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Die Stimme · 1937-02-12 · Heft 619 (12.2.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 619 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 DIB STIMM! Wien, Freitag, 12. Februar 1937. — Nr. 619. fiepräiiiiwPURIMBÄLL Ins OilEitzM Samstag, 20. Februar, in den Mto ln Hotel Metropole, Merzinplafz Zum Tanz spielt das Jazzorchester Elite Klddles - MllternachtsakademCe BarstUberl Juxbasar ■ Reichhaltige Gewinnste, Haupttreffer 1 Freibillet Triest—Haifa- Triest, Tour.-Klasse, gespendet von „Adriatica“ Schiffahrtsges. Venedig, per procura Lloyd Triestino, L, KÄrntnerring 6 Karten ttn Club Erez Israel, TI., Prnterstrafie 13, und Im Zionistischen Landeskomitee, I., Maro-Aurel-Slraße 6. Arabisch-deutsche Zusammenarbeit Jerusalem, 8. Februar. Die hebräische Zeitung „Haboker“ meidet, daß der Mufti mit reichsdeutschen Stellen wegen Einrichtung einer deutschen Schifffahrtslinie zwischen den Häfen des Nahen Ostens und dem Hafen Jidda zwecks Beförderung der Mekka-Pilger verhandelt. Auf den Dampfern dieser Linie werden die Pilger ein geeignetes Objekt der antibri tischen und antijüdi- Die Araber bei Wauchope Jerusalem, 10. Februar (JTA.). Von arabischer Seite wird über die Audienz dor arabischen Führer beim High Commissionet vor dessen Abrei&j; nach London mitgeteilt: Auf die Forderung des High Commissioner,, daß die Führer für die endgültige Einstellung des Terrors sorgen sollen, erklärten die Führer, eie seien hiezu nicht in der Lage, die Terroristen stünden nicht unter ihrem Einfluß. Erste öffentliche Sitzung der Kgl. Kommission in London sehen, sowie der prodeuteoheo Propaganda sein. Wie „HabokeT“ weiter meldet, ist der bekannte syrische Propagandist S c h e i k Are lau der Vermittler zwischen dem Mufti und den deutschen Stellen bei der Organisierung der Propaganda-Aktion unter den Mekka-Pilgern. Die Propaganda wird sich außer gegen England und den Zionismus auch gegen Frankreich richten. Der High Commissioner fragte die Führer, was ihr „letztes Wort“ hinsichtlich der Schaffung eines Legislative Council sei, die er mit der Regierung in London erörtern werde. Die Führer erwiderten, sie seien nicht in der Lage, sofort eine Antwort zu erteilen. Nach der zweistündigen Audienz beim High Commissioner hielt der Oberste Arabische Ausschuß eine außerordentliche Sitzung ab. tigen katholischen Kreisen gegen den Zionismus agitiert. Versprechungen des Oberkommissärs? Arabische Kreise behaupten, der High Commissioner habe den arabischen Führern zugesagt, daß die Juden in Palästina nie die Mehrheit erlangen sollen. In London wird sieh Sir Arthur Wauchope wahrscheinlich an den Beratungen im Zusammenhang mit dem Bericht, der Kgl. Kommission beteiligen. Es verlautet, daß Wauchope vor der Abreise genaue Bestimmungen betreffend Sicherung von Ruhe und Ordnung während seiner Abwesenheit getroffen und nach dieser Richtung hin auch scharfe Mahnungen an die arabischen Führer gerichtet hat. MAN SITZT gemütlich UND ISST die besten BACKEREIEN IN DER KONDITOREI I Z S Ä K W1PPLIN GER STRASSE 13 Araber erheben Anspruch auf Tel-Aviver Hafenboden Jerusalem, 9. Februar. (JTA.) Die arabische Presse teilt mit, daß der vom Mufti geleitete Oberste Muselmanische Religiöse Rat im Namen des Wafd (Verwaltung der muselmanischen Kirchengüter) bei Gericht Anspruch auf einen Teil des Bodens in Tel- Aviv, auf welchem jetzt der jüdische Hafen gebaut wird, erheben wird. Der neue Oberste Richter in Palästina Jerusalem, 8. Februar. (JTA.) Der an Stelle von Sir Michael McDonnell zum Obersten Richter ernannte bisherige Oberstaatsanwalt H. H. Trusted wurde feierlich in sein Amt eingeführt. Nach Begrüßungsansprachen von Dt. Smoira, S. Horowitz und Sidky Dajam erklärte Trusted, Palästina sei das am schwersten zu verwaltende Land im gdsfcrfjfcsn British Empire; dies vor allem wegen der offiziellen Dreisprächigkeit (englisch, arabisch, hebräisch), wegen der drei offiziellen Ruhetage in der Woche (Freitag, Samstag und Sonntag) und wegen der drei so verschiedenen Re oh tsauf f assung en (zwischen Engländern, Arabern und Juden). Zum Ober-Staatsanwalt an Stelle Trustods wurde W. J. Fitzgerald ernannt. London, 10. Februar. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird die Königliche Kommission für Palästina ihre erste öffentliche Sitzung in London am Donnerstag, den 11. Februar, abhalten. In dieser Sitzung soll die Kommission die Aus- Jerusalem, 9. Februar (JTA.). Es verlautet, daß bei der Palästina-Regierung ein politisches Sekretariat geschaffen imd nach dem Ausscheiden des bisherigen Chefsekretärs Hall besetzt werden soll. Neu wäre an diesem Amt eigentlich nur die Bezeichnung, denn schon unter Sir Herbert Samuel gab es «inen Beamten, dem die politisagen des Präsidenten der Neu-Zionistischen Organisation, Wladimir Jabotinsky, entgegennehmen. Die Sitzung findet in einem Raum des House of Lords statt. Jabotinsky beginnt mit seiner Aussage um 3 Uhr nachmittags. sehen Angelegenheiten anvertraut waren. Es scheint nunmehr die Absicht zu bestehen, die politischen und die administrativen Aufgaben des Chefeekretariates getrennt verwalten zu lassen. Der Leiter des politischen Ressorts wird dem Chefsekretär oder dem High Commissioner unmittelbar verantwortlich sein. Ein politisches Sekretariat der Palästina-Regierung Bestellen Sie rechtzeitig die Purim-Pakete für Ihre Freunde Feinste hausgemach. Purim-Kindl, Haman-Tasehen tfienJIvHermineng.K) (Ecke Franz-Hodudllngcrg. 10) Die Zertifikate für Revisionisten Jerusalem, 10. Februar. (Palcor.) Das Immigrations-Departement der J e w i s h Agency veröffentlicht eine Erklärung, in der die Behauptung, daß keine Einwanderungezertifikate an die Mitglieder des Betar ausgefolgt werden, entschieden in Abrede gestellt wird. Ee wird darauf hingewiesen, daß seit Austritt der Revisionisten aus der zionistischen Organisation das Recht des Betar auf Zuteilung von Kollektivzertifikaten verfallen sei, da dieses Recht nur Körperschaften zuerkannt werden könne, die sich der Kontrolle der Jewish Agency unterwerfen, während die Revisionisten durch ihren Austritt sich dieser Kontrolle entzogen hätten. Obwohl nun keine Zertifikate der Bctar-Organisation als solcher ausgefolgt worden seien, hätten die Palästina-Ämter wiederholt von Jerusalem den Auftrag erhalten, einzelnen Mitgliedern des Betar im Verhältnis zur Anzahl der Betarim auf Haehscharah Zertifikate zu erteilen. Tatsächlich hätten einzelne Mitglieder des Betar in Polen, Galizien, Litauen, Lettland und arideren Ländern Zertifikate erhalten, was auch gegenwärtig der Fall sei. tiiimimiiiiiimimmniiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiimiiiimiiiimiiiiMiiiiimiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Die hebräische Universität Jerusalem Auf mehrfache Anfragen teilen wir mit, daß Beitrittserklärungen zur „Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem“ in Wien an die Geschäftsstelle der Gesellschaft in Wien, XIX., Paradiesgasse 20} zu richten sind. Tel. B 10-6-89. Washingtoner Palästina-Konferenz beschließt: 41/2 Millionen Dollar für Wiederaufbau Washington, 9. Februar. (JTA.) Die amerikanische Palästina-Konferenz gestaltete sich zu einer der eindrucksvollsten Kundgebungen der amerikanischen Judenheit für den Palästinagedanken und brachte den entschlossenen Willen der amerikanischen Judenheit zum Ausdruck, gegen alle politischen Schwierigkeiten den Aufbau des Jüdischen Na11ona1heIms in verstärktem Maße fortzusetzen und die weitesten Kreise der heit für diesen Das wichtigste Ergebnis der Konferenz, der Tausende Delegierte und Gäste aus allen Teilen der USA. beiwohnten, ist der Beschluß, in den Vereinigten Staaten sofort mit der Durchführung eines 4kJ-Millionen- Dollar-Drives zu beginnen, dessen Ergebnis den Notstands- und Wiederaufbau-Aktionen das Keren Kajemeth uud des Keren Hajessod zufließen soll. Alle an der Konferenz teilnehmenden Verbände, die Zionistische Organisation Amerikas, der Misrachi, die Poale Kon, der Frauen verband Hadas&a und andere Vereinigungen, verpflichteten sich, alle ihre Kräfte in den Dienst dieser Aktion zu stellen. Die Anforderungen, die der für die nächsten Wochen au erwartende politische Kampf um die Wahrung der jüdischen Rechte in Palästina und den weiteren Ausbau des Natiorialheims an die Juden in allen Ländern stellen wird, wurden von dem Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, E 1 i e s o r Kaplan, in einer Ansprache dargelegt, die auf die Konferenz einen tiefen Eindruck übte. Palästinaeinwanderung entsprechend Kapitalinvestition Der Konferenz lag ein Bericht des Londoner Mitglieds des Zionistischen Aktionsamerlkan Ischen Juden* Zweck zu mobilisieren. Komitees, Josef L. Cohen, über die wirtschaftliche Lage in Palästina vor, der in dem Vorschlag gipfelt, die Einwanderung nach Palästina in Zukunft entsprechend der Höhe des investierten Kapitals zu regeln. Cohen erörtert drei Möglichkeiten, die als Basis für die Bemessung der Einwanderung in Betracht kommen, und zieht au« seinen Untersuchungen den Schluß, daß es am richtigsten wäre, für je 150 Pfund neu investierten Kapitals einen Einwanderer zuzulasseu. Er weist darauf hin, daß das Einströmen von 100 Millionen Pfund nach Palästina, von denen 85 Millionen ln Investitionen angelegt wurden, Lebensmöglichkeiten für weitere 650.000 Menschen geschaffen hat. Dio Untersuchung Cohens gibt einen ziffernmäßigen Überblick über Kapitalinvestitionen, Einwanderung, Bevölkerung und Volkseinkommen, wobei betont wird, daß das Einströmen jüdischer Einwanderung und der Zufluß jüdischen Kapitals die beiden Hauptfaktoren sind, die zu dem Budget- Überschuß der Palästinaverwaltung und zu dem vennehrten Reichtum des Landes beigetragen haben. Das gesamte von Juden in Palästina investierte Kapital wird auf 107 Millionen Pfund geschätzt, der Wert der von dem Die WIZO ladt ein Wie im vorigen Jahr, veranstaltet die WIZO l, zusammen mit der Wirtschaftskommission der WIZO, und unterstützt von Damen aus den Kreisen der Gönner und Freunde der Organisation, auch heuer einen großen Gesellschaftsabend. Der Ertrag fließt wieder den Institutionen der Organisation zu. Im vorigen Jahr wurde mit der Hälfte des Ertrages des Gcsellschaftsabends die Lainzer üachschara ins Leben gerufen, während der Best den palästinensischen WIZO-lnstitutionen zugute kam. Man darf hoffen, daß der Erfolg auch diesmal nicht kleiner sein wird. Die Veranstaltung findet am 20. Februar im Hotel Imperial statt. Es gelangt nur eine beschränkte Anzahl auf Hamen lautender Karten zur Ausgabe. Anmeldungen werden im Sekretariat der WIZO, L, Schottenring 25, entgegengenommen. jüdischen Bevölkerungssektor geleisteten Jahresproduktion auf 20 Millionen Pfund; davon entfallen auf die L a n d w i r t- Schaft 3 Millionen, auf die Industrie 6,500.000, auf Häuserbau 2 Millionen, auf das Verkehrswesen 750.000, auf die Güterverteilung 3 Millionen, auf Leistungen in den freien Berufen 750.000, auf Gaststätten, Hotels, Theater usw. 2 Millionen, auf das Bank- und Versicherungswesen 500.000 und auf sonstiges 1,500.000 Pfund. Verhältnismäßig ist die Zahl der in Industrie, Handwerk, Transportwesen und Baugewerbe Beschäftigten gegenüber den in der Landwirtschaft Tätigen gestiegen. Während Ende 1931 18 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig war, sind es heute nur noch 14 Prozent. Stephen Wise wiedergewählt In der Schlußsitzung der Konferenz wunde Rabbiner Dr. Stephen Wise zum Vorsitzenden des United Balestine Appeal w i edergewählt. Der amerikanische Landwirtschaftsminister W a 11 a c e hielt eine Ansprache, in dev er betonte, daß das Streben sowohl der Juden wie der Amerikaner auf Frieden und religiöse Freiheit gerichtet sei. Juden und Amerikaner seien bemüht, den Traum des Propheten Micha von der sozialen Gerechtigkeit zu verwirklichen. RooseveltsLob der Chaluzim Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, hat an die Washingtoner Palästina-Konferenz eine Botschaft gerichtet, in der er rühmend von deT „Lebenskraft und Vision der jüdischen Pioniere Palästinas“ spricht. Gleichzeitig weist der Präsident auf die Bedeutung der B a 1four-Deklaration hin, deren Verkündung sich in diesem Jahre zium 20. Mal jährt. Eine Abordnung der Konferenz beim britischen Botschafter Eine Abordnung der Konferenz begab sich zu dem britischen Botschafter in Washington, um untor Hinweis auf die Arbeiten der Königlichen Kommission aufs neue das den Juden durch das Mandat eingeräumte Recht zu betonen, nach Palästina bis zur vollen Ausnützung der Aufnahmefähigkeit des Landes einzuwandern und Boden in Palästina zu erwerben. Die Abordnung machte gleichzeitig auf die Notlage der Juden in vielen Ländern uud die oft erzwungene Auswanderung aus solchen Ländern aufmerksam und forderte, daß dio Königliche Kommission ihro Entscheidungen „im Geiste odlor Großzügigkeit“ treffe. Josef Neumann gestorben Sonntag, den 7. d.; bat die Wiener Jüdische Turnereciiaffc oinen ihrer beston, Josef N e umann, Obmann des Jüdischen Turnvereins Fünfhaus und Wiener Kreisturrtwart, zu Grabe getragen. Im Alter von 37 Jahron ist er einem heimtückischen Leiden nach langem Krankenlager zum Opfer gefallen. Soin Tod reißt eine schwero Lücke unter den Funktionären der Jüdischen Tumerschaft, dreißig Jahre seines kurzen Lebens hat Josef Neumanu der „Makkabi“-Idee treu gedient, von Kindesbeinen an bis zu seinen letzten Tagen. Mit ihm ist ein aufrechter und gesinnungsfester Jude dahingegangen, der seine ganze Kraft einsetzte für die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend, für die physische und psychische Regeneration des jüdischen Volkes. Unvergessen bleibt seine unermüdliche Mitarbeit anläßlich’ der letzten Makkabiade in Erez Israel, O. E» ,

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