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Die Stimme · 1937-03-26 · Heft 631 (26.3.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 631 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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&te 5Stimme V. b. b. 20 8 Nr. 631 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 36. M8rz 1937 14. Nissan 9697 10. Jahrgang Letzte Sitzung des Kleinen A. C. Jerusalem, 24. Mä.rz. Die letzte »Sitzung des Kleinen Aktions-Komitees, dessen Amtedauer mit der im April s tat Windenden Tagung des Großen Aktions-Komitees ihren Abschluß findet, wurde heute abgeb alten. Herr Ben Gurion referierte über Fragen der Sicherheit und die allgemeine politische“ La,ge. Elekir. HesßfukapparaSo auch leihwe se oder Teilzahlung I Bandagcn-Mäkofascfi Jgiiorstr. 11 Washington für Zionisten- Kongresses vorgeschlagen New York, 24. März. (JTA.) Das Administrative Committee der Zionistischen Organisation Amerikas hat beschlossen, der Zionistischen Exekutive die Abhaltung des XX. Zionistenkongresses in Washington vorzuschlagen. Viele wissen es nicht daß auch heuer zu Pessach die vorzüglichen J. Eisen Feinwurst und Selchwaren nps bü in allen Filialen und Verkaufsstellen zu haben sind EngroB-Versanrl: II., Rotensterng. 12 Tel. R 47-0-80 Pessac$ le-Jiiid Eresc Israels Oberrabbiner an die Juden der Weil Weizmann und Simtok bei Ormsby-Core London, 22. März. (JTA.) Der Präsident der Jewißh Agency Dr. Chaim W e i zmann und das Mitglied der Palästina- Exekutive der Jewißh Agency Mosche Sh e r t o k hielten mit dem Kolonien minister Omisby-Gore im Colonial Office eine längere Konferenz ah, bei der die aktuellen Palästina-Fragen, insbesondere die Frage der Sicherheit, besprochen wurden. VII., KAISERSTRASSE 123 * IX., ALSERSTRASSE 6 Tofen-Gedenken Jerusalem, 20. März. Daß Oberrabbinat hat für nächsten Montag, 22. März, die Abhaltung eines Gedenktages für die neueßten jüdischen Opfer angeordnet. In sämtlichen Synagogen des Landes werden um 3 Uhr nachmittags Gottesdienste abgehalten werden, in denen Psalmen und Slichoth gesagt und der Schofair geblasen wird. wm Siedlungspavillon der Levante- Messe abgebrannt Jerusalem, 22. März. Der Ausstelluugspavillon der Levante-Messe in Tel-Aviv, in dem die landwirtschaftlichen Leistungen der zionistischen Körperschaften anschaulich dargestelit waren, brannte im Laufe der Nacht vollständig nieder. Es besteht der Verdacht einer Brandstiftung. Palästina hat 29.000 Pfund für Keren Hajessod aufgebracht Jerusalem, 20. März. Anläßlich eiuer vom Keren Haje&sod aibgehaltenon Pressekonferenz kündigte Herr Alexander Goldstein an, daß im Laufe der letzten fünf Monate 20.000 Personen in Erez Israel den bisher erreichten Höchstbetrag von 29.000 Pfund für den Keren Hajossod gespendet haben. Jerusalem, 23. März (JTA.). Anläßlich des! Pessachfestes richtet der Oberrabbiner van I Palästina, Dr. Isaac Herzog an die Juden-1 heit der Welt folgende Botschaft: i In einer der in den Pessach-Gottesdienst; eingefügten herrlichen dichterischen Kom-j Positionen, dem Pijutim, werden poetische Parallelen zwischen dem Pessach Mizrajim, dem ägyptischen Peßsach und Pessach le-Atid, dem Pessach der Zukunft, gezogen. Zu unserem tiefen Schmerz sind wir noch weit entfernt von dem Pessach der Zukunft, von dem Pessach der messdanisohen Zeit, von dem endgültigen Triumph der Sache Gottes, von der Erfüllung der glorreichen Vision der größten Idealisten der Welt, der unsterblichen Seher Israels. Und doch scheint es, daß wir uns dem Erew Pessach der Zukunft nähern; es scheint, daß wir der Wiederherstellung Israels immer näherkommen. Wie in den Tagen von einst, im alten Ägypten, scheint, je näher wir an die Geula, an unsere nationale Erlösung, beränkommen, um so tiefer, um so dichter für den größten Teil Israels in der Zerstreuung die Finsternis der Galuth zu werden. Möge das Hallel der Sedemacht, in dem der Tritt mphgeeang Israels und die Lobpreisung für seinen Fels und Erlöser^ zum Dank für die Befreiung aus grausamer Sklaverei und unmenschlicher Unterdrückung in Ägypten ertönen, jedes jüdische Herz erheben und erregen, und es höher schlagen lassen in Hoffnung und Glaube, inspiriert von der majestätischen Vision des die ganze Menschheit umfassenden Pessach der Zukunft. Lasset uns am Sederalbend mit der Inbrunst unserer jüdischen Seele beten, daß die Augen der Mandatar-Nation und aller Nationen sich öffnen mögen, um die Gerechtigkeit unserer Sache zu sehen, die Gerechtigkeit unseres historisch-prophetischen Anspruchs auf das Abraham von Gott verheißene Land, auf das Land unserer großen Vergangenheit, einer Vergangenheit, die sich für die gesamte zivilisierte Menschheit als von höchstem geistigen und sittlichen Wert erwiesen hat; auf das Land, das unsere messianasche Hoffnung nährt, die Hoffnung, die in dem erhabenen universellen Ideal von Micha und Jesaja ruht; auf das Land, in das wir (bereits so ungeheure Energie und Arbeit versenkt haben, so viele Opfer an Leiben und Menschen und Werten im Verlauf seiner Wiedergewinnung für die Zivilisation aus jahrhundertelanger schrecklicher Trägheit und Vetnachlässgiung; auf ddl^ ‘Land, das Myriadenunserer Menschen die einzige Zufluchtsstätte vor der Flut des Hasses ist, die von Zeit zu Zeit bald in diesem, bald in jenem Teil der Welt, bald in dem einen, bald in dem anderen Lande auf, die Judenbeit losbricht; auf das Land, aus dem für Millionen., unserer Brüder, die in der dichtesten Finsternis der heutigen Galuth, am Bande eines Abgrundes letzter Verzweiflung leben, der einzige Lichtstrahl der Hoffnung kommt.; . Lasset uns am Sederalbend dieser unserer Brüder gedenken, .lasset un6 des Zieles unserer ewigen Sehnsucht gedenken; lasset uns gedenken des gesamten Jischuw, des alten sowohl wie des neuen, der geheiligten historischen alten Städte ebenso wie der modernen neuen Städte und der landwirtschaftlichen Siedlungen; der Zentren der Lehre und der Frömmigkeit, der Talmud Torus und Jesc.hiwot, ebenso wie der Zentren von Gewerbefleiß und Handel . Lasset uns am Sederabend aus der Tiefe unseres Herzens beten, um das baldige Kommen des Pessach le-Atid, des Pessaohs der Zukunft. , Ich wünsche ganz Israel einen traditionsgemäßen, glücklichen Pessach. kommt wieder mttdem gesamten EnsomSa S&ADWAY MELODIE J936 JAMES STEWART VIRGINIA BRUCE UNA MERKEL SID .SRV'ERS FRANC ES lANGFOR» RATMOND WALBURN AlAN DINE HART BUDPY EB56N REGIE! ROY DEL RUTH__ ELITE «No i.KÖPERN KINO L Sklaven in Mizrajim Das Fest der Freiheit . . . Wir feiern es inmitten einer Umgebung, die uns so feindlich gegenübersteht, wie vor 3000 Jahren der ägyptische Herrscher und sein Hof. Das Volk, das auf Einladung eines Pharao ins Land gekommen war, das freie Volk aus dem Gebiet jenseits der Wüste, war zu einem Sklavendasein herabgewürdigt worden. Was es für Ägypten getan hatte,. war vergessen. Ein Pharao kam aiuf den Thron, der von Josef nichts wußte, und er fand, daß diese Menschen, die schon Jahrhunderte laug in Gosen lebten, Fremde sieden, als Fremde zu behandeln wären, die nur gut dazu .seiend des Königs Festungen zu bauen und Sklayen,- dienste zu tun. Und als sie sich wieder auf ihre Menschenwürde besannen und die Ar» beit niederlegten, und als der Ausfall so vieler schaffender Hände Unglück über Mizrajim gebracht hatte, versprach ihnen der Herrscher nichts dawider zu haben, daß sie in die Wüste. ziehen, um ihrem Gott zu dienen. Als sie aber abzogen, reute es den König wieder. Wohin würde es kommen, wenn Ägypten ohne diese arbeitenden Juden bliebe! Und so setzte ihnen der Pharao mit dem Heere nach,,. Das Ende schildert das Lied der Mirjam: Roß und Reiter rasten ins Meer! Seit damals liest man im jüdischen Haus, an den-Abenden des. 14. und ,15. Nisan die Erzählung, „wie wir Sklaven waflen beim Pharao in Mizraim“, wie dieses Fest eingesetzt wurde, dem wir es verdanken, daß der Hochgedanke der Freiheit aus dem jüdischen niiiimuitiiimiiiiiiumiiniiiiiimiiiimiimiiimiimiuiimmiiniiiiiiitniiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimip ERMÄßIGTE FRÜH JAHRSREISE NACH PALÄSTINA mit dem beliebten Dampfer „GAULEA" AB WIEN AM 13. APRIL Preis der Reise Wien — Wien: Bahn III. Klasse, Sdiiff Touristenklasse S 465'- Bahn II. Klasse, Sdiiff I. Klasse S 1035 - ADRIATICA S. A. Generalagentur Wien, I., Kärntnerring 6, Telephon U 47-5-60 Palestine Express, Vertretung für Österreich : Reisebüro City, Dr. I. H. Körner Wien, I., Kohlmarkt 8, Telephon U 26-4-29 Wauchope in Safed Jerusalem, 23. März. Auf seiner Tour durch Galiläa besuchte der High Commissioner Safa-d, ein Besuch, der ihn, wie er erklärte, tief bewegt habe. Er empfing zusammen mit clean Gouverneur Keith Roacli die Stadträte sowie eine Delegation der jüdischen Gemeinde der Stadt, die ihm die tragische Lago der Judeu schilderten. In Begleitung der jüdischen Delegation besichtigte Sir Arthur Wauchope dann das jüdische Viertel. Vor seiner Weiterfahrt erklärte der High Comniissionor, er habe alles gesehen und werde für Wiederiienstellung von Ruhe und, Ordnung Sorge tragen. Die gute Zahnpasta! '{Reinigt restlos. Schont den §aknschmetg. Herzen nicht geschwunden ißt. Niemals seither hat das jüdische Volk sich selbst aufgegeben, niemals hat es an seine Heimat vergessen, und was es immer aus wunder Seele zu seinem Gott schrie in qualvollster Not, war die Bitte um die Freiheit und um das Land, um die Vereinigung der zerstreuten Glieder zu einer aufrechten, ihres Werkes, ihres Geistes bewußten Gemeinschaft. Wieder feiern wir das Bekenntnis zur Freiheit, wieder, noch immer im Exil. Und mit. uns feiert das sich erneuernde jüdische Volk in Erez Israel dieses Fest in trüben Stunden. Drei Jahrtausende sind vorbei gegangen, und wir stehen alle zusammen wieder in einem Orkan des Hasses. Was wir in der treuherzig naiven Haggadah lesen, das spricht.von einem einzigen Land; aber heute ist es eine ganze . Welt, die in einer besinnungslosen Feindschaft dieses kleine Volk au Tode hetzen will. Dieses Volk, dem einzig und allein zur Last gelegt werden kann, daß es lebt und durchaus nicht sterben will. Dieser Sturm hat sich von dem Augenblick an verstärkt, als dieses Volk seinen Lebenswillen neu entwickelt hat und daran gegangen ist, die alte Heimat neu aufzubauen. Wir haben genug Festungen für Freunde gebaut, genug Steinblöcke für Pyramiden hei'- beigewälzt; aus unserem Sittengesetz, aus unserem Glauben, daß die Gottheit nicht in einem Holz- oder Steinbild ruht, sondern im eigenen Gewissen und im AU, haben sieh die Völker ihre Kultur gezimmert; was sie gegen,

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