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Die Stimme · 1937-03-23 · Heft 630 (23.3.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 630 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit« Z 016 STIMME Wien, Dienstag, 23. Mürz 1937. — Nr. 630. Jewish Agency warnt die Regierung Jerusalem, is. März (JTA.). Nach dem Besuch des Vorsitzenden der Exekutive der Jewisft Agency, Da vld Bett Curion, und des Rechtsberaters der Exeku tive, Bernard Joseph, beim Chefsekretär der Pala •tlnareglerung, John Hathorn Hall, veröffentlichte die Exekutive der Jewish Agency gleichzeitig ln Jerusalem und in London folgende Erklärung: Terror hat nie aufgehört „Angesichte des erneuten arabischen Terror« erklärt die Exekutive: Die vor etwa einem Jahre begonnenen Unruhen sind noch heute nicht beendet Am 12. Oktober 1936 veröffentlichte Gene* ml John Dill einen Tagesbefehl an die be waffnete Streitmacht, in welchem gesagt wurde, daß der arabische Streik und die Unruhen liquidiert seien und daß, wie zu hoffen sei. auch die Mordserie der Terroristen beendet sein wird. Die Jewish Agency bedauert, daß sich diese Hoffnung nicht verwirklicht hat. Sieht man von der kurzen Zeit verhält* nismäßiger Ruhe vor dem Eintreffen der RASSISCHES Königlichen Kommission und während ihres Aufenthaltes im Lande ab, so muß man feststellen, daß Terror und Morde eigentlich nicht aufgehört haben; in der letzten Zeit hat sich der Terror, besonders im Norddietrikt von Palästina, ungeheuer verschärft. Allein während der letzten sieben Wochen wurden 13 Juden (seit Beendigung des Araberstreiks 19. D. Red.), 10 Araber und 2 Bürger anderer Nationalität von den Terroristen getötet, zahlreiche andere Mordattentate, die nicht zum Ziele führten, wurden unternommen. In 23 Städten haben Bomben großen Schaden angerichtet, sechzigmal wurden jüdische Siedlungen beschossen. 15 Raub Überfälle auf den Chausseen kamen vor, 9 Fälle von Vernichtung von Bäumen in jüdischen Plantagen wurden verzeichnet. Safed von Terroristen beherrscht Ein Terror ganz ernster Art herrscht in Safed. Die Stadt wird tatsächlich von den Terroristen beherrscht. Sie haben Grenz linien zwischen den jüdischen und den arabischen Vierteln gezogen und lassen nie mand ohne „Grenzpassiersohein“, der vom Terrortetenkomitee ausgestellt wird, die Linien überschreiten. Auf Waren, die diese innerstädtischen Grenzlinien passieren, wird I UN ■RflHNB UND KLASSISCHES ein „Zoll1 erhoben. Die Juden in Safed sind ihres Lebens nicht sicher. Da die Regierungsämter sich im arabischen Teil der Stadt befinden, ist es ihnen unmöglich, mit diesen Ämtern irgend eine Verbindung zu erhalten. Dieser Zustand äußerster Gesetzlosigkeit konnte nur einreißen infolge des unter den Terroristen herrschenden Glaubens, daß die Regierung nicht imstande sei, die friedlichen Bürger zu schützen. luden wollen sich selbst wehren Seit Beginn der Unruhen hat die Jewish Agency mehrere Male die Regierung auf die immer größer werdend« Gefahr aufmerksam gemacht, die sich daraus ergibt, daß ‘die Terrorasten aus der bisherigen Haltung der Regierung den Schluß ziehen, daß die Regierung ohnmächtig sei. Die aus England herübergebrachten bewaffneten Kräfte wurden in ihre Heimat zurückgeschickt, ohne daß die Regierung sie vorher zwecks Unterdrückung der Unruhen eingesetzt hatte. Das Kriegsrecht wurde bis «um heutigen Tage nicht verwirklicht; es hat lediglich zur Außerkraftsetzung der früheren Bestimmungen betreffend den Ausnahmezustand gedient. Gesetz und Gerechtigkeit gelten im Lande immer weniger. Keiner der wenigen gefaßten Mörder D ie Zionistische Sektion und WIZO Prater gratulieren ihren Vorstandsmitgliedern Herrn Bernhard und Frau Sali HALFERN anläßlich der Promotion ihrer Tochter Laura zum Doktor der gesamten Heilkunde herzlichst! wurde eigentlich zu der in solchen Fällen anzuwendenden Höchststrafe verurteilt, kaum einige wurden überhaupt vor Gericht gestellt. Die Terrorbanden sind nicht entwaffnet worden. Obwohl die Regierung starke militärische Kräfte zu ihrer Verth gung hat, blieben diese Banden unbestraft Die Judenheit Palästinas ist bereit, sich durch Schaffung eines Selbstschutzes aus eigener Kraft gegen den Terror zu wehren, faüs die Regierung in dieser Hinsicht keine Beschränkungen walten läßt. Pflicht der Re gierung ist es aber, mit allen zu Gebote stehenden Kräften die Ordnung im Lande zu sichern Neue Verwaltung ist notwendig Die bisherigen Erfahrungen haben die Jewish Agency davon überzeugt, daß die Sddherheitslage im Lande sich solange nicht bessern wird, als nicht radikale Änderungen in der Administration Platz gegriffen haben. Werden diese Änderungen nicht vorgenommen, so wird der Terror sich verschärfen und zum Ausbruch neuer Unruhen in Zukunft führen. Eine entschlossene und starke Administration ist die erste Voraussetzung für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Lande.“ Ormsby-Gore: Standrecht nicht erforderlich London, 18. März. (JTA.) Im Unterhaus am 17. März fragte Oberst Josiah Wedgwood den Kolonienmmißter Ormsby-Gore, ob er über die Zunahme der Morde in Palästina eine Erklärung abzugeben beabsichtige, ferner, ob die Regierung durchgreifende Maßnahmen zur Unterdrückung des Banditentums unternehmen wolle. Abg. Mander schloß sich diesen Fragen an und ergänzte sie durch die Frage, ob die Regierung angesichts des zunehmenden Terrors in Palästina nicht die Verhängung des StandTechtes erwägen wolle. Der Kolonienminister Ormsby-Gore erklärte, es sei außerordentlich schwierig, in einem Lande, wie Palästina, Ruhe und Ordnung aiufrechtzuerhalten. Er habe mit dem High Commissioner für Palästina die Maßnahmen besprochen, durch die in Zukunft Gewalttätigkeiten hintanzuhalten sind; der High Commissioner werde sofort nach seiner Ankunft in Palästina die notwendigen Bebrüte ergreifen. Was die Verhängung des Sfcandrechtets in Palästina betrifft, so zögere die Paläsbinaregierung —• erklärte Minister Ormsby-Gore weiter — mit der Durchführung einer »o durchgreifenden Maßnahme, solange sie nicht unbedingt erforderlich sei. Das Standrecht würde einfach das Aufhören jeder zivilen Verwaltung und Rogiorunge-, tätiigkeit in Palästina bedeuten. Die italienische Propaganda Auf dias Memorandum, das die italienischen Behörden in Lybion anläßlich des Besuches Mussolinis veröffentlicht haben, wies Leutnant Commander F1 v t c h e r in einer Anfrage an den Außenminister hin. In diesem Memorandum wird der Sturz der frühoron Regierung des Irak auf einon Eingriff Englands zurückgefllhrt und erklärt, daß die Erhebung der Araber in Palästina trotz grausamer Unterdrückung fortdauere. Der Abgeordnete fragte, ob der Minister Schritte im Zusammenhang mit diesem Memorandum zu unternehmen gedenko. Außenminister Eden antwortete, or untersuche die Angelegenheit Auf eine Anfrage dos Abgeordneten L o c k e r-I. a m ps o n, ob die von Italien zu Umsturz zwecken in Palästina getriebene anti'britisc.he Rutulfunkpropaganda" jetzt auf gehört habe, antwortete der Kolonienminister Ormsby-Gore, es seien, soweit er feststellen könne, keine S e n d u n g e n erfolgt, die weitere Vorstellungen bei der italienischen Regierung notwendig machen würden. Als der Abgeonlneto Mander bemerkte, in den letzten Tagen seien solche Sendungen in So mal il and verbreitet worden, erklärte der Minister, dem Colonial Office und der Regierung sei hiervon nichts bekannt. Keren Kajemclh Jerusalem, 18. März. (JTA.) Das Hauptdirektorium des Keren Kajemeth hat einen Fünfjahrespian der Bodenkäufe aufgestellt, dessen Hauptziel es ist, den jüdischen Siedlungssektor im Norden Palästinas zu befestigen. Vorgesehen sind Bodenkäufe in Obergaliläa und im Norden des Hule- Distrikts. Um das Gebiet der von der Jewish Agency erworbenen Hule-Konzesgion soll eine jüdische Peripherie entstehen. Es sei, so wird erklärt, eine Aufgabe von erster Wichtigkeit, die Lage des jüdischen Sied- DIENEUEREVUE lungssektors im Norden Palästinas und an der Grenze, der oft durch einheimische und eingewanderte Banden bedroht wird, zu sichern. Die am 1. Mai in allen Ländern der Welt beginnende außerordentliche Aktion des Keren Kajemeth wird das erste Glied des FünfjahreSpIanes sein und unter der Losung „Sicherung des Galil“ geführt werden. Huleh-Konzessfon an KKL.- übergesansen Jerusalem, 17. März. (Palcor.) Die EMICA und die Palestine Land Development Company haben einen Kontrakt abgeschlossen, 1 wodurch die Huleh-Konzession an die erstere unter Beteiligung des Keren Kajemeth übergeht. Die vorbereitenden Arbeiten im Huleh-Gebiet werden demnächst ln Angriff genommen werden. Der CLUB „EREZ ISRAEL" gratuliert seinem Mitglied, Frau Dr. Stella Schiffmann zu ihrer Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde aufs herzlichste ( Also treffen wir uns bestimmt •.. an den Sederabenden im Restaurant A, BARSCHAK Wien, IL, Große Schiffgasse 3, Tel. A 46-4-39 Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Josef Babad B?riihmt sind seine ungarischen Weine, Palästinaweine, Met, Slibowitz, Cognac von S 2’— per Liter aufw. — Besonders empfehlenswert: seine streng koschere Küche. nos bw -itw Todesurteil gegen einen Juden ln Deutschland Berlin, 20. März. (Palcor.) Eino kurze amtliche Meldung dos Deutschen Nachriehtenburemiß gibt heute bekannt, daß a.m 8. März vom zweiten Strafsenat des Volksgerichtshofes ein staatenloser Jude, Hellmuth Hirsch, zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat und wegen Sprengstoff vergehen gefällt. Da Über den Fall weiter nichts berichtet wird, ißt man nicht in der Lage zu erfahren, in welcher Weiße eich der zum Tode verurteilte gegen die Gesetze des Dritten Reiches vergangen hat. Streichers Ostergruß Berlin, 20. März. (Palcor.) Der immer wieder mit der katholischen Kircho in Konflikt geratene „Stürmer1 ‘veröffentlicht zum Osterfeist oino Sondernummer, in der er sich diesmal der Person Christi bedient, um ihn für seine Propaganda als Kronzeugen gegen daß Judentum zu verwenden. Der „Stürmer“ glaubt, mit seiner Oaternummor den Nachweis erbracht zu haben, daß Christus der größte Judengegner der Vergangenheit war. Der „Stürmer“ glaubt mmmmuuammoamamm VOM BOBBY WEISER UMP VIKTOR SCHLESINGER jetzt nachgewieeen zu haben, daß das Weltjudentum gegen das Christentum zum Verniehtungskampf rüste. Er ruft daher seine Loser „zum größten Kampf aller Zeiten“ und „zum Kreuzzug gegen diö C h t i s tu S m örd e r“ auf. Eine Verordnung Hinckels Berlin, 20. März. (Palcor.) Der Reichskommißsär für die Überwachung des Judentums, Hin ekel, hat eine Verordnung veröffentlicht, wonach mit Wirkung vom 15. März alle christlich getauften sogenannten Voll- und D r o i v i e r t o 1 j u d o n, wie sich der amtliche Erlaß ausdriiokt, ans dem Paulus-Bund (Vereinigung nioh tonischer Christen) ausgegliedert werden. Es wird ihnen anheimgestellt, die Mitgliedschaft dos jüdischen Kulturbundes zu erworben, in dm bisher nur solche Personen aufgenommen wurden, die sich auch religionsmäßig zum Judentum bekannt haben. Professor Max Eisler in Graz Dienstag, den 23. März, findet von der Zionistischen Ortsgruppe Graz ein Lichtbildervortrag des Herrn Univ.-Prof. Max Eisler aus Wien über „Palästina als Erlebnis“ statt. Ort: Hotel „Erzherzog Johann“. Zelt: %9 Uhr abends. Karten zum Preis« von S 1.50 und S 1.— bei den Mitgliedern und an der Abendkasse. Gäste willkommen! Vionat März: Wedeu*ouat füc „die StitMue Die Landeskonferenz hat bekanntlich die Intensivierung der Werbung für den Landesverband und seine Zeitung, „Die Stimme“, beschlossen. Dementsprechend haben wir den Monat März als besonderen Werbomonat für unser Blatt ausersehen. Es ist , edem Zionisten klar, wie notwendig und wichtig die Verbreitung der zionistischen Zeitung für die zionistische Idee ist. Wir zweifeln nicht, daß diese Einsicht allein genügen würde, alle Zionisten zur Arbeit für unser Blatt anzuspornen. Aber wir haben uns entschlossen, erfolgreiche Arbeit mit wertmtfei* Beeisen anzuerkennen. Es erhält dor, der uns einen neuen Jahresabonnenten oder zwei neue Halbjahrosabonnenten bringt, Theodor Herzls Buch „Alt- Neuland“ In Leinen (Ladenpreis S 7.80« Wer zwo! Jahres- oder vier neue Halbjahresabonnenten bringt, erhält als Preis nach Wahl einen Band Josef Kasteint „Herodes“, „Urtel da Costa“ oder „Jerusalem, die Geschichte eines Landes14 (Ladenpreis S 18.60). Wer schließlich vier Jahres- oder acht Halbjahrosabonnenten bringt, bekommt als Preis Adolf Böhms „Die zionistische Bewegung" (Neuauflage, Ladenpreis S 12.60) oder Heines Werke ln zehn Binden (Ganzleinen, Tempel- Verlag, Ladenpreis S )$,«). Wir betonen: Diese Preise gelten nur für Werbungen von Abonnontcn, die spätestens bis 81. März 1987 in unserer Administration angomoldet und nachgewiesen werden. Neue Kolonisationsoffensive des Keren Xafemeth: Erlösung von Huh und Obergaliläa. ■

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