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Die Stimme · 1937-03-23 · Heft 630 (23.3.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 630 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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5Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 630 Wien, Dienetag. 23. März 1937 11. Nissan 9697 10. Jahrgang Mode und Geschmack finden ihren Ausdruck in unseren iteuelngetfo'fenen Frühjahrsmodellen Unsere AUSWAHL u. PREISE sind das Ereignis der Saison II.TABORSTRASSE Vor dem Jubiläumskongreß Von Dr, J. Schwarzbart (Krakau) In diesem Sommer wird der 20. Zionisten kongreß stattfinden. Er wird ein Jubiläums kongreß der Zionistischen Bewegung sein Vierzig Jahre sind seit dem ersten Kongreß vergangen, der im August. 1897 in Basel eiatifaiuh Aber wesentlicher ist die Zeit, in der der Kongreß Zusammentritt. Die traurige Lage des jüdischen Volkes, der harte politi sehe Kampf, den die zionistische Bewegung jetzt durchmacht, die überragende Bedcu tung Palästinas für das jüdische Volle, die schwerwiegenden Entscheidungen, vor denen unsere Politik steht — das alles macht den .20. Zionistenkongreß zu einem Ereignis von hervorragender Bedeutung im jüdischen Leben. So unwesentlich der Kongreß für den in neren Machtkampf der einzelnen Richtungen der Zionistischen Organisation sein mag, so wichtig und bedeutend ist der jetzige Augenblick auf einem anderen Gebiete: es wird von ungeheuerer politischer Bedeu tung sein, sowohl gegenüber England als auch gegenüber der arabischen Welt, dem Völkerbund und der ganzen internationalen Politik, wenn die zionistische Kongreß bewegung eine grandios organisierte Volksbewegung in noch stärkerem Maße wie bisher sein wird. Beinahe eine Million Schekel sind beim 19. Kongreß verkauft worden. Diese Zahl muß jetzt verdoppelt werden. Es handelt sich selbstverständlich hier nicht um das Erreichen einer mechanischen Zahl, es han delt sich vielmehr um den Beweis der Zugehörigkeit der breiten Volksmassen zu der zionistischen Bewegung. Der Schwerpunkt dieser Aktion liegt, in Polen und Amerika, weil in diesen beiden Ländern die Hälfte des jüdischen Volkes lebt. Die zweite Aufgabe ist der Zusammenschluß mit der Zionistisch-revisionistischen Bewegung. Seit der Gründung der N. Z. 0. hat es sich erwiesen, daß dieses Experiment den nationalen Interessen nicht zuträglich ist. Selbst vom Standpunkt der revisionisti sehen Interessen ist dieses Experiment nicht tragbar. Deshalb muß dieses Experiment meiner Meinung nach jetzt liquidiert werden. Es darf uns kein Reservoir an Kräften verloren gehen. Die Tradition, die moralpolitische und die politische Bedeutung der Zionistischen Organisation ist im Volksgefühl der jüdischen Massen eingewurzelt, und die „alte“ Zionistische Organisation bildet auf dem Gebiete der internationalen Politik eine konkurrenzlose treibende Kraft in den Fragen von Erez Israel. Es ist klar, daß die großen Fehler der revisionistisch-politischen Taktik trotz noch so gut gemeinter Absichten schließlich und endlich zu einem stärkeren Kampf als bisher seitens der Zionistischen Organisation gegen die besondere Politik der Revisionisten führen müßte. Der Revisionismus muß selbst seinen Radikalismus mäßigen. Die ersten Anzeichen einer radikalen Opposition in der „einheitlichen“ revisionistischen Bewegung machen sich bemerkbar. Dio letzten „Taten“ in Warschau und Jerusalem liefern den Beweis, auf welchen Weg eine impulsive Kraft getrieben wird. Die revisionistische Organisation kann ihren Fehler, den sie durch die Gründung der N. Z. 0. begangen hat, nur dadurch wie” der gut machen, daß sie in dio alte zionistische Mutterorganisation, die noch sehr jung ist, zurückkehrt. Die letzten Ereignisse erschweren die Reinigung der Atmosphäre. Aber dio ungeheure Verantwortung in der gegenwärtigen Zeit verlangt es, daß man sich von erregenden Momenten befreit und den Weg zur Rückkehr ermöglicht. Einen anderen konstruktiven Weg gibt es nicht. Das muß der Patriot Jabotinsky verstehen. In einer Lage, wie rler gegenwärtigen, gibt es keimen Platz für Haßgefühlo. Die Liebe zum Volke und dor tiefe Ernst, der bei der Behandlung seiner Gogenwarts- und Zukunftsprobleme vorherrschen muß, müssen di<? Brücke zur Einheit bilden. Die Größe der Führer wird an der Schwere der Zeit gemessen. Eine dritte Aufgabe stoht vor uns: Wir müssen uns schon jetzt wogen der Richtung und wegen des Geistes, in welchem Erez Israel gebaut wird, sachlich auseinandersetzen. Nur dann wird der innere Kampf, der auch am 20. Kongreß auszutragen sein wird, aufhören, ein verbissener Kampf mit unsauberen Mitteln zu sein, sondern dieser Kampf wird nur in Form von Meinungsverschiedenheiten in den Grundsätzen des jetzigen und künftigen Erez Israel zum Ausdruck kommen. Dazu gehört der Ideenkampf zwischen dem Marxistischen Sozialismus und dem Allgemeinen Zionismus als nationaler Bewegung, die gegen den Klassenkampf in der Zeit des Aufbaues eines gemeinsamen Heimes auftritt. Dieser Kampf soll nicht mit Hilfe von fiktiven Schekalim geführt werden. Zionistische Strömungen sollen nicht mit Hilfe von Schekalim durch verbissene Gegner des Zionismus majorisiert werden. Der Kampf soll ehrlich zwischen zwei Teilen auf dem Gebiete der Ideen geführt werden. Dieser Meinungskampf muß auch den Beweis erbringen, auf weiche konkrete Forderungen sich der Allgemeine Zionismus stützen muß, damit er nicht ins Schlepptau der sozialistischen Klassenbewegung gerät. Das bedarf einer Klärung. Auf diese Weise kann dio gewünschte Stimmung für den Jubiläumskongreß der zionistischen Bewegung geschaffen werden. Häuft uud vu&ceiUk diu ScUekd! Überraschender Beschluß der Regierung: Bewaffnung des Jischuw Das Cechoslovakische Preß»B!i?o meldet aus Jerusalem: Mit Rücksicht auf den wachsenden Terror wird die Jüdische Bevölkerung auf Grund eines Regierungsbeschlusses bewaffnet. Die versiegelten Kisten mit Waffen, die in den jüdischen Gemeinden zur VerSügung stehen, werden geöffnet. Die jüdischen Organisationen verhandeln mit der Regierung über die Mobilisierung einer größeren Anzahl jüdischer Wehrfähiger. OrganFsierung eines Freiwilligenkorps Jerusalem, 21. März. (JTA.) Die auf Ein-1 desrabbinats, der Stadtverwaltung von Tel-1 niedergestochen. Samuel Gottfried wurde in tadung des Waal Leumi in Jerusalem abge- Aviv, der jüdischen Kolonien und der jüdi-' (-]P,r Kolonie Rosoh-Pina o-pboren. war halten Beratung der Führer dee Jtactaw, sehen M«triellen Teilnahmen, beschloß 30 Jahre alt ia d fta-zionistischen an der Vertreter der Agudas Jisroel, des neben der Proklamierung einer großen: . Verbandes der alten Kolonisten, des Lan- ( Geldsammlung zur Deckung der Selbst- Organisation tätig. scliutzkoßten auch die Rekrutierung von Viele w ssen es nicht..! daß auch heuer zu Pessach die vorzüglichen J. Eisen Feinwurst und Selchwaren n d b b in allen Filialen und Verkaufsstellen zu haben sind EngroB?Versand: II., Rotcnsterng. 12 Tel. R 47-0-80 j Freiwilligen für den Sicherheitsdienst in den jüdischen Siedlungen, namentlich der- Viefs- und Ernteräuber Bewaffnete Araber versuchten heute, das der jenigen im Norden des Landes. Die Frage Siedlung Javniel gehörende Vieh zu stehlen.;*der Organisierung einer politischen Demon- Jüdische Polizisten schossen nach ihnen und stration des ganzen Jischuw gegen die | Tolerierung des arabischen Terrors durch die Regierung wurde dem Waad Leumi zur j Entscheidung überlassen; dieser wird sich j hierüber mit der Exekutive der Jewißh | Agency verständigen. Diese politische De-! monstration wird die Form eines Generalstreiks des gesamten Jischuw annehmen. In JsrusaFem 1 Toter, 30 Verteilte Der Mord fn Roscft-Pina Jerusalem, 21. März. (JTA.). Unter den ren gingen. Das Mädchen wurde leicht vorbei den Bombenwürfen in Jerusalem am wundet. Mittwoch und am Donnerstag verwundeten < Juden befinden sich der Beamte des Keren Kajei^etli-Büros hi Jerusalem, Naphtali' Jerusalem, 18. März. (JTA.) Der jüdische Ben Menachem und der Beamte der Siedler in der Kolonie Rosoh-Pina, Samuel Jewish Agency, Mosche Tektenski. Ins- Gottfried, wurde vor seinem Hauß von gesamt wurden durch die fünf Bombenv}er Arabern überfallen. Er wehrte sich ansohläge 31 Personen verwundet, unter , f i h daß er der Übermacht Verordnung nmausgegeucn, iWn Q Arihpr vnn rlpnon pinpr seinen Wier. a.s er einsan, aau er aer UDermacnr <jle ^ie Regierung mit der Voll- Verletzun^en erleben ist nickt Herr werden könnte und i.n sein Haus macht betraut wird, neue Notverordmm- " ” zu flüchten versuchte, wurde er hinterrücks gen zu erlassen. 24 Stunden Ausnahmszustand Jerusalem, 21. März. Wegen der Bombenwürfe am Mittwoch und Donnerstag wurde über Jerusalem der Ausnahmszustand vernahmen zwei Araber fest. In das jüdische Steinwerk Migdal Zedek brachen arabische Diebe ein, die eine Anzahl von Instrumenten und anderen Gegenständen stahlen. Bewaffnete Araber erschienen heute in einem Feld, das der Kwuzah Gescher gehört und machten sich daran, das Getreide abzuernten. Es kam zu einem Kampf mit den Wächtern. Zwei Siedler wurden verletzt. Die Araber wurden vertrieben. Notverordnungsvollmacht In Palästina Jerusalem, 20. März. Da die Notverordnungen, die während der letzten Unruhen von der Regierung erlassen worden waren, nicht mehr in Kraft sind, hat der Oberkommissär eine Verordnung hinausgegeben, Und trotxdem: Neue Siedlungen Jerusalem, 20. März. (Palcor.) Am Sonntag n* erfolgt die Gründung der Kwuzoth Ain Hahangt. Darauf trat Ruhe ein, was die Be- und Massada un Jordantal auf Keren hörden veranlaßte, den Ausnahmszustand . Kajemeth-Boden, der aus den Mitteln des Mifal 1 schleunigst wieder aufzuheben. Er hat knappe 24 Stunden gedauert. Arlosoroff erworben wurde. Der Bau vofl Schutzmauern, Wachtturm und Wohnhütten wird sofort in Angriff genommen werden. Wauchope wieder in Palästina Der High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, ist heute mit Flugzeug aus London wieder in Palästina einge troffen. überfall auf Kinder Jerusalem, 20. März. Ein Araber schoß aus dem Hinterhalt auf einen jüdischen Knaben und ein jüdisches Mädchen, die in dor Nähe der Siedlung Sedschera spaaie- Irak-Regierung löst Palästinakomitee auf Jerusalem, 17. März. (Palcor.) Die Regierung von Irak hat das sogenannte Palästina - Verteidigungskomitee, das eine systematische antijüdische Hetze betrieb, aufgelöst. Der berüchtigte Agitator Selim Abdul Rachinan aus Tulkarm, der während der Unruhen nach Bagdad geflohen war, ist aus Irak ausgewiesen worden; da die transjordanischen Behörden ihm ein Visum verweigerten, hat er sich nach Ägypten gewandt. Der Führer der irakischen Mission, die sich gegenwärtig auf dem Wege nach dem Jemen befindet, um die Schließung eines Vertrages zwischen den Regierungen beider Länder vorzubereiten, hat Pressevertretern gegenüber die Erklärung abgegeben, daß die Mission in keinerlei Zusammenhang mit Palästina steht. (Diese Nachricht beweist wieder einmal, daß es eine panarabisehe Front nicht gibt und daß kn Irak durch den letzten Regierungswechsel auch der frühere antijüdische Kurs ein Endo gefunden hat. — Die Red.) Preisausschreiben I Lesen Sie auF Sete 2 die Ankündigung der Werbeaktion der „STIMME". Es sind wertvolle Bücherpreise zu gewinnen

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