Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 625 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit« Z Oll STIMMI Ifr- 825. Wien, Freitag, 5. März 1937. Billige o. bequeme OSTERFAHRT mit der tlCzernowilsar Atlg. Zeitung * nach Polen u.Czernowifz Anfahrt: 24. Närz 1937 Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro „MarianbrUcke“, Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 linien der Propaganda festzulegen, die Arbeit zu überwachen, für die Beistellung geeigneter Redner, von Broschüren, Kurzfilmen u. dgi. zu sorgen und überall, wo es nottut fördernd einzugreifen. Das Organisationsdepartement der Exekutive sollte ungesäumt daran gehen, dem nächsten Kongreß entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Eine der vornehmsten Pflichten des Kongresses sollte es sein, die schleunigste Aktivierung der zentralen Propagamdaetelle zu gewährleisten. Aufgabe aller Zionisteu aber ist es, propagandistisch so zu wirken, wie es in den ersten Jahren der Bewegung, besonders in Österreich, eine Selbstverständlichkeit war: Jeder Zionist ein Propagandist. Organisator(-in) für soziale Arbeit wird von csl. jücL Institut gesucht. Genaue Offerte mit Lebenslauf und Photo unter Chiffre: „Dauerstellung“ an die Redaktion der „Selbstwehr“, Praha I, Dlouhä trida 41, erbeten Kurswechsel in Rumänien? Die rumänische Regierung hat sich endlich entschlossen, gegen den Terror der Reohtsgruppen und der Eisernen. Garde energischer vorzugehen. Die Agitation, die von dieser Seite entfaltet wurde, war im Anfang rein antisemitisch .und zeigte sich in den schon gewohnten Formen: Jüdische Studenten wurden an -den Hochschulen mißhandelt, jüdische Rechtsanwälte unter Terror gesetzt, jüdische Läden gestürmt und verwüstet. In der weiteren Entwicklung aber griff der Radikalismus über den jüdischen Bereich hinaus und zeigte unter klarer Anlehnung an den deutschen Nationalsozialismus deutlich das Bestreben, die Maoht an sich zu reißen und Rumänien, zunächst aus dem Verband der Kleinen Entente zu lösen. Zu diesem Zweck wurde auf Berliner Diktat die Angelegenheit Seba, des .tschechischen Gesandten, maßlos aufgebauscht und dessen historisches Buch, in welchem er englische Äußerungen zur Vorgeschichte der Friecleusverträge zitiert hatte, als eine Beleidigung Rumäniens und als ein Beweis dafür hmgestcllt, daß die „von den Juden geführte Tschechoslowakei im Aufträge der Sowjetunion“ Rumänien zerstören und in einen Krieg ,,ftlr die Juden. Bolschewiken und Freimaurer“ verwickeln wolle. Die rumänische Regierung wie* diese Behauptungen zurück, ohne aber die nötige Energie gegen den deutschen Einfluß zu zeigen. Erst als der deutsche Gesandte demonstrativ an dei Leichenfeier zweier in Spanien gefallenen Mitglieder der Eisernen Garde teilnahm, entschloß sich die Regierung, ihre Reserve aufzugeben, zumal von Seite der Hakenkreualer auch Pamphlete verbreitet wurden, die die Ehre des Königs angriffen. Die Liberalen, deren Politik darauf gestellt war, die Eiserne Garde ■und die Ouza-Leute gegen die Nationalzaranisten vorzuschieben, erkannten jetzt, was eigentlich vorging. Das Attentat auf den Rektor der Jassyer Universität,. Senator Braitu, der von drei Studenten in der Nacht überfallen und durch Messerstiche in den Rücken schwer verwundet worden war, erzwang endlich aktive Maßregeln. Die .Regierung hat die Brutnester der staatsfeindlichen Bewegung gefaßt. Dio Studentenheime und die Universitäten wurden geschlossen, ein allgemeines Uniformverbot erlassen und die Führer der nationalistischen Studentenschaft verhaftet. Das ist der augenblickliche Stand der Angelegenheit. Ob die Energie der Regierung verhalten wird und ob sie heute noch imstande ist, den Lauf der Dinge zu kontrollieren wird sich noch zeigen. Rumänien ist geradezu ein Musterbeispiel für difc zersetzende und korrumpierende Wirkung der. antisemitischen Tendenzen. Sie beginnen bei Strum-Mazzoth Strum-Mazzoth Strum-Mazzoth Verlangen Sie liberal! nur STRUM-MAZZOTH Grieß uad Farvel den Juden, aber sie schreiten dann bis zur vollkommenen Demoralisierung det breiten Schichten vor. Wenn man, so denkt der einfache Mann, diie Juden mißhandeln, morden und ausrauben darf, ohne daß das Auge des Gesetzes mit der Wimper zuckt, weshalb soll man da bei den Juden stehen bleiben? Ist Terror und Mord gegen Juden eine dom Volk und dem Staat wohlgefällige Tat, weshalb denn nicht überhaupt? „Denn alles, was besteht, ist wert, daß es zugrunde geht.“ Die Mephistofratze des Hakenkreuze« grinst in allen dunkeln Ecken, und das Werk, das bei den Juden ansetzt, enthüllt sich mit einem Male als der moderne Made in Germany-Nihilismus. Der Rattenfänger bläst die Melodie vom Bolschewismus und die Kinder folgen ihm. Sie sind entrüstet, daß im Sowjetstaat die christlichen Religionen unterdrückt werden — daß die jüdische Religion das gleiche Schicksal getroffen hat, wird verschwiegen —, und sie denken nicht daran, daß sich genau dasselbe in Deutsch- 'bar den Juden allein galten und der Krieg land vollzieht Man singt ihnen vor, daß gegen die „Jidani“ in den rumänischen Sa- Rußland rüstet und das stärkste Heer hat Ions sehr populär ist Aber da kam dann der Das basta österreichische Erzeugnis! in Geschmack nnd Bekömmlichkeit unerreicht! eine von vielen Tausenden anerkannte Spezialität — eine besonders wohlschmeckende Delikatesse Erzeugung: Wien, II., Rotenstern gassei 1 Telephon R46-5*48 Weiset ausländ. Mazzoth-Erzeugnisse zurück Garantiert frische Ware — Erzeugung 19371 Die vorzüglichen „Strum-Mazzoth“ werden unter ständiger Aufsicht des ehrw. Rabbinats der Israel. Kuitusgemetnde erzeugt. Die genaue Einhaltung streng orthodoxer Kasohruth-Vorschrlften wird von Seiner ShrwUrden Herrn tiabblner -abad überwacht. Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten, patentamtlich gesohiltzten Masohlnen (Öfen) auf elektrischem Wego mit fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern und die Völker denken nicht da,ran, da,ß Deutschland im Zustand der totalen Mobilmachung lebt und daß der ganze folle Wettlauf de-s Rüstens von Deutschland provoziert worden ist. Deutsche Agenten erzählen, deutsche Zeitungen in allen Sprachen tragen es weiter, auch in Rumänien, daß die Juden den Frieden bedrohen, daß die Juden den braven Ariern oder Turanern oder Dakorumänen die Posten wegnehmen. Die Regierungen, auch in Rumänien, haben diese Vorstöße gerne gesehen, da sie scheinübengriff auf die allgemeine Politik in den von Berlin eingeführten Formen: Die Ermordung des Ministers Duca, die Vergiftung Titulescus, die Ermordung des Abgeord- Jahresbilanz Oesterreich— Palästina 1935 und 1936 Die Einfuhr aus Palästina, betrug 1985 757.000, 1936 661.000 österreichische Schilling. Die Ausfuhr nach Palästina betrug 1935 8'386 neten Stallesau und nun V Attentat a,uf j Millionen, 1936 3’889 Millionen österreichißcho Bratu. Diese Reihe von Gewaltakten, die | Schillin mit Judenpogromen in Ja.ssy und Bacau, I Der Importabgang 1936 resultiert daraus, daß ”■ ”in f u h r von mit Krawallen in Czcrnowitz und Besaara-1 die E bien untermalt war, hat die Regierung zur Aktion gezwungen. Wird sie der Verbrecher Herr werden, wird sie sich von dem deutschen Wagen lösen? Palästinas Tore müssen offen bleiben! Landeskonferenz der Zionisten Polens .....-...... ..... Orangen von 100 Waggon im Jahre 1935 auf 23 Waggon im Jahre 1936 gesunken ist, zum größten Teil eine Folge der verminderten Ernte 1935/36. Grape-fruit wurde im Jahre 1935 7 Waggon, 1936 14 Waggon importiert. Die vom Toten Meer stammenden Salze gewinnen in Österreich immer mehr an Absatz. Der Verbrauch von Speiseöl, Wein und Seife aus Palästina stieg im Jahre 1936, Die wichtigsten Ausfuhrgegenstände Palästinas nach Österreich sind: Warschau, 2. März. (JTA.) In Anwesenheit von mehr als 400 Delegierten wurde in Warschau die 12. Landeskonferenz der Zionistischen Organisation Kongreßpolens eröffnet. Der Vorsitzende der Organisation, Dr. Jizchak S z y p e r, begrüßte das Mitglied der Zionistischen Exekutive Jizchak Grünbaum, der gleichzeitig Ehrenpräsident der Zionistischen Organisation Kongreßpolens ist, worauf Grünbaum die Konferenz im Namen der Weltexekutive der Zionistischen Organisation begrüßte. Dr. Szyper: In Würde durchhalten I Dr. Szyper führte aus: „In einem äußerst tragischen, aber auch in einem heroischen Moment beginnt diese Konferenz. Die.Existenz der. Jaden.h eit in Polen wir d i n Frage gestel 11, während in Palästina der Jischuw heroisch um eine neue Existenz kämpft und viele der Kämpfer ihr Leben lassen für die Ehre und die Existenz des jüdischen Volkes. Schwer“, fuhr der Redner fort, „ist die Lage der Juden in Polen, aber wir werden in Wür d e d u r c h h a 11 e n. In fortschrittlichem Geiste werden wir unserd politische Aktivität in Polen erneuern.“ J. Grünbaum: Wir sind gerüstet! Jizchak Grünbaum hielt ein Referat über die Lage des Zionismus in Palästina. „Wir haben“, sagt« er, „durch die Zeit der Unruhen in Palästina alle unsere Positionen nicht' nur erhalten, sondern auch ausgebaut. Die arabischen Massen beginnen zu ahnen, daß sie von ihren Führern in die Irre geführt werden. Diese Erkenntnis wird wachsen und dann wird eine Verständigung mit den Arabern möglich sein. Die Araber konnten nur mit Unterstützung vom Ausland ihre Angriffe so lange Zeit fortführen. Die Einmischung arabischer Länder und Herrscherhäuser in die inneren Angelegenheiten Palästinas ist abzulehnem. Allerdings wirkt eich diese Einmischung auch mäßigend auf die Haltung der arabischen Nationalisten aus; auf Befehl von außen haben dieee den i Boykott gegen die Kgl. Kommission aufgegeben. i Der jetzige Terror in Palästina hat darum einen so kleinen Umfang, weil or aus den Nachbarländern nicht mehr unterstützt wird. Der Terror hat jetzt dem Charakter von gewöhnlichem Banditentum angenommen und ist den Arabern lästiger als den Juden.“ 6000 Mann unter Waffen „Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet. 6000 bewaffnete Juden werden auf alle Orte des Jischuw verteilt. Halbmilitärische Abteilungen werden zur Bewachung der Wege und Bahnen, sowie als Grenzwachen gegen Waffenschmuggel aufgestellt werden, so daß das reguläre englische Militär für direkte militärische Operationen frei werden wird.“ 1935 1936 q 1000 S q 1000 S Zitronen . . 99 2 2 0 Pomeranzen . 2.354 86 10.080 333 Zeüratfrilchte . 1.414 41 768 25 Blasen, Därme 276 165 37 30 Olivenöl . . 39 8 52 13 And. Speiseöle . 58 7 30 4 Wein i. Fässern 119 5 75 4 Waschseife . . 4 0 10 1 Feine Seife . 15 4 14 1 Kalirohsalze . 10.051 115 5.690 69 Kaliumchlorid . 6.250 125. 7.464 197 . Kiinstl. Zähne . 0*66 27 0-47 14 Die Ausfuhr Österreichs nach Palästina im Kneenjahr 1936 hat um rund 53 Prozent gegenüber dem .Vorjahr abgenommen.. Das Ver-1 hältnis der Ein- und Ausfuhr Österreich-Palästina war im Jahre 1935 11:1, im Jahre 1936 5:1. Ziffern sind ein Memento für den österreichischen Export nach Palästina. Nach Eintritt normaler Verhältnisse in Palästina muß Österreich alle Anstrengungen machen, die bereits innegehabten Positionen wieder zu erobern und auszubauen, da Palästina auf dem Weg ist, der Umschlagplatz für den ganzen Vorderen Orient zu werden. Genaue Daten über die einzelnen Branchen wurden in der österreichisch-palästinensischen Wirtschafts¬ und Handelskammer gesammelt und stehen Interessenten zur Verfügung. Dr. Hugo Groß. Restaurant Billet Bestrenommierte Küche 'w Reichhaltige Menüs 6 S V90 u. 2*60 II., Hammerpurgstalgasse 3 (nächst Salztorbrücke) Von Przyt&k bis Beisan „Daß Schwergewicht. liegt aber nicht in der militärisch en, sondern in der politischen Lage. Die jetzige Königlicho Kommission hat mehr als ihre Vorgängerinnen eine gute Kenntnis des Palästinaproblems an den Tag gelegt. Unsere Aufgabe vor der Königlichen Kommission war es, nachzuweisen, daß das gesamte Weltjudentum an Palästina interessiert ist, und daß zum Beispiel zwischen Przytik und Tel Amal (der Name der neuen Siedlung in Beisan) ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Diese Aufgabe lag in den Händen von Präsident Weidmann und Bon Gurion. Was wir wollen, ist, daß unsere Arbeit im Lande zu Resultaten führt, daß die Tore Palästinas stets für neue Arbeiter offen bleiben. Die Königliche Kommission wird mit den Kräftefaktoren in den Ländern des Nahen Orients, mit den in der übrigen Welt wirkenden Faktoren und sicher nicht zuletzt mit dem Faktor der zionistischen Kraft rechnen. An uns liegt es, darzutun, daß der Zionismus so stark ist, daß er über die feindlichen Pläne siegen wird. Wir müssen unsere Investitionen in. Palästina vermehren, deal vorhandenen Keren Kajemeth- Boden besiedeln, neuen Boden erwerben und durch unsere gesamte- Arbeit ein KraPreservoir schaffen, das sich auch als politischer Druck so stark fühlbar macht, daß er die feindlichen Kräfte zurückdrängt.“ Boi Beginn des Referates Grünbauins machten auf der Galerie anwesende Ro Vision ißt en lärmende Zwischenrufe, lioßen eine Taube in den Saal flattern, warfen Flugschriften herunter und riefen im Chor: „Gebt uns Zertifikate!“ Mitteilungen des Baaleh Milt" zoah Montag, den 8. März, 8 XJhr abends, findet in unserem Heim eine Zusammenkunft der Mitglieder statt. Es werden aktuelle Fragen behandelt.. Neuanmeldungen für den Hebräisch-, kurs werden täglich vormittags, in unserem Sekretariat bei Herrn Groß mann entgegengenommen. Die Schekelaktion hat bereits begonnen. Die Mitglieder werden aufgefordert, sich zwecks Entgegennahme von Schekelheften in unserem Sekretariat einzufinden. Sprechstunden des Vorstandes jeden Freitag von 12 bis 1 Uhr, Marc-Aurelstraße 5, beim• Referenten Ing. Kende. Der kleine Graetz vergriffen. Gerade zur rechten Zeit beginnt der neue Dubnow, kurzf©faßte Ausgabe in 3 Bänden, zu erscheinen. and I liegt bereits vor, Band II und III erscheint bis Mitte Mai. Sämtliche jüdische Organisationen, Rabbiner, Lehrer seion auf die Möglichkeit, den kleinen Dubnow. zum Subskriptionspreis von nur S 63.-— gegen Teilzahlung von S 5.— monatlich zu erwerben, riachdrücklichst aufmerksam gemacht. Prospekte und Ansichtssendung wollen angefordert werden beim Verlag R. Löwit, Wien, I., Fleisehmarkt.l, oder in dev Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Wollzeile 6, Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, II», Praterstraße 13 Samstag, den 6. März 1937« um 8 Uhr abends, findet im Heime, ll.f Praterstraße 13, eine großo Achad-Haam-Gedenkfeier statt. Gedenkrede: Dr. Chalm Tartakower / Hebräische Lieder: Oberkantor Gereon Margolles Am Klavier: Dirigent Dr. Robert Weiß