Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 617 (5.2.1937)
- Date
- 1937-02-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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W(en, Freitag, 5. Februar 1037. — Nr. 617. DIE STIMME fielt« 9 Vierzig Jahre sind eine lange Bewährungszeit. Seit vierzig Jahren bewährt sind SCHMIOL MAZZOTH Zwei Generationen Wiener Juden kaufen zu Pessach die in Qualität und Geschmack unerreichten Erzeugnisse von NATHAN BRODETZKY DEM ERSTEN FACHMANN AUF SEINEM GEBIET Sie erfüllen auch die strengsten Ansprüche. Aus feinstem Mehl hergestellt, sorgfältig zubereitet, unter streng orthodoxer Aufsicht des Oberrabbiners B A B A D hergestellt, sind und bleiben das Beste nur SCHMIDL-MAZZOTH Achten Sie besonders auch auf die Extraqualität von „Marke Schmidt N. B.“ Schmidl-Grles ihm in plombierten Sacken I Lord Melchett an die „Times" London, 1. Februar. „Times“ veröffentlichen ein Schreiben von Lord Melchett, welches u. a. sagt: Die in den öffentlichen Sitzungen der Königlichen Kommission in Jerusalem gemachten Aussagen haben keine fundamentalen Tatsachen enthüllt, die für diejenigen neu wären, welche in Berührung mit den palästinensischen Angelegenheiten stehen. Wenn der Bericht der Kommission veröffentlicht sein wird, werden wir mit Nutzen die Meinung dieser Körperschaft hervorragender Persönlichkeiten über das Problem erfahren. Wenn Großbritannien und der Völkerbund dieses quälende Problem endlich aus der Welt schaffen wollen, so müssen sie entweder den Juden in einem erforderlichen Maße die Einwanderung in Palästina erlauben oder Schritte ergreifen, damit die Unterdrückungen der Juden in Europa aufhören. Heute besteht ein stillschweigendes Übereinkommen, dieses Thema im diplomatischen Verkehr nicht zu berühren. Lord Melchett schließt: Wenn man einen Kessel zum Kochen bringt, darf man den Deckel nicht verschließen; denn dann muß eine Explosion erfolgen. Aus der Jüdischen Gemeinde Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Klub der zionistischen und dem Klub der unionistischen Kultusvorsteher hat Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich seine Stelle als Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde zurtickgelegt. In der Plenarsitzung des Kultusvonstandes vom 3. Februar wurde an seiner Stelle Dr, Josef T i c h o zum Vizepräsidenten gewählt. In derselben Sitzung legte Regierungsrat Dr. Oppenheim seine Stelle im Vertreterkollegium zurück. An Stelle Dr. Tichos und Dr. Oppenheims wurden zwei andere Mitglieder der Union' in das .Vertreterkollegium gewählt. Landeskonferenz in Ungarn Budapest, 3. Februar. (JTA.) Der Ungarische Zionistenverband hielt Sonntag seine Landeskonferenz unter zahlreicher Beteiligung ab. Nach einem warmen Nachruf auf die Toten der Bewegung wurden die aus allen Teilen der Welt eingelangten Begrüßungstelegramme und -schreiben verlesen, so von der Jerusalemer und der Londoner Zionistischen Exekutive, von Ussischkin u. v. a. Präsident Doktor Julius Miklos skizzierte in seiner Eröffnungsansprache die zionistische Arbeit und ihre Zielsetzungen. Hinsichtlich der Gemeindepolitik erklärte er, es sei das Ziel der Zionisten, den Frieden zu schaffen und nicht um jeden Preis zu kämpfen, doch müßte auch im Gemeindeleben die vom Zionismus geforderte Pflicht geübt werden. Welches Ergebnis auch die Arbeit der Königlichen Kommission zeitigen wird — schloß er —, unsere Aufbauarbeit wird davon nicht berührt werden. Dr. Ludwig F o d o r referierte über „D a s Problem der jüdischen Jugen d“. Er hob die Notwendigkeit der Umschichtung und der gesteigerten sozialen Tätigkeit der Kultusgemeinden hervor. Die eingereiohten Anträge wurden angenommen und der Landes-Exekutivausschuß gewählt. Präsident wurde Dr. Julius Miklos, Mitglieder des Exekutivausschusses sind: Dr. Alexander Braun, Akusius Epstein, Dr. Friedrich Fried, Dr. Eduard Izsak, Dr. Ludwig Jordan, Otto Komoly, Dr. Theodor Lantoe, Frau Arnold Marer und Doktor Edmund Rajka. Ferner wurden 120 Mitglieder des Landes-Aussohusses gewählt. Am 30. und 81. Jänner fand unter dem Vorsitz des Kultus Vorstehers Dr. Eduard Bloch eine Konferenz der auf dem Boden des Arbeitenden Palästina stehenden Organisationen und Jugendgruppen in Wien statt. Kultusvorsteher Dr. Saul Sokal erstattete ein Referat über die Weltlage der Judenheit, Baruch. Schnittlich referierte b über die zukünftigen Aufgaben des arbeitenden Palästina. Nach einer außerordentlich regen Debatte wurde eine 25gliedrige Repräsentanz des Arbeitenden Palästina gewählt, die ihrerseits eine Exekutive berufen wird. Es wurden unter anderem folgende Resolutionen gefaßt: Die Konferenz dies Arbeitenden Palästina in Wien drückt ihre Gefühle brüderlicher Solidarität mit dem Jischuw in Palästina, insbesondere mit der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, welche heldenmütigen und opfervollen Widerstand den Angriffen auf die Existenz der jüdischen Heim- und Arbeitsstätte geleistet, aus. Die Konferenz dankt der Zionistischen Exekutive für ihr mannhaftes Eintreten für die jüdischen Rechte in Palästina und spricht ihr das volle Vertrauen aus. Die anormale Struktur des jüdischen Volkes erfordert eine grundlegende Änderung. Es müssen daher alle Baron Adolf Kohner gestorben Samstag abends ist in Budapest Baron Adolf Kohner, einer der namhaftesten Repräsentanten des ungarischen Judentums, im Alter von 72 Jahren gestorben. Er hatte sich sowohl als Großgrundbesitzer, wie als Großindustrieller und Bankier, als Kunstkenner und Mäzen einen Namen gemacht. Ein volles Vierteljahrhundert lang war er Präsident der „Pester Lloyd“-Gesellschaft. Im Jahre 1911 wurde Baron Kohner Präsident der Pester israelitischen Kultusgemeinde. Während des Weltkrieges, im Jahre 1917, wurde er Präsident des Landesfonds ungarischer Juden, der unter seinem Regime die in den Karpathen von den Russen zerstörten jüdischen Gemeinden und Schulen wieder aufbaute. Gleichzeitig war er Mitglied des leitenden Kollegiums der Franz- Joseph-Landesrabbinerschule. Im Jahre 1927 wurde Baron Kohner Präsident des VI. Pester Gemeindedistrikts und einen Monat später der Israelitischen Landeskanzlei. Im Jahre 1929 wurde auf seinen Antrag der Landeskongreß der neologen Judenheit einberufen, der die Neubearbeitung der jüdischen Landesstatuten beschloß. Ein Jahr später wurde er Präsident der Ungarischen Jüdischen Union. Infolge seines geschwächten Gesundheitszustandes trat er 1932 von seinen Ehrenposten zurück. „Pester Lloyd“ weist im Nachruf darauf hin, daß der Verstorbene, als die altehrwürdige Firma Kohner nach dem Verlust des einst stattlichen Vermögens in Zahlungsschwierigkeiten geriet, um den Namen und die Ehre der Firma zu retten, den Rest seiner letzten privaten Habe hergab. Nach dieser Katastrophe hat er sich vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Vom Keren Hajessod Jerusalem, 1. Februar. (Palcor.) In einer Pressekonferenz des Keren Hajessod gab Leib Jaffe bekannt, daß das Nettoeinkommen des Keren Hajessod in den 16 Jahren seines Bestehens sich auf 5,750.000 Pfund belaufe, wovon 2,000.000 Pfund für landwirtschaftliche Siedlung, 1,000.000 Pfund für Erziehung und 2,750.000 Pfund für Alijah und Wohnungen ausgegeben wurden. Der Mifal Bizzaron öffentlichen jüdischen Körperschaften mobilisiert werden, um diese verantwortliche Aufgabe zu vollbringen. Die Absperrungsmaßnahmen, die fast alle Länder der Welt getroffen haben, lassen der jüdischen Jugend nur die Möglichkeit dier Auswanderung nach Palästina offen. Die Konferenz fordert die Leitung sowie die Vertreter in der Jüdischen Gemeinde auf, folgende Forderungen der Jugend mit allem Nachdruck zu vertreten: a) Schaffung einer landwirtschaftlichen Lehrfarm; b) Sicherstellung der gewerblichen Ausbildung der heranwachsenden jüdischen Jugend durch geeignete Lehrplätze; c) ausreichende Subventionierung des Hechaluz, der Jugendbünde und der Hachscharah-Kibbuzim; d) Ermöglichung menschenwürdiger Heime für die jüdischem Jugendbünde; e) Erhöhung der Alijah-Subventiionen. Ausbau der jüdischen Arbeitsvermittlung zu einer Institution, welche weitgehend für die Bedürfnisse der jüdischem Arbeitnehmer sorgt. Die Konferenz ersucht die zionistische Exekutive, bei der Verteilung der Zertifikate Wien besonders zu berücksichtigen. TEPPICHHAUS H. SCHEIN I. , Tuchlauben 25 VII., Marlahilferstraße 76 Noderne VorhangstoVfe, Netz Stoffe, Möbelstoffe, Möbelkretonne, Englisch-Leinen, Chintze. Alle Qualitäten Teppiche hat in dem europäischen Ländern bisher 100.000 Pfund gebracht; in Amerika, England und Südafrika hat die Aktion noch nicht eingesetzt. Herr Jaffe erklärte, daß das Jahr 5696* obwohl ein äußerst schwieriges Jahr, dem Keren Hajessod einen weiteren Aufstieg gebracht hat; im Vergleich zum vorhergehenden Jahr sei das Einkommen um 15% gestiegen. In den ersten beiden Monaten des Jahres 5697 sind bereits 80.000 Pfund aufgebracht worden. W** ******* ****** ***+*+***+! Den 1lodnag josef Hasteins vor seiner Abreise nach Palästina über das Thema „Jeremias — der Geist der jüdischen Prophetie“ findet in einem kleineren Rahmen statt. Darum empfiehlt es sich, Karten rechtzeitig zu sichern. Karten erhältlich: Im Zionistischen Landesverband, I., Marc-Aurel-Straße Nr. 5, U-22-2-11; in allen Bezirks Sektionen; WIZO, I., Schottenring 25, A-ll-6-26; Bücherstube Langt, I., Kärntnerstraße 44, B-26-3-33; Bücherstube Löwit, I.,Wollzeile 6, R-25-4-53; Jüdische Kulturstelle, 1., Franz-Josefs-Kai Nr. 3, R-28-2-36; Bücherstube Rath, II.t Taborstraße 20a, R-45-305; Papiergeschäft Drimmer, L, Schottenring 33, A-12-7-78; Kartenzentrale Gronner, L, Graben Nr. 28, U-22-4-45. >**!»**»#»*»*»*»#%*» Rumäniens Juden wehren sidi Bukarest, 2. Februar. (JTA.) Im Namen de« Zentralrates der Juden in Rumänien hat der geschäftsführende Vorsitzende Dr. Wilhelml Fildermann dem Ministerpräsidenten George Tatarescu Denkschriften überreicht, in denen die Verfassungswidrigkeit einer Reihe beabsichtigter Maßnahmen gegen die jüdische Minderheit nachgewiesen wird. Die erste Denkschrift befaßt sich mit der ge« planten Überprüfung der Staats* angehörigkeit von Einwohnern der nach dem Kriege angeschlossenen Provinzen. Es wird betont, daß alle Einbürgerungen bereits zweimal bestätigt wurden und daher endgültig geworden sind. Eine neue Überprüfung der Bürgerschaftszertifikate nach dreizehn Jahren würde die der jüdischen Minderheit im Friedensvertrag und in der Verfassung zagesicher* ten Rechte schwer beeinträchtigen. Eine weitere Denkschrift des Zentralrates befaßt sich mit dem Antrag des rumänischen Anwaltsverbandes, die Zulassung jüdischer Rechtsanwälte einzuschränken. Eine derartige Bestimmung, so wird in dem Memorandum ausgeführt, wäre verfassungswidrig. Es würden damit einer Berufsvereinigung Rechte zugestanden werden, wie sie das Parlament besitzt. Dies widerspreche aber dem geltenden öffentlichen Recht Rumäniens. miiiiuniuinianiRmiiiiiiiiiminiiiuiiiininnniiminiiimminuuuuntninnimiiiaioinmmuiiRjamiRUinununBi jeden edtoMd sicU der dabei gewesen ist, wie schön im. vorigen Jahr der große Purimball des Clubs Erez Israel war. Heuer, am 20. Februar, veranstaltet der Klub wieder ein repräsentatives Fest, Es wird diesmal in den Sälen des Hotel Metropol abgehalten. Wer eine schöne Purimfeier erleben will, kommt (sunt CIC& itvz Isnaet Bei vorzüglicher Jazzmusik wird getarnt, um 12 Uhr beginnt die Mitternachtsakadiemie und in dem originell ausgestatteten Barstüberl gibt es noch Extraunterhaltung. Tue res egitur! Audi didi geht es an/ NAHUM GOLDMANN spricht über „Schicksalsfragen des jüdischen Volkes" Donnerstag, den II. Februar d. J„ halb 9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, Wien, II., .Taborstraße Karten ab S bei Buchhandlung A. Mejstri, Wien, I., Wallteile 6-8, Tel. R 25-4-52, Buchhandlung M. Rath, Wien, ll„ TaboratraSe 20a. Tal. R 45-305, Jüdische Kulturstella, Wien, l„ Franz-Josefs-Kal 3, Tel. R 28-2-36 Konferenz des Arbeitenden Palästina in Oesterreich _ ZIONISTISCHER LANDESVERBAND FÜR ÖSTERREICH _ um präzise halb 9 Uhr abds. Vortrag Dr. Josef Kastein vor seiner Rückreise nadt Palästina Ober „Jeremias, der Geist der Jüdischen Prophetie“ Im Offenbadisaaf, IV., Trmltlstraße 3 (Porrhaus) Karten erhältlich: Zionistischer Landesverband, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5 * Telephon U 22-2-11