Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-03-02 · Heft 624 (2.3.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 624 (2.3.1937)
Date
1937-03-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054380--6514-3062374
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Nr. 624. — Wien, Dienstag, 2. März 1937. DIB SfIMMI Betts 3 Unerträglicher Terror In Obergaliläa Jerusalem, 25. Februar. (JTA.) DeT Waad Leumi hat beschlossen, zum stellvertretenden High Commissioner J. H. Hall eine Abordnung zu entsenden, um Maßnahmen angesichts der Lage in Tiberias und Safed zu fordern. An die Exekutive in London wurde ein Telegramm über die allgemeine Lage in Palästina gerichtet und sofortige energische Intervention verlangt. Ben Zwi erklärte, die Juden in der Stadt Safed in Obergaliläa lpben in einer Art Belagerungszustand. Der Boykottterror seitens der arabischen Nationalisten ist so scharf, daß die Fellachen nicht wagen, jüdische Geschäfte zu betreten. Die Stadt befinde sich gewissermaßen in der Macht der arabischen Terroristen und Banditen. Alle Fellachen, die die Stadt verlassen, werden durchsucht, ob sie nicht Waren bei Juden gekauft haben. IN BEHUF UIUI SPORT sich Frisch und ausdauernd zu erhalten, eiht ea nichts Besseres als ständige Körperpflege EBN IDEALES NITTEL dazu Finden Sie in dem seit Jahrzehnten bewährten, in tausenden Familien beliebten DIANA- Franzbranntwein mit Menthol! Kräftigt durch tägliche Massagen (Einreibungen) Muskeln und Nerven, erhöht die Ausdauer und Widerstandskraft. — Gleich werlvoll zur Mund- und Haarpflege. Verlangen Sie ausdrücklich «Diana“ und nehmen Sie nur .Diana“. Wertlose Nach ahmungen sind energisch zurückzuweisen. In ledern besseren Geschäft erhältlich ' Die Araber werden am Betreten der jüdischen Viertel in Safed mit Gewalt gehindert. Den Arabern, die dort Unaufschiebbares zu tun haben, werden spezielle Passierscheine ausgcfolgt. Die Behörden kennen die Verhältnisse, unternehmen aber nichts, um den unerträglichen Zuständen ein Ende zu bereiten. „Haarez“ teilt mit, daß arabische Autobusse nach Tiberias frei kommen dürfen, während jüdische Autos, die sich auf dem Wege nach Tiberias befinden, durch die Polizei zurückgeschickt werden. Abordnung des Waad Leumi bei Hathotn Hall Jerusalem, 26. Februar (JTA.). Eine Abordnung des Waad Leumi, bestehend aus Jizchak Ben Zwi, Elijahu Be rüg ne und Abraham E 1 m a 1 e h, begab sich zum Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn Hall und brachte die Besorgnisse des Jischuw über die ungenügende Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung zum Ausdruck und wies nachdrücklich auf die äußerst gespannte Lage in Tiberias und Safed hin. Sie schilderte ferner die tiefe Erregung und Empörung, die im Jischuw über die Ermordnung des 21jährigen jüdischen Lehrers aus Deutschland, Chaim B r u k, herrscht, und die Erbitterung, die das amtliche Communiqub über die Vorfälle in Tiberias durch seine verzerrende Darstellung dieser Vorfälle, als deren Urheber fälschlicherweise die Juden bezeichnet wurden, erzeugt hat. Die Unterredung der jüdischen Führer mit dem stellvertretenden High Commissioner dauerte dreiviertel Stunden. Jüdischer Arzt in Beisan ermordet Jerusalem, 28. Februar. (JTA.) Im Beisan- Gebiet in Galiläa ist ein weiteres jüdisches Todesopfer zu verzeichnen. Drei Araber klopften am Morgen an der Wohnungstür des jüdischen Arztes Dr. Josef Lehr an und gaben, „Im Sterben für die Freiheit./* Jerusalem, 25. Februar (JTA.). Die Ermordung des aus Deutschland stammenden Chaluz Chaim B r u lt hat auf den ganzen Jischuw erschütternd gewirkt. Die Aufzeichnungen, die Brak, auf dem Felde in seinem Blute liegend, gemacht hat, enthielten auch die Worte: „Im Sterben für die Freiheit des Volkes Israel nehme Ich von allen meinen Genossen und Freunden Abschied.“ Die hebräische Presse führt aus, diese Worte seien ein Vermächtnis für den ganzen Jischuw. An der Bestattung Bruks, die in Tel-Amal auf neuen Kolonisationshoden erfolgte, beteiligten sich Arbeiter-Kolonisten aus dem ganzen Emek und den umliegenden Kolonien. Arabischer Mörder begnadigt Jerusalem, 28. Februar. (ITA.) Das Appellationsgericht hat das Todesurteil gegen den Araber, der die jüdische Frau Julie Koller hei Haifa ermordet hat, in eine 15jährige Gefängnisstrafe umgewandelt. Als Begründung wird angegeben, daß der Mörder zur Zeit de8 Mordes noch nicht 18 Jahre alt war. Jüdischarabisch-englisches Militär in Palästina? Jerusalem, 28. Februar (JTA.). Die arabische Tageszeitung „Falaetin“ bringt die Sensationsmeldung, daß die Palästinaregierung nach Beratung mit dem Oberetkommandierenden General Dill beschlossen hat, Militärabteihingen in Palästina aus Juden, Arabern und Engländern zu bilden, die Hinter dem Kommando britischer Offiziere stehen sollen. als der Arzt öffnete, zwei Schüsse auf ihn ab. die ihn sofort töteten. Die Mörder flüchteten und konnten, obwohl eine Polizeipatrouille Schüsse hinter ihnen abgab, entkommen. heit habe, eine französische Handelsmission zu begrüßen. Der Direktor der Jerusalemer Niederlassung der Barclays Bank, A.P. S. Clark, erklärte, daß er als Leiter eines der größten Bankinstitute Palästinas feststellen könne, daß die Geschäftsmoral in Palästina außerordentlich hoch stehe. Im Namen der französischen Handelsmission dankte Raoul A g h i o n für die Begrüßung und ersuchte die Anwesenden, Vorschläge für eine Stärkung der französischpalästinensischen Handelsbeziehungen zu machen. Polnisch-palästinensische Handelsbilanz Aus Jerusalem wird gemeldet: In den Jahren 1926 bis 1935 bezog Palästina Waren aus Polen für 1,858.853 Pfund und exportierte nach Polen Waren für 230.661 Pfund. 1934 stand Polen an elfter, 1935 aber schon an fünfter Stelle der nach Palästina liefernden Länder. Die Falascha-Siedlung ln Abessinien Aus Rom wird gemeldet: Wie die amtliche Agentur „Stefanie“ mitteilt, haben die italienischen Behörden von Addis Abeba beschlossen, den Falasehas in Abessinien ein eigenes Gebiet zur Verfügung zu stellen, auf dem landwirtschaftliche Siedlungen, gewerbliche Werkstätten und Schulen errichtet werden sollen. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiilllllllllilllllliililllliliillilllilliilliillillllllli/ Die französische Handelsmlssion in Palästina Jerusalem, 26. Februar (JTA-). In einer Ansprache, die der Präsident der Handelskammer von Jerusalem, E. Shelley, an läßlich des Besuches der französischen Handelsmission gehalten hat, betonte er, daß die Arbeitsfähigkeit der Kammer durch das vor einiger Zelt erfolgte Ausscheiden einiger Mitglieder (anläßlich der Gründung der arabischen Handelskammer) keineswegs beeinträchtigt wurde. Präsident Shelley hob die Tatsache nervor, daß die vor achtzehn Jahren von Vertretern der verschiedenen Bevölkerungsteile Palästinas gegründete Kammer jetzt zum erstenmal Gelegen- Unserem Vorstandsraitgliede Herrn Markus Joües spricht anläßlich des Ablebens seines Vaters Herrn Joicf MOSOS Jolles s. A. das herzlichste Beileid aus Die Zloututlsolie BeilrhiicMloii Leopoldstadt Werben Sie für die „Stimme“ Jeder Zionist weiß, wie wichtig fllr die zionistische Idee die Verbreitung der zionistischen Zeitung ist. Damm ist es Pflicht jedes Zionisten, für sie zu werben. Wir wollen die Erfüllung dieser Pflicht aber diesmal belohnen. Wertvolle Bücherpreise wurden für die Werbung von wenigstens einem Jahresabonnenten, beziehungsweise zwei Halbjahresabonnenten ausgesetzt, ln einer ausführlichen Ankündigung auf Seite 2 dieses Blattes finden Sie alle näheren Angaben. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiii Jüdischer Hochscbulausschuß. Donnerstag, den 4. März, findet um H8 Uhr abends, im Ohajossaail, IX., Alßerstraße 26, ein Vortrag Ing. Franz Gutmanns über „Jüdische Rasscnkundo und jüdisches Schönheitsideal“ statt. Gäste willkommen! ÖSTERREICHISCHE INViSTITIOHSANLEIHE 1937 Der Bundesmlnister für Finanzen lest gemäß dem im Bundesgesetzblatte kundgemachten Kreditgesetze 1937, eine V/Z/oige, binnen 30 Jahren rückzahlbare Anleihe im Nennbeträge von 180 Millionen Schilling zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Anleihe ist durch 10 Jahre unkündbar. ANLEIHEZWECK Der Reinerlös der Anleihe wird zur Bedeckung der Kosten Öffentlicher Arbeiten (Investitionen der Monopole, Bundesbetriebe und Bundesbahnen. Straßen- Brucken und Wasserbauten, Landesverteidigung, Beiträge an die Länder und die Stadt Wien zur Förderung der Bautätigkeit) sowie zur Rückzahlung kurzfristiger Bundesschatzscheine verwendet werden. STÜCKELUNG, RÜCKZAHLUNG Es werden Schuldverschreibungen zu 100, 500, 1000 und 5000 Schilling ausgegeben, ^ie auf den Inhaber lauten. Die Rückzahlung der Schuldverschreibungen erfolgt durch Verlosung oder freihändigen Rückkauf nach einem Tilgungsplan innerhalb von 30 Jahren. Verlosungen finden, wenn erforderlich, im Laufe des Monates Jänner, erstmalig im Jahre 1938, statt. Die Anleihe kann, vom 1. März 1947 angefangen, zu jeder Zinsenfälligkeit, mindestens 90 Tage vor dieser, aufgekündigt werden. VERZINSUNG Der Zinsfuß beträgt 41A°/o für das Jahr. Die Zinsen werden halbjährlich im nachhinein am 1. März und am 1. September jedes Jahres bezahlt. KOTIERUNG, MÜNDELSICHERHEIT Die Anleihe wird an der Wiener Börse kotiert werden. Sie ist mündelsicher. STEUER- UND GEBÜHRENBEFREIUNGEN Die Einlösung fälliger Zinsscheine und Schuldverschreibungen geschieht ohne Abzüge abgabenrechtlicher Natur, das heißt ohne Abzug von Rentensteuer oder sonstigen derzeitigen oder künftigen Steuern oder Gebühren. Bei der Zeichnung ist keine Effektenumsatzsteuer zu entrichten. ZEICHNUNGSBEDINGUNGEN Die Anleihe wird zum Preise von 90°/o des Nennwertes zur Zeichnung aufgelegt. - Der Preis für die gezeichneten Anleihebeträge ist am Zuteilungstage fällig. Er kann auch in drei Raten bezahlt werden, und zwar sind für je 100 Schilling Nominale der Anleihe 30 Schilling bei Zuteilung, weitere 30 Schilling am 16. April 1937 und der Rest am 14. Mai 1937 zu entrichten. Für die Zeit vom 1* März 1937 bis zum Einzahlungstage sind Stüdezinsen von 4Va % zu bezahlen. - Mit Rüdesicht auf den begrenzten Anleihebetrag wird eine Kürzung der gezeichneten Anleibebetrage Vorbehalten, Zeichnungen bis zum Nennbetrag von 1000 Schilling werden vorzugsweise berücksichtigt. Die Zeichnungsfrist beginnt am 1. März 1937 und endet am 15. März 1937. ZEICHNUNGEN WERDEN ENTGEGENGENOMMEN: Bei der Oesterreichischen Nationalbank, der Österreichischen Postsparkasse, bei allen in Österreich ansässigen Banken und Bankfirmen, beim Dorotheum, bei Sparkassen! Landes - Hypothekenanstalten und Kreditgenossenschaften, bei clen Zweigniederlassungen der genannten Stellen sowie bei sämtlichen Postämtern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.