Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 617 (5.2.1937)
- Date
- 1937-02-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Ml STIMMI Wien, Freitag, 5. Februar 1987. — Nr. 61T« » “ KINIIEE-STIAUU3 Wenn icU groß sein wtede Ein Kind aus Palästina dichtet: Ein Arbeiterbub bin ich Ein Arbeiterkind bin ich Und Mathanjah ist mein Name In der Schule lerne ich In der Fabrik arbeitet mein Vater Ich denke — (daß) Werde ich arbeiten Wenn ich groß bin, auch ich. Mathanjah, 8 Jahre, Fabrik Nescher. Ben poalim ani ♦3K D^1ß*J3 wie mein Vater Ben poalim ani UmathAnjah sch’mi B’weth ßöfer lomed ani B’weth charöschet owed awi Choschew ani, ki k’awi Ääwod b’godli gam ani 'OB* nwi S T~" 181^ iBD n\3a naly nuhr? n’33 •T v *: '3N3 'S ,'IK ■ t 'IK DI ^113 "TäVK faef Kasteit* halt am Dienstag, den 9. Februar 1937, um halb 8 Uhr abends im Großen Musik vor einssaal seine Hede oh die iiidieeUe Jugend Diese Veranstaltung soll eine große gemeinsame Kundgebung der jüdischen Jugend Wiens werden. Jeder junge Jude muß diesen Vortrag hören! Es spricht, hier einer unserer Besten, ein Gelehrter, der, Uber den Parteien stehend, berufen ist, der bedrängten jüdischen Jugend Wege in die Zukunft zu weisen. Ein Historiker, der — nach seinen eigenen Worten — die Geschichte nicht um ihrer selbst Willen schreibt, sondern um aus ihr das Material zu nehmen für den Dienst am Volke. Eintrittspreise nur für Jugendliche S —.55 und S 1.05, Logensitze für Jugendführer und Jugenderzieher S 2.10 bis S 3.65. Karten im Sekretariat des „Jüdischen Turn- und Sportverbandes Österreichs im Makkabi-Weltverband“, I., Wiesingenstraße 11, Tel. R 25-0-10, Jüdische Kultursteile, I., Franz-Josefs-Kai 3, Tel. 28-2-36, bei den Buchhandlungen Mejstrik, I., Wollzeile 6, und Rath, II., Taborstraße 20a. bei den zionistischen Jugendbünden und jüdischen Jugend- und Sportorganisationen. Restaurant Billet Restrenommierte Küche 'v: Reichhaltige Menüs ä S V90 u.2‘60 II., Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztor brücke) Aktion *,Rettet die Jugend" Frau Herta Morgenstern spendet für unsere Aktion „Rettet die Jugend“ S 40.— — Herr Max Bannet eröffnet eine Spendenkette mit S 5.— und lädt zu Spenden ein: Abraham Schmerler, Markus Gelband, Isidor Lebensohn, Dr. Maier Pais, Ferdinand Kornmehl, Moses Singer, David Horowitz, Anselm Teich, Doktor Kurtzberg, Siegmund Neumann. — Herr Samuel Weintraub eröffnet eine Spendenkette mit S 3.— und lädt zu Spenden ein: Moses Irpber, H. Scharfberg, Siegfried Stiaßny, Josef Locker, Eiimelech Kanarek, Moses Horeschowskv, I. Feuerstein, Prof. Dr. Leo Menczer, Heinrich Löwy. Georg Freilich, Dir. Gerson Wittlin, Hersch Baron, David Schor. Direktor B. Denner. Benzion Gold, Dü S. Modlinger, Dir Glaser, Dr. Posaner. Bell konz Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau| und Verkauj von Ret^lifäfen, Hypotheken I.. II. und III Sätze, Bau- und Zwischenkredite Gebäudeverwalfung * Büro? f ranz*Josefs-Kal 11 lei. R-25-0-44 Wohnung .• II.. Vorgarlenslr 150. fei. R-41-8-88 Jüdische Kulturstelle I., Kai 3, Tel.: R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich 20 Uhr: Salmlern Alejchem’s Komödie „Schwer zu sein ein Jud’“, deutsch von Jakob Rosenthal. Itegie: E. Jubal. Sonn- und feiertags, halb 4 Uhr, Naohmitagsvorstellung: „Die Grenze.“ Kunstsektion: Führung (im Zyklus Gedächtnisausstellung Max Liebermann), Sonntag, 7. Februar, 11 Uhr vormittags: „Handzeichnungen.“ Treffpunkt: Neue Galerie, I., Grünangergasse l. Leitung: Lona Löbl. Einzelveranstaltung: Samstag, 6. Februar, 18 Uhr: Andree Lenoir singt „Abendländische Lieder jüdischer Komponisten“. Verbindende Worte und Begleitung: Kapellmeister Rudolf Beck. Samstag, 13 Februar, 17.45 Uhr: Autorenabend Albert Ganzer (Autor der „Grenze“) unter dem Motto „Hart an der Grenze“. Sonntag, 14. Februar, 18 Uhr: Einziger Cbansonabend Helmut Mark. Kunststelle: Neuanmeldungen ganztägig. Ermäßigte Karten für sämtliche Privat-, Bundestheater und Konzerte. Photosektion: Sonntag, 7. Februar, 10.30 Uhr vormittags, Lichtbildervortrag Dr. Ch. Schieber: „Eine Photofahrt durch Palästina.“ Leihbücherei: (Jüdische Volkshochschulbiieherei): Neuerscheinungen, Allgemeine Belletristik und Judaica. Neue jüdische Kinderblicher. Jeder Jude zahlt als Stammitdied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. Grillen als Sportmatadore Ihr wißt wohl alle, daß die Chinesen große Liebhaber der Singvögel sind. Erinnert euc-h nur an das Märchen von Andersen „Der Kaiser und die Nachtigall“. Daß kennt ihr doch sicher? Aber dae wißt ihr wohl nicht, daß die Chinesen noch einen besonderen Liebling' haben, der freilich kein Singvogel ist: die Grille. Der geben sie alle möglichen Kosenamen, wie zum Beispiel „goldene Glocke“ oder „Silbernes Pfeifchen“, „Bronzene Trommel“ usw. Diese Grillen sind mit besonderen Fallen gefangen worden und werden im Sommer in tönernen Gefäßen, im Winter in ausgehöhlten Kürbissen gehalten. — Viele reiche Chinesen halten Hunderte von Grillen und steilen sogar besondere Wärter für diese an. Aber außer dem Gezirpe dieser Tierchen interessieren sich die Chinesen auch noch für die — Kampflust der Grillen! Da gibt es — je nach den Leistungen „Schwer-, Mittel¬ und Leichtgewichtsmeister“, und außerdem bekommen diese Sportgrillen noch militärische Titel — vom Unteroffizierstitel bis zum Feldinarschall! Bei den Wettkämpfen, in welchen die Grillen zeigen sollen, mit wieviel Erfolg sie zum Ringkämpfen abgerichtet worden sind, geht es gewöhnlich heiß her: es kostet so eine Sportveranstaltung Fühler, auch ein Beinchen, und nicht selten bleibt auch ein toter Grillenkämpfer am Platz. Der bekommt aber auch dann ein Ehrenbegräbnis. Bei diesen Kämpfen werden auf einzelne „Stars“ unter den Grillen-Sportgrößen oft hohe Summen gewettet, und für eine hervorragende und bewährte Kampfgrille zahlt man 500 Schilling und auch noch mehr! Diese uns ein wenig komisch berührende Einrichtung im „Reiche der Mitte“ hat aber tiefere Ursachen und hängt mit einem religiösen Glauben der Chinesen zusammen: sie sind nämlich der Meinung, daß in den guten Grillenkämpfern sich die' Seelen großer, menschlicher Helden wieder verkörpert hätten... Ariel Eine Sage aus Palästina (nach I. Kreppei). Vor mehr als hundert Jahren geriet die jüdische Gemeinde in Jerusalem in große Not. Durch die Kriege, die Kaiser Napoleon führte, wurden die Geldspenden — die aus Europa nach der heiligen Stadt geschickt wurden, fast ganz eingestellt. Und die Frommen, die ganz dom Studium der heiligen Bücher sich widmeten und durch die Spenden ihrer jüdischen Brüder dies tun konnten, lebten in großer Not. Als dann gar eine Seuche (Epidemie) im Lande wütete, war dae Elend grenzenlos und so beschloß die Gemeinde, einen Abgesandten nach Ägypten zu senden, um von den dortigen Juden Hilfe zu erhalten. Der Weg von Palästina nach Ägypten mußte damals karawanenweise gemacht werden, auf Maultieren und Kamelen. Die Reise war mit vielen Beschwerlichkeiten verbunden, Überfälle von Räubern und wilden Tieren waren keine Seltenheit. Aber die Not zwang dein atisorsehenen Delegierten, die Reise anzutreten. Für einen frommen Juden gab es hiebei noch eine besondere Schwierigkeit. Der Weg von Jerusalem nach Ägypten nahm etwa zwei Wochen in Anspruch. Man mußte mindesten einen Sabbath auf dem Wege verbringen. Ein frommer Jude muß aber am heiligen Ruhetage die Reise unterbrechen. Jüdische Karawanen gab es sehr selten. Man mußte eich einer arabischen Reisegesellschaft anschließen. Wie sollte diese dazu gebracht werden, am Sabbath eine Ruhepause eintreten au lassen? Doch um gutes Geld gelang es, eine arabische Karawane dazu zu verpflichten, die Reise am Sabbath au unterbrechen. Und so machte sich der Bote auf den Weg. Einige Tage behandelten die Araber ihren jüdischen Reißegen ose e<n sehr zuvorkommend, besonders da er mit forgesetatem Trinkgeld („Baksohisoh“) nicht geizte. Aber als es Freitag wurde und der Jude den Führer der Karawane auf sein Versprochen aufmerksam machte, begegnete er nur Spott und Hohn. „Es fällt uns nicht ein“, sagten die Araber, „deinetwegen einen vollen Tag mit verschränkten Händen dazusitzen und auzusühauen, wie du deine Zeremonien., verrichtest. Auch wir setzen, ja an unserem' Ruhe-! tage die Reise' fort und können deinetwegen keine Ausnahme machen!“ Vergebens erinnerte der Bote an die getroffene Vereinbarung, an' den bezahlten doppelten Lohn. Sie lachten ihn aus und wollten die übernommene Verpflichtung absolut nicht einhal ten. Für den frommen Mann war das. nun ganz schrecklich. „Bleibe ich nun allein in der Wüste zurück“, dachte er sich, „so kann und wird es mich wahrscheinlich das I/eben kosten. Aber es ist nicht nur mein Leben, daß dann zugrunde geht, sondern auch das der Armen und Bedürftigen in unserer Gemeinde, die dem Hungertode proisgegeben sind — und denen ich so keine Hilfe werde bringen können. — Doch wenn ich den Sabbath verletzte, lade ich eine schwere Sünde auf mich.“ Als der Tag zu Ende ging und die Dunkelheit herannahte, mußte er sich entscheiden. Und seine Entscheidung fiel zugunsten des Sabbath aus. (Fortsetzung folgt.) Rätseledce Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder Welche Mutter wurde für die Pflege ihres eigenen Kindes von einer fremden, hochgestellten Person bezahlt? m Silbenrätsel Die erste und dritte Reihe senkrecht — von oben nach unten gelesen — ergibt efen Namen eines Vogels und eines Flusses. * Die fünf waagrechten Reihen bezeichnen: 1. Einen Vogel. 2. Einen weiblichen Vornamen. 3. Einen Fluß. 4. Einen weiblichen Vornamen. 5. Ein Organ des Menschen. a k d 1 e n 8 e i r Auflösung der Scherzrätsel aus der vorigen Nummer: 1, U n t e r h a 11 u n g. — 2. N a s e — Hase — Vase. Vom Stadtschulrat gen. Leitung: SCHULERH0RT Trude Weiß CENTRAL cand. med. Lilian Grünwald llv Taborstraße 8B Absolventin des Telephon U 14-908 Chajes-Pädagogiums iiitiitfiimiiiiiitiiiittiniiiiiitiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiittiiiiiiiniiiiniiiimiiüiiiiiimiiiiiiiiiiv Josef, dee den SMoiU schätzt Von Jehuda Steinberg. In einem der Landgüter oines reichen Edömiters wohnte ein armer Mann namens Josef. Er arbeitete auf den Feldern des Edomitere, aber der Edomiter war ein schlechter Manu und Josef mußte arbeiten vom frühen Morgen bis zum Abend. Josef lebte in Armut und ernährte sich die ganze Woche sehr dürftig, aber den Sabbath feierte er mit Fischen und Fleisch, wie einer der Reichen. Deshalb nannte man ihn „Josef, der den Sabbath schätzt“. Josef diente seinem Herrn treu und der Edomiter wurde von Tag zu Tag reicher. Einmal träumte der Edomiter: Ein alter Mann mit weißem Bart ßprach mit ihm sehr streng und zum Schluß rief er aus: All dein Reichtum kommt von Josef und wird zu ihm zurückkehren!“ Der Edomiter erwachte und sein Herz schlug heftig. Wie soll ich mein Geld retten vor diesem Juden? Ich werde mir einen Edelstein kaufen, den ich immer hüten kann. Gesagt, getan. Er kaufte den Edelstoin und dachte sich: Jetzt kann Josef lange warten, bis er meine Reichtümor bekommt. Um seinen Schatz besser hüten zu können, versteckte er ihn in seiner Kappe. Einmal ging der Edomiter übor eine Brücke. Da erhob sich ein mächtiger Wind, der ihm die Kappe vom Kopfe riß und in den Fluß davontrug. Die Kappe schwamm einige Tage im Wasser, bis sie verfaulte und den verborgenen Edelstein verschlang ein Fisch. Am Erew Sabbath kam der Fischer und fing den Fisch. In der Stadt verlangte er einen hohen Preis für den Fisch und niemand wollte ihn kaufen. Aber Josef kaufte ihn und fand in den Eingeweiden den Edelstein. So ging der Traum des Edömiters in Erfüllung und Josef wurde ein reicher Mann. Aus dem Hebräischen übersetzt von Berthold GottUeb, 10 Jahre alt» Rätsel Chijda nyrj Ich bin auch Ani gam DI *IK in Jerusalem * BijruschaiÄjim y Und auch in Ludd. W’gam b’lud. ♦nfo dm 1 «»j Nioht in Tiberia Lo bit’wßrjah TtVJ * . Und nicht in Gdud. WHo bigdud. •TV«* 1• | Aber meine Kraft zweifach Ach Koohi kifläjim D^D3 Vft TJH Ist in Ltil (Hühnerstall) Hu ballul Zwijab, 9 Jabrej Tel Awiw«