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Die Stimme · 1937-04-06 · Heft 633 (6.4.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 633 (6.4.1937)
Date
1937-04-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Saite Z DIB STIMME Nr. 633. — Wien, Dienstag, 6. 'April 1987; «iLitisemitieeher Stelle die Antwort, daß da« Judentum nicht zu bestimmen hat. was österreichisch int. Die Vorträge des Ministers a. D. Dr. Czermak drehen sich immer nm diesem Syllogismus und der zitierte Peterache Artikel lohnt es ab, „«ich die Legalität de« Antisemitiemua durch die Kultusgemeinde beglaubigen zu lassen“. Er zieht, aus dem Verhalten der Vaterländischen Front den Schluß, daß der Antisemitismus .als unpolitische Frage angesehen wird. Damit steht jedoch an Widerspruch, daß die Vorarlberger Abteilung der Vaterländischen Front ln ihrem letztausgegebenen Mitteilungsblatt etärkere Betonung, de« Antisemitismus fordert. Aber ob politisch, ob unpolitisch —- das ist doch nur ein Spiel mit Worten. E« geht darum, immer weitere Kreise jüdischer Gewerbetreibender, Angestellter, Arbeiter und Angehöriger der freien Berufe in die Hungerzelle zu sperren und sich hiezu des Gesetze« zu bedienen. Aber in die Verfassung gehört auch der Minderheitenschutz und er steht unter der.Garantie des Völkerbunde«. Was in Rumänien nicht .so ohne weiteres dekretiert werden kann, wird auch in Österreich nicht so verübt .werden können, wie das die Getarnten, und Wie Nichtgetarnten erhoffen. Das Beispiel Rumänien — und vorher Qbereohlesiens — zeigt jedem Juden deutlich, wa« der Minderheitenßchutz bedeutet, gegen den die „Union“ in dem letzthin durchgeführten Wahlkampf Sturm gelaufen ist. Daß sie dies getan hat, ist nicht zuletzt eine. Ermunterung für die Kreise des Antisemitenblindes gewesen. Die Mehrheit der jüdischen Wähler Wiens hat die Gefahr erkannt und sie hat durch ihr Votum dem Völkerbund gedankt, daß er in den Bestimmungen de« Artikel« 63 eine Mauer errichtet hat, gegen die auch die Gernegroße brauner und bräunlicher Observanz nicht aufkomraen werden. Denn hinter der Mauer etehen Genf und die großen Kulturnationen. Amerika und das Mandat ’ Die Zionistische Organisation in den Ve-reinägten Staaten liat. an die Königliche Kommission ein Memorandum gerichtet, in •welchem es heißt, daß diese« Memorandum die G rondlugo einer Aktion ist, die in den Vereinigten Staaten zum Schutz der jüdischen Rechte in Palästina und zur Verstärkung des von der Jewish Agency der Kommission übermittelten Memorandums dient. Da« Memorandum stellt fest, daß der Text der Balfour-Deklaration vor seiner Erlassung der Zionistischen Organisation in Amerika übermittelt wurde und erst dann durch Balfour als „eine Deklaration der Sympathie mit den jüdisch-zdonißtischen Bestrebungen“ erlassen wurde. Im Vertrauen auf dieses Versprechen und ermutigt durch die englische Regierung hätten sich jungo Juden aus Amerika in der jüdischen Legion an der Eroberung Palästinas beteiligt. Eine amerikanische Sanitätsexpedition «ei . nach Palästina entsendet worden und amerikani- «che Juden «eien als Mitglieder der Zionistischen Organisation in den ersten zwei Jahren tätig gewesen. Das Memorandum erinnert aaich daran, daß das Gesuch, das am Jahre 1919 in der Friedenskonferenz mit Zionistische Beiirknefction Innere Stadt, I., Bauernmarkt 0 Donnerstag, den 8. April, präzise 7*9 Uhr abends Aus der Kultusstube" Staatsrat Dr. Dttshter Frledmcinn, Präsident der Kultuigcmeinde: u* Häuft und i/ufoeäet den Sckdcd! der Bitte um die Bestellung Großbritannien« als Manidätammoht überreicht worden sei, von sehn Pesnsonen unterzeichnet war, von denen sieben Amerikaner waren, und daß die aimeriikanrisohen Zionisten direkt an den Unterhandlangen zwischen Emir Füisal und der zionistischen Delegation in Paris beteiligt waren. Das Memorandum führt weiter aus, daß die Interessen der Vereinigten Staaten in Palästina in der offiziellen Korrespondenz anerkannt wurden, die zwischen dem Staatsdepartement in New York und dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten in London geführt wurden, und daß dieee amerikanischen Interessen dann in dem Vertrag vom 3. Dezember 1924 verankert wurden. Auf Grund der Bestimmungen diese« Vertrage« kann es keine Abänderungen der Bestimmungen des Mandates geben, solange nicht die Vereinigten Staaten zustkn/men. Das Memorandum zitiert die Worte des Staatssekretärs Colhy im Jahre 1920, daß „die Verwaltung des Mandates falsch aufgefaßt, um nicht .zii sagen mißbraucht würde, wenn England auch nur im geringsten von dem Geist und dem ausschließlichen Zwecke der Treuhandschaft abweichen wollte, die in gleicher Weise scharf Umrissen und umfassend seien. Nach einer Aufzählung der Bcltragslcißtungen der amerikanischen Juden zur Entwicklung de« jüdischen Nationalheimee stellt das Memorandum fest, daß da« Mandat nicht nur durch die Mitgliedsstaaten de« Völkerbünde« geschützt werden müsse, sondern auch durch die amerikanische Regierung, die Rechte besitze, die vertragsmäßig stlpuliort sind und zu dercu Schutz Amerika erforderlichenfall« Schritte unternehmen würde. Das Mandat gehe nicht nur die Juden, die Araber und diie Mandatarmacht an, .sondern die Alliierten Mächte als Gesamtheit und jede von ihnen, und speziell die Vereinigten Staaten, die Mitunterzeichner und Bürgen des Mandates seien. Jüdisches Korps seit 1. April in Dienst Jerusalem, 1. April. (JTA.) Die Werbungen für das neue au« 750 Mann begehende jüdisch© Sicherheitekorps sind, wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, abgeschlossen. Das Korp«, das unter dem Kommando britischer Offiziere stehen wird, hat am 1. April den Dienst aufgeuommen. Wieder arabische Abordnung nach London Jerusalem, 31. März. (Palcor.) Das Arabische Oberste Komitee hat beschlossen, eine au« Jemal Hussein! und Dr. Izzat Tannous bestehende Abordnung nach London zu entsenden, mit der Aufgabe, dort politische Propaganda zu treiben. Die Delegation wird ihre Reise unverzüglich antreten. Eiinen weiteren Gegenstand der Beratung bildete die Frage der Maßnahmen zur Förderung der Tätigkeit im Jaffaer Hafen. Chaluz aus Deutschland getötet Jerusalem, 31. März. (Palcor.) Der aus Deutschland stammende 20jährige Elieser Sklaretz wurde in seinem Schlafraum in einer Hütte in Beth Alpha von einer Kugel getroffen, die der diensttuende Wächter draußen zufällig abgefeuert hatte. Sklaretz war sofort tot. Ziowf»ti«cheBe»irks«okt8on und WIZO Hi«t«iwg, XIII.Hicixinger Haupflstr.22 Donnerstag, den 8. April, 7*9 Uhr abends Staatsrat Pr. Daslder Frledmann* Präsident der Wiener Kultusgemeinde, und Dr. Richard Pokorny, Vizepräsident des Zionistischen Landesverbandes; „JÜDISCHE GEQENWARTSFRAGEN“ Die „unpolitische“ Histadruth New York, 31. März, (JTA.) Die jetzt in Amerika weilende Histadruth-Führorin Goldie Myerson erklärte der Jüdischen Telegrapheri-Agentur, die Histadruth habe eine Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Seefahrt gegründet. 20.000 Pfund «eien bereits in Palästina für die Gesellschaft gesichert. Iu Amerika «ollen durch Ausgabe von Aktien 80.000 Pfund aufgebracht werden. * Die Förderung der jüdischen Seefahrt ist gewiß notwendig. Nim existiert aber bereit« eine derartige Institution namens „Sebulun“. Nichts wäre also verständlicher, als die Förderung der Gesellschaft Sebulun. Trotzdem gründet da© Histadruth jetzt ein Konkurrenzunternehmen. E« genügt ihr offenbar noch nicht, daß «!e zu Land eine Macht ist. Sie will o« auch zu Wasser werden. Vielleicht bekommen wir noch eine Histadruth- Luftflotte. Aber — die Histadruth ist unpolitisch. 25*000 Dollar an einem Abend New York, 31. März. (JTA.) Im Zusammenhang mit dem „Gewerkschafte^-Drlve zur Aufbringung von Fonds für die palästinensische Arbeiter-Föderation Histadruth Ilaowdim wurde in New York eine Pessach- Feier veranstaltet, an der 2000 Gäste teilnahmen. Es wurden an diesem Abend 25.000 Dollar gezeichnet. Der Drive wird von der Vereinigten Zionistisch-SozlallBtlschon Arbeiterpartei (Poale Zion Zeire Zion) organisiert. * Wir gönnen der Histadruth die 25.000 Dollar und wollen hoffen, daß von dem Gold keine Politik auf dem Arbeitsmarkt gegen die Söhne der Allgemeinen Zionisten gemacht werden wird, die 25.000 Dollar gezeichnet haben. 150*000 Pfund für produktive Arbelt$lo$enfürsorge Jerusalem, 1. April (JTA.) Die hebräische Tageszeitung „Dawar“ meldet aus arabischer Quelle, daß der High Commissioner 150.000 Pfund zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den palästinensischen Städten bewilligen wolle. Dieser Betrag soll für die Durchführung öffentlicher Arbeiten ausgegeben werden. Dividende des Nlr Jerusalem, 81. März. (Palcor.) In T © 1-A v i v fand die Jahresversammlung der landwirtschaftliche« Kolonisations-Gesellschaft der Arbeiterschaft NIR statt, deren Kapital gegenwärtig 250,000 £ betrügt. Es wurde beschlossen, eiuo 5%i.ge Dividende zur Ausschüttung zu bringen. KURZE NACHRICHTEN Der Tel-Aviver Hafen. Aus Jerusalem meldet Palcor: Die Behörden haben Genehmigung erteilt zum Löschen weiterer Warengattungen an clor Tel- Aviver Molo, darunter auch Eisen- und Glas waren, sowie Leitmigsrohre. Dr. Werner Senator Generalsekretär der Universität Jerusalem. Au« J e r u « a 1 o ni meldet dio JTA.: In dem neu errichteten Akadomikerholm der Hebräischen Universität auf dem akopus-Bcug fand ein Abschied!,sbankett zu Ehren des bisherigen Generalsekretärs der Universität, Dr, S. Gin/,borg, statt, der um 1. April aus dem Amte scheidet. Dr. Clnzhwge Nachfolger wird Dr. Werner Senator, Mitglied der Exekutive der Jewiah Agency, sein. Schweizer BundesprUsitfeiR in Haifa. Aus Jerusalem meldet Palcor: Der Schweizer Buradettpräsiident Motta trifft morgen au einem kurzen 'inoffiziellen Besuch in Haifa ein. Ukilon und Wim» M»l<Wna» Ichönbrunnof »raßü 818, Oaithku» Frier» Dienstag. 6. April 1937, v,9 V0r abends Lindc.verbandes, und Dr. A. Gro8; Aktuelle zlanEttlsthe Fräsen Bautätigkeit!n Palästina um 30 Prozent zurückgegangen. Au« Jeruealom wird gemeldet: Die Unruhen in Palästina, der Rückgang der Einwanderung und die verminderte Nachfrage nach Wohnungen tinid Geschäftsräumen haben die Bautätigkeit in Palästina «taTk verringert. Im Jahre 1936 wurden Bauerlaufen isso für eine Rundfläche von insgesamt 745.052 Quadratmeter erteilt. Im Jahro 1935 wurden Bauerlaubniftso für 1,214.202 Quadratmeter gegeben. Die jetzige Pause än der Baukonjunktwr wird vielfach zur Nachprüfung der Qualität der Bauten benutzt. Der Jctzto regenreiche Winter hat viele Mängel aufgedeckt und zu einer kritischen Betrachtung der bisherigen Baumothoden und der benutzten Baustoffe geführt. Präsident des jüdischen Gemelndeverbandes Italiens gestorben. Aus Rom wird gemeldet: Der Präsident des Verbandes der Jüdischen Gemeinden Italiens, Adv. Felice Ravenna, einer der Vorkämpfer der zionistischem Bewegung in Italien, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Dio Regierung hat dem Verband ihr Beileid ausgesprochen. Das Werk eines jüdischen Gelehrten. Au« London wird gemeldet: Die Reval Asiat ic Society of Great Britain hat ©in Werk des Dozenten der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Walter Fis che 1, unter dem Titel „Die Jude« in der wirtschaftlichen und politischen Sphäre der islamitischen Staaten des Mittelalters'* herausgegeben. Das Werk stellt eine eingehende Studie über die Roll© dar, die jüdische Persönlichkeiten an den Höfen mohammedanischer Herrscher auf finanziellem und politischem Gebiet im Mittelalter gespielt haben, Dr. Fißchels Untersuchung schöpft aus arabischen und anderen orientalischen Quellen und erschließt ein Gebiet, dem von den Geschichtsforschern bisher noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde. „Hebräisch© Woche“ In Amerika. Aus New York wird gemeldet: Die Führer der hebräischen Kulturbewegung in Amerika haben beschlossen, die Woche vom 11. bis zum 18. April als „Hebräische Woche’( zu. prokla* mieren. Die Tätigkeit der Histadruth, Iwrith soll verstärkt und ein Fonds von 15.000 Dollar für Kulturarbeit aufgebracht werden. Regierungshilfe zu Pessach für jüdische Arme in Saloniki, Aus Saloniki meldet JTA.: Die griechische Regierung bat der jüdischen Gemeinde in Saloniki einen Betrag von 100.000 Drachmen als Pessaehhilfe für jüdische Arme überwiesen, Dieser Betrag wurde zusammen mit den 75,000 Drachmen, die für den gleichen Zweck in der vergangenen. Woche von dem Salonikier Stadtrat bewilligt worden «ind, am Vorabend des Peßsaclifeßtes zur Verteilung gebracht. 700-Jahrfeier der jüdischen Gemeinde Plock, Aus Warschau wird gemoldet: Die jüdische Gemeinde Plock feiert demnächst ihr 700jähriges Beistchon. Das Festkomitee hat einen Aufruf erlassen, in dem festgostellt wird, daß ein noch vorhandene«, amt- Hohes Dokument au« dem Jahre 1237 von dom Bestellen einer organisierten jüdischen Gemeinde in Plock in jenem Jahre spricht. Dies «ei eine nicht nur für die Juden von Plock, sondern auch für die gesamte jüdische Bevölkerung Polen« sehr bedeutsame Tatsache. Anläßlich des Jubiläums soll eine Festschrift über „Dio Geschiohto der Juden in Plock von 1237—1937 hemusgegeben werden. Jüdischer Graveur erringt Koloman Mlkscdtfr Roinanpreis, Am Budapest meldet die JTA: Der 20jährige ungarisch-jüdische Graveur Andreas V e s z i hui soeben mit seinem ersten Prosawerk, einem Roman, der das Leben eines zum Gesellen und Meister empor gestiegenen Lehrlings behandelt, unter 104 Konkurrenten den diesjährigen Koloman Miksziith-Preis in Höhe von 1200 Pengö errungen. Das große Morgenblatt „Uj3dg(‘ hat bereits das Recht auf Publikation des Romans erworben. Dr. Raphael Patal Bialik-Preistrüger. Aus Budapest meldet dio JTA.: Der Sohn des Präsidenten des Pro-Palästina-Ver-bandee Ungarischer Judo» Prof, Dr. Josef Patai, Doktor Raphael Patal, hat den Bialfk-Preis der Stadt Tel-Aviv für wissenschaftliche Leistungen zusammen mit dem Professor an der Universität Jerusalem S zog All erhalten, und zwar für «ein großes Werk „Pas Wasser“, das im vorigen Jahr© erschienen ist Goldene Hochzeitsfeier im Altersheim. Samstag, den 20. März 1, J. fand Im Boteaal de« Israelltischon Altersheim dio Feier der gnldeneu Hochzeit der Pflegling© der Anstalt Nut'* tali und Ghaja Rosen statt. Rabbiner Doktor Schwarz hielt an da« Jubelpaar eine Ansprache, Namens de« Kultusvorstande« beglückwünschte Dr. Leonhard Maier da« Jubelpaar und übergab ihnen eine Ehrengabe der Kultur gemeinde,

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