Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 620 (16.2.1937)
- Date
- 1937-02-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit* 4 Dtl tTIMMI Wien, Dienstag, 16. Februar 1D37. — Nr. 620# Artur Koestler von Franco zum Tod verurteilt Gibraltar, 14. Februar. (JTAJ Der Korrespondent der Mitropreß meldet: „Der Journalist Arthur Koestler ist dem Vernehmen nach in Malaga von den Franco-Truppen verhaftet und zum Tode verurteilt worden. Koestler hatte im Aufttag des „News Chronicle“ eine Artikelserie über Spanien veröffentlicht und vor kurzer Zeit auch ein Buch herausgebracht “ Arthur Koestler, der aus Ungarn stammt und in Wien seine Studien absolviert hat, wo er auch Mitglied der zionistischen Verbindung „Unitas“ war, ist ein jüdischer Journalist von Rang. Während der Unruhen in Palästina im Jahre 1929 betrauten die Ullstein-Presse und andere Weltblätter den damals noch sehr jungen Arthur Koestler mit ihrer Vertretung. Später kam Koestler nach Berlin und trat in die Redaktion der Ullstein-Blätter ein, wo er an hervorragender Stelle politisch arbeitete. Im Aufträge großer Zeitungen bereiste er verschiedene Länder. Verhaftung des Präsidenten von Birobidschan Warschau, 14. Februar. Nach einer Meldung aug Moskau ist der Präsident von Birobidschan, namens Lieborberg, wegen trotzkistiseher Betätigung verhaftet worden. Es wird ihm der Vorwurf gemacht, gegen den St-alinismug gehetzt, Verbindung mit den Anhängern Trotzki« aufrechterhalten und so das Aufbauwerk Stalin* sabotiert zu haben. Angriff auf eine Harand-Versammiung Anläßlich einer am 12. d. stattgehabten Massenkundgebung der Harand-Bewegung gegen Rassenhaß und Judenverfolgung, zu der etwa 1500 Zuhörer, zu 90 Prozent Christen, erschienen waren, kam es zu äußerst stürmischen Auftritten, als eine Gruppe Nationalsozialisten die Versammlung um jeden Preis sprengen wollte. Während des Vortrages der Frau Irene Harand wurden acht Stinkbomben in den Saal geworfen, wodurch eine vorübergehende Panik entstand. Da jedoch Frau Harand ihren Vortrag fortsetzte, trat allmählich wieder Ruhe ein. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Nach Schluß der Versammlung brachten die Anwesenden Frau Irene Harand große Ovationen dar. Weltkongreß-Komitee in Wien In einer Beprechung mit dem JTA.-Vertreter äußerte sich Dr. Nahum Goldmann über die bevorstehende Sitzung des Administrative Committee des Jüdischen Weltkongresses, die, wie mitgeteilt, aus technischen Gründen für einen späteren Termin verschoben werden mußte, wie folgt: „Diese Sitzung soll von entscheidender Bedeutung sein für die Organisierung der politischen und ökonomischen Arbeit des Weltkongresses in den einzelnen Ländern. Insbesondere wird ein genauer Bericht über die bisherige Tätigkeit der Exekutive erstattet werden; bei dieser Gelegenheit werden die Probletne der Emigration als die derzeit wichtigsten, ebenso wie die Frage des politischen Kampfes zur Wahrung jüdischer Interessen in einzelnen Ländern einer genauen Beratung unterzogen werden.“ In Wien fand in Gegenwart Dr. Goidmanns eine Sitzung eines Komitees unter Vorsitz des Oberbaurates Robert Stricker statt, bei der Goldmann einen ausführlichen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Kongreß-Exekutive erstattete. Da in diesem Komitee sowohl der Präsident der Kultusgemeinde, Staatsrat Doktor Priedmann, und Delegierte aller zionistischen Fraktionen, mit Ausnahme der Revisionisten, als auch die Vertreter des Bundes Jüdischer Frontsoldaten die Bereitschaft zur Mitarbeit an der Weltkongreß-Idee erklärt haben, wird nunmehr auch in Österreich eine Tätigkeit im Sinne des Weltkongresses ersetzen. Die Katastrophe der polnischen Juden: Raubf Brandstiftung, Austreibung Warschau, 11. Februar. (JTA.) Die natio naklemokratische Presse teilt frohlockend mit, daß aus der Stadt Szeradz in der letzten Zeit als Folge des antijüdischen Boykotts 75 jüdische Familien fortgezogen sind. Im Verkauf eines Jahres wurden 42 polnische Läden eröffnet, gleichzeitig verminderte sich die Zahl der jüdischen Läden um 28. Zehn polnische Werkstätten kamen hinzu, 11 jüdische Werkstätten wurden geschlossen. Auf dem Markte kamen 48 polnische Warenstände hinzu, 55 jüdische Warenstände wurden eingezogen. Die nationalradikale „ABC“ teilt mit zynischen Bemerkungen mit, daß unerkannt gebliebene Personen alle jüdischen Wohnungen im Dorfe Bitele-Olechna demoliert und jüdische Waren mit Schwefel übergossen haben. Auch in dem Dorfe Ritele- Wszylka wurden die jüdischen Hütten demoliert. In der Zeit der empfindlichsten Fröste hatten die Juden kein Dach über dein Kopf und mußten die Dörfer verlassen. Man sei auf diese Weise 25 jüdische Familien los geworden. So sei es im ganzen Kreis Podloszyje. In den Warschauer Straßen wurden in den letzten Tagen massenhaft Flugzettel mit den 27 Punkten des „Programms“ der Nationalradikalen Partei verbreitet. Darin werden die „echten Polen“ aufgefordert, sämtliche Juden aus Polen zu vertreiben und sich ihrer Habe zu bemächtigen. Beginnen müsse man schon jetzt mit der Ausmerzung. der Juden aus dem politischen und sozialen Leben; als zweite Etappe komme die vollkommene Isolierung der Juden, ihre Ausstoßung aus der Armee; das Ende müsse die Austreibung sein. Die Zettelverteijer wurden von der Polizei nicht gestört, das Boulevard-Blättchen „Jutro“, welches das Programm abdruckte, wurde nicht beschlagnahmt. Die Grippeepidemie wütet unter der Lodzer jüdischen Bevölkerung besonders heftig. Man spricht von einem „jüdischen Massensterben“. Die Begräbnisgesellschaft ist den an sie herangetretenen Aufgaben durchaus nicht gewachsen und muß Bestattungen oft ein oder zwei Tage später als normal vornehmen. Ursache dieser hohen Grippesterblichkeit bei den Juden sind Not und Entbehrung, unter welchen die jüdische Bevölkerung mehr als die christliche zu leiden hat. Hungerstreik in Wilna Warschau, 12. Februar. (JTA.) Die durch den unaufhörlichen Terror und die fortwährenden Überfälle der nationaldemokratischen Studenten zur Verzweiflung getriebenen jüdischen Hörer an der Universität Wilna haben zutn Zeichen des Protestes gegen die passivo Haltung, die die Universitätsbehörden gegenüber den Exzessen an den Tag legen, einen 24stündigen Hungerstreik durehgeführt. Am 9. Februar, abends, schlossen sich 550 jüdische Studenten im Studentenheim ein und sperrten die Wasser- und Elektrizitätszufuhr a.b. Am Mittwoch abend zogen die Studenten nach Beendigung des Hungerstreiks geschlossen aus dem Studentenheim aus. Sio wurden vor dem Gebäude von einer großen jüdischen Menge mit ermutigenden Zurufen begrüßt. Vertreter der fortschrittlichen polnischen Studentenschaft haben ihre Solidarität mit der Protestaktion erklärt, uiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiin Nathan Bistritzky wird, am Mitt w o c h, den 17. Februar, um 148 Uhr abends an einer Sonderk o n ferenz der Keren-Kajemcth-Kommissäre und Selbst, kontingentier teilnehmen (Sitzungssaal, L, Marc-Aurel-Straße 5); am Donnerstag, den 18. Februar, um 8 Uhr abends, in eitler öffentlichen Versammlung (Hotel Continental) sprechen. Thema: Die Krise in Europa u n d das jüdische Schicksal. Neue Hetze in Deutschland Wie aus Berlin gemeldet wird, wird im „Völkischen Beobachter“ und in anderen nationalsozialistischen Zeitungen eine neue Hetzpropaganda gegen die Juden im Zusammenhang mit dem Fall Frankfurter inszeniert. Das Gericht in Chur hat eindeutig ausgesprochen, daß David Frankfurter aus eigenem Antrieb gehandelt und keinerlei Auftraggeber oder Mitverschworene gehabt hat. Die nationalsozialistischen Zeitungen wollen aber jetzt doch „Beweise“ erbringen, aus denen eine Weltvcrschwörung der Juden hervorgehen solle. Der „Völkische Beobachter“ kündigt an, daß sein Sonderberichterstatter, der nach dem Mord an Gustlofi nach Davos gefahren war, ein Regierungsrat Wolfgang Diew e r g e, eine umfangreiche Schrift über die angeblichen Hintergründe der Tat Frankfurters verfaßt habe, „in der die Spuren der Auftraggeber des Meuchelmörders aufgezeigt werden“. Die Zeitung bringt aug der Schrift eine Reproduktion von Frankfurters Aufzeichnungen auf einer Zigarettenschachtel, die im Prozeß zur Sprache kamen. Die Aufzeichnungen, die kroatisch geschrieben sind, lauten: Sektion und Wizo Mariahllf-Neubau Gelber Saal d. Hotel Münchnerhof, Marlahllferstr. 81 Donnerstag, 18. Feber 1937, halb 9 Uhr abends DR. OSKAR QRÜNBAUH, Präs. d. Zionistischen Landesverbandes f. Oesterreich: 9* Aktuelle jüdische u. zionistische Probleme s« „Montag, 3. 2. 36, 9.30 Uhr, muß die Verurteilung ausgeführt werden. Vorher anrufen und fragen, ob er da, ist. Wenn er nicht herauskonimt, auch nicht zu sehen ist, versuchen zu fliehen, sonst Ausführung des Selbstmordes. 1—2 Schlisse in die Brust. Revolver in der rechten Tasche des Rocks. Nicht im Überzieher. Sobald ich im Zimmer bin, plötzlich herausziehen und schießen. In den Kopf oder in die Brust 3 Schüsse.“ Eg ist zu beachten, daß diese, auf eine Schachtel österreichischer Memphis geschriebene „Weisung“ dem Gericht nicht bekannt war. Sie ist erst jetzt von den Nationalsozialisten produziert und u. a. im. „Salzburger V o 1 k s b 1 a 11“ vom 12. d. publiziert worden. In diesem Faksimile steht anstatt „9.30 Uhr“ %10. Ferner ist das Wort „osudu“ („Verurteilung“) über ein anderes, unleserliches Wort, und zwar offensichtlich von einer anderen Hand, geschrieben worden. Regierungsrat Diewerge hielt auch vor Vertretern der Partei und Behördendienststellen des deutschen Rechtsstandes und der Wehrmacht einen Vortrag über die neue „jüdische Weltverschwörung“. In den jüdischen Kreisen Deutschland« herrscht angesichts dieser Hetzpropaganda, die Befürchtung, daß eg zu neuen schweren Aktionen gegen die Juden kommen werde. Hermann Struck-Ausstellung in der WIZO In den Räumen der WIZO (Schottenring 25) wurde Sonntag eine Ausstellung von Radierungen und neuen Aquarellen Hermann Strucks eröffnet. Es ist der WIZO hoch anzurechnen, daß sie sich dieser wichtigen kulturellen Aufgabe unterzogen hat; auch auf dem Weg über die Kunst wird es gelingen, der Idee des jüdischen Nationalheims neue Freunde zu gewinnen. Die Ausstellung ist täglich außer Samstag ununterbrochen von 11 bis 3 UhT geöffnet. Universitätsprofessor Dr. Max Eisler hielt anläßlich der Eröffnung der Ausstellung folgenden Vortrag: Will man von der Kunst Hermann Strucks etwa« Wesentliches aussagen, dann wird man zu allernächst vom Charakter des Mannes sprechen müssen. Denn anders als bei den meisten Künstlern, wo das Menschliche und das Schaffende auf zwei verschiedenen Ebenen nebeneinander läuft, so daß man beim Schaffen mit Fug und Recht von einer zweiten Form ihres Daseins, von einem „Außer-sich-Sein“ sprechen darf, fallen bei Struck Lebens- und Kunstansohauung, Lebens- und Kunsttätigkeit vollkommen zusammen, und ihre gemeinsame Quelle ist der Charakter — ein knabenhaft reiner, männlich sicherer und unbeirrbarer Charakter. Nimmt man ihn zum Ausgangspunkt, dann erscheint alles, was der Künstler hervorbringt, einfach, notwendig und überzeugend. Zum Charakter des Mannes gehört vorerst seine bibelfeste Gläubigkeit, eine keineswegs Ich-bestimmte oder mystische, sondern eine sehr klare, ja heitere und soziale Gläubigkeit, die über die politische Partei, der er führend angehört, über den Misrachi hinaus, der ganzen jüdischen Gemeinschaft dienstbereit aufgeschlossen ist. Aus diesem Bekenntnis zum Judentum erklären sich schon die Wege, die er genomenin hat. 1876 in Berlin geboren und in der deutschen Kultur aufgewachsen, drängt es ihn doch immer wieder nach dem jüdischen Osten, im Kriege nach Litauen und Weißrußland, woher er ein 1916 veröffentlichtes Skizzenbuch nach Hause bringt, nach dem Krieg nach Palästina, dem äußersten Ziel seiner Wünsche, wo er sich befreit und beglückt für die Dauer niederläßt. Auf diesen Wegen sammelt er seine Stoffe: die Gegenden, Baulichkeiten und Menschentypen jenes näheren Ostens, aber schon damals und erst recht nachher die Landschaften und Gestalten von Erez Israel, nicht mehr allein gebunden durch Treue und Ehrfurcht, sondern überglänzt vom Liebt, dem weißen, fostlichon Licht des Südens, dem Licht seines Frohsinns und seiner Zärtlichkeit. Die Tradition, die dem Mann im Blute liegt, das Bewußtsein, Glied zu sein in der Kette der Geschlechter, bleibt auch die Richtschnur seiner Kunst: das Überlieferte sich völlig anzueignen, es zu erhalten und weiter zu pflegen und nur ein bescheidenes, vorsichtig gewogenes Maß vom Neuen darin aufzuarbeiten, das bleibt sein Standpunkt. Inmitten des Umsturzes, den der Impresionismus mit sich bringt, bleibt er fast konservativ, beileibe nicht rückständig, aber auch beileibe nicht neusüchtig, sondern immer in der ausgeglichenen Mitte. Bis hieher reicht seine religiöse Haltung. Er verhält sich wie die Weisen unseres heiligen Schrifttums: er ist immer ein Lernender und wird eben dadurch ein Lehrender, von bester, grundlegender Wirkung. Große, freie Künstler, unter ihnen Max Lieberraann und Lovis Corinth, haben geschaffen, um mit ihrem stürmischen Temperament die Grenzen der Zeichnung zu durchbrechen, ihr Feld bedeutend zu erweitern, haben als längst gereifte Männer bei Struck das abgesteckte Feld durchpflügen, das Gesetz der Grenze kennengelernt, sein Lehrbuch, „Die Kunst des Radierens“, 1909 zum erstenmal erschienen, hat ungezählten Tausenden den Weg in ihr Metier bereitet. Nicht genug. Ich sagte, die Religiosität Hermann Strucks sei Dienst an der Gemeinschaft, sei tatkräftige soziale Bewährung. Sie äußert sich in einer geradezu unbegrenzten Bereitschaft, jedermann zu helfen. Sein Haus in Haifa ist das gastfreieste Haus, das ich kenne, den ganzen lieben Tag ist es gefüllt mit Besuchern, die irgend etwas wünsohen. Und auch diese Tatsache seines Lebens spiegelt sich noch in don Arbeiten des Künstlers. Als ich das letztemal, im Frühling des vorigen Jahres, bei ihm zu Gaste war, meinte er scherzend: „Wenn Sie genauer hinsohen, worden Sie bemerken, daß ich fast nur Morgenstimmüngen male. Dnn später komme ich nicht mehr dazu, da steht meine Tür nicht mehr still.“ In den Radierungen, mit denen Struck begann, die er bis in die ersten Jahre seiner Niederlassung in Palästina fortsetzte und die fürs breite Publikum bis heute das Bild des populären Künstlers bestimmen, tritt das Saubere, Zuverlässige seiner Veranlagung zutage. Die Arbeit zeigt sieh hier als ein nach allen Seiten erprobtes und vollkommen gekonntes Handwerk. All die vielen Arten dieser reichen graphischen Kunst erscheinen bis zur Neige durchgepflegt. Unsere Auslese beweist es. Da ist kein Blatt mit leichter Hand hingeworfon und bloß stückhaft angedeutet, so daß der Phantasie ein freier Spielraum offen bliebe, sondern jedes ist perfekt, jedes ein technisches Meisterstück, ja geradezu ein Dokument seiner Technik. Man könnte sich als Lehrbehelf keine besseren Vorlagen denken. Das will nicht etwa heißen, daß hier trocken doziert würde. Rein graphisch verstanden, zeigt Struck — man braucht nur auf die Blätter zu sehen, die wie mit weicher Kreide angelegt erscheinen, und dann auf die anderen, die wie Federzeichnungen leben — also rein graphisch genommen, zeigt Struck die reinste Empfindung. Bei den Studienköpfen fesselt Ihn die markante Physiognomie, bei den Bildnissen hervorragender Männer — Einstein, Siegmund Freud, Fritjof Nansen und Schalom Asch — waltet eine leidenschaftslose Beobachtung, die nicht das' geistig Entscheidende der Persönlichkeiten heraushebt, sondern die Gesichter in einem natürlich ruhigen, ja fast indifferenten Zustand abbildet. Die dekorative Fixierung der Volkstypen, die Sachtreue der Porträts verliert sich auoh nicht in den Landschaften. Aber über ihre schönsten, palästinensischen Stücke ist der Zauber der südlichen Sonne gekommen, der die Palmen, Häuser und Hügel in warme Schatten und lichte Fernen, in vibrierende Gespinste verwandelt und ihnen die scheue Regung des Gefühls mit auf don Weg gibt. Trotz alldem bleibt die Radierung Strucks eine beschreibende Kunst. Nun aber, seit 1927, läßt der Künstler diie Kupferpiafcte, er hatte mit ihr abgeschlossen, sie weiß ihm nichts Neues mehr zu sagen, und wendet sieh als ein Mann von fünfzig Jahren dem Aquarell, dem hauptsächlichen Gegenstand unserer Ausstellung, zu. Das bringt keinen sensationellen Umsturz hervor. Sensau tionen sind bei einem Charakter wie diesem