Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 627 (12.3.1937)
- Date
- 1937-03-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 5 »li STIMM! Nr. 627. — Wien, Freitag 12. März 1937. Bethausverein •p'!' apr 1T3 gratuliert herztichst seinem geehrten Vizepräsidenten Herrn Oawid Steigmann und werten Frau zur Bar-Mizwah ihres Sohnes Herbert Dr. Alfred Werner: Alexander Watin und die jüdische Volkskunst Ein Buch, iilw das mau naohdenken sollte Denn das Problem einer Jüdischen Kunst ist nur ein historisches. Eine jüdische Gegen wartekunst aber gibt es nicht. Es gibt nur jüdische Künstler. Auch dann, wenn sie jüdische Motive verwenden. Dr. Werner setzt sich eingehend mit diesen Fragen auseinander und kommt zu dem richtigen Schluß, daß sich eine eigennationale Kunstentwicklung auch in Erez Israel nur heraußbilden kann, wenn es gelingt, im Schoß der arbeitenden Bevölkerung eine Volkskunst hervorzubringen. Alexander WatLns Tätigkeit in Deutschland ist ein Beispiel hiefiir. WatLn, der um die Jahrhundertwende aus dm Osten nach München kam, hat durch die von ihm begründete Volksakademie für bildende Künste zu Dresden den Beweis erbracht, zu welch ernsten Leistungen unerkannte, erst zu erweckende Talente inspiriert werden können. Lehrmädchen, Fabriksarbeiter, Handwerker, Büroangestellte, Studenten, Kinder von Handwerkern und Kleinbürgern hatten abends, nach ihrer beruflichen Tätigkeit, an Watlns Kursen teilgenommen. Ihre Arbeiten erregten went über die Grenzen Deutschlands hinaus Aufsehen. Es ist eine schöne Idee, sich auszudenken, daß es in Erez Israel solche Schulen geben könnte, Filialkurse über das ganze Land ver streut, in denen juuge Menschen, nach des Tages Arbeit in Feld oder Fabrik, im Zeich nen, Malen, Modellieren und den graphischen Künsten unterwiesen werden. Hier wäre künstlerisches Neuland und ein Aufgabenkreis, der wohl zu den schönsten und wertvollsten im Aufbauwerk Palästinas gehörte. Denn das Einzelgenie des Künstlers ist nur möglich, wenn es sich aas der Masse einer entsprechend künstlerisch begabten Volksgemeinschaft hervorheben kann. Die Studie Dr. Werners ist wohl geeignet, dem Namen Wafcin als Lehrer und Künstler den Platz zu geben, der ihm ob seiner Lebensarbeit gebührt. Hugo Friedmann. Priv. Schülerhott CENTRAL II., Taborstraße 8 6 Sprechstunde: Dienstag von 7 bis 8 Uhr abds. Telephon U 14-908 Gew. Sdiu'nachhilfe Gymnastik Hebräisch Bastelkurse Karte Haifa und Mount Carmel Vierfarbig; im Maßstab: 1:10.000; Preis: 100 M i 1 s (2 Shilling), von Zvi Friedländer bearbeitet und gezeichnet. Als vor zwei Jahren die erste Haifa-Karte nebet Führer in der Öffentlichkeit erschien, begann gerade die großzügige Entwicklung der Stadt, des Carmel und der Haifa-Bay. In diesen zwei Jahren hat sich Haifas Einwohnerzahl verdoppelt und beträgt jetzt etwa 110.000. Den Erfordernissen des Wachstums entsprechend, erschien nun eine nerne Karte im Verlag von Georg Herby & Co. (Haifa). Eine Nebenkarte der Wohn- und Industriezone in der Haifa-Bay wurde ihr in kleinerem Maßstab 1:40.000 beigegeben. Auf dem Carmel sind erstmalig iim Zusammenhänge mit Hadar Hacarmel und Stadtgebiet alle Parzellierungen dargestellt und durch die Einfügung von 50 m Höhenschichtlinien ist die natürliche Situation jedes Punktes verständlich. Die Karte ist hebräisch und englisch beschriftet. Verzeichnisse der Straßen sowie von 170 aufgeführten Gebäuden und Ämtern ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Orientierung. Die Karte ist nach dem Stande von Ende 1936 bearbeitet Diese Karte ist ein weiterer Beweis des ungebrochenen Aufbauwillens und kann allen Interessenten bestens empfohlen werden. JÜDISCHER KAIENPER 12. bis 18. Min 1937. 29. Adas bis 6. Nissan 5697 Freitag (12.) Sabbath*E)ngang 512 Samstag (13.) Sabbath-Ausgang 622 Wodienabschnltt: Wa]lkra Jenny Lovic: „Rebbezen 1937" In don „Jüdischen Künstlerspie* * l e n“, n., Praterstraße 34, findet Freitag, den 12. d. M., die Wiener Erstaufführung der Lustspieloperette „Rebbezen 193 7“ mit Jenny Lovic in der Titelrolle statt Die histnge Handlung spielt in ohaesidisohem Milieu und enthält eine Fülle der schönsten jüdischen und chassidischen Volkslieder von Olschanetzky, der auch in Wien als Komponist von „Der letzte Tanz“ bekannt ist Alle Rollen sind durchwegs erstklassig besetzt, Frau Glücks mann spielt die alte Rebbezen und Dolly Nachbar einen Sohames. „Rebbezen 1937“ wird allabendlich um 8 Uhr 30, Sonntag nachmittags auch um VA Uhr bei kleinen Preisen gegeben. * Zwei Werbevorstellungen in den Jüdischen Künstlerspielen. Montag, den 15. d., wird „Das Ohampagnermädel“ und Dienstag, den 16. d., „Rebbezen 1937“ als Werbevorstellungen bei kleinen Preisen wiederholt Mittwoch Vereins Vorstellung „Rebbezen 1967“, Donnerstag, den 18. d„ Jubiläumsvorstellung für Moritz Slutzker, einen der Mitbegründer der Jüdischen Bühne in Wien. DIE KINDER-STIMME JÜe&e Kinde*! Jüdische Kultur stelle I., Franz-Josefs-Kal 3, R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich, 20 Uhr: „Sonkin und der Haupttreffer.“ Sonn- und Feiertags 15 Uhr 30: „Die Grenze.“ Jüdische Volkshochschule: Hebräisch- und EngLischkurse. Vorträge: Prof. Dr. Arthur Bogner: „Jüdische Weltanschauungslehre“ (Mittwoch J48 bis J49 Uhr). Prof. Dr. K. Kupfer: „Die Zeremonien der Pessach - Feiertage. Der Sederabend.“ (Donnerstag 7 bis 8 Uhr.) Prof. Dr. M. Papo: „Jüdische Kulturgeschichte in Zeit- und Charakterbildern“ (Donnerstag 8 bis 9 Uhr). z/Judas Makkabäus" Im Ehrbar-Saal dirigierte Julius Ebenstein mit Umsicht und großer Präzision. Eingangs brachte er mit dem vorzüglich geschulten Wiener Konzertorchester Glucks Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ zur Aufführung, der als Hauptstück Händels „Judas Makkabäus“ folgte. Die Aufführung mußte des beengten Raumes wegen leider ohne Chor vor sich gehen und vielen Kürzungen unterworfen werden. Dennoch konnte ein ungefähres Bild des grandiosen Werkes den Hörern vermittelt werden, da alle Mitwirkenden mit sichtlicher Freude ihr Bestes gaben. Allen voran sang Simon Bermanis die Partie des Judas mit tiefer Musikalität und vorbildlichem Stilgefühl und konnte dabei wieder seine ungewöhnlichen stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellen. Grete Jellinek (Sopran), Grete Ewald (Alt) konnten ebenfalls — zumal in den Duetten — schöne Leistungen zeigen. Ernst Winkler. Hebräische Konzerte J. Segal-Rosenbach, I., Schottenring 25, Festsaal der WIZO, Samstag, den 13. März, Uhr abends, und IV„ Hauslabgasse 2, Großer Saal, M i 11 w o c h, d e n 17. März, Uhr abends. Programm: „Erez Israels Aufbau im Lied e.“ Ein Zyklus von hebräisch-palästinensischen Liedern mit verbindendem Text (in deutscher Sprache). Mitwirkend: Richard Müller; am Klavier: Lili Riegler. 30jähriges „Nord-Ost“-JubUäum. Bei der am 13. März im Hotel Continental stattfindenden Feier wirken eine Anzahl erstklassiger Kunstkräfte mit, unter andern Trude Roth, Eugen Hoffman n, Olga B i b o, Leo Horowitz, Jean K e i z e r, Valorie Petri. Conference: Willy Harden. Restliche Klarten an der Abendkassa. Hie Zionistische Bezirk«sektion u.Wizo Prater Übermitteln ihren Ausschußmitgliedern. Herrn u. Frau Benno Mohllner aus Anlaß des Ablebens ihrer Mutter, resp. Schwiegermutter, Frau Mafia Katz s. A., den Ausdruck ihres innisr-ten Beileids* Vortrefflich-Mazzothprodukte überragen alle anderen, weil sie auf echten Spozial-Mazzoth- Lehmöfen gebacken sind. Bekanntlich sind gerade Mazzothprodukte hauptsächlich vom Backprozeß abhängig, und der gelernte Fachmann begutachtet, daß die in Eisenöfen (Dreh-, Ketten-) gebackenen Produkte niemals die Primaqualität der Vortrefflich-Mazzoth erreichen können, weil die Öfen nicht den richtigen Grund haben, um don Waren die Knusperig* keit zu verleiben. Vortrefflich-Mazzoth beschäftigt die meisten jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Vortrefflich ißt und bleibt vortrefflich! Jüdische Unternehmer, denket an die jüdischen Arbeitslosen und fordert anläßlich der Frühjehrsselson den Bedarf an Angestellten und Arbeitern aller Kategorien beim jüdischen Verein flir unentgeltlichen Arbeitsnachweis, 1., Kohlmesser gasse 4, Telephon U 27-0-65, an. Unsere Arbeit für Mifal Bizzaron ist nun längere Zeit stillgestanden, da wir keinen geeigneten Raum und auch keinen Aufbe währungsort für unsere Kunstwerke und unser Material bekommen konnten. Unsere liebe Geßinnungsgcnoesin, Frau A n k i e r, ermöglicht ee jetzt, unsere Arbeiten zu vollenden, die eie auch die ganze Zeit über getreu aufbewshrt hat. Wir werden daher Sonntag, den 14. März, pünktlich um halb drei Uhr uns bei ihr einfinden. Mitzubringen hat jeder einen dicken Pinsel (Borsten- oder dickeren Haarpinsel), Schere und Nähzeug, sowie alles, was ihr in der Zwischenzeit zu Hause gemacht habt. Außerdem habe ich euch noch etwas Erfreuliches mitzuteilen: Wir werden unsere Arbeiten (die größeren Arbeiten werden wir verkaufen) der Schule in Giwath Brenner und dem Kinderhaue in G’derah, dessen Leiterin, Schwester Judith Deutsch, jetzt in Wien weilt, schicken. So werden unsere Bastelarbeiten direkt in die Hände der Kinder kommen und ihnen Zeugnis ablegen, wie wir an sie gedacht haben... Wir werden ihnen auch einen schönen Brief schreiben, an dem ihr euch alle beteiligen könnt. Seid alle am kommenden Sonntag, pünktlich um halb drei Uhr: Wien, II., Untere Augartenstraße 38, bei Frau Ankier. (Nächst der Malzgasse.) Kinder, Kinder, denkt daran, Was aus euch noch werden kann! Kranker Körper — schwache Glieder, Kranker Geist — ein Volk gebt nieder . . . Wie kalt und finster war es noch vor wenigen Wochen, wenn es hieß: auf stehen und in die Schule! Im letzten Moment und klappernd vor Kälte seid ihr zurechtgekommen, kaum daß für Waschen und Zähnepuitzen noch Zeit geblieben war. Jetzt wieckt euch die Sonne schon bald nach sechs Uhr. Das schöne Wetter macht euch Lust zum Aufstehen. Nun habt ihr reichlich Zeit bis zum Schulbeginn. Diese freie Zeit könnt ihr nuft einem Vergnügen widmen; zum Beispiel mit kaltem Wasser den ganzen Körper waschen. Das bedeutet außer der Vergnüglichkeit noch eine erstklassige Abhärtungsmethode. Wer aber an kaltes Wasser nicht gewöhnt ist oder gar sich davor fürchtet, dem gebe ■ich folgendes Rezept: den Waschfleck in das kalte Wasser eintauchen — brrrr!, ausdrticken und dann mit dem ausgedrückten Lappen den ganzen Körper kräftig frottieren (reiben). So gewöhnt man sich dann an größere Kältemengen. Wer sich an kalte Duschen gewöhnen will, aber noch empfindlich ist, der läßt in die Badewanne ein wenig warmes Wasser ein, so daß die Füße auf warmem Boden stehen. Während das kalte Wasser herunterbraust, reibt ihr euch kräftig mit einem Wa«cbfleck oder einer weichen Bürste. Nachher seid ihr frisch und lebendig, das Blut fließt rascher in euren Adern und ihr seid bestimmt nicht verdrossen, ein paa| Turn- und Atemübungen zu machen. 1 (Fortsetzung folgt) Sehnsucht nach jecusalem Von Jehuda Halevi. (Geboren zirka 1085 in Castilien. Im Jahre 1140 wunderte er nach Palästina aus. ln Tyrus brechen alle Nachrichten Uber ihn ab, so daß wir nicht wissen, ob er sein Ziel erreicht hat.) Du schöne Stadt, du Lust der Welt, Du einst des Königs Stadt genannt, Wie sehnet sich zu dir mein Geist Hier aus dem fernen Abendland. Mein Busen wogt, mein Herz erglüht, Gedenk ich der vergangnen Zeit; Ach, daß zerstört ist deine Pracht, Ach, daß dein Tempel ist entweiht1 Oh, hüben Adler schwingen mich TJnd führten mich zu dir, o Stadt! Ich weinte, bis der Tränen Flut den heü'gen Staub gesättigt hat. Nach dir, nach dir verlange ich, Ob auch dein König nicht mehr thront. Ob auch, wo Gilead’s Balsam floß, Nun Otter haust und Schlange wohnt. Liebkosen möcht ich jeden Stein Und pressen ihn an meinen Mund, Denn süßer mir als Honig deucht, O Zion, drin geweihter Grund. übersetzt von S. Kristeller. Rätselecke Musikalisches Scherz rätsel für Größere, j 1 J l\k. I Rätsel von Jehuda Halevy. Zwar blind, hat’s doch ein Aug’ im Kopfe, Und alle brauchend, Klein und Groß, Müht stets sich ab für andrer Kleider Und ist doch selber nackt und bloß... (Übersetzt von A. Geiger.) * Auflösung der Rätsel aus der vorigen Nummer: Kain — Anna — Nehemfa —» Arabien — Allah —• New York Nachtli cht. Als Simson ihre Schweife zusammen band. LILIAN GRÜN WALD: Nachdruck verboten. Wie spielet* und lernen dabei etwas Hebräisch 17. Spfol / Ziffer (Buchstaben) erraten Dieses Spiel wird zu zweit gespielt. Du nimmst ein Blatt Papier und einen langen Bleistift Dir gegenüber sitzt der Mitspieler. Du sollst nun eine Ziffer auf dae Papier schreiben; ehe du es tust, machst du mit deiner anderen Hand eine Mauer vor die schreibende Hand, damit dein Kamerad nicht sehen kann, was für eine Ziffer du schreibst. Nur das Bleistiftende darf er sehen und an seiner (des Bleistiftes) Bewegung erkennen, welche Ziffer du geschrieben hast. Natürlich muß langsam geschrieben werden. Beobachtungsgabe kann bei diesem Spiel festgestellt und auch angeregt werden. Im Hebräischen werden die Ziffern mit Buchstaben geschrieben. Die Buchstaben haben Zahlenwert Jeder Buchstabe hat außerdem einen Namen. Im Hebräischen gibt es natürlich außer der Druckschrift auch eine Schreibschrift Da aber viele unter euch erst Anfänger sind, gebe ich euch hier bloß den Druckbuchstaben und daneben die jetzt (in den Unterklaesen) gebräuchliche Form der Schrift. Zählenwert Name Laut Gestalt Schrift Zahlenwert Name Laut Gestalt Schrift 30 Lamed 1 b b 1 Aleph K X 40 Mem m D Ö 2 Beth w b ÄS a 50 Nun n 1 5 3 Gimel g J } i 60 Samech ß D ’o 4 Daleth d 1 **! i 70 Ajin r y 5 He h H n 80 Pe t V *]S 6 Waw w 1 i 90 Zade z r x r* 7 Sajin 8 V 100 Koph k P p 8 Cheth eh n n 200 Resch r s 1 9 Teth t HD u 300 Schin (Sin) (ß)sch V 10 Jod j 400 Taw t n m T\ 20 Kapti oh k 15* p