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Die Stimme · 1937-03-26 · Heft 631 (26.3.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 631 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sftft« 2 0» STIMM! Nr. 631. - Wien, Freitag 20. Mürz 1937. ALLGEMEINE OESINFEKTIONS- UND REINiOUNOS - ANSTALT »LUCRA« WIEN, II., ARNEZHOFERSTRASSB 11 Tel. R 45-9-;)0 Oegrllndet 1904 Portal-, Fenster* und Wolinnngareinigungen. BUroinstandhaltung und Reinigung in Abonnement. — FuÜbodenarbeiten: Abziehen, Bürsten usw. (in und autier Abonnement). Vertilgung von Ungeziefer mit Brut durch Lucrakose-Vergasung unter Garantie Abonnenten erhalten Rabatt cia8 jüdische Volk verbroclion haben, daa bedrückt ihr Gefühl und treibt sie zu einem abgrundtiefen Undank, der sich hinter einem Immer weiter ausgebauten System von Lügen verbirgt. Das, was sie von sich denken, das denken sie von uns. So, wie sie nach Herrschaft, nach Land und Gut gieren, so wie sie gegeneinander voll Mißtrauen und Untreue bis an die'Zähne sich waffnen, so richten sie ihren ersten Elan gegen das .von ihnen mißhandelte jüdische Volk, das Sie zu Teohandalae degradieren wollen. "Wir haben es uns abgewohnt, ihnen ins Gewissen zu reden und naolmiweisen, was Idie Kultur und Gesittung uns verdankt. Wir .wünschen nicht mehr, dem Pharao zu sagen, idaß auch wir ein Recht zu leben haben: Wir Bind da, wir haben das Recht, das jedes'Volk besitzt, und wenn sie die Macht der Zahl anwonden und uns um unser Recht auf Arbeit und gleiche Geltungbetrügen wollen, so wird das immer nur unseren Lebenswillen stärken und unseren Trotz, der uns geholfen hat, die Jahrhunderte der Qual zu überdauern, in denen ein Volk nach dem anderen, das uns bedrückt hat, ins Grab gestiegen ist. Dieser Trotz hat uns dazu geführt, daß wir zu uns selbst zurüokgefunden haben, daß wir uns wieder in die Kette einreihen, die aus der Vorzeit bis weit in die Zukunft reicht, daß wir den Gedanken der Freiheit wieder belebt haben, der uns die Kraft gibt, das große Werk des Neuaufbaues von Volk und Land durchzuführen, so wie uns dies die .Geschic-kte auf getragen hat. Diese Pflicht steht wieder gebieterisch Vor uns. Wir sind in Erez Israel wieder angegriffen worden. Die Macht, in deren Hände wir voll Vertrauen unser Schicksal ' haben legen wollen, die‘sich freiwillig zum " Helfer Ungebeten hat, tim das älteste Unrecht der Welt zu beseitigen, ist nur widerwillig und mit halbem Herzen bei der Erfüllung ihres Auftrages. Die jüdischen Männer und Frauen, die sieh der friedlichen . ‘Arbeit hingebungsvoll widmen wollten, mußten zur Waffe greifen. Sie haben schwere Opfer zu. beklagen, die aus dem Hinterhalt gemeuchelt worden sind, Blutzeugen des Kampfes um die Freiheit, gefallen wie in der Haggadah der jüdische Arbeiter, den der Miawi schlug. Und wie sieh dort in Mizrajim der Funke der Freiheit entzündete, bis er zur Feuer säul e wurde, so wächst-aus den Gräbern der Toten von heute die unbeugsame Entschlossenheit einer um ihr Letztes besorgte Nation auf, nicht zu weichen und nicht von dem Werke zu. lassen, das unseren Kindern Freiheit und Land verbürgen soll. Amalek ist denen!n den Weg getreten, die durch die Wüste zogen, und ist geschlagen worden. Der Feind von heute, der uns fürchtet, ist von . der Unterwelt Europas bezahlt und bewaffnet. Die jüdische Jugend will nicht den Krieg. Sie hat eich der Mission geweiht, Sümpfe zu trocknen, den Acker zu bebauen, Brod zu schaffen. Aber sie läßt sich nicht; abdrängen und eie wird alles tun, tun Heim -- und Herd, um die neugewonnene Scholle zu schützen. Und hinter ihr »steht das 17-Millionen-Volk der Juden, das in zweitausendjährigem Exil seine geistige Kraft sich ungeschmälert erhalten hat und das sein Recht, sich in seinem Land zu sammeln, nicht unter Diskussion stellt. Das Wort der Iren, wir sind, gilt auch für.uns. Wir sind und mit uns uusor Recht auf Freiheit. Mag die ganze Welt Mizrajim sein, Erez Israel ist .unser. .- PARFÜMERIE HERMANN STARER I., SEILERSTÄTTE 20 Konzert J. Segal-Rosenbach. IV., Hauslabgasse 2, Großer Saal, Mittwoch, 31. März, HO Uihr abends. Programm: „Erez Israels -Aufbau im Liede.“ Ein Zyklus von hebräischen Kunst- und Volksliedern mit verbindenden Worten in deutscher »Sprache. Mitwirkend: Richard Müller. Arn Klavier: LiH Rfegler. Regiebeitrag. Der Terror in Palästina Jerusalem, 23. März (JTA.). In Meschek Haozar bei Klar Saba ist der aus Polen eingowanderte 30jährige Dov Zemel durch Schüsse aus einer benachbarten arabischen Pflanzung schwer verwundet worden. Zemel erlitt Verletzungen an den Annen und am Unterleib und wurde in ermstem Zustand in dae Hadassa -Krank enhaus nach Ted-Avirv gebracht. An der Grenze von Jaffa und Tel-Aviy wurde der jüdische Knabe Gibor Stein von einem Araber durch Messensticho verletzt. Seine Verwundung ist nichtschwer. Der Angreifer ist entkommen. 800 luden in der Polizei Richtig* ElnkauKle le fllri BAR MIZWAH-GESCHENKE JUDAICA und HEBRAICA MODERNE LITERATUR SCHULBÜCHER Auch antiquarisch Sohr mäßige Preise Verzeichnis günstiger Gelegcnheitskäufe umsonstl HERMANN TUCHNER Buchhandlung — Antiquariat Wien, II., Taborstraße 52. Telephon R 41-4-20 Jerusalem, 24. März. Die Anwerbung für das neue Korps der Palästina-Polizei, dem die besondere Aufgabe wird, die nördlichen Grenzen mit bezug auf Waffenschmuggel und die illegale Einwanderung zu bewachen, ißt im Gange. Das Korps, das vollkommen mechanisiert ist, wird aus über 200 Engländern, Juden und Arabern bestehen, wobei die Zahl der Juden 90 betragen wird, und wird von englischen Offizieren angeführt werden. Die 700 jüdischen Hilfspolizisten, die seit den Unruhen in Galiläa eingestellt worden waren, werden wieder in Dienst gestellt und bewaffnet werden. JOSEF LEITMANN VORM. PAUL PLANER A. G., WIEN, II., PRATERSTR. 17 TELEPHON R 47-5-10 Elektromaterial / Radio-Apparate / Beleuchtungskörper / Dauerbrandöfen / Gas-Apparate Sprechmaschinen / Elektro Kosmetik / Elektro-Apparate / Glühbirnen in allen Stärken stets lagernd Befugte Radio-Reparaturwerkstätte ★ Günstige Tauschgelegenheiten Bequemes Teilzahlungssystem Außerordentliche Vollmachten für Wauchope in Kraft Jerusalem, 23. März. (JTA.) High Commissloner Sir Arthur Wauchope hat ln der ,J»alestine Gazette“ eine Proklamation erlassen, durch die die Palestine Defence Order in Council in Kraft gesetzt wird. Die Order gibt bekanntlich dem High Commissioner außerordentliche Vollmachten, die er auf den Ober kommandlerenden der Streitkräfte übertragen kann. Kein Jüdischer Generalstreik Jerusalem, 23. März. (JTA.) Die repräsentativen Jüdischen Verbände Palästinas haben nach wiederholten Beratungen beschlossen, von der Durchführung eines allgemeinen Proteststreiks gegen die gegenwärtigen Zustände in Palästina abzusehen. Es soll eine andere Form für die Kundgebung des Unwillens der jüdischen Bevölkerung über die Haltung der Regierung in letzter Zeit gefunden werden. Palästina-Mazzolh Karmel-Weine, Jalfa-Crangen Shemen -Oliven-Salat-Oe! sowie sämtlich inländische NazioMN» alle Lebensmittel und Sliwowitz , nos bp “1EO liefert zu sehr billigen Preisen franko Haus Samuel Halpern, Wien, II., Förstergasse 6 Telephon A 48-4-12 Freilassung der verhafteten Juden Jerusalem, 23. März. (JTA.) Die im Zusammenhang mit den Bombenattentaten in Jerusalem am vergangenen Mittwoch und Donnerstag nach Haussuchungen in jüdischen Wohnungen verhafteten sechs Juden wurden wieder freigelassen, da keiner der arabischen Zeugen in ihnen die Attentäter erkannte. Die meisten der verhafteten Juden konnten auch ihr Alibi unzweifelhaft nachweisen. Drei Araber bei Bombenexploslon umgekomnren London, 23. März (JTA.). Meldungen des Reuterbüros aus Jerusalem zufolge warfen unbekannte Täter am Montag, 22. März, abends Bomben ln eine unweit Jaffa gelegene arabische Gemeinde, durch deren Explosion drei Araber getötet wurden,.: Sechs Araber begnadigt Jerusalem, 23. März (JTA.). Offiziell wird bekannt gegeben, daß der High Commissioner das gegen sechs * Araber wegen Teilnahme an den Unruhenvom; Gericht > ausgesprochene Todesurteil in Gefängnisstrafen umgewanüelt hat. Allgemein wird angenommen, daß dieser Gnadenakt als ein Äquivalent an den Obersten Arabischen Ausschuß, für. dessen Aufruf an die Araber, Ruhe zu halten, gedacht ist. Die „Stimme“ wird in den nächsten Monaten Autobus-Gesellschaftsreisen nach Eisenstadt und Nikolsburg veranstalten. In Eisensfcadt werden besichtigt: das Sandor Wolfsche Museum, das historische Ghetto und der berühmte alte Friedhof, in Nikolsburg das neue Jüdische Zentralmuseum und das alte Ghetto. Nähere Verlautbarungen erfolgen demnächst in der „»Stimme“. Tuchhaus Tabak, I., Salzgries 5 wünscht allen Freunden und Gönnern angenehme Feiertage Es könnten einige tausend Juden In diesem Jahr mit Hilfe eines Betrages von mehreren hunderttausend Dollar zur Niederlassung gebracht werden. Landwirte, Handwerker und Unternehmer mit ausreichendem Kapital kommen hierfür in erster Reihe in Betracht. Einig© Republiken, insbesondere Staaten an cler Küßte des Stillen Ozeans, sind bereit, Verhandlungen über ein Transferabkommen aufzitnehmen, durch das es einer begrenzten Zahl von Auswanderern ermöglicht werden könnte, ihr Kapital in Form von Waren zu transferieren. Wenn auch dae tropische Klima mancher Telle Südamerikas und andere Schwierigkeiten einer jüdischen Einwanderung Grenzen ziehen, ßo hält Dr. Weil doch im großen Ganzen die Aussichten für eine Einwanderung nach Südamerika für günstig. Das Ausmaß der noch nicht kultivierten Gebiete und eine vorurteilsfreie Einstellung der Bevölkerung sind Momente, auf die er sich bei dieser günstigen Beurteilung stützt. Die bereits nach. Südamerika eingewanderten Juden aus Deutschland sind zum größten Teil zufrieden. Seit 1933 haben 21.000 Juden aus Deutschland, etwa 20 Prozent aller aus Deutschland ausgewandeirten Juden, in Südamerika ein Unterkommen gefunden. Eß wanderteil nach Argentinien 10.000, nach Brasilien 8000, nach Uruguay 600 und nach sämtlichen Ländern an der Westküste — Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Columbien — rund 2400 Personen ein. Allo südamerikanischen Länder benötigen Landwirte; ebenso würden alle Handwerker aufnehmen mit Ausnahme Ecuadors. Alle Länder benötigen Einwanderer mit Kapital. Darüber hinaus gibt es Platz für eine sehr kleine Zahl von Ärzten, Professoren, Lehrern . und geschulten Industriearbeitern,- Dagegen sind., die Aussichten für kaufmännische" Betätigung a u s g e s p ro oben schlecht. GRABSTEINE IN WÜRDIGER FORM AUS HIN WERKSTÄTTEN WULKAN & NEUBRUNN ARE MN WEG 110'ST. MARX ♦ SEIT Hechaluz Haklal Zion! Voranzeige. Dienstag, den 20. April 19Ö7, 8 Uhr abends, veranstaltet der Hechaluz Haklal Zioni im Feetsaal des Zionistischen Landes verband es für Österreich, I., Marc-Aurel-Straße 5, 8 Uhr abends, einen Vortragsabend mit Lichtbildern, bei welchem Universitätsprofessor Dr. Mas Eisler über „Palästinareise 1936 —< Beschränkte Möglichkeiten in den Kolonien Paris, 22. März. (JTA.) Der Ständige I jugendliches Alter, und Gesundheit weeent- Ghef des französischen Kolonieiniministelieh. Die Investitionskosten für die ' erste riums, Paul B o u t e i 11 e, hat eine neue Erklärung über die Aussichten jüdischer Einwanderung in französische Kolonien abgegeben. Er führte aus: Kolonienminister Marius Moutet weiß, daß es unter den um Einwanderung sich beweibenden Juden erfahrene Ingenieure gibt; sie stellen einen sozialen Wert dar, der den französischen Kolonien zu großem Nutzen gereichen würde. Minister Moutet hat jedoch niemalß ein Geheimnis aus den Schwierigkeiten gemacht, die einer solchen Kolonisation entgegenstehen. In unseren Kolonien mit gemäßigtem Klima, zum Beispiel Nordafrika, giibt es bereits eine zahlreiche eingeborene und weiße Bevölkerung. Unsere übrigen Kolonien mit tropischem Klima sind für Weiße ungeeignet. Eine sofortige Lösung (für die Juden) kann nur in einigen unserer Kolonien gefunden werden, die infolge ihrer Höhenlage ein gesundes Klima haben, ßo 'in den höher gelegenen Gebieten von Madagaskar, in Neu-Kaledonien, in bestimmten Teilen von Guyana und der Neuen Hebriden. Auf jeden Fall würde aber diese Verteilung von Einwanderern ln keiner Weise eine Lösung der Judenfrage darstellen, wie gewisse Juden anzunehmen geneigt waren. Für den Erfolg in den Kolonien sind Einrichtung müssen von jüdischen Organisationen getragen werden. Später würde Regierungshilfe zur Durchführung öffentlicher Arbeiten zur Verfügung gestellt werden. Es muß unterstrichen werden, erklärte Ministerialdirektor Boutedlle zuim Schluß, daß eine solche Kolonisation keinesfalls in Massen, sondern nur in Einheiten von wenigen Hundert durchgeführt werden kann; dies muß gesagt werden, um jedes Mißverständnis und grausame Enttäuschungen zu verhüten. Nach den Berichten, dio das Ministerium aus den Kolonien erhalten hat, muß ein Einwanderer, wenn er Erfolg haben will, über mindestens 1000 Pfund verfügen. Einwanderung nach Südamerika New York, 22, März. (JTA.) Dr. Bruno Weil hat nach einer Imformationereiee durch »Südamerika in Besprechungen .mit jüdischen Organisationen seine Eindrücke über dio Aussichten und Möglichkeiten jüdischer Niederlassung in Südamerika zusammengefaßt. Die Möglichkeit der Ansiedlnng von Juden aus Deutschland würde zum großen Teil von den für diesen Zweck aur Verfügung stehenden Mitteln abhüngen, Ein Kulturbericht“ sprechen wird, Dionstag, den 30. März, 9 Uhr abends, XVH., Frauengasee 9, Zionistisches Seminar. Mittwoch, den 31. März, 8 Uhr abends, H.,. Novaragasse 29, Zionistisches Seminar. Vortrag Prof. Dr. Leo M e n c z e r. PENSION ECKSTEIN-SMMI! neu renoviert Pessadi zu Neumann! Die Kaffee-Konditorei Karl Neumann, II., Gredlorstraßo 2 (in der Nähe des Diaaabades), hat, eich ln kurzer Zeit zu einem Sammelpunkt der besten jüdischem Gesellschaft Wiens entwickelt. Die Konditorei ißt noch nicht alt und hat doch schon ihre Tradition. Namentlich an den jüdischen Feiertagen wird diese Konditorei vom jlidißchen Publikum bevorzugt, denn hier ist neben der vortrefflichen Qualität aller Erzeugnisse auch für absolute Kaschruth gesorgt. Die reizend und anheimelnd axusgestattetem Räume lösen da« Problem „Kaffeehaus und Kqnditorei“ in origineller Weise. Die Preiße sind bei aufmerksamster Bedienung und erstklassiger Waro zeitgemäß niedrig. Auch liegen alle Tageszeitungen und illustrierte Journale auf. Ee sei besonders darauf hingewiesen, daß Herr Neumann nie einziger in seinem Fach alß Material für seine Ware Palästinaprodukto verwendet und damit die für den Aufbau von Erez Israel so wichtige Tozoreth-Haaretzbewegung tatkräftig fördert. Die Anerkennung für diese Tat wird ihm am beeten durch zahlreichen Besuch abgestattet. Die Konditorei liefert auf Bestellung (Telephon A 42-3-81) Ware auch außer Hat». m

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