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Die Stimme · 1937-03-05 · Heft 625 (5.3.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 625 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sott« 6 DII ST1MMI 1fr. 625. — Wien, Freitag, 5. März 1Ö87. Gulliver in der hebräischen Sage Nach alten Quellen erzählt von Chawat Teichmann. 'Weit hinter breiten Meeren, hinter düsteren Bergen leben die sagenhaften B'nej-Moscheh, Juden mit langem Kothaar, riesengroße Menschen, die wegeu ihrer Weisheit, Klugheit und tiefen Thorakenntnis berühmt, sind. Ihr Land ist vom mächtigen Strom Sambation umflossen. Sechs Tage tosen und brausen die Wasser des wilden Flusses und seine Wellen schlenkern schweres Gestein und bunte Kiesel gegen den Himmel. Aus der Tiefe des Wassers dröhnen laute Stimmen, und kein Mensch wagt, es, sich den Ufern zu nähern. Nur am Erew-Sabbath ruht der Sambation. Keine Welle rauscht, die Steine und Kiesel liegen still auf dem Grund. Rings herrscht die Ruhe des Sabbath. — Trotz eifriger Mühe gelang cts bisher keinem Menschen, das Land der riesenhaften B'nej-Moscheh zu entdecken. Einst lebte ein kleines, armes Schneiderlein, namens Or-Hachajim, einer der 36 in aller Welt zerstreuten Zaddikim, einer der gerechten (36) Männer, um deretwillen Gott die Welt bis heute bestehen ließ. Dieses .Schneiderlein nähte tagsüber bunte Kleider, und allnächtlich krümmte er seinen Rücken über den heiligen Gesetzen. Eines Tages beschloß dieser Schneider, auf die Suche nach den Riesen zu gehen. Or-Hachajim verließ ßeine Werkstätte, nahm einen Krug Wasser und drei Laibe Brot als Zehrung und begab sich auf die Wanderung. Von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt führte ihn sein Weg, und wo er einen Tempel fand, betrat er ihn und fragte: .,Wohnen hier die B’nej- Moscheh?“ Und als man seine Frage verneinte, eilte er weiter. Nach langer, beschwerlicher Wanderung kam er zu einem großen Strom. Gewaltige Wellen bäumten sich auf und rissen Gestein und Kiesel mit sich empor; es war ein Dröhnen und Lärmen, daß man sein eigenes Wort nicht hörte. Das Schneiderlein Or-Hachajim blieb stehen und fragte: Sambation, wann wirst du endlich ruhen, wann hörst du zu brausen auf?“ Plötzlich drang eine Stimme zu Or-Hachajim: „Erew-Sabbatb beginnt!“ Mit einem Schlag ruhte der Sambation; das Brausen und Tosen der Wellen hörte auf, glatt und ruhig wurde der Strom. Das Schneiderlein zog die Schuhe aus, schürzte die Hosen bis zu den Schenkeln und ging durch den Fluß, bis er das andere Ufer erreichte. Dort legte er sich auf den frischen Rasen, um auszuruhen. Da, erschien einer von den riesigen B'nej- Moscheh, der gerade am Ufer des Sambation spazieren ging. Der Riese betrachtete das Schneiderlein, das sich beim Anblick des andern so klein wie eine Fliege vorkam. Der Riese hob das Sehneiderlein empor und steckte es in die Tasche, um es seinen Kindern als Spielzeug zu bringen. Daheim zeigte er seinen Kindern das Schneiderlein und sagte: „Heute bringe ich euch eine lebende Puppe; sie hat Augen, die sehen, einen Mund, der spricht, Hände und Füße, die sich bewegen.“ „Gib uns die Puppe!“ riefen die Kinder, und der Riese gab ihnen das Schneiderlein. Die Riesenkinder freuten sich sehr über das Geschenk, spielten mit Or-Hachajim wie mit einem Ball und warfen das Püppcheo einander zu. Eines der Kinder setzte sich das Schneiderlein auf dem Kopf und tanzte mit ihm, so daß der arme Or-Hachajim vor Angst zitterte. Am Abeod ging der Riese in den Tempel und steckte das Schneiderlein in die Tasche, um es den anderen Riesen zu zeigen. Als der Riese in den Tempel kam und betete, vergaß er das Schneiderlein ganz. Im Beten hörte der Riese plötzlich aus der Taeche die Worte: „Amen, J’he sch’meb rabba DIE ZIONISTISCHE SEKTION UND WIZO MARIAHILF-NEUBAU drucken ihrem VoratandamitgU ede HERRN VICTOR ADLERSBERG am Anlaß des schweren Verlustes, welchen er durch das Ableben seiner teueren Mutter erlitten hat, Ihr tiefempfundenes Beileid aus Unserem Präses, Herrn abs. jur. Jakob Landau, spricht anläßlich des Ablebans seiner Mutter i> A. das herzlichste Beileid aus Oer Jüdische HochschulausschuB ni worach l’olam ul’ol’mei ol’maja!“ Da zog er das Schneiderlein aus der Tasche, stellte es auf das Betpult und sofort umringten die Riesen Or-Hachajim. Jeder stellte ihm Fragen aus der Thora, die das Schneiderlein rasch und gut beantwortete. Hierauf beschenkten die Riesen das Schneiderlein fürstlich, erwiesen ihm große Ehren und schickten es mit vielen Segnungen nach Hause. Der Sambation tost weiter, seine Wellen ruhen nicht, und umfließen ohne Rast das Land der B'nej-Moscheh. Keinem zweiten Menschen war es jedoch vergönnt, wieder ins Land der Riesen zu gelangen. Um nicht zu beschämen Von J. L. Perez. Als Reb Jechiel sein Haus betrat, fand er in seinem Zimmer einen Mann, der einen Gegenstand unter seinem Mantel verbarg. Als er des Rebben ansichtig wurde, erschrak er. Reb Jechiel wußte: Der ist kein Dieb, sondern ein armer Mann, der der Versuchung nicht widerstehen konnte. Reb Jechiel zeigte ihm ein freundliches Gesicht und sprach: „Willst du Geld geliehen haben? Hast du ein Pfand mitgebracht? Zeige mir das Pfand!“ Der Arme steht da und zittert. „Warum schämst du dich, Reb Judl? Das Rad dreht sich in der Welt; heute borge ich dir, morgen du mir. Schäme dich nicht!“ Dann zog Reb Jechiel seine eigene Silber-Menorah auß dem Mantel des Armen. Reb Jechiel tat, als ob er die Menorah nicht erkannte und schätzte sie nach ihrem Wert. Der Arme steht me auf glühenden Kohlen; er wollte fliehen, aber seine. Füße waren wie gelähmt. „Wieviel brauchst du, Reb Judl?“ fragte Reb Jechiel. Und der... seine Zunge klebt am Gaumen und er kann nicht antworten. „Ich sehe, daß du dich sehr schämst, Reb Judl..., ja, ja, aber was kann man machen? Die ,schrecklichen Tage4 (gemeint sind die hohen Feiertage) kommen, ich glaube, du hast schon alles Nötige?“ Der Arme schüttelte den Kopf- „Ich bin zwar kein Prophet, aber du ßiehst sehr schlecht aus. Hast du eine Tochter zu verheiraten?“ Der Arme konnte sich nicht zurückhalten und fing an zu weinen. „Warum weinst du, Reb Judl? Ich w’orde dir ja borgen. Da du mir nicht sagen wällst, wieviel die Menorah wert ist, muß ich sie schätzen Sie ist mindestens 100 Silberrubel wert, und deshalb werde ich dir 70 Rubel borgen Zehn Rubel für die Feiertage, zehn für die Hochzeit und fünfzig für dein späteres Leben. Wenn du verdienen wirst, wirst du es mir zurückgeben.“ Der Mann stand da und konnte die Hand nicht ausstrecken, um das Geld zu nehmen. Reb Jechiel tat das Geld in die Tasche des Armen .und drängte ihn zum Gehen mit den Worten: „Die Zeit ist kurz und die Bedürfnisse groß, mein. Freund!“ (Aus dem Hebräischen von Berthold Gottlieb, XVIII., Weimarerstraße 25.) Prlv. SchQlerhort CENTRAL II., Taborstraße 8 B Sprechstunde: Dienstag von 7 bis 8 Uhr abds. Telephon U 14-908 Gew. Schulnachhilfe Gymnastik Hebräisch Bastelkurse Der Erste Wiener Jüdische Turnverein „Makkabi“, IX., Lieohtensteinstraße 20, veranstaltet Samstag, den 6. März 1937, in den Sälen des österr. Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbacbgasse 9, einen „Ball des Makkabi IX“ und lädt auch auf diesem Wege seine Mitglieder, Freunde und Förderer ein, diese repräsentative Veranstaltung zu besuchen. Beginn H9 Uhr abends, Tanzkapelle „Elite Kiddies“. Entree S 2.50. Abendkleidung erwünscht. Um Mitternacht künstlerische Einlagen! Unser Lehrverfahren ist geradezu ideal, denn es macht Ihr Zimmer rum Ausland, indem es die fremden Sprecher, mit denen Sie sich unterhalten wollen, zu Ihnen bringt. Neuhebräisch, Englisch, Italienisch, Französisch schnell und leicht gelernt. Kataloge gratis. Richard Herzog, Wien, I., Franz-Josefs-Kai 15. VortreffÜch-Mazzothprodukte überragen alle anderen, weil sie auf echten Spezial-Mazzotb- Lehmöfen gebacken sind. Bekanntlich sind gerade Mazzothprodukte, hauptsächlich vom Backprozeß abhängig, und der gelernte Fachmann begutachtet, daß die in Eisenöfen (Dreh-, Ketten-) gebackenen Produkte niemals die Primaqualität der Vortrefflich-Mazzoth erreichen können, weil die Öfen nicht den richtigen Grund haben, um den Waren die KnusperLgkeit zu verleihen. Vortrefflich- Mazzoth beschäftigt die meisten jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Vortrefflich ist und bierlot vortrefflich! Tu Deine Pflicht! Erwirb und verbreite den Schekel I Melde Dich zur Mitarbeit bei der nächsten Bezirkssektion I DIE KINDER-STIMME jMete ICUdto! Schon oft habe ioh daran gedacht, ob es Euch nicht freuen würde, mit Kindern in Erez Israel in Briefwechsel zu treten. Ihnen Gaben Eure« Könnens z-u schicken. Grüße von einer Welt in eine andere — Grüße der Kinder der Golah (des Exils, der Verbannung) an die Kinder das heiligen Landes, Ihr kennt sie nicht, jene Kinder, und sie kennen Euch nicht. Doch das Land liebt Ihr alle beide, sie, die darinnen wohnen, und Ihr, die Ihr ee höchstens aue Erzählungen und Bildern kennt. Nun habe ich aber Eure Schreibfaulheit kenuengelernt (Ihr habtallerdings auch sehr viel für die Schule zu schreiben!) und die Adressen der Kinder in Erez Israel kamen auch nicht selbst über das Meer spaziert... Jetzt aber kommt der Keren Kajemeth in Jerusalem diesem Wunsch prächtig entgegen: er wird den Briefwechsel vermitteln helfen. Ihr könnt an uns schreiben („Kinder- Stimme“, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5), mit wem Ihr in Briefwechsel treten wollt (Alter, Bub oder Mädel) und könnt auch gleich einen Brief beilegen. Er wird dann von uns weiterbefördert. Die meisten von Euch werden natürlich in deutscher Sprache schreiben, und den Kindern dort wird man beim Lesen der Briefe helfen müssen, und ebenso wird es Euch gehen, wenn Ihr die hebräischen Antworten bekommt. Das wird aber dann auch interessant sein: „Was soll ich denn aber einem Kind schreiben, das ich gar nicht kenne“, höre ich einige sagen... Da schreibst. Du eben, warum Du gerne schreibst, warum Du gern einen Freund gewinnen willst (und erst recht in Palästina), ob Du schon Freunde hast oder nicht, wie Deine Schule, Dein Elternhaus, das Land, in dem Du lebst, ist. Dann kannst Du auch» ein Bildchen, das Du gemalt oder geklebt hast, mitsenden, eine kleine Photographie, eine kleine Sammlung österreichischer Landschaften (aus den Zigarettensohaohteln aussohneiden und einkleben), eine ganz kleine Handarbeit (ioh sah einmal solche von japanischen Kindern: die Arbeit erzählte gleich eine ganze Menge von dem Kind und von dem Land). Nun kommt der Frühling auch zu uns; da | könnt Ihr Blumen sammeln und pressen, die klebt Ihr dann mit schmalen Papierstreifohen auf Papierbogen und schreibt nett dazu, wie sio heißen und wo, in welchen Erden und Lagen sie gedeihen. Der Kerem Ka-jometh verteilt jetzt schon im Lande solche Mappen an die Kinder, so daß sie die gepreßtem Blumen nur hineinzufügen haben. : Und Ihr? Wollt Ihr nicht auch beginnen? D. L. Rätselecke Ein Mörder, den ihr alle kennt. Ein Name vom und rückwärts gleich- Ein Buch im Alten Testament. Ein Land an Gold und Schätzen reich. Wie hat den Ewigen Mohammed genannt? Und U. S. A.’s Hauptstadt wohlbekannt...? Von diesen Worten lest die Anfangszeichen Von oben nieder, und sodann desgleichen Die Endbuchstaben all’ von unten an. — Ihr habt in beiden Fällen Kanaan. * Buchstabenrätsel K.LLLL. NLLLLlAt * Scherzfrage Wann hatten die Füchse große Angst? * Auflösung des biblischen und des Füllrätsels aus Nr. 621: Die Ameise. — Waagrecht: Simsön —< Adalia — Mandel — Anamia — Rosine — Jesaia — Ameise. Senkrecht: Samaria — Manasse. * Briefkasten Rosl W. Deine Purimgeschichte war besonders in der Milieuschilderung und im Kindgemäßen sehr gelungen. Aber leider zu spät eingesendet. Also zum nächsten Purim! — Marianne S. In der nächsten Nummer bringen wir ein Spiel, durch das Sie auch die Namen der hebräischen Buchstaben kennenlernen, sowie eine Vorlage jener Scbreibtypen, die jetzt in den Wiener Volksschulen in Gebrauch sind. Wie sfUelet* und lernen dabei etwas Hebräisch 77. Spielt Wohin soll Ich jetzt reisen? Die Kinder sitzen auf Stühlen in einer geraden Reibe. Jedes wählt den Namen einer Stadt (oder bekommt, wenn es keinen weiß, vom Spielleiter den Namen). Eines der Kinder ist der Reisende. Diesor steht vier Schritte von der Reihe entfernt und wendet sich an eines der sitzenden Kinder mit den Worten: Text HI. Ich reiste, ich reiste in einem dunklen Land Und wohin soll ich jetzt reisen? Von Tel-Aviv nach Haifa Von Sichern nach B’er-Schäwa Text H. Naßäti, naßäti b’äräz afejlah ITPan alaj linßöa atta? Mittejl-Aviv l’chäitah Mischsch’chäm liw’er-schäwa Text L T"”S 1 Wi?rmj> T " I * T " *?t yaüpRü1? Dntfö “ V J V I Von Jerusalem nach Bethlehem Von Wien nach Budapest VonPätach-Tikwah nachD’ganjah Mijruschaläjim 1’weth-lächäm Miwlna l’wüdapest Mippätach-tikwäh lid’gänjah V V t T VT t T ** fwS mpfwinett T«T« * TI' *V Diejenigen nun, welche den Namen Tol-Aviv i das nun übrig bleibende Kind abgelöst wird, und Haifa angenommen haben, müssen sofort Natürlich dürfen nur Orte genannt werden, ihre Plätze wechseln, während der Reisende die bei Beginn des Spieles gewählt wurden, sich bemüht, daß er während dieses Wechsels, Dieses Spiel ist lustig, erfordert aber auch für sich einen Platz erhascht, worauf er durch! einige Aufmerksamkeit,

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