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Die Stimme · 1937-02-19 · Heft 621 (19.2.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 621 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Wien, Freitag, 19. Februar 1987, — Nr. 601, Oll STIMMI ßette 3 Bf.' Vierzig Jahre sind eine lange Bewährungszeit. Seit vierzig Jahren bewährt sind SCHMIDL MAZZOTH Zwei Generationen Wiener Juden kaufen zu Pessach die in Qualität und Geschmack unerreichten Erzeugnisse von NATHAN BRODETZKY DEM ERSTEH FACHMANN AUF SEINEM CiEBIET Sie erfüllen auch die strengsten Ansprüche. Aus feinstem Mehl hergestellt, sorgfältig zubereitet, unter streng orthodoxer Aufsicht des Oberrabbiners B A B A D hergestellt, sind und bleiben das Beste nur SCHMIDL-MAZZOTH Achten Sie besonders auch auf die Extraqualität von „Marke Schmidl N. B." Schmldl-Grles nur in plombierten Sacken! ITTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT Milli Lady Reading: Palästina lacht über England London, 15. Februar. In seiner Aussage vor der Königlichen Kommission kritisierte Colonel Wedgwood scharf und eingehend die Palästinaverwaltung, wobei er zunächst feststellte, eine solche Masse von Beamten wie in Palästina gebe es sonst nirgends. Seiner Meinung nach sei der Gedanke, durch Verleihung von Stellen Gegner z>u beschwichtigen, in Palästina bis zum Extrem getrieben worden. Die Verwaltung in Palästina sei antijüdiscth und proarabisch eingestellt. In Palästina gebe es zwischen Verwaltung und jüdischer Bevölkerung keinen gesellschaftlichen Kontakt. Unter den Beamten könne man alle möglichen sonderbaren Meinungen über die Juden hören und unter den Juden ebenso sonderbare über die britischen Beamten. zier Mut, faßte den Araber an den Beinen, warf ihn um und entwaffnete ihn. Die beiden englischen Offiziere kleideten sich feierlich wieder an und führten den Araber in das nächste Dorf. Unmittelbar an der Dorfgrenze machte der Araber jedoch kehrt und entkam. Die Offiziere feuerten ihm mit seinem eigenen Gewehr nach. Es war jedoch blind geladen. Daß solche Erzählungen bei den Arabern im Umlauf sind, zeige, welches Ansehen die Armee bei ihnen genieße. Viele Verluste der Engländer seien auch darauf zurüokzuführen, daß Polizei auf Militär schoß und umgekehrt. Zum Schluß erklärt Lady Reading, ei« schreibe all dies, damit diejenigen ln England, die es wissen müßten, erfahren, daß das Prestige Englands in Palästina so gesunken ist, daß es zum Gelächter für Juden und Araber wird. Es müsse etwas geschehen, um den Respekt wiederherzustellen. Nur ein Gutes eei zu berichten: die Zurückhaltung und Selbstbeherrschung der Juden haben alle überrascht und Eindruck gemacht. Die Königliche Kommission werde ein Rätselraten darüber anstellen, was eie empfehlen soll, und alle klugen Leute in England würden sich tiefe Gedanken über die Probleme machen. Aber fast alle diese Probleme bestünden in Wirklichkeit gar nicht. Sie seien nur vorübergehende Schatten in der Einbildung der Menschen. Durch die hoffnungslose Unfähigkeit der Palästina- Verwaltung sei ein großer Popanz entstanden. Was man brauche, sei nicht ein Bericht, sondern ein Mann. Nach Verlesung dieses Briefes wurde die Sitzung geschlossen. Der Termin der nächsten Sitzung wird demnächst bekanntgegeben weiden. iiiiiijiiiniiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimiiiiiimiinitnimiimmmimnimuimmmiimtimmiiiinrtmf A&$cUUd$i/ovtcag> Dienstag um 8 Uhr abends hält Josef Kastein im Offenbach-Saal (Treitlstraße, Porr-Haus) einen Vortrag unter dem Titel „Jeremias — der Geist der jüdischen Prophetie“. Es ist sein Abschiedsvortrag vor seiner Rückreise nach Erez Israel, aber auch sein letzter Wiener Vortrag für längere Zeit. Im nächsten Jahr wird er nicht nach Wien kommen können, da er sich für eine Vortragstournee in Nord- und Südamerika und in Südafrika verpflichtet hat. iine flaffa täglich für Öhr Xind Orangen sind saftiger PALÄSTINENSISCHES WACHSTUM stände seien, weitere Krawalle zu veranstalten. Die hebräischen Abendzeitungen berichten, daß die Betarim am Samstag mit arabischen Autobussen nach Jerusalem gekommen sind. Die Freude der Feinde Jabotinskys Vorschläge TEPPICHHAUS H. SCHEIN I. , Tuchlauben 25 VII., Mariahilferstraße 76 Moderne Vorhangsftoffe, Netzstoffe, Möbelstoffe, Möbelkretonne, Englisch-Leinen, Chintze. Alle Qualitäten Teppiche Schließlich verlas noch Colonel Wedgwood einen Brief von Lady Reading über die gegenwärtige Lage in Palästina. Darin heißt es, augenblicklich habe man den Eindruck, daß Ruhe herrschen werde. Man reise wieder über Land und vermeide das Reisen nur nach Eintritt der Dunkelheit. Über die vereinzelten Raubüberfälle scheine man nicht allzu sehr besorgt zu sein. Ein Einschreiten gegen die Banditen sei aber fast unmöglich, weil man keinen Araber bewegen könne, als Zeuge vor Gericht auszusagen, und weil ohne Zeugen ein Verfahren nicht eröffnet werden kann. Das Ergebnis sei, daß alle in Freiheit bleiben. Man habe ihr gesagt, daß die Unruhen in der ersten Woche von der Polizei allein hätten niedergeschlagen werden können, wenn man ihr erlaubt hätte, entsprechend vorzugehen. Am schlimmsten eei, daß angeblich die palästinensischen Araber in den letzten vier Monaten Ruhe gehalten hätten, während die Unruhen von syrischen Arabern erregt wurden, die man nicht gehindert habe, die Grenze zu übersehreiten. In aller Munde sei die Geschichte, wie zwei englische Offiziere beim Spaziergang von einem bewaffneten Araber angehalten wurden, der auf einem Steinwall stand. Der Araber befahl ihnen, sich auszuziehcn. Einem von ihnen, den er gefesselt hatte, befahl er dann, auf den Wall zu kommen; da der Offizier dies nicht konnte, weil die Fesseln ihn behinderten, wurde ihm befohlen, die Fesseln abzustreifen und dann hinaufzukommen. Schließlich bekam der Offl- London, 15. Februar. Seine Aussage vor der Königlichen Kommissioh schloß Jabotinsky mit der Erklärung, es eei für ihn eine höchst unerfreuliche Pflicht, den Gedanken zu erwägen, was geschehen würde, wenn die Wünsche der Juden von Großbritannien nicht erfüllt werden könnten. Er hätte gewünscht, diese Frage nicht erwähnen zu müssen. Er beantworte eie im Namen des extremen Flügels der zionistischen Bewegung: Wenn Großbritannien wirklich nicht in der Lage wäre, dies zu tun, dann solle es sein Mandat zurückgeben und dies in einer Weise tun, die die Sicherheit der Juden und die Aussichten des Zionismus für die Zukunft nicht gefährdet. Er sei vollkommen davon überzeugt, daß es dazu nicht kommen werde, denn er glaube an Großbritannien. Die Vorschläge, die Jabotinsky in seiner Aussage machte, lassen sich etwa folgendermaßen zusammenfassen: Er befürwortete die Einsetzung eines Kol oni s ati ons r egimes zwecks beschleunigter Verwirklichung des Mandats Zieles. Unter diesem Regime seien folgende wesentliche Maßnahmen zu treffen: a) Eine Agrarreform; b) eine Reform des Zoll- und Finamsystems; c) eine Reform der Zivilverwaltung; d) Öffnung Transjordaniens für jüdische Kolonisation; e) Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit durch Aufstellung eines eigenen jüdischen Militärverbandes innerhalb der britischen Streitkräfte in Palästina sowie von jüdischen Einheiten ln der Landespolizei und von legalisierten Selbstwehreinheiten. Dieses Regime solle gelten für die Verwirklichung eines Zehnjahres planes zur Einwanderung von etwa anderthalb Millionen Juden, wodurch die jüdische Not in der Diaspora gemildert und eine jüdische Mehrheit in Palästina gesichert werden würde. Auf jüdischer Seite solle gleichzeitig eime durchgreifende Reform der Jew i s h Agency auf der Basis freier Abstimmung in allen Ländern statt des durch den Schekel bezahlten Wahlrechts durchgeführt werden. Nomina sunt odiosa In Beantwortung einer Frage von Sir Laurie Hammönd erklärte Jabotinsky. es gebe keine Bestimmung im Mandat, derzufolge die Araber um ihre Meinung befragt werden müßten. Man könne England mit der Aufgabe betrauen, sich um die Interessen der Araber zu bekümmern. Sollte jemals eine neue Mandatamacht eingesetzt werden, dann könne man es England überlassen, dafür ziu sorgen, daß der neue Mandatar Garantien für den Schutz der Araber leiste. Jabotinsky meinte, es gebe viele andere Mächte, diie als Mandatar in Betracht kämen. Lord Peel: Es ist besser, keinen Namen zu nennen. Französische Handelsmission in Palästina Jaffa, 17. Februar (Havas) meldet: Die französische Handelsabordnung bat in Jaffa und Tel-Aviv einen sehr herzlichen Empfang gehabt. Nach einer Besichtigung des neuen Hafens in Tel-Aviv wurden Reden gehalten, in denen die französisch-jüdische Freundschaft hervorgehoben wurde. Der Ueberfall der Betarim Jerusalem, 16. Februar. (JTA.) Über den am 14. d. geschehenen Überfall von 70 Betarim auf das Büro der Jewish Agency in Jerusalem wird noch mitgeteilt: Die eingedrungenen Betarim demolierten die Inneneinrichtung des Einwanderungsamtes der Jewish Agency, zertrümmerten Türen und Fenster, vernichteten zahlreiche Dokumente und verletzten vier der anwesenden Beamten. Unter den 70 Eingedrungenen waren Betarim auch aus Tel-Aviv und anderen Orten des Landes. Den Angestellten gelang es zu,flüchten und diie Eingedrungenen von draußen einzusperren. Die Eingesperrten schleuderten Telephonapparate und Schreibmaschinen zum Fenster hinaus auf die Straße. Die herbeigeeilte Polizei verhaftete 37 Betarim. Die 37 Mitglieder des Betar ensch-ienen am 14. d. vor dem britischen Richter Curry unter der Anklage der ungesetzlichen Zusammenrottung, Sachbeschädigung, und tätlicher Mißhandlung. Die Verteidigung wurde von zwei revisionistischen Anwälten ü'ber- Die arabische Presse beschäftigt sich sehl eingehend mit dem Zwischenfall. Der Be« rieht erscheint unter sensationellen Schlag« Zeilen. Die „AI-Liwa“ schließt ihren Bericht mit der Bemerkung:. „Möge das jtidis ch e Nationalheim sich an sei« neu Erbauern freuen.“ Erlösung von der täglichen Qual Ist die sanft-scharfe Der Terror der Histadruth Auß Erez Israel wird der „Stimme“ gemeldet: Die Wiener Gruppe der Jung-WIZO- Mirjam haut im Emek Sebulun bei Haifa ein Mädchenheim für noueinwandernd« Mädchen. Im Sinn ihrer politischen Neutralität hat es die Gruppe bei der Bauleitung diurchgesetzt, daß bei den Bauarbeiten auch Chawerim der Kwuzah Winaith der Gruppe F r e i b r u n n, die der Histadruth nicht angehören, Beschäftigung finden. Die Bauleitung kam diesem dringlichen Ansuchen nach und stellte zwei Poalim dieser Kwuzah an. Sofort zu Beginn der Bauarbeiten kam es aber zu Reibereien zwischen Mitgliedern der Histadruth und den zwei anderen Poalim. Die Ursache dieser Reibereien war ausschließlich die Tatsache, daß die beiden nicht Mitglieder der Histadruth sind. Sie konnten nur kurze Zeit mitarbeiten und mußten dann die Arbeit aufgeben. Diese beiden Chawerim waren bis jetzt beschäftigungslos. * Das ist wieder ein krasser Fall des Gesinnungsterrors der Histadruth, die täglich den Burgfrieden bricht und junge Zionisten zu Verzweiflungsaktionen treibt. Diesem Terror muß ein Ende bereitet werden. Die Sohekelzahler werden bei der Kongreßwahl zu bekunden haben, ob sie sich weiter durch das Märchen von der „unpolitischen Histadruth“ bluffen lassen wollen. Der Terror der Histadruth .allein macht es notwendig, daß alle Allgemeinen Zionisten für den im Kranommen; auf deren Ersuchen wurde der I kauer Programm geforderten Primat des Prozeß auf Donnerstag vertagt. Der Richter Volkes eintreten und demgemäß gegen jeden lehnte die Befreiung gegen Kaution mit der Klassenkampf auftreten, ob er nun von Begründung ab, daß die Verhafteten imrechts oder von links kommt. Das Beste zum Schluß, 13. März Sofiensäle mmm 7992308

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