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Die Stimme · 1937-03-09 · Heft 626 (9.3.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 626 (9.3.1937)
Date
1937-03-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite l Otl STIMM« Wien, Dienstag, 9. März 1937. — Nr. 626. Bill ga o. bequeme OSTERFAHRT mit der „CzernowHzer A.lg. Ztiiung ‘ nach PoIeflu.Czernowitz ßdfahrt: 24. ^ärz 1937 Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro „Marienbrücke“, Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 Mißlungener Umweg B H. In Ungarn ist ein Putsch, der für Sonnta^ geplant war, nicht ausge-broohen. Die Pläne“der Putschisten wurden verraten, so daß die Regierung rechtzeitig ihre G genmaßnahmen treften konnte -- oder d ® die Putschisten wenigstem Slaubt®n; 8 würden auf Gegenmaßnahmen stoßen, wenn li IhTen P'in ”n gern« 1*5« allzu energisch dürften die TG?SAe der nahmen der Regierung qach d« Dino-p nicht gewesen sein. Man kennt aio Drahtzieher und Organisatoren der ewegung, man hat aber keinen v Beispiel haftet. Man weiß längst, daß zum BegJ der Abgeordnete Mecser der Ungarin ne Statthalter des Nationalsozialismus iet, man hat erfahren, daß der Genera.“»ektor einer ilbOT den-cShanftenameuäVWuii6Cher dfe Läget fetoe? Genossenschaft ate WaSendepote für die Putschisten SfuffaHende clent von Budapest, Ferenczy, a^f”T u, SÄ“ Z e1n“m?pwi Urlaub ausnutzte md man äer anaercä rÄ srÄ.: promittiert «m^ «* wenn ein pAcbpta verrateu^ wird, m Ungarn ist aber gar nichts Sisohe““- „ Man hat in «fJ^a-e'Stfon zittert und gebebt, d hatte nur <? ä W»«*» das, was A1üsterton IU sprechen geplanten, °ur , p0i^iker die sonst auszuwagt, und auch FoUtlKe^:u(ienkeTli selbst sprechen pflegen. was Politik wenn es im Ge0e?l _ Andeutungen, steht, wagten dl^”alÄJ'tutla;en, die zu- Allerdings **^““5Ueii Tat- 6aTnD über d e" nationakozialistisclio Sachen über Ui° , fler verstehen Wühlarbeit in Ungarn dem, derve^^ JÄiSLSSS.“ S‘-W«ÄS sind, scheint sich z r Ungarn ist, das sung entschlossen * *. verlockendes 5*S r SÄ*. ™ eoMalen Ve«tr«,e in dmsem Land sind furchtbar, die Bevömenra _ tiefer Unzufriedenheit "'gf*™11 nationalpolitische Abenteuer, w s in dieeozialismus braucht, hat Mart1ÄÄ*P»»a.t gehen. Die Mars wur wirknng. Aus £ ^"verzweifelten Meyhen gelang es de. Ver""^omzuhringen ÄÄnS .^tion— - w°men in Ungarn mch-1 SnterrthUing der Mengen Meinung niühungen um ,len ““^““geworden. Nationalsozialismus ungeduldig g tw Putsch ist mißlungen, obwohl die Ke fdonmer in ihrem großen Respekt vor den mächtigen ausländischen Hintermännern der uifgarischeif Verschwörung »» ger Ange- Wenheit eine geradezu höfliche nauun0 einnahm. Er iet mißlungen, weil das yngan- «che Volk, die >'nSari?j]™ ^T’SÄch« nicht dumm machen pie. Volle hat, als im Jahre 1910 ähnlich s Eie mente wie eie heute wieder an die Macht kommen wollen da« Land ».ohorrschten, eine vorbildliche Haltung b?wah.rt'dfi^ Anfeemische Bauer hat nicht einmal den Ant'sc™ tismus mitgemaeht. Die ™Sa"aÄ mnifiny^lkten von damals blieben aui uiu Ä beschränkt, wo «Io allejilmg« umso schlimmeres Schrecken— emeb teten. In Budapest war es damals lebens frpflhrlich Jude zu sein. Aber Jed® wp>un^ die auf die dünne Schicht der sogenannten Intelligenz isoliert bleibt, muß schließlich zusammenbrechen. So ist der erste Nationalsozialismus in Ungarn zueammengebrochen Das Gesetz über den Numerus Mausiie konnte die „Intelligenz“ allerdings noch durchsetzen und in die Ära der Konsolidierung hinüberretten. Da«? zweite nationalsozialistische Regime?st in Ungarn nicht zum Durchbruch gekommen. Obwohl die Regierung mit Rücksicht auf die allmächtigen Hintermänner der Aktion so höflich gewesen iet. Eine schwere Gefahr ist nicht nur von Ungarn, sondern vom ganzen Donauraum genommen. Aber man wird ßbh mit der höflichen Erledigung dieeer Angelegenheit nicht zufriedengeben können, weder in Ungarn, noch in den Ländern, die mitgefähvdet waren. Auch in Deutschland hat man seinerzeit gezögert, gegen den Nationalsozialismus die Mittel anzuwenden, die allein auf Menschen dieeer Mentalität wirken. Auch dort leistete bis zuletzt die Mehrheit des Volkes passiven Widerstand, aber gerade in einer Zeit, da der Nationalsozialismus einen schweren Wahlrtlckschlag erlebte, gelang es ihm doch, das deutsche Volk zu Uberrennen und die Macht an'ebh zu reißen. Man muß mit jedem in der Sprache sprechen, die er versteht. Monat Marz: fCU „DU Stuntu#" Die Landeskonferenz hat bekanntlich die Intensivierung der Werbung für den Landesverband und seine Zeitung, „Die Stimme“, beschlossen. Dementsprechend haben wir den Monat März als besonderen Werbemonat für unser Blatt ausorsehen. Es ist jedem Zionisten klar, wie notwendig und wichtig die Verbreitung der zionistischen Zeitung für die zionistische Idee ist. Wir zweifeln nicht, daß di»«e Einsicht allein genügen würde, alle Zionisten zur Arbeit für unser Blatt anzuspornen. Aber wir haben uns entschlossen, erfolgreiche Arbeit mit wec iuotteH Pxtiszn anzuerkennen. Es erhält der, der uns einen neuen Jahresabonnenten oder zwei neue Halbjahresabonnenten bringt, Theodor Herzls Buch „Alt- Neuland“ in Leinen (Ladenpreis S 7*80. Wer zwei Jahres- oder vier neue Halbjahresabonnenten bringt, erhält als Preis nach Wahl einen Band Josef Kasteint „Herodes“, „Urtel da Costa“ oder „Jerusalem, die Geschichte eines Landes“ (Ladenpreis S 12.60). Wer schließlich vier Jahres- oder acht Halbjahreeabonnenten bringt, bekommt als Preis Adolf Böhms „Geschichte des Zionismus (Neuauflage, Ladenpreis S 22.60). oder Heines Werke in zehn Bänden (Ganzleinen, Tempel- Verlag, Ladenpreis S 35«—)♦ Wir betonen: Diese Preise gelten nur für Werbungeu von Abonnenten, die spätestens bis 31 März 1937 in unserer Administration angomcldet und nachgewiesen werden. Erklärung Dr. Isaac Breuers: Agudah und Zionismus Der Agudah-Führer Dr. Isaac Breuerl aus Jerusalem, der sich in Angelegenheit; der Verlegung der Zentrale des Keren Ha-, jischuw-FoncLs aus London nach Jerusalem in Wien kurze Zeit aufhielt, äußerte sich. dem JTA.-Vertreter gegenüber über das Verhältnis der Agudah zur Zionistischen Organisation wie folgt: I Wenn man davon ausgehe, daß das Judentum gegenwärtig von zwei Hauptströ-, mungen, dem politischen Zionismus und der thoratreuen Orthodoxie, beherrscht werde, so könne man grundsätzlich bei aller scharfen Trennung beider Ideologien eine günstige Atmosphäre der Zusammen- ( arbeit der Agudah und der Zionistischen Organisation schaffen. Es müsse eine klare Abgrenzung beider Ideologien erfolgen, die allein die Gewähr bietet für eino gegenseitige Respektierung und Rücksichtnahme. In praktischer Beziehung bestehe ein sehr gutes und harmonisches Zusammenarbeiten zwischen deT Agudah und der Exekutive deT Jewish Agency. Es gebe keinerlei Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Verteidigung der jüdischen Rechte auf Palästina. Es herrsche vielmehr eine wirkliche Einmütigkeit in der Auffassung, daß die Juden auf die Rechte, wie sie in der Balfour - Deklaration und im Palästinamandat verankert sind, nie mehr verzichten werden. Betar-Überfall auf Jizchak Grünbaum Warschau, 4. März. (JTA.) In zionistischen Kreisen herrscht lebhafte Empörung über einen Überfall, den Revisionisten nach Beendigung der im Rahmen der 12. Zionistischen Landeskonferenz Sonntag abends veranstalteten großen Kundgebung auf den Ehrenpräsidenten der Zionistischen Organisation Polens und Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Jizchak Grünbaum, verübt haben. Die Revisionisten lauorten Grünbaum im Treppenhaus auf und griffen ihn tätlich an. Grünbaum setzte sich kräftig zur Wehr. Don Angreifern ist es in dem entstehenden Tumult gelungen, zu entkommen. Die Naziwut des Betar in Polen erklärt, daß sie jegliche Anwendung physischer Gewalt verurteile; es falle ihr schwer, zu glauben, daß der Überfall auf Grünbaum von Betarim verübt wurde, denn das würde der betarischen Erziehung widersprechen. Sollte es sich wider Erwarten heraussteilen, daß Betarim an dem Vorfall beteiligt waren, so werden diese unverzüglich ausgeschlossen werden. ■WIZO III. und Zionistische Bezirkssektion III. Donnerstag, 11. März 1937, 7>9 Uhr abds. Theaterabend in den Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstr.34 Das Champagner-Mädel Musikalisches Lustspiel in 3 Akten ln den Hauptrollen s Jenny Lovic, Heim! Lewln, Warschau Karten von S 1.— bli S 3.50 bei den Auiichußmltglledem und an der Abendkane Pessachaktion des K.K.L. Die von der Behörde bewilligte Peesachak tion findet am 11.und 12.April statt. Die erste Besprechung der KKL-Kommissäro und Kommissärinnen a 11 o r Gruppen findet Montag, den 8. März, um M8 Uhr abends, im KKL-Büro statt. Vorbosprechungder Mitarbeiter in den Bezirken VI/VII: Am Mittwoch, den 10. ds., 20 Uhr, findet in der Bczirkssektion VI/VII (Loquaiplatz 11) oino Besprechung aller zionistischen und jüdischen Vereinen sowie aller Einzelpersonen statt, die im Vorjahre so erfolgreich an der Pessachaktion teiigenommen haben. Goldbuch-Eintragung des griechischen Ministerpräsidenten Saloniki, 4. März. (JTA.) Auf Grund eines einstimmigen Beschlusses dor Leitung des griechischen Zionißtonverbandeß ist Ministerpräsident General Joannis Motaxas in das Goldeno Buch dee Keren Kajometh eingetragen worden. Diese Ehrung wird von der gesamten jüdischen Presse unter Hinweis auf dio wohlwollende Haltung des griechischen Regierungschefs gegenüber der jüdischen Bevölkerung und sein tatkräftiges Eintreten für die Wahrung ihrer Rechte und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse herzlich begrüßt. I RUNDSCHAU I DIE RUMÄNISCHE REGIERUNG hat sich anläßlich des unerträglichen Terrors der Studenten entschlossen, auf den Hochschulen Ordnung zu machen und auch sonst gegen die extremistischen Elemente vorzugehen. Der erste Eindruck der neuen Maßnahmen war nicht ungünstig. Die Universitäten wurden geschlossen und die Hochschüler mußten, soweit sie dort nicht ihren ständigen Wohnsitz hatten, die Universitätsstädte verlassen. Aber was gleich nachher kam, zeigte doch wieder, daß man auch in Rumänien aus den reichen Erfahrungen, die man anderwärts mit derartigen Elementen gemacht hat, nicht lernt. Man will nämlich nunmehr „organisch“ an die Befriedung des Landes herangehen. Wie aber soll das geschehen? Äußerungen von maßgebenden Politikern aus dem Regierungslager und Artikel in den Regierungsblättern verraten es: Man will das Programm der Extremisten — von Regierungs wegen durchführen. Man wettert gegen die Terroristen und identifiziert sich in einem Atem mit ihren Zielen. In einem Regierungsblatt ist ein überschwänglicher Artikel über diese „herrlichen nationalen Ziele“ erschienen, zugleioh mit einem E’rogramm, wie sie ohne Zwang, „institutiv“ durchzufübren seien. Das gesamte rumänische Leben müsse nationalisiert werden, diie „innere Selbständigkeit“ Rumäniens müsse auf gesetzlichem Wege hergestellt werden. Man kann sich vorstellen, wie die Cuzaleube über diese Dinge lachen. Sie wissen es besser als die Politiker auf der Regierungsseibe, daß man ihnen keinen Wind aus den Segeln nehmen kann, daß eine Verwirklichung ihrer Ziele durch andere Faktoren doch nur sie an die Macht bringen kann. Der Wind, den man ihnen aus den Segeln nehmen will, schwellt in Wirklichkeit nur ihre SegeL So war es in Deutschland, so wird es überall sein, wo man aus den Ereignissen nicht lernen will DER BERLINER „ANGRIFF“ schreibt zur Rede des New-Yorker Bürgermeisters La Guardia: „Man sollte doch meinen, daß das Weiße Haus in Washington so viel Macht besitzt, um hochgeturnten Zuhältern zu verbieten, ihre Gemeinheiten statt einer gleich tausenden Frauen zu erzählen. Wenn wir über die Rassenvermanschung im freimaurerisch verseuchten Amerika schreiben, dann protestiert Washington eifrig und eilig. Im eigenen Land aber haben die Regierungsmänner offenbar Angst vor den Revolvern der New-Yorker Unterwelt, die dem Obergangstermeister der Stadt auf den Pfiff gehorcht, und lassen den Judenlümmel schimpfen wie es ihm seine dreckige Phantasie souffliert.“ — La Guardia hat, so meinen wir, in dem Augenblick, wo er seine Rede hielt, selbst nicht gewußt, wie richtig seine Meinung über den Nationalsozialismus ist. Eine bessere Bestätigung als diesen Wutausbruch des nationalsozialistischen Organs konnte er nicht erwarten. IN DEUTSCHLAND erlebte ein Jude folgendes Abenteuer: Er kam am frühen Morgen auf der Durchreise in einer Kleinstadt an und wollte, da or erst in einer Stunde weiterfahren konnte, im Bahnhofrestaurant frühstücke®. Man erklärte ihm, Juden würden nicht bedient. Er wollte in die Stadt gehen, um vielleicht in einem anderen Lokal etwas zu sich zu nehmen, da kam ihm der Besitzer des Bahnhofrestaurants nach und flüsterte Ihm zu, er könne, wenn er hintenherum ins Restaurant komme, im Büro Frühstück bekommen. Dor Jude nahm das Angebot an. Als or dann das Frühstück bezahlen wollte, erklärte der Restaurateur: „Nee, danke, jüdisches Geld nehme ich nicht . . .“ Wer versteht das? Auf der einen Seite Mitleid mit der leidenden Kreatur, auch wenn sie jüdisch ist, auf der anderen Seite Horror vor dem „jüdischen Geld!“ Was hat der Restaurateur sich eigentlich boi dem Ganzen gedacht? War es nur dio widerspruchsvolle Handlung eines Menschen, der im braunen Nebel dio Orientierung verloren hat, oder hat der Mann bemußt das Prinzip „Wasch mich und mach mir den Pelz nicht naß“, in dieser Weise angewendet? Juden etwas zu verkaufen, hat Streicher verboten — aber daran, daß ein Restaurateur einen Kaffee und eine Semmel berschcnkon könnte, hatte er nicht gedacht. Jetzt hat, Streicher recht behalten und der Jude ist auch satt geworden. Jehuda. Verband der jüdischen Kriegsinvaliden, Witwen und Waisen, Wien, II., Schwarzingergasse 5, veranstaltet am 20. März 1937 im Festpaal des Hotel Continental, II., Taborstraße 6, ein Fest. Das Reinerträgni* fließt zur Gänze unserer Pessaoh-- aktion zu.

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