Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 628 (16.3.1937)
- Date
- 1937-03-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 628. — Wien, Dienstag, 16. März 1937. Oll STIMM! Seile 3 Kundmachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessach Koschermilch in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach'Koschermilch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng ritueller Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann bestellten religiös verläßlichen Organe DTPJttfö erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, respektive einer Schleife versehen mit dem Aufdruck noa *?& “iara aTi Vom 26. März bis 3. April in allen Verkauf stellen erhältlich Wiener Molkerei nalsozialistisoh infizierter Menschen niemand i einen Berufsschneider als Kompagnon in die die staatsbürgerliche Treue der jüdischen Min-1 Firma aufgenom-me® hatte. Die Veränderung derheit an. Und die Juden der Tschechoslowaerforderte den Abschluß eines ne-uen Kollek kei, diese Juden, die sich als nationale Juden tiwertrages. Darin ist in Punkt 11 festgelegt, bekennen, geben dem Staat bei jeder Gelegendaß alle Begünstigungen und Vorteile, die die heit den Beweis, daß er sie richtig einschätzt. Arbeiter bis dahin genossen hätten, weiter Sie sind seine treuen und hingebungsvollen aufrecht bleiben. Als die Firma nun die Be Bürger und ihre Treue und Hingebung an die Zahlung der jüdischen Feiertage verweigerte, Republik kann nur noch eine Stärkung erfahklagte die Gewerkschaft für die jüdischen Arren aus ihrer Stellung als besondere jüdische beiter. Die Situation schien juristisch absolut Nation — als Nation, die vom Staat auf klar und darum ist die Empörung des Ge Grund dieser Ihrer Eigenschaft in ihren werkschaftsblattes über die Stellungnahme Lebensrechten und in ihren nationalen Andes ELnigungsamteis nur allzu berechtigt. Das Sprüchen in eo selbstverständlicher und groß- Blatt zerpflückt die verfehlte Rechteauslegung zügiger Weise geschützt und gefördert wird. JÜDISCHE ARBEITER hatten bei der Wiedes Eioigungsamtes in sachlicher und unanfechtbarer Weise und teilt am Schluß mit, Konfektionsllrma K. »oit dem Jaire 1920^“ ""V“T? kollektiwertragüch da. Recht, an den hohen U'^bare mtadkche Begrtmdnn« erfolgte, m jüdischen fZtagen gegen volle Bezahlung d8r 8SJ"A i,h' i16?8r"fung »«* de» Lohne» nichh au arbeiten. Jahr ftlr Jahr 8me 15 Jahre «8üb*8 Pra™ 681 8ollon I RUNDSCHAU | MEYERS LEKIKON, früher einmal eine inappellable Autorität, hat unter dem National Sozialismus eine grobe Fälschung und eine perfide Verleumdung begangen. Dollfuß wurde nach dem neuen „Meyer“ nicht von Planeta, sondern von Drtil ermordet und die Barm herzigen Brüder wären ein Orden, der durch einen Prozeß wegen sittlicher Verfehlungen bekannt geworden sei. „Die Stimme“, die diesen Skandal aufgedeckt hat, hat seinerzeit dazu auch ausführlich Stellung genommen. Mit Befriedigung können wir feststellen, daß sich in Österreich die gesamte nichtinfizierte Presse der Sache sofort angenommen hat und daß auch die Behörden gegen die Fälscher und Verleumder vorgegangen sind. Das Verfahren hat damit geendet, daß sich der Leipziger Verlag, der da8 Lexikon herausgegeben hat, zur Ausmerzung der Fälschung und der Ver leumdung verpflichten mußte. Die Blätter mit den inkriminierten Stellen müssen eingestampft und mit richtigem Text neugedruckt werden. Die Personen, die das Lexikon bereits besitzen, erhalten berichtigte Blätter naobgeliefert. Damit ist die Angelegenheit aber nur juristisch und geschäftlich erledigt. Das war eine Tat von einer Immoralität, die jenseits des Reparablen liegt. Man muß jetzt nur fragen: Kann es noch einen Menschen geben, der Anstand und Nationalsozialismus für ver einbar hält? Übrigens: Die Juden darf der neue „Meyer“ weiter lustig beschimpfen.., 'DIE JÜDISCHE NATIONALE MINDERHEIT in der Tschechoslowakei entsandte ihre Vertreter zum Ministerpräsidenten Hodza, um mit ihm über die Handhabung der Nationalitätengesetze gegenüber den Juden Verhandlungen zu pflegen. . Die jüdischen Vertreter sprachen verschiedene Wünsche aus, worauf sie die Antwort erhielten, sie würden selbstverständlich genau die gleichen Rechte genießen wie alle anderen Nationen in der Tschechoslowakei. Namentlich wurde ihnen die Verstaatlichung der in Karpathorußland eingerichteten hebräischen Schulen zugesagt. Die Tschechoslowakei ist eine der wenigen Inseln jüdischer Freiheit und jüdischer Gleichberechtigung, die es heute noch gibt. Die Basis dieser jüdischen Freiheit und Gleichberechtigung aber ist die Tatsache, daß die Juden in der Tschechoslowakei gleich nach dem Entstehen der Republik als nationale Minderheit deklariert wurden, und daß sie diese staatliche Maßnahme durch ihre lebhafte Zustimmung bejaht und damit erst voll wirksam gemacht haben. Die Entwicklung der Lage der Juden in der Tschechoslowakei müßte endlich allen jenen, die vor dem Begriff der nationalen Minderheit noch immer einen Horror haben, die Augen öffnen. Der Status einer nationalen Minderheit schafft erst Recht. Das ist praktisch erwiesen, aber es müßte jedem von vornherein logisch klar sein, denn Rechte können nur dort entstehen, wo ein Itocht'*subjekt und ein Rechtsträger existiert. W.o die Juden sich weigern, Subjekte ihrer eigenen Rechte zu sein, wo sie nur Objekte der Laune anderer sein wollen, ist eine Klärung ihrer Situation und die Regelung ihrer Rechtsverhältnisse von vornherein schwierig, wenn nicht unmöglich. In der Tschechoslowakei ist auch der Nachweis erbracht worden, daß das Mehrheitsvolk tm Gegensatz zu den jüdischen Assimilanton aus dem Umstand, daß die Juden nationale Minderheit sind, durchaus keine ungünstigen Schlußfolgerungen auf deren staatsbürgerliche Qualitäten zieht. In der Tschechoslowakei zweifelt außer einem Klüngel natiomachten sie von diesem Recht Gebrauch und es gab auch nie einen Anstand van Seiten der Firma. Erst im Jahre 1936 lehnte sie die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen entgegen dem Einschreiten der Gewerkschaft ab und jetzt kam es zu einem Verfahren vor dem Einigungsamt. Das Einigungsamt hat sich auf den Standpunkt des Arbeitgebers gestellt und ausgesprochen, daß den jüdischen Arbeitern für die jüdischen Feiertage kein Lahn gebühre., In der Zeitschrift „Der Gewerkschafter nimmt die Organisation der Bekleidungsarbeiter energisch für die ihres Rechtes beraubten jüdischen Arbeiter Stellung. Es wird zunächst zu dem Tatbestand mitgeteilt, daß die Firma K. am 1. Jänner 1935 in „J. K. & Co.“ umgewandelt wurde, nachdem auf Wunsch der Gewerbebehörde der Inhaber darum nicht entscheidend, weil zum Beispiel auch ein Bettler, der täglich von jemandem ein Geschenk bekommt, daraus keinen Rechtsanspruch konstruieren könne. Ferner wurde gesagt, daß Punkt 11 schon darum nicht rechtsverbindlich sein könne, weil aus dem Umstand, daß es einer Gewerkschaft gelungen sei, etwas in einen Kollektivvertrag hineinzuschmuggeln, noch kein Recht erwachsen könne. Mit Recht sagt das Gewerkschaftsblatt zu dieser mehr als merkwürdigen Begründung, die aus einem Recht ein Almosen macht: „Hier wird eine Gesinnung dokumentiert, deren Vorhandensein man aus der heutigen Zeit längst verbannt wähnte und die gerade im Einigungsamt anzutreffen man nicht für möglich gehalten hätte.“ Jehu da. DA.* * E N * ATI O IV E ILE RIEf EN P RO OR AMM JACK HOLT-JOHN Kl Np» N AN GREY m dem 1000%i^w Sensctfionsfi&fn •Adtninfg!- "Mommtmi STAN IAUREL & OLIVE RHAR.DYin otem neuzslen GtcßtustepioZ WeßLmeifter | '/ dßrDümmhßSi? 3 DAS ALLE* IN EINfEM PROGRAMM PREM IE RE AB H E U TE NUR: B U R G I.IMPERI A L I. STA F A VII. VOTI VPARlOX- In Jedes Jüd sehe Haus der neue Dubnowl Soeben erscheint: Die Volksausgabe der Weineschichte des maischen Volkes 3 elegante Lelnenbönde Umfang über 1800 Seiten, Lexikonformat, ermäßigter Subskriptionspreis für alle 3 Bände __ __«nie nur S 63.— Verlangen Sie sofort Prospekt 1 Verlangen Sie Band I unverbindlich für 8 Tage zur Ansicht! Lieferung erfolgt auch gegen Teilzahlung von nur S3>- monatlich I Bestellungen an: RIHfillt'Verlag, Wien, I., Fleisch- LUWJl markt 1, Tel. R 21-4-25 oder R. Löwli, Buchhandlung,Wien, I.,Wollzeile6, Telephon R 25-4-53 die jüdische Studentenschaft veranstalteten die in dem gedrängt vollen Saal anwesenden Zionisten-Revisionisten eine Demonstration; sie verteilten Flugblätter, in denen der Rücktritt des Universitätskanzlers Dr. J. L. Magnes, des Rektors Hugo Bergmann und des Professors Norman Bentwich gefordert wird. In seiner Ansprache sagte Rektor Hugo Bergmann den polnischen Studenten zu, daß er mit allen Kräften bestrebt sein werde, für jüdische Studenten aus Polen Möglichkeiten zum Studium an der Hebräischen Universität Jerusalem zu schaffen. Aktionskomitee am 13. April in London London, 15. März. Wie die Jüdische Telegraphenagentur von zuständiger Stelle erfährt, wurde die nächste Sitzung des Aktionskomitees der Zionistischen Exekutive endgültig für den 13. April nach London einberufen. Italiens Einfluß in der Levante Im „The Daily Telegraph“ (London) schreibt Mr. Ernest Main, daß noch vor sechs Jahren Sowjetrußland jene Macht war, die im Mittleren Osten die größte Propa ganda entwickelte. Heute ist es Italien, das dort in verschiedenen Formen Propaganda betreibt. Von der Sendestation Bari aus wurde in jeder Nacht ein Radioprogramm in arabischer und italienischer Sprache gesendet, und das arabische Programm wurde von Irak bis Aden und Marokko von den Arabern verfolgt. Abgesehen von diesen Radiosendungen, gibt Italien große Sum men, speziell in Palästina und Syrien, für die Erhaltung von Schulen und Spitälern aus. Die Spitäler sind gut ausgestattet. Die Witwe in den besten Jahren ohne Anhang sudit Eheanbahnung nadi Palästina Zttsdtriflen unter Klosterneuburg, Albreditsslraße fO Arabeir werden in ihnen gut und kostenlos behandelt und die italienischen Schulen vermitteln eine gute und umfassende Erziehung der arabischen Jugend. Eine weitere Propagandamethode besteht darin, daß Studenten aus der Levante, auch aus Palästina und Syrien, die Möglichkeit haben, gegen ein Entgelt von 2 bis 8 Pfund in Italien ihre Ferien zu verbringen, wo sie propagandistisch bearbeitet werden. Man zeigt ihnen dort die Macht Italiens und spart dabei nicht mit Vergleichen mit dem „dekadenten England und Frankreich“. Weiters läßt Italien tausende junge Mohammedaner aus den italienischen Kolonien und Abessinien auf Staatskosten die Pilgerreise nach Mekka machen. Diese Mekka-Pilger erzählen dann in ihrer Heimat von der Freigebigkeit Italiens und Mussolinis. Wenn sich auch diese Propagandamethoden nicht ausgesprochen gegen England und Frankreich richten, so dienen sie doch offenkundig dazu, im Nahen und Mittleren Osten eine kulturelle und politische Suprematie Italiens zu erreichen. Während des abessinisoheai Krieges erhielten alle Zeitungen in Syrien Geld aus Italien und schrieben proitalienisch. Geldzuwendungen dürften auch der Grund für die antifranzösische Kampagne in der syrischen Presse zut Zeit des Alexandrette-Konflikts gewesen sein. Als Gegengewicht gegen diese, den britischen Interessen abträgliche Propaganda schlägt Mr. Main die Errichtung eineT Radiostation in Cypem vor, die jede Nacht Programme arabisch, griechisch, italienisch und französisch senden soll. Arabische Grammophon-Sendungen würden beliebt werden und Vorträge über verschiedene Angelegenheiten würden die Möglichkeit bieten, die gewünschte Propaganda durobzuf(ihren. Leiter des Europa-Dienstes der JTA. aus Deutschland ausgewiesen Prag, 14. März. (JTA.) Der Leiter des europäischen Nachrichtendienstes der Jüdischen Telegraphen-Agentur Boris S m 0 I a r, der erst vor kurzer Zelt aus London nach Berlin kam, erhielt von der Gestapo die Verständigung, d-aß er Deutschland binnen drei Tagen zu verlassen habe, da seine Anwesenheit die „innere Sicherheit Deutschlands gefährde“. Ln Gegensatz zu der sonstigen Gepflogenheit in Fällen der Ausweisung ausländischer Journalisten aus Deutschland, wurde in diesem Falle keine bestimmte Tatsache für das „Verschulden“ des Außgewiesenen angeführt. Boris Smola/r, der amerikanischer Staatsangehöriger ist-, hat sich an die Berliner amerikanische Botschaft mit dom Ersuchen gewandt, gegen die durch nichts begründete polizeiliche Verfügung Einspruch zu erheben. Revisionisten demonstrieren gegen Hugo Bergmann Warschau, 11. März. (JTA.) Während der Ansprache des Rektors der Jerusalemer Universität, Prof, Hugo Bergmann, aal Mitteilungen des Baateh Mikm zoah Mittwoch, den 17. März, pünktlich 8 Uhr, abends, Vortrag in unserem Heim, II., Novaragasse 29, im Hofe rechts, über „Geistige und physische Hachscharah“. Der Hebräischkurs findet jeden Montag, 8 Uhr abends, in unserem Heim Novaragasse Nr. 29, statt. Die Mitglieder, die bisher noch keine Schekel zum Verkauf Übernommen haben, erhalten diese in unserem Sekretariat, Freitag zwischen 12 und 1 Uhr mittags. Die Mitglieder werden aufgefordert, sich unserem Sekretariat für die Pessachaktvon des Jüdischen Nationalfonds zu melden. Sprechstunden des Vorstandes jeden Freitag von 12 bis 1 Uhr, Marc-Aurel-Straße 5, beim Referenten Ing. Kende. S^ewixL seit Jahrzehnten In hunderttausenden Familien bewährt, als bestes Einreibungsmittel bekannt, hervorragend zur Mund-, Zahn- und Raohenpfiege und zu mannigfachen anderen Zwecken, das ist A FRANZBRANNTWEIN mit MENTHOL Theodor Herzl vor dem ersten Kongreß Von Alfred Werner. Der Bärtig-Ernste wälzte sich in schwerem Schlaf, der Geiger Sorge hieb ihm Furchen in die Stirn, und seine Lunge röchelte so dumpf, so hohl, als küm’ von tausend Tausenden die Todesangst.. < Erzmutter Rahel küßte ihm das feuchte. Haar: da ward sein Antlitz nihig, dem des Kindes gleich, das friedlich kauert an des Traumschiffs hohem Mast und sicher landen wird am heißgeliebten Strand. 8,