Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 623 (26.2.1937)
- Date
- 1937-02-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« l Oll tTIMMI Bestrafung ein „Gleichgewicht“ zwischen den Juden und Arabern gewahrt Werdern müsse. Auch die „Palestine Post“ wendet sich nachdrücklich gegen den Versuch, die Juden als den „ewigen Silndenbock“ als Schu’dige an den Ausschreitungen festzunagcln. Weder durch die Tragödie von Tel Chaj noch durch die jetzigen Unruhen in Tiberias würden sich die Juden von ihrem friedlichen Weg abbringen lassen. Im allgemeinen fordern die jüdischen Zeitungen das Recht der Selbstwehr für die Juden und weisen den von dem Polizeirichter gegebenen Rat zurück, daß die Juden sich im Falle arabischer Angriffe verborgen halten sollten. Der palästinensische Betar hat an den stellvertretenden High Commissioner, John Hathorn Hall, ein Protestte leg ramm geigen das Regierungskommuniquö über die Vorfälle in Tiberias gerichtet. Durch dieses Kommunique werde der Eindruck vermittelt, daß der Betar an den Vorfällen Schuld sei, obwohl man wisse, daß sie eine Folge der arabischen Hetze sind, die ganz Palästina mit neuen Unruhen zu überfluten drohe. In dem Telegramm wird eine sofortige Richtigstellung des Kommuniques gefordert Trum^eldor-Fetern verboten Der Distriktskommissar von Nazareth, Blackborn, hat der Gemeindeverwaltung von Tiberias erklärt, daß die Zentralstellen in London und Jerusalem die Unruhen bedauern und er den Auftrag erhalten habe, jeglichen Aufruhr zu unterdrücken und alles zu tun, um ein Ausbreiten der Unruhen zu verhüten. Der Gemeinderat von Tiberias, diem jüdische und arabische Stadtverordnete angehören, veröffentlicht einen Aufruf an, beide Bevölkerungsteile, den gegenseitigen Boykott einzustellen und Frieden zu halten. Die Regierung hat die im ganzen Lande für den 11. Adar (Montag, 22. Februar), den Tag, an dem Joseph Trumpeldor im Jahre 1920 bei der Verteidigung von Tel Chaj fiel, geplant gewesenen Trumpeldor-Feiern, sowie die Züge zum Trumpeldor-Grab verboten. Als Grund des Verbotes wird die gespannte Lage im Zusammenhang mit den Ti'berias-Unruhen angegeben. Vegetarische Küche -km Diätküche, Milchspeisen, Büfett, Fischspezialitäten Menü S V-, 1*60. 2’- Im Abonnement 10"/» billiger Sttm, II., Hermineng. 10, Ecke Franz Hoehedlingerg. 19. Schöner Saal für Festlichkeiten. — Samstag geschlossen Ein Jude ermordet Jerusalem, 23. Februar. (Paloor.) Der 21jährige Chaim Bruck, ein aus Deutschland stammendes Mitglied des Kibbutz Hugim, wurde iu der Nähe des arabischen Dorfes Saklme bei Beth Alpha von Arabern erstochen. Neben der Leiche wurde ein Notizbuch gefunden, ln das Bruck vor dem Tode die Worte gekritzelt hatte: „Araber haben mich erstochen. Ich sterbe. Lebt wohl, Freunde.“ Kompagnon(in) mit Kapital für Palästina, oder sympathisches junges Mädchen aus guter Familie zwecks Ehe kennenzulernen gesucht. Unter „Nur seriös“ an Adm. Verstärkung der Garnison von Nablus Jerusalem, 28. Februar. (JTA.) Die britische Garnison der als Zentrum des arabischen Nationalismus bekannten Stadt Nablus (das biblische?lchem) ist ln der letzten Zeit durch Abteilungen aus Jerusalem verstärkt worden. Wie „Felestin“ meldet, herrscht unter den Eltern der aus der landwirtschaftlichen Schule in T u 1 k a r e ra wegen Beteiligung an den letzten Unruhen ausgeschlossenen Schüler starke Erregung. Es wird beabsichtigt, gegen die Maßnahme der Behörden an das Gericht zu appellieren. Abdullah will nicht König von Palästina werden Tiberlus, 21. Februar. (Palcor.) Emir Abdullah hat eine Meldung der hebräischen Zeitung „Haboker“, wonach er angeblich ln einem geheimen Memorandum an den High Commissloner den Titel „König von Palästina“ für sich in Anspruch genommen haben soll, energisch dementiert und als krasse Fä’schung bezeichnet. Wie verlautet, soll diese Meldung aus Kreisen herrühren, die dem Mufti naheste'en, und die „Haboker“ absichtlich Irregeführt haben, um die Stellulng des Emirs zu untergraben« SEKTION UND WIZO PRATER, STUWERSTRASSE NR. 1 PURINBALL HIT HITTERNACHTSAKADENIE Samstag, den 27. Feürunr 1937, 9 Uhr abends EhrenproUlctorat: Staa’srat Dr. Deslder Friedmann, Präsident der Isr. Kultus emeinde Dr. Oskar GrUnbaum. Präsident des Zionistischen Landti-Verbandes In sSmtliehen Slfen des Militlrkasines Wien, Schwarzen'denplatx Nr. 1 Tombola I Po tf Juxbisar Jazz-Kapelle Emil Meamann, Kapellm. des Ronacher-Thearer* Tanzb ginn 9 Uhr Opernsänger Igo (httmann, Konzertsänger J. Sega! Rottnbadt (Tenor) e Parlm RSVIIS (JQ J. Kultur-Theater) Krlir/or/nkrtf ■ 8ektidn Prater: II., Stuwerslr. 1, Tel. R 40-1-86-L. Optiker Seidner, I., Franz-Joeef-Kal 33, Tel. U 2S-9-66 Deutschland. Polen. Rumänien... London, 28. Februar (JTA.). In der Sitzung des Board of Deputie« erstattete der Präsident der Anglo-Jewish Association und Vorsitzende des Joint Foreign Committee (Komitee für auswärtige jüdische Angelegenheitem), Leonard G. Monte f i o r e, den Bericht über die Läge der Juden in Deutschland und in anderen Ländern Europas. Die tragische Situation der Juden in Deutschland, sagte er, läßt sich in den Worten ausdrücken: Lage unverändert. Aus den kleineren Städten kommen täglich unsagbar traurige Berichte über die Leiden der Juden. Hier ist der Boykott in seinen verschiedensten Formen vollendet In Himbach zum Beispiel wird den wenigen dort noch verbliebenen Juden kein Brot mehr verkauft In ländlichen Distrikten, zum Beispiel in Mecklenburg, wird jüdischer Haus-, Boden- und Materialbesitz konfisziert. Der „Rostocker Anzeiger“ veröffentlichte unlängst eine Bekanntmachung des Reichsstatthalters und Gauleiters Hildebrandt, wonach am 6. Jänner der ge-amte Lagerbestand eines jüdischen Lumpenhändlers in Hagenow konfisziert wurde. Das ist ein Fall unter vielen. Die Bevölkerung stimmt mit solchen Maßnahmen nicht Überein. Personen, die zuletzt Deutschland besuchten, erzählen. daß die offizielle Geste, die Juden für alles verantwortlich zu machen, b e i der Bevölkerung bereits Spott weckt. Die Lage der Juden ln Polen, fuhr Montefiore fort, erfordert eine kontinuierliche Wachsamkeit. Obwohl die Regierung immer wieder Maßnahmen ankündigt, dauern die Unruhen fort. Die jüdischen Studenten werden mit Gewalt am Betreten der Hochschulen verhindert. Wie sehr die deutsche rassisohe Politik auch in Österreich Eingang findet, zeigt das Urteil eines Wiener Richters, der eine Ehe zwischen einem Protestanten und einer Jüdin aus Gründen „rassischer Unverträglichkeit schied. Auch die Lage der Juden in Rumänien gibt dauernd Grund zu Besorgnis. Der Bericht weist auf den Gewaltfeldzug gegen die jüdischen Anwälte hin, sowie auf den Entwurf des Arbeitsministeriums, wonach 60% aller Angestellten in Banken und Handels- Unternehmungen rumänischen ethnischen Ursprungs sein müssen; schließlich auf das geplante Gesetz wegen Zurückziehung der Einbürgerungen in Transsylvanien, Bessarabien und der Bukowina. In Polen: 348 Verbrechen gegen Juden, 30 Anklagen! Warschau, 23. Februar (JTA.). Der jüdische Deputierte Dr. Sommeretein hat im Verlauf seiner Rede im polnischen Sejm, in der er die antisemitische Praxis im polnischen Gerichtswesen besprach, daran erinnert, daß der Ministerpräsident vor kurzem im Sejm erklärte, daß in einer einzigen Wojwodschaft 348 Verbrechen gegen Leben und Vermögen der dortigen jüdischen Bervölkerung verübt worden sind. Er frage nun: Gibt es auch 348 Angeklagte im Zusammenhang mit diesen Verbrechen? Nein, es haben im ganzen 30 dieser Verbrechen die Gerichte beschäftigt. Nicht nur wird Beleidigung gegen jüdische Religion und Nation nicht bestraft, sondern sogar die Richter selbst leisten sich solche Beleidigungen, indem sie in der Begründung der Gerichtsurteile darlegen, daß j üdischen P r o z e ß pa r t e i e n und Zeugen nicht zu glauben sei. Angesichts der blutrünstigen Hetze der nationaldemokratischen Presse gegen die Juden muß man den hohen moralischen Widerstand der breiten polnischen Massen bewundern, die solchen Aufforderungen zu Mord und Totschlag an tausenden Juden nicht Folge leisten. Die Lage bleibt trotzdem im höchsten Grade gefährlich, solange nicht dieser vergiftenden Hetze Einhalt geboten wird. Der letzte jüdische Reg'crungsbeamte entfernt Alexander H a f f t k a, der letzte jüdische höhere- Beamte im polnischen Innenministerium und der letzte Beamte in der Regierung überhaupt, ist seines Amtee enthoben worden. Vier Jüdische Schriftsteller Ins Konzentrationslager Vier bekannte jüdische Journalisten und Schriftsteller sind wegen angeblicher antistaatlicher Tätigkeit ins Konzentartionslager Kartusz Bereza gebracht worden; es sind dies Mark Rakowski, Aaron Wahl, Nissen Tykocinski und Leon Pasternak. Eine Abordnung des jüdischen Schriftstellerverbaudes intervenierte bei der Regierung zugunsten der Inhaftierten. Monat März: Itfeeäeutfatiri füc „die Stimme" Die Landeskonferenz hat bekanntlich die Intensivierung der Werbung für den Landesverband und seine Zeitung, „Die Stimme“, beschlossen. Dementsprechend haben wir den Monat März als besonderen Werbemonat für unser Blatt ausersehen. Es ist jedem Zionisten klar, wie notwendig und wichtig die Verbreitung der zionistischen Zeitung für die zionistische Idee ist. Wir zweifeln nicht, daß diese Einsicht allein genügen würde, alle Zdonteten zur Arbeit für unser Blatt anzuspomen. Aber wir haben uns entschlossen, erfolgreiche Arbeit mit weeMUen Beeisen anzuerkennen. Es erhält der, der uns einen Jahresabonnenten oder zwei Halbjahresabonnenten bringt, Theodor Herzls Buch „Alt* Neuland“ ln Leinen (Ladenpreis 8 7*80« Wer zwei Jahres- oder vier Halbjahres- Aboimenten bringt, erhält als Preis einen Band Josei Kastein: „Herodes“, „Uriel da Costa“ oder y,Jerusalem, die Geschichte eines Landes“ (Ladenpreis 8 12.60). Wer schließlich vier Jahres- oder acht Halbjahres-Abonnenten bringt, bekommt als Preis Adolf Böhms „Geschichte des Zionismus (Ne u a u f 1 a g e, Ladenpreis 8 12.60), oder Heines Werke ln zehn Bänden (Ganzleinen, Tempel- Verlag, Ladenpreis 8 35.—). Wir betonen: Diese Preise gelten nur für Werbungen von Abonnenten, die spätestens bis 81. März 1037 ln unserer Administration angemeldet und nachgewiesen werden. Nr. 628. — Wien, Freitag, 26. Februar 1937. Kursberichte aus Eres Israel Polizei wieder ohne Gewehre. Über Anordnung der Regierung mußte die Polizei den Großteil der Gewehre abliefern. Soit dem 10. Februar dürfen die städtisohen Polizeistationen nur mehr über je acht Gewehre verfügen. Jehuda Grasowski 75 Jahre alt. Am 11. ds. feierte Jehuda GraSowski den 75. Geburtstag. Die hebräische Presse würdigt die Verdienste des Jubilars um die Verbreitung und Entwicklung der hebräischen Sprache. Grasowski, ein Zögling der berühmten Woloschiner Jcschiwa, gehörte zu den ersten Chowcwe Zion und kam bereits im Jahre 1887 zu ständigem Aufenthalt nach Palästina. Er war zuerst Arbeiter in Rischon Lezion, nachher betätigte er sich als Lehrer und Schriftsteller. Das größte Verdienst erwarb er sich durch das vorzügliche, im Jahre 1903 in Gemeinschaft mit Josef Klausner herausgegebeno hebräisch-rueeischdeutsche Taschenwörterbuch „Millon echel j Kiß“. Ee folgte die rein hebräische (gemeinj sam mit David Jellin besorgte) Bearbeitung und in allerletzter - Zeit erschien die neüe erweiterte Ausgabo in drei Bänden. Das Haus Bialiks — gemeinnützige Kulturinstitution. In Tel-Aviv ist eine Gesellschaft „Agudath Beth Bialik“ zum Zwecke der Überführung de3 Hauses in Gemeineigentum gegründet worden. Dio Witwe stimmte dem Plan zu. Im Kuratorium werden die Gemeinde Tel-Aviv, die Schriftstellerorganisation und die Familie Bialiks vertreten sein. Maturavorbereitung, NaThhlftf r Mitt IsrhUlor 8 rachen (klassische und moderne), für Privatunterricht. Mäßige Preise. Rektor a- D. O. E.fVIII., Langeg. 5/29 1; Aus dem Bericht der Gesellschaft „Beth- Achad Haam“. In der unt^r dem Vorsitz von Grasowski im vorigen Monat ubgehaltonen Jahresversammlung der Gesellschaft Beth- Aohad Haam wurde unter anderem berichtet, daß im abgelaufenen Jahre die Bibliothek einen wesentlichen Ausbau zu verzeichnen hatte. Der Bücherzuwachs betrug 1850 Bände. Im ganzen besitzt die Beth-Aohad Haam 18.000 Bände wissenschaftlicher Literatur, davon 15.000 Judaica. Die Bibliothek wurde im Berichtsjahr von 30.000 Lesern benützt. Lesser Uri-Ausstellung. Aus Anlaß des fünften Todestages des berühmten jüdischen Malers und Graphikers Lesser U r i war eine stattliche Anzahl seiner Bilder im Tel-Aviver Museum ausgestellt. : Gegen die jüdischen Straßenkehrer. Im Stadtrat von Jerusalem gab es unlängst leb- ' hafte Auseinandersetzungen wegen der jüdischen Straßenkehrer, die während des arabischen Streiks,’ als die arabischen Straßenreiniger die Arbeit niederlegten, für den Dienet in den jüdischen Vierteln aufgenommen wurden. Die arabischen Stadträte protestierten dagegen, daß die jüdischen Arbeiter besser entlohnt werden, als die arabischen und verlangten ihre Entlassung. Die jüdischen Vertreter wiesen darauf hin, daß. dio 67 jüdischen Straßenkehrer, die 200 Mil. pro Tag erhalten (zirka Ö. S 5.80), in den ausgedehnteren jüdischen Stadtvierteln eine weitaus größere Arbeit zu leisten haben, als die 122 arabischen Arbeiter (Tageelohn 110 bis 150 Mil.), die ausschließlich in arabischen Vierteln arbeiten. Die Angelegenheit ist vorderhand unerledigt geblieben. Zu verkaufen. Eine Parzelle an der Straße Haifa - Acco, im Ausmaß von 1‘/4 Dunam. billigst zu verkaufen. Anfragen an Jakob, Telephon B 28-4-78 Die Grenzpolizei sieht’» nicht. Aus Safed wird berichtet, daß zahlreiche Gruppen von Hauraniern den Galil durchziehen. Sie kommen von jonsolts der Grenze, ohne von der Grenzpolizei aufgehalten zu werden. Doch kein Hebräisch an den Regierungsschulen. Die Regierung dementiert dio Meldungen arabischer Zeitungen, wonach sie die Einführung von obligatem Hcbräischunterricht an den Regierungsschulen plane. (Die Königliche Kommission hat ee gerügt, daß an Regierungeschulon Hebräieeh nicht unterrichtet wird.) Blalik-Klub. Samstag, den 6. März, 8 Uhr abends, hält der bekannte Literaturhistoriker Herr Dozent Dr. Willy Meyer aus Bozen im Feststaal des Hotel „Metropol“, I., Franz- Joaefs-Kai 88, einen Vortrag über das Thema: „Ihn Gabirol und Jehuda HalewL.“ Regle* beitrag.