Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 621 (19.2.1937)
- Date
- 1937-02-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3054338-3054377--6491-3062348- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Wien, Freitag, 19. Februar 1907. — Nr. 621, Dil ITIMMI Seite 5 ZIONISTISCHE BEZIRKSSEKTION VIII.IX. Sonntag, den 21. Februar 1937, Im Militärkasino, Sdiwarzenbersplatz Unter dem Protektorate der Herren Staaterat Dr. Deelder Frlcdmann, Präsident der Israelltisohen Kultusgemeinde; Dr. Olkar GrUnbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes fUr Oesterreioh; Dr. Jakob Ehrlich, Rat der Stadt Wien, u. Dr. I. H.Körner, Obmann der Spitalskommission der Israelitischen Kultusgemeinde mit Prominenten-Akademle PURIMBALL Frllz Imhoff (Volksoper) Frllz Heller (Femlna) Ollo Waliburg (Scala) Christi Glamplelro Paul Morgan (Th. a. d. Wien) S Meloparodlsten (Femlna) Die größte Tänzerin Amerikas Barbara La May (Femina) Spanische Fllmsohausplelerln Juanlta Montenegro (Femina) Ballmusik: Elite Klddles fm Blauen Saal: Barmusik Karten von SZ*— bis 8 6*— In der Zionlotisehen Beztrkeaektlon, IX., Währlngeratrafle 6—8, Tel.: R62-0-12, Reisebüro City, I., Kohlmarkt 8, Tel. ü 26-4-29, Juwelier Emil Hofstädter, I., Rotenturmstr. 23, Tel. ü 20-7-60 Der Jischuw in Ziffern Kw% berichte aus Eve% Israel Der Monat der Einbürgerung Unter der Parole „Der Einhürgerungsmonat“ wird unter den jüdischen Massen erfolgreiche Propaganda für die Bewerbung um die palästinensische Staatsbürgerschaft betrieben. In allen Teilen des Jischuws werden Versammlungen abgehalten, u.m die Säumigen zu erfassen. Die Immigrationsabteilung der Jewish Agency stellt kostenlos Bescheinigungen über das Einwanderungsdafcum aus. In der zuständigen Abtei« lung der Gemeinde Td-Aviv wird vor- und nachmittags amtiert. Die Begeisterung für Musik Kürzlich fand in Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa das dritte Konzert des Palästina- Orchesters, diesmal unter der Leitung von Dobroven, statt. Es wurde französische und russische Musik gespielt (Berliosz, Debussy, Teohaikowsky). Überall waren die Säle vollbesetzt, die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen. Bei der Veranstaltung im Messegebä/ude in Tel-Aviv gab es eine kleine Störung. Das Konzert mußte unterbrochen werden, weil einer von den vielen jugendlichen Musikfreunden, die keinen Einlaß fanden und aufs Dacih kletterten, um von da aus der Musik zu lauschen, aus Unvorsichtigkeit ©ine Dachfensterscbeibe eindrüokte. Das Dach wurde geräumt und das Konzert nach kurzer Pause fortgesetzt. Eine Siedlung dis Denkmal für verstorbenen Zionistenführer Die „Rasse©“ („Rural and Suburban Settlement Cy. Ltd.“), eine von der Jewish Agency gegründete Gesellschaft für landwirtschaftliche und städtische Siedlung, erwarb vor einiger Zeit 600 Dunam in der Nähe von Herzliah, 17 km von Tel-Aviv, um darauf eine Mittelstandssiedlung für gemischte intensive Wirtschaft zu gTtinden. Der Boden ist bereits parzelliert, ein Brunnen gebohrt und eine Straße angelegt. Es ist die Errioh- Ufas ist am 6. Tftäuz las? Bott des tHakkafU IX! tiiing von 90 Voll- und Hiifswirtschaften geplant. Die ersten Siedler, zumeist deutsche Juden, sind bereits eingetroffem. Ihre Kinder haben gemeinsam mit den Kindern von Herzliah am 15. Schevat die ersten Bäume gepflanzt. Die neue Siedlung wird den Namen Klar Schhnarjähu, zum Andenken an Schmarja Lewin, tragen. Schwerverständliche Recht* sprechung Es dürfte noch der Freispruch des Mörders eines jüdischen Chauffeurs in Erinnerung sein, ein Freispruch, der damit begründet wurde, daß die Kronzeugen, drei englische Soldaten, inzwischen nach England aurückgekehrt seien. Nim macht die Justiz in der letzten Zeit wieder von sich reden. Ende September wurde ein Gesetz veröffentlicht, durch welches der Oberkommissär ermächtigt wurde, den Belagerungszustand zu verhängen. Wauchope machte keinen Gebrauch davon. Die Gerichte sind nun seit kurzem der Meinung, daß die wäh¬ Junges intelligentes Mädchen mit Kochkenntnissen sucht tagsüber Stelle zu älterer Dame. Tel. U18-1-54. rend der Unrmhemonate erlassenen Ausnahmegesetze gegen Terroristen mit dem 30. September ihre Rechtskraft verloren haben. Mehrere auf langjährige Kerkerstrafen lautende Urteile wurden darum vom Appellationsgericht aufgehoben, weil sie nach dom 30. September gefällt wurden. Es verlautet, daß sämtliche nach dem 30. September gefällten Urteile einer Revision unterzogen werden sollen. Rechtlosigkeit auf dem Arbeits* markt Im Jerusalemer Viertel Schoohunath Schhn’on Hazadik arbeiteten, jüdische Arbeiter an einem Neubau. Sie mußten wegen der starken Regengüsse für einige Tage di© Arbeit unterbrechen. Als sio wieder zur Arbeit zurückkehrten, fanden sie ihre Plätze durch inzwischen vom jüdischen Unternehmer cingevstellte Araber besetzt. Dem abgebrochenen Streit machte die Polizei ein Ende, indem eie zwei jüdische Arbeiter verhaftete. Sie wurden zu je 5 Pfund Strafe .verurteilt. Die Statistische Abteilung der Jewish Agency hat eine demographische Übersicht über die jüdische Bevölkerung Palästinas veröffentlicht. 404.000 Juden Die jüdische Bevölkerungsbewegung in Palästina zeigt folgendes Bild: Als Einwanderer kamen im Jahre 1936 27.903 Juden; 1811 Juden kamen als Touristen und erhielten die Erlaubnis, sich niederzulassen. Insgesamt also sind 29.714 Juden hinzugekommen. Der natürliche Bevölkerungszuwachs der Juden betrug im Jahre 1936 7729 Personen bei einer Geburtenziffer von 11.029 und einer Sterbeziffer von 3300. Insgesamt hat sich also die jüdische Bevölkerung im Jahre 1936 um 37.443 Seelen vergrößert. Die jüdische Bevölkerung Palästinas betrug Ende 1936 404.000 Seelen. 30*8% Juden in Palästina Ende September 1936 zählte die jüdische Bevölkerung 376.786 Seelen, die christliche (ohne das englische Militär) 106.595 Seelen, die Mohammedaner 796.029 Seelen (ohne Berücksichtigung der Beduinen). Der Prozentsatz der Juden in Palästina betrug also 29'4 Prozent. Die jüdische Bevölkerung bildet aber heute schon 30'8 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas. Die Altersschichtung Die große Einwanderung von 185.000 Juden, die in den letzten fünf Jahren ins Land gekommen sind und im wesentlichen aus Personen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren bestanden, hat das jugendliche Element in der jüdischen Bevölkerung noch erhöht. Die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung nach Altersgruppen bietet für Ende des Jahres 1936 folgendes Bild: Kinder im Alter bis zu 5 Jahren 45.000 oder 11*1 Prozent. Im Alter von 5 bis 10 Jahren 36.000 Seelen oder 8*9 Prozent. Im Alter von 10 bis 15 Jahren 34.000 Seelen oder 8*4 Prozent. Im Alter von 15 bis 20 Jahren 30.000 Seelen oder 7*4 Prozent. Im Alter von 20 bis 25 Jahren 46.000 Seelen oder 11’4 Prozent. Im Alter von 25 bis 80 Jahren 53.000 Seelen oder 13*1 Prozent. Im Alter von 30 bis 35 Jahren 47.000 Seelen oder 11*6 Prozent. Im Alter von 85 bis 40 Jahren 83.000 Seelen oder 8*2 Prozent. Im Alter von 40 bis 45 Jahren 20.000 Seelen oder 5 Prozent. Im Alter von 45 bis 50 Jahren 15.000 Seelen oder 3*8 Prozent. Im Alter von über 50 Jahren 45.000 Seelen oder 11*1 Prozent. Die Zahl der Personen im Alter von 20 bis 45 Jahren betrug also Ende 1936 49’3 Prozent. Wenn man die Altersgruppen von 15 bis 30 und von 30 bis 45 Jahren vergleicht, so zeigt sich ganz deutlich die eigenartige Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung Palästinas und das starke Übergewicht einer kräftigen, arbeitsfähigen und fruchtbaren Schicht junger erwachsener Menschen gegenüber anderen Völkern. Mehr Männer als Frauen Nach der Volkszählung vom Jahro 1981 waren unter den 174.606 Juden, die damals in Palästina lebten, 88.097 Männer oder 50*5 Prozent. Unter 173.969 Einwanderern, die im Laufe der letzten fünf Jahre oinge- .wandert sind, waren 85.970 Männer und 87.999 Frauen oder 49’5 Prozent Männer und 50*5 Prozent Frauen. Dieser Überschuß an Frauen stammt daher, daß in den beiden Jahren 1935—1936 eine große Anzahl von Frauen ins Land gekommen sind, die von ihren Männern und Angehörigen in Palästina angefordert wurden. Unter den 20.866 Kindern, die in den letzten beiden Jahren im Jischuw geboren wurden, waren 10.009 oder 52*6 Prozent Knaben und 9977 Mädchen. Auf Grund dieser Ziffern können wir den Schluß ziehen, daß die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung nach dem Geschlecht heute einen gewissen Überschuß von Männern zeigt. Starker natürlicher Bevölkerungszuwachs Nach den offiziellen Ziffern der Regierung schwankt der Geburtenkoeffizient bei der jüdischen Bevölkerung zwischen 29 und 31 jährlich auf 1000 Einwohner, und der Koeffizient der Sterbefälle zwischen 9 und 10. Hieraus ergibt sich, daß der Bestellen Sie rechtzeitig die Purim-Pakete für Ihre Freunde Feinste hausgemach. Purim-Kindl, Haman-Taschen ^ien,ll.,Hermlneng.10 (Edce Franx lodiedllngerg. 10) I natürliche Bevölkerungszuwachs bei den Juden ausgedrückt wird durch 20 bis 22 Seelen jährlich auf je 1000 Einwohner. Diese Ziffer ist hoch nieht nur im Vergleich zu dem natürlichen Bevölkerungszuwachs der Juden in den Diasporaländern, sondern auch im Vergleich mit anderen Ländern. Der natürliche Zuwachs der Gesamtbevölkerung in einigen Ländern zeigte im Jahre 1935 folgendes Bild: Palästina 27, Polen 12, Litauen 9, Kanada 11, Deutschland 7, Ägypten 15. 25% „innere Alijah“ Die ziffernmäßige Bedeutung der natürlichen Vermehrung der jüdischen Bevölkerung Palästinas nimmt mit der Zunahme der Bevölkerung im Lande dauernd zu. So hat sich beispielsweise im Jahre 1936 der Jischuw auf Grund der natürlichen Vermehrung um 7729 Seelen hei einer Geburtenziffer von 11.029 und einer Sterblichkeit von 3300 Seelen vergrößert. Diese Erhöhung macht fast ein Viertel der Zahl der Einwanderer aus, die in diesem Jahre ins Land gekommen sind. Was das Alter anbelangt, in welchem jüdische Frauen in Palästina heiraten, ist festzustellen, daß 73 Prozent der sefardischen Frauen bis zum zwanzigsten Lebensjahre heiraten und 77 Prozent der aschkenasisohen Frauen bis zum vierandzwanzigsten Lebensjahre. Diese Tatsache hat für die natürliche Bevölkerungszunahme eine große Bedeutung, weil die Eheschließung in jungen Jahren im allgemeinen auf eine größere Anzahl von Geburten hinwirkt. Geringe Kindersterblichkeit Die große natürliche Vermehrung der jüdischen Bevölkerung Palästinas wird nicht nur von objektiven Bedingungen begünstigt. Hierzu trägt auch das hohe soziale Niveau der jüdischen Einwanderer und das weitverzweigte Netz von Gesundheits- und Erziehungsinstituten bei, die von der jüdischen Bevölkerung geschaffen worden sind und durch deren Tätigkeit die Kindersterblichkeit auf ein Minimum reduziert worden ist. Die folgende Statistik zeigt klar, wie die Kindersterblichkeit in Palästina dauernd sinkt; Im Jahre 1923 betrug die Kindersterblichkeit unter den Juden Palästinas 126 auf je 1000 Geburten; bei den Nichtjuden Palästinas 192 pro 1000; im Jahre 1926 108 bei Juden und 171 bei Nichtjuden; im Jahre 1929 90 bei Juden und 200 bei Nichtjuden; im Jahre 1932 86 bei Juden und 162 bei Nichtjuden; im Jahre 1934 78 bei Juden und 147 bei Nichtjuden; im Jahre 1935 64 bei Juden und 131 bei Nichtjuden. Im Laufe der letzten Jahre, von 1923 bis 1935, ist also die Kindersterblichkeit in Palästina im allgemeinen sehr gesunken, und zwar sowohl unter den Juden als auch unter den Nichtjuden, aber während sie b e i de n Juden um fast 50 Prozent gesunken ist, hat sie sich bei Nichtjuden um 30 Prozent verringert. Die berufliche Schichtung des Jischuw Das stürmische Jahr 1936 hat viele Änderungen in der beruflichen Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung herbeigeführt. Die Zahl der jüdischen Seelen, die von der Landwirtschaft leben, ist von 27.000 im Jahre 1931 auf 56.000 Ende 1936 gestiegen. Im prozentualen Verhältnis zum gesamten Jischuw bedeutet das einen Rückgang von 18 Prozent auf 15 Prozent. Die Zahl der Personen, die von der Industrie und vom Handwerk leben, ist von 37.100 im Jahre 1931 auf 83.000 im Jahre 1936 gestiegen, bei einem prozentualen Rückgang von 247 Prozent a/uf 23 Prozent. Die Zahl der Personen im Transportwesen ist von 9600 im Jahre 1931 auf 21.000 im Jahre 1936 gestiegen, bei einem prozentualen Rückgang von 6*4 Prozent auf 6 Prozent. Die Zahl der Personen im Bauwesen ist von 13.300 im Jahre 1931 auf 36.000 im Jahre 1936 gestiegen, bei einer prozentualen Zunahme von 8*8 Prozent auf 10 Prozent. Vom Handel lebten ira Jahre 1931 27.700 Seelen oder 19*1 Prozent des Jischuw, gegenüber 75.000 Seelen oder 21 Prozent im Jahre 1936. Die entsprechenden Ziffern für die freien Berufe sind die folgenden: Im Jahre 1931 17.500 Seelen oder 11‘6 Prozent des Jischuw; im Jahre 1936 48.000 Seelen oder 13 Prozent des Jischuw. Von gesicherten Einnahmen lebten im Jahre 1931 8600 Seelen oder 5*7 Prozent, im Jahre 1936 22.500 Seelen oder 6 Prozent des Jischuw. Juden in der Stadt und auf dem Land Nach den Ergebnissen der von der Jewish Agency im September 1936 durchgeführten landwirtschaftlichen Zählung wohnen in 203 landwirtschaftlichen Siedlungen Palästinas 98.000 Juden, 8000 wohnen in Vorstädten und Arbeitersiedlungen, zusammen also wahnen 106.000 Juden außerhalb der Städte. Die Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Land seit dem Jahre 1931 zeigen die folgenden Ziffern: Tel- Aviv mit Vorstädten zählte im Jahre 1931 46.300 Juden, Ende des Jahres 1936 148.000 oder 36*7 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung Palästinas. Die Zahl der Juden in Jerusalem ist von 53.800 Seelen im Jahre 1931 auf 75.000 im Jahre 1936 oder 60 Prozent der Gesamtbevölkerung Jerusalems gestiegen. Die jüdische Bevölkerung Haifas ißt von 16.000 im Jahre 1981 auf 55.000 im Jahre 1936 oder 52 Prozent der Gesamtbevölkerung Haifas gestiegen. Die Zahl der Juden auf dem Lande ist von 42.200 Seelen im Jahre 1931 auf 98.000 im Jahre 1936 oder auf 24’8 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung und 14 Prozent der gesamten ländlichen Bevölkerung Palästinas gestiegen. PEHSIOH ECKSTEIN-Ml neu renoviert Zelre w’Hechaluz Hamlsrachf. Allwöchentlich Mittwoch um halb 9 Uhr abends: Misohnajoth- Kurs, anschließend Schulcban Aruch. Jeden Donnerstag, um halb 9 Uhr: Talmud-Kurs. Leiter E. Reohbach, — Samstag um halb 4 Uhr nachmittags allwöchentlich Chug-Iwri für Anfänger. Um 5 Uhr naohmittags Chug-Iwri für Fortgeschrittene. Leiter G. Horowitz. Anschließend Mincha und. Seudah Sohlisohith, Erinnern Sie sich an „Die scharlachrote Blume"? Ab heute Erich Pommers Monumentalfilm der Korda-Produktlon Sturm über England Ab heute Ur- und Alleinaufführung Rotenturm-Kino, 1. ■ Ein London-Film d. United Artists bei Dr. Hauser & Co. ■■■■