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Die Stimme · 1937-02-12 · Heft 619 (12.2.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 619 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit© ö Dil tTIMMI Wien, Freitag, 12. Februar 1037. — Nr. 819. Jugend für die Winterhilfe Es war ein Wagnis, das große finanzielle Risiko einer derartigen Veranstaltung auf »ich zu nehmen, wie es eine Nachtvorstellung im Ronaeher mit »ich bringt. Der große Erfolg, den der Abend den Veranstaltern brachte, hat ihrem jugendlichen Mut Recht gegeben und der Jüdische Klub der Jungen kann stolz darauf sein, durch seine mühevolle Arbeit dem Winterhilfswerk der Kultusgemeinde einen großen Beitrag zur Linderung der Not unserer Mitbürger zur Verfügung gestellt zu haben. Jene aber, die das Theater an diesem Abend bis auf das letzte Plätzchen füllten, werden noch lange mit Vergnügen an den künstlerischen Genuß denken, der ihnen von den mitwirkenden jüdischen Künstlern geboten wurde. Das Programm, das von Josef Baar meisterhaft konferiert wurde, brachte zuerst turnerische Vorführungen der Makkabi Boys, die durch ihre exakte Arbeit am Barren die Zuschauer zu lautem Beifall hinrissen. Rita Georg — die einzige weibliche Mitwirkende entzückte durch einige Chansons und die Parodien Martin Millers ließen die Hörer aus dem Lachen nicht herauskommen. Es folgten Darbietungen aus dem Ronacher-Progrannn, darunter der jüdisch-amerikanische Komiker Chaz Chase und als Clou des ersten Teiles Jack Hylton mit seiner Kapelle, über dessen Kunst sieh jedes Wort zu sagen erübrigt. Nach der Pause begrüßte der Obmann des J. K. J. Jos u ah Torczyner die Festgäste, unter denen sich auch der Präsident der Kultaisgemeinde Staatsrat Dr. Friedmann und Präsident Dr. Griinbaum befanden und dankte allen, die sich um die Veranstaltung verdient gemacht hatten, für ihre Arbeit. Er gab ein kurzes Bild der Arbeit des J. K. J. und versprach auch weiterhin auf dem bisherigen Weg weiterzugehen. Seine Ausführungen fanden unter den Zuhörern starken Beifall. Im zweiten Teil des Programms brachten Max Brod sowie Fritz Grünbaum und Kurt Strehlen Proben ihres Humors, und Duno Tendier entzückte die Hörer durch seine prachtvolle Stimme. Den Abschluß bildeten Vorträge der Melo-Parodisten, die sich an diesem Abend nicht nur als schier unübertreffliche Meister des Humors, sondern auch als gefühlvolle Sänger jiddischer Lieder bewährten. Nach den Vorträgen tanzte man in animierter Stimmung bis in die frühen Morgenstunden oder lauschte in der Bar den Liedern Edmund Helfers und Jimmi Bergs. Es war, von der ersten bis zur letzten Minute, ein genußreicher, schöner Abend. h. h. i 5 Uliet-STUUtK Aufruf des Makkabit Von Sdioschannah Wagschal Junger Jude, verstärk’ die ReWnl Heute noch mußt Du der unsere sein. Hier wirst gesund Du, hier wirst Du stark, Hier wird gestreckt verkümmertes Mark, Das durch die Last des Golus gebeugt, — Jude! Hier wird Deine Freiheit gezeugt. Jüdische Kulturstelle I., Kai 3, R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater. Täglich, 20 Uhr: Scholem Alejchems Komödie „Schwer zu sein ein Jud’“, deutsch von Jakob Rosenthal. Regie: E. J-ubal. Sonn- und Feiertags, 144 Uhr, Nachmittagsvorstellung: „Die Grenze.“ Kunstsektion. Führung (im Zyklus „Das jüdische Wien“): Sonntag, 14. Februar: „Jüdisches Museum“, Leitung: Prof. Dr. J. Bronner. Treffpunkt: II., Malzgasse 16, 11 Uhr vorm. Autorenabend Albert Ganzert. Samstag, 13. Februar, 17 Uhr 45, liest der Dichter des Zeitstücks „Die Grenze“ im Jüdischen Kulturtheater unter dem Motto „Hart an der Grenze“ aus neuen Werken. Einziger Chanson-Abend Helmut Mark. Sonntag, 14. Februar, 18 Uhr, bringt Helmut Mark, der zu den von ihm verfaßten Texten die Musik selbst komponiert hat, einzelne Wiederholungen und viele neue Chansons. Jüdische Volkshochschule. Beginn des Sommer-Semesters Montag, 15. Februar. Kunststelle. Neuanmeldungen ganztägig. Ermäßigte Karten für sämtliche Privat-Bundestheater und Konzerte. Leihbücherei (Jüdische Volkshochschulbücherei). Neuerscheinungen. Allgemeine Belletristik und Judaica. Neue jüdische Kinderbücher. Jeder Jude zahlt als Stamm-Mitglied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein „Makkabi“, IX., Liechtensteinstraßo 20, veranstaltet Sonntag, den 14. d., im Cafe „Altes Rathaus“. Wien, I., Wipplingorstraßo 24 (an der Hohen Brücke), einen Fünfuhrtee mit Tanz. Entree und Konsumation S 1.50. Gäste herzliehst willkommen! Jüdisch-kultureller Elternbund, Wien, I., Seitenstettengasse 2. Montag, den 15. d., 8 Uhr abends, im Saale des Lehrlimgsheimes „Zukunft“, IX., Grünetorgasse 26, Elternversammlung. Redner: Prof. Dr. Emil Lehmann Uber „Die soziale Frage im Judentum“ und Dr. Leo Goldharamer über „Sensationen im alten Wiener Judenghetto. — Dienstag, den 16. d., 8 Uhr abends, im Großen Saale des Caf6 „Altes Rathaus“, I., Wipp 1 ingerstraße 24/26, Elternversamrnlung. Redner: Dr. Leo Goldharnmer Uber „Sensationen im alten Wiener Jiiderighetto“, Prof. Dr. Leo Menczer übeir „Elternhaus und Schule“, Prof. Dr. Emil Lehmann (freies Thema). Kein Konsumzwang. Makkaibi, ich hoffe, daß ihr alle wißt, daß dies der Weltverband der jüdischen Turner und Sportler ißt. Wer von euch wünscht, daß unser Volk stark sein möge, stark zu jeder Arbeit, stark, um im Notfall eich wehren au könnet!? Wenn du es wünschst, mußt du selber stark sein, jeder von euch ißt ein Teil des Volkes, ein winzig kleiner freilich — aber wenn jeder — und nicht nur einzelne — stark iet, dann ist es auch daß ganze Volk. Die Kinder am Land können viel leichter stark und gewandt werden, sie klettern immer wieder auf die Bäume, tragen oft Lasten auf ihren Armen, auf ihrem Rücken, strecken und recken sich beim Ernten und Pflücken, bücken sich und kriechen beim Sammeln und Suchen. Sie helfen ihren Eltern im Stall, im Feld, in der Küche und durch die ständigen Bewegungen werden ßie stark und ausdauernd. Das alles könnt ihr nicht machen. Ihr müßt an die acht Stunden über Büchern sitzen... Euro Gelenke roßten ein, die Muskeln sind nicht.elastisch, die Brust verlernt daß tiefe Atemholen. Da hilft euch das Turnen, das Wandern, das Schwimmen. Und wer seinem Körper — deir oft im Anfang 'bockig und steif und müde war — etwas beigebracht hat, daß er niun beweglich, stark und schön wurde, der hat eine rechto Freude darau. Er weiß, daß ee ein tüchtiges Stück Mühe gekostet hat, bis der Körper in eine höhere Klasse aufrücken konnte. Jetzt aber ist er auch stolz darauf — so wie auf ein gutes Zeugnis. Ariel Eine palästinensische Sage. Aus „Ostjüdische Legenden“. Von Regierungsrat J. Kreppei „Ich bin“, sagte sich der Bote in seinem Herzen, ,ein Scihaliaoh mizwali“, der Bote für eine gute Tat, es wird mir schon auß diesem Grunde nicht viel geschehen.“ Er glitt daher vom Reittier ab und erklärte dean Führer der Karawane, nicht weiterzufahren. Die Karawane setzte ihren Weg fort. Noch als sie außer Sicht war, hörte der Bote ihr höhnisches Lachen. Nun war er allein zurückgeblieben. Allein in einer Sandwüste. Er fand sich aber mit seinem Schicksal ab und begann das Freitagabend-Gebet zu verrichten. Plötzlich vernahm er ein furchtbares Brammen, das immer näher kam. Bald war ein schnaubender, mächtiger Löwe herangeschlichen. Schon glaubte der Bote, seine letzte Stunde sei gekommen, als sich der Löwe einige Schritte vor ihm ruhig niederließ, ohne ihn auch nur anzusehen. Als eine Weile verging, ohne daß der Löwe seine Stellung verändert hätte, beruhigte sich der Bote und setzte sein Gebet fort. Nachher nahm er aus seinem Ranzen Wasser und Brot, wusch sich und verzehrte die Abendmahlzeit. Der Löwe rührte sich die ganze Zeit hindurch nicht und schien sich um den Menschen gar nicht zu bekümmern. Nach der Mahlzeit fiel der Bote in einen leichten Schlaf. Wiederholt wurde er durch das Brammen wilder Tiere aufgeschreckt, wiederholt sah er Schakale, Wölfe und andere Raubtiere an seinem Lagerplatz vorbeiscihleichen; der Löwe aber hielt strenge Wache und kein Tier wagte es, dem Menschen nahe zu kommen. Als es wieder Tag geworden war, verschwand der Löwe. Der Bote verrichtete sein Gebet, verzehrte seine Mahlzeiten, sang seine Psalmen, und tat so, wie er es seit jeher am Sabbath gewohnt war, ohne irgendwie belästigt zu werden. Als sich die Schatten des Abends senkten und es wieder dunkelte, vernahm der Bote wieder das bekannte Brummen und bald war der Löwe herangesohlichen. Er wartete geduldig, bis der Bote das Abendgebet verrichtete und den Sabbath segnete. Dann kam er dicht an ihn heran, kniete vor ihm nieder und stellte sich so, als ob er den Boten einlade, sich auf seinen Rücken zu setzen. Dieser machte von der Einladung Gebrauch und bald setzte »ich der Löwe in gewaltigen Sprüngen in Bewegung. Am nächsten Morgen holten sie die Karawane ein. Der Löwe kniete wiederum nieder und ließ den Reiter aibsteigen. Dann brummte er die Karawane furchtbar an und verschwand. Die Araber warfen sich nun dem Boten zu Füßen und baten ihn um Verzeihung. Dann Setzte sich die Karawane wieder in Bewegung und erreichte einige Tage später ihr Ziel. Zum Andenken an dieses Ereignis nahm der Bote den Namen „Ariel“ Ari- Arjeh Löwe — el Gottes) an, der bis heute seiner Familie, die im heiligen Lande lebt, verblieb. «iiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiinimiiiimmiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiimiiiiiiiinin Rätselecke Füllrätsel. Von Oh. Jäger. 1. Himmelsbrot. 2. Griech. Buchstabe. 3. Prophet. 4. Muse. 5. Mitteilen. AAAAA EEEEE GG H MM NNN OO RR SS T I. und II. ergeben von oben nach unten einen Gesetzgeber Israels und dessen Brüder. * Biblisches Rätsel. Etwas für unsere bibelfesten Kinder. Welcher Prophet verlangte Musik, bevor er weissagte? # Auflösung des hebräischen Rätselst Der Buchstabe „Lamed“. ’b« nixn Auflösung des biblischen und des Silben« rätsels ausr der vorigen Nummer: 1. Die Mutter des Moses. 2. Falke, Adele, Seime, Agnes, Niere. I. und HI. senkrecht: Fasan, Leine. Ufie spielen und lernen dabei etwas Hebräisch 16. Spiel: Ephraim, komm zu uns (für kleinere Kinder) Die Kinder sitzen im Kreis oder in einer Reihe nebeneinander. Ein Kind verläßt den Raum. Nun wird ein ganz kleiner Gegenstand (Sternchen, Perle, Scnäohteichen) einem der Kinder im die Hand gegeben. Ale Kindier ballen die Hände und legen sie vor sich auf die Knie. Nun sprechen (singen) die Kinder gemeinsam: Text in. Ephraim, komm zu uns Du wirst einen Gegenstand finden in unseren Händen Text n. Text L Aöfrajim, bo elßnu Tim za chßfez b’jadßnu “TS Findet Ephraim den Gegenstand nicht (nur e i n Versuch ist erlaubt), so kommt ein anderes Kind dran. Findet er ihn ja, so darf dieses Kind nun hinausgohen. Die Kinder vergnügen sich' dabei, durch unergründliche Mienen daß Auffindom des Gegenstandes recht zu erschweren. L 111 a n G r (l n w n 1 d. Elternvereinigung an der Volksschule der Israel. Kultusgemeinde, IL, Castellezgasse 35, Tel. Nr. A 44-063, Dienstag, den 16. Februar 1937, 8 Uhr abends, im Bayrischen Hof, H., Obere Augartonstraßo 5, Theaterabend. Aufgefllhrt wird „Sonkin und der Haupttreffer“, Lustspiel in 3 Akten von S. Jusehklewitsch, als Gastspiel des Jüdischen Kulturtheaters. Der Reinertrag fließt zur Gänze der Ferienaktion für arme Schulkinder zu. Karten bei Glasner, Tel. ,R 42-2-94, und bei der Jüdischen Kunststelle, I., Franz-Josefs-Kai 5. „Chewra Kadlscha“ für die Bezirke XII/XV, Wien, XV., Turnergasso 22. Mittwoch, den 17. Februar 1937, um J48 Uhr abends, im Tempel, XV., Turnorgasse 22, Trauer-Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder unserer Ghewra-Kadificha XH/XV und der im Weltkriege Gefallenen. Priv. SchOlerhort CENTRAL II./ Taborstraße 8 B Sprechstunde: Dienstag von 7 bis 8 Uhr abds. Telephon U 14-908 Gew. Sdiulnadihllfe Gymnastik Hebräisch Bastelkurse Hebräische und englische unentgeltliche Kurse der Jüdischen Volksbibliothek „Zion“, Wien, II., Kleine Mohrengasse 8, werden demnächst eröffnet. Teilnehmer werden eingeladen, «ich ehebaldigst zu melden. Schon um 80 Groschen monatlich (Jugendlicho und Studenten nuT 50 Groschen), keine sonstigen Gebühren, verleihen wir die schönsten judaistisehon Werke in hebräischer, jüdischer und deutscher Sprache. Bibliothekßstuudon: Sonntag von 3411 bis 1 Uhr mittgs, Montag bis Donnerstag von 347 bis 9 Uhr abends. Lesehalle täglich von 5 bis 3410 Uhr abends geöffnet. Süß, groß und saftig ist die Jaffa-Orange. Sie kräftigt und leistet doch auch sichere Gewähr für die schlanke Linie. Nicht nur in ihrer Substanz ist diese Edolfracbt aber von der Natur ausgezeichnet. Die Jaffa-Orango ist auch rein äußerlich von ausgesuchter Schönheit und dient daher als vornehmster Tafelsohmuok. Zwischen grünen Blättern in flachen Schalen aufgebaut, ziert und belebt die Jaffa-Orango dien Tisch ebenso wie die schönste Blume.

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