Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 632 (1.4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Vt. 682. — Wien, Donnerstag1, f. April 1987. Dtl ITIMMI Seite 5 wogte sie, Kahlgeachorene, Perückenträger, Bewaffnete und ein rührender Reigen von Mädchen, deren zarte Formen durah ihre hauchdünnen Gewänder schimmerten, boten ein ergreifendes Bild von Ägyptens Hochkultur. Diese grellbunte Darstellung von Menschen aller Art verschwand beinahe in den ungeheuren Dimensionen des Raumes, an dessen Deck« man hätte Raubvögel schwebend sich vorstellen können. Denn stärker als die Königin und ihr Hofstaat wirkten die Farben des Reliefs, das mit »einen strengen Linien die Augen des Beschauers nicht losließ: die Himmelskönigin Nut, blaßblatt wie der Himmel über weitem Meer, beugt ihren schlanken Körper in edlem Bogen zu vollkommenem Halbkreis. Hellgoldetn schimmern die Sterne durch ihren süßen Körper, der das Liebende, Hingebungsvolle und Mütterliche zugleich ausdrüokt, indem er die verlangenden Brüste der Erde zustreben läßt und den keuschen Schoß. Gott Sohu, stark und aufrecht, Symbol der die Erde schützieinden Atmosphäre, hebt seine Arme empor, als trage er die Himmelsgüttin, wobei der Rand seiner Finger Brüste und Schoß der Mutter-Jungfra/u sehnsüchtig zu berühren scheinen. Die Erde selber, Geb, liegt vor Schn hingestreckt. Geb ist männlich, aber er ist es offenbar, der von Nut befruchtet wird, wie es die Felder Ägyptens werden von dem mächtigen Nil durch das Übermaß seiner Fluten. Geb, die Erde, Geb, Ägypten, liegt flach vor den Gewalten der Natur. Mosche aber schien es, als läge dieses mächtige Ägypten flach und machtlos vor der Allgewalt »eines Gottes. „Ich habe dich einen Gott gesetzt über Pharao, und Aaron, dieim Bruder, soll dein Prophet »ein“, hatte der Herr zu ihm gesprochen. Der Zeremonienmeister verlas eine genaue Aufzeichnung alles dessen, was die Schreiber aus Mosche und Aaron durch ihr zudringliches Fragen herausgeholt hatten. Mosche wurde als ein Iwri bezeichnet, der vieles vorzubringen hatte, was Beschwerden der Ziegelarbeiter, Maurer, Kleinbauern, yiehhüter und Träger aus diesem Stamm beträfe. Er trete vor Pharaos Angesicht ungebeten, sein Anliegen sei lediglich auf »ich gestellt, die Frist der Audienz auf ganz kurze Zeit bemessen. Mosche schüttelte unwillig sein Haupt. Ehe noch die Verlesung zu Ende war, trat er ungestüm vor, hob die Hand grüßend über die Augenbrauen und sprach: „Du sagtest, Knecht Pharaos, mein Anliegen sei lediglich auf mich gestellt? Du hast Recht und Unrecht zugleich, weil deine Schreiber mit ihren tauben Ohren nur berichten können, was der Buchstabe sagt, das Zeichen, das sie mit schnellem Griffel auf das Papier setzen. Was sagt das Zeichen ,Bta.mm‘? Stamm eines Baumes, Stamm der Hebräer, ist Holz und lebeimdes Fleisch dasselbe? Ist aber lebendes Fleisch den schlagenden Herzen, der flammenden Seele von Tausenden gleiohzusetzen? Nicht von einem ,Stamm der Iwri' ist hier die Rede, den du w'egwerfend nennst, als wäre es die Gemeinschaft von Fröschen in einem Tümpel. Ein Volk hat mich als Sprecher zu Pharao gesandt, ein Volk, das sich gleich geachtet wissen will den Ägyptern, denn ein Gott hat es erwählt, es ist »ein erstgeborener Sohn! (Fortsetzung folgt.) Gewalt oder Geist? Von Dr. Leo Leowensohn Die vielseitige Stadt Rom beschenkt jeden reichlich mit dem, was er in ihr sucht. Niemand wird enttäuscht, der Archäologe, der Altertumsforscher, der Kunstliebhaber, der fromme Pilger, der das kirchliche Oberhaupt verehren will, der Historiker, alle finden ihr Rom, das sie bezaubert und ihre Sehnsucht stillt. Das abendländische Kulturleben und seine historische Entwicklung ist ohne diese ewige Stadt undenkbar, in jedem Winkel der Erdkugel ist ihr Name in Liehe oder Haß genannt. Wir Juden haben diese Stadt zunächst von ihrer herrschsüchtigen Seite kennengelemt, ihre eisengepanzerten Legionen, ihre Belagerungsmaschinen, Katapulte, Pfeile und Lanzen haben unzähligen unserer Vorfahren Leben oder Freiheit gekostet. Liest man den „Jüdischen Krieg“ von Flavius Josephus, die Werke von Philo oder sonstige Quellenwerke, auf jeder Seite fast ist der Name Roms erwähnt. Denn diese Stadt hielt edine ganze Weilt unter ihrer eisernen Herrschaft, die Maohtfülle, über die sie verfügte, erstickte jeden Widerstand im Keime. — — Und doch wagte die kleine Schar der gottivertrauenden Juden, die ein winziges i Fleckchen im römischen orbus miundi bevölkerten, ihnen, den größten Kriegern der! antiken Welt, zu trotzen und Widerstand auf Widerstand zu häufen, als es galt, den heiligen Tempel vor den römischen Heiden zu verteidigen. Drei Jahre dauerte die Belagerung Jerusalems, zwei Kaiser kämpften vor den Mauern dieser Stadt, die schließlich vor der physischen Macht weichen mußte, jedoch später über das heidnische Rom den Sieg davongetragen hat. Den ethischen Lehren Judas mußte eich der stolze Römer zuletzt beugen, wenn auch die Schüler der mosaischen Religion später deren Bekenner blutig unterdrückt haben. Vorläufig aber hatte die Macht über den Glauben gesiegt, die Faust über den Geist und der Titusbogen wurde als Zeichen des Triumphes über Judäa errichtet. Das Schauspiel des Triumphzuges hat Flavins Josephus geschildert. Im VH. Buch, im 5. und 6. Kapitel heißt es: Ja, sogar die Schar der Gefangenen war nicht ungeschmückt, sondern die bunte Farbenpracht ihrer Kleidung entzog dem Auge den unheilvollen Anblick der Jammergestalten ... Das Ziel des Festzuges war der Tempel des Jupiter Capitolinus, wo man Halt machte. Es ist nämlich eine alte Satte, dort zu warten, bis ein Bote den Tod des feindlichen Heerführers meldet. Dies war Simon, der Sohn Gioras, der mit anderen Gefangenen Frederic March, Lionel Barrymore, Warner Baxter, June Lang Wir marschieren um Mitternacht Ab Freitag Kreuz-Kino und im Triumph aufgeführt worden war. Jetzt wurde ihm ein Strick umgeworfen und er auf eine Höhe über dem Forum geschleppt, während seine Führer ihn zugleich geißelten ... Als nun sein Tod verkündet wurde, erhob sich ein allgemeines Jubelgeschrei... Josephus erwähnt unter den Beutestükkan a/us Jerusalems Tempel: „einen goldenen Tisch mit Gewicht von mehreren Ta,- lenten und einen gleichfalls goldenen Leuchter“. Beide sind als Relief am Titusbogen abgebildet. Der große Historiker Gregorovius schreibt: Beinahe 1800 Jahre (heute sind es mehr) sind verflossen, seitdem dieser Bogen errichtet wurde lind nichts blieb von jenem weltbeherrsöhenden Rom übrig als Trümmer und Staub und nicht mehr dem Leben angehörende Symbole des alten Kultus. Wer aber vom Titusbogen nach dem Tiberfluß geht... erblickt hie und da an bewohnten Häusern den »iebenaimigen Leuchter in die Wand gemeißelt. Es ist dasselbe Abbild, wie er es eben am Triumphbogen sah, doch steht es hier als ein noeih lebendiges Zeichen der jüdischen Religion... Wenn man die Synagoge der Hebräer betritt, die Bundeslade, den goldenen Tisch des Tempels, die Jubilartrompeten: ein noch dauerndes und unvertilgtes Judenvolk betet unter diesen Bildern seiner einst von Titus nach BAD LUHACOVICE c.s.r Hervorragende Heilquellen. Natürliche Kohlensäurebäder. Moorbäder. Bewährte Wasserheilanstalt. Modernst ausgestattetes Inhalatorium. Saison: April bis Oktober. Auskünfte: CEDOK, Reisebureau, Wien, I., Kärntnerstraße 32. Lux-Palast-Kino Jakob M, Frostigs Don Jizchak Abravanel (Zu seinem 500jährigen Geburtstage) Das Leben großer Männer hat stets etwas Symbolisches in sich. Vom Schicksal gezeichnet, ahnen sie die Zukunft voraus und ihr Leben ist eine intuitive Vorwegnahme künftiger Ereignisse. — Antizipierte Geschichte sozusagen; komprimierte Zeit. Solche Symbolik haftete auch dem Leben des Don Jizchak Abravanel an, dessen 500. Geburtstag wir heuer begehen. Schon sein Name, oder besser: die Komposition seines Namens, ist ein Symbol: Don Jizchak: Spanische Grandezza und jüdische Treue, aristokratischer Stolz und nationale Gebundenheit. — Der einzige Don der alten jüdischen Literatur. Zwar hatten wir während des Zeitraumes der fünfhundertjährigen ,goldenen“ spanischen Periode viele jüdische Staatsmänner und Aristokraten. Aber diese blieben bloß an der Peripherie, drangen nicht in das Bewußtsein der breiten Volksmasse. — Waren mehr Legende; Studienobjekt gelehrter Kreise. Hingegen war Don Jizchak Abravanel ein Liebling des Volkes. Ganze Generationen haben sich an der Wärme, die seinen Schriften entströmt, gesonnt und in ihnen Trost gefunden. Mit Scheu und Stolz pflegte man seinen Namen in den engen Gassen der jüdischen Siedlungen des Ostens auszuepreohen. Das Volk war ihm dankbar und wollte ihm nicht vergessen, daß er auf Ehre und Position, Hab und Gut verzichtete, als es hieß, den Beweis seiner Treuo zu seinem Volke zu erbringen. Er, der einflußreichste Minister des vereinigten spanischen Königreiches, der Liebling des frommen Königspaares Ferdinand und Isabella, ließ Rang, Reichtum und Sicherheit, als es um die Entscheidung ging, fahren und stellte sich ohne Zaudern an die Spitze jenes traurigen Marsches der Dreihunderttausend... Als Sproß uralten jüdischen Adels (in seiner Familie lebte die Tradition, daß sie vom König David abstamme und sich schon nach der Zerstörung des ersten Tempels auf der pyrenäischen Halbinsel angesiedelt hatte) und Kind reicher Eltern, genoß Abrar vanel in seiner Jugend eine sehr sorgfältige Erziehung. Er besuchte die Jeschiwah seiner Geburtsstadt Lissabon, die unter der Leitung des berühmten Gaons Rabbi Josef Chijun stand* Außerdem nahm er das gesamte moderne Wissen das damaligen Zeit in mk auf, beherrschte mehrere Sprachen, betrieb fleißig griechische Philosophie, allerdings durch das Medium jüdischer und arabischer Schriftsteller. Frühzeitig begann er mit seiner literarischen Tätigkeit. Schon im Jünglingsalter verfaßte er das „Sepher Hajessodoth“, das Buch der Elemente; es folgt etwas später das Buch „Atereth Sekenim“, über Religion und Glaube, sowie eine Monographie über die Prophetie, die aber verlorengegangen ist. Seine hohe soziale Stellung und seine Bildung öffneten ihm die Tore der spanischen Aristokratie. Bald lenkte er die Aufmerksamkeit des Königs Alfons V. auf sich, der ihn, kaum 35 Jahre alt, zu seinem Schatzkanzler machte, so daß er seine Arbeit, die Kommentierung des V. Buches Moses unterbrechen muß, um sie erst später, am Ende seiner langen leidensreichen Wanderung, zu Ende zu führen. Abravanel entwickelt auf seinem neuen Posten eine erfolgreiche Tätigkeit; wird bekannt und beliebt, sein Haus wird zum Sammelpunkt der Aristokratie und der Gebildeten des Landes. Insbesondere eint ihn eine tiefe Freundschaft mit dem Herzog Ferdinand von Braganza und dessen beiden Brüdern, Marquis von Montemar, der Marsohall von Portugal ist, und Grafen Di Par. Dieso Freundschaft sollte ihn aber zum Verhängnis werden. Als nämlich auf Alfons V., König Johann II. folgte, wendete sich das Blatt. Johann H. war ein grausamer, herrschsüchtiger, mißgünstiger König, der an Verfolgungswahn litt und seinen nächsten Freunden nicht traute. Die allgemeine Beliebtheit, deren sich Ferdinand von Braganza im Volke erfreute, Heß ihm daher kerne Ruhe. Nach bewährtem Muster inszenierte er gegen den Herzog einen falschen Prozeß wegen angeblicher Konspiration und ließ ihu köpfen. Dasselbe Schicksal sollte Abravanel, als dem engsten Freunde des Herzogs, beschieden sein. Er wird aber durch einen christlichen Freund gewarnt und rettet sich mit seiner Frau und seinen beiden jüngeren Söhnen nach Spanien hinüber, in das Land seiner Ahnen, das sein Großvater nach dem Pogrom des Jahres 1891 verlassen hatte. Von dort aus versucht er brieflich sich vor dem Könige zu rechtfertigen und hat noch die Courage, für seinen gefallenen Freund, den Herzog von Braganza, einzutreten. Die Antwort war die Konfiskation seines gesamten, immensen beweglichen und unbeweglichen Vermögens, ebenso des Vermögens seines Sohnes Juda, der in Lissabon als berühmter Arzt praktizerte. Er kommt nach Toledo und befreundet fiiiojh mit dem berühmten Leiter der dortigen Jeschiwah, Rabbi Jehuda Abohav. Er wird täglicher. Gast der Jeschiwah. Jetzt bereut Abravanel seine staatsmännische Vergangenheit und sieht sein persönliches Unglück als gerechte Strafe Gottes an, da er durch seine Karriere Thora und jüdische» Wissen vernachlässigt hatte, wie er sich in einem Briefe an einen Freund ausdrückte. Er nimmt seine alten Studien und seine literarische Tätigkeit wieder auf. Es entstehen die Kommentare zu Josuali, dem Buche der Richter, und Samuel. Ferdinand von Arragon und Isabella von Castillien, die das vereinte Spanien repräsentieren, werden auf ihn aufmerksam gemacht. Sie liegen im Kriege mit dem Herrscher von Granada, der letzten sarazenischen Festung auf spanischem Boden, können aber nicht weiter. Ihre Mittel sind zu Ende. Schon wollen sie den Krieg abbrechen, als das Königspaar von der Tüchtigkeit und staatsmännisohen Überlegenheit Abravanels erfährt. Nur er kann ihnen helfen — und er hilft auch. Abravanel vollbringt Wunder. Bald füllen sich die Kassen des königlichen Staatsschatzes, der „heilige Krieg“ kann fortgesetzt werden und am 2. Jänner des Jahres 1492 fällt Granada, nachdem die Araber 800 Jahre lang dort geherrscht, gedichtet und philosophiert hatten. Das fromme Königspaar jubelt und ist glücklich — und es will sein Glück ungestört genießen: Es erscheint das berühmte Edikt, das die Juden vor die Wahl stellt, entweder Christen zu werden, oder binnen dreier Monate bedingungslos das Land zu verlassen. Natürlich setzten Don Jizohak Abravanel, Abraham Senor und die anderen Granden jüdischer Abstammung alles in Bewegung, um diese unmenschliche Grausamkeit zu verhindern. Abravanel und Senor begaben sich zu einer Audienz zum Königspaar und baten kniefällig, das schreckliche Vorhaben nicht Tatsache werden zu lassen. Sie boten dem König 60.000 Golddoublonen in barem als Kompensation an. Das Königspaar schien schon zu wanken; da erscheint der Prior der Heiligen Inquisition, Thomas Torquemado. Es geht um sein Weirk — und um das jüdische Vermögen, das auf 30 Millionen Golddoublonen geschätzt wird, und jetzt der Kirche verlorenginge. Er erscheint mit erhobenem Kreuze vor Ferdinand und Isabella: „Judas Ischariot hat Jesu um 30 Silberlinge verkauft. Ihr wollt ihn um 60.000 Doublonen verkaufen. Da habt ihr ihu und verkauft ihn!“ Damit stellte er das Kreuz vor die Füße des Königspaares. Diese theatralische Geste hat gesiegt. Das Schicksal der größten, reichsten und ältesten Judengemeinschaft war besiegelt* Der größte Teil der Juden ging auf der Wanderung zu Grunde. Durch Seuchen dezimiert, von Banden und Piraten ausgeplündert, erreichte bloß ein kleiner Teil dieser 300.000 einen rettenden Hafen. Müde, gebrochen, enttäuscht langt Abravanel in Neapel ein. Wieder nimmt er sein literarisches Lieblingswerk auf, die Kommentierung der Bibel auf philosophischer Basis. Aber Ferdinand I., der König von Neapel, wird auf seine Fähigkeiten aufmerksam gemacht und ernennt ihn zum Schatzbanzier. Wie immer, entfaltet Abravanel eine segensreiche Tätigkeit, die er dann auch unter Alfons II. fortsetzte. Diese Tätigkeit wird aber im Jahre 1494 jäh durch Karl VIII. von Frankreich unterbrochen. In dem Wahn, die Herrschaft des alten Roms anzutreten, überfiel er sengend und plündernd das kleine neapolitanische Königreich. Alfons EL wird vom Throne vertrieben. Sein Sohn Ferdinand III. folgt ihm. Von allen Freunden und Höflingen verlassen, geht Alfons H. nach Messina in die Verbannung. Nur der Jude Abravanel hält ihm Treue und begleitet ihn. Nach dem Tode seines verbannten Königs, begilbt sich Don Jizchak Abravanel über Korfu nach Monopol, das in dem nun befreiten Königreich Neapel liegt. Er verbleibt dort acht Jahre und setzt seine literarische Tätigkeit fort: Hier entsteht die Kommentierung des Buches Daniel und Jessaia, hier wird die „Mirkewech Haimiisohneh“, die Erklärung des Deufcoroniums in breitester Basis vollendet. Im Jahre 1503 übersiedelt er nach Venedig, wo sein Sohn Don Josef inzwischen ein berühmter Arzt geworden war. Hier führt er sein noch in der Jugend begonnenes Werk der Vollendung z,u. Es entstehen die Kommentare zu Jeremiah, Ezechiel, den Propheten, er vollendet den Kommentar zum V. Buch Moses und schreibt die Kommentare zu den ersten vier Büchern. Er ist zu alt und zu müde, um offizielle Posten anzunehmen, aber er kann sich dennoch der venezianischen Republik nicht versagen und führt als einziger Kenner und Beherrscher der Materie die schwierigen Handelsvertragsverhandlungen mit Portugal und bringt sie für Venedig zu einem günstigen Abschluß. Noch oft holen sich die Dogen Venedigs bei ihm Rat in schwierigen Situationen. Im Jahre 1508 beendete er sein wechselreiches Erdenwalleu und wurde in Padua beerdigt. Mit ihm starb der letzte große Jude der „goldeuen spanischen Periode“. Er war der letzte Strahl einer untergehenden Sonne, ein letztes Axif flackern, bevor sich tiefe schwarze Finsternis über das gesamte Jjudemtum esnkta