telephon U 27-0-C5, an.