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Die Stimme · 1937-02-02 · Heft 616 (2.2.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 616 (2.2.1937)
Date
1937-02-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit« 2 Oll STIMM! Wien, Dienstag, 2. Februar 1987. — Nr. 616, für Österreich berechnet ist) oder des „Völkischen Beobachter“ oder des „Schwarzen Korps“ mit ihren aus dem Blauen gegriffenen Lügen und Beleidigungen des Judentums! Diese Organe gehören den Granden, die Hitlers Thron umstehen, und sie bringen ihnen guten und fetten Profit. Und was sind alle journalistischen angeblichen Verdächtigungen des Dritten Reiches, alle Kränkungen, über die Goering sich im Reichstag beschwerte, gegen die Emphase, mit der dutzendmal im Tag jeder deutsche Sender von den roten Juden in Spanien oder Moskau lügt, — was sind alle Zeitungsartikel der ganzen Welt zusammen gegen die Gemeinheiten, die in den deutschen Schulen an Judenkindern verübt werden, gegen die Ausschließung der Juden von der Winterhilfe, gegen den Vermögensraub an jüdischen Auswanderern, gegen die Erpressungen an jüdischen Geschäftsleuten, gegen den Strafvollzug an jüdischen Häftlingen! Das Dritte Reich, das die „Weisen von Zion“ trotz eines Richterspruches als Kampfschrift herausgibt und versendet, das jüdische Frauen von Emigranten als Geiseln in Haft hält, das die Hölle von Dachau und die Judenkompagnie von Sonnenberg geschaffen hat, beklagt sich! Jedes einzelne Rassegesetz ist in Wahrheit „Greuelpropaganda“, aber trotzdem sind die Leute, die im Schutz ihrer be- Ankündigung wurde mit stürmischem Applaus und dem Abeingen der Hatikwah begrüßt. Dr. Weizmann in Kairo Jerusalem, 29. Jänner. (JTA.) Wie die in A. C.-Tagung und Kommiäsionsbericht London, 81. Jänner. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die von der Kairo erscheinende Tageszeitung „La [ Zionistischen Exekutive für Mitte April nach Patrie“ meldet, ist der Präsident der Jewish! Jerusalem einberufene Tagung des Zionisti- Agency, Dr. Chaim Weizmann, am ver-J sehen Aktions-Komitees bis zu dem Zeitgangenen Mittwoch aus Alexandrien in > punkt verschoben werden wird, in dem die Kairo eingetroffen. In Kairo hatte Doktor j Vorschläge der Königlichen Kommission Weizmann eine längere Unterredung mit veröffentlicht sein werden. In den Kreisen einem Vertreter der Britischen Ge-j deT zionistischen Leitung in London glaubt sandtschaft. Er empfing auch die Ver-j man, daß mit einer solchen Veröffentlichung fcrefcer der dortigen jüdischen Gemeinde. I erst anfangB Mai zu rechnen ißt. Eröffnung des neuen Heimes der Zionistischen Bezirkssektion I. Die SekUon „Innere Stadt“ veranstaltet Donnerstag, den 4. Februar, um 8 Uhr abends, in Ihrem neuen Helme, Wft n, I., Bauernmarkt 8, die Eröffnungsfeier. Festrede Dr. Oskar GrUnbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Begrüßungsanaprac e: Sektionsobmann Dr. Kurt Offenberger. Die Einweihung des Heimes nimmt Rabbiner Dr. Murmelst e i n vor. Anschließend Vortrag Dr. Kurt Grau (Jerusalemer Universität)über „Paläatlnafragen“ ■■■■—. .—..4.. Erneuerung der Palästina-Beamtensdiaft? London, 29. Jänner. (JTA.) Das Tschechoslowakische Preß-Biiro bringt Mitteilungen aus London über eine vor sich gehende Erneuerung des britischen Verwaltungskörpers in Palästina. Fast alle hohen britischen Verwaltungsbeamten in Palästina wurden nach anderen britischen Besitzungen versetzt, während zwei Departement-Direktoren pensioniert wurden. Der Hohe Kommissär in Palästina wird in absehbarer Zeit auf Urlaub gehen, und es ist noch nicht sicher, ob er vom Urlaub zurückkehren wird. Diese Änderungen in der britischen Verwaltung Palästinas stehen in direktem Zusammenhang mit den vorjährigen Unruhen und sind auch die erste Folge der Unterwaffneten Garden täglich Gott und die I Buchungen der königlichen Kommission. Die WIZO-Neubau spricht ihrer lieben Vizepräsidentin, Frau Helene Jungleib, anläßlich des plötzlichen Ablebens ihres Gatten Julius Jungleib tiefstempfundenes Beileid aus. Käthe Dan veranstaltet, an welchem Vertreter des Sportklubs Makkabi und des Sportr klubs Hapoel teilnahmen. Tags zuvor war die Admira als Gast des Makkabi im Pardeß des Herrn Braun in Herzlia zu Besuch. De Admira erhielt fünf Kisten Orangen, darunter je eine für den österreichischen Bundespräsidenten Miklas und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. * Der palästinensisch-ägyptische Lloyd und der palästinensische Skiklub veranstalteten einen Skiansflug ins Libanongebiet in der Zeit vom 1. bis 10. Februar d. J. Welt herausfordern, täglich die wehr losen Juden mißhandeln und seelisch foltern, sehr aufgebracht, wenn man draußen die Wahrheit spricht und die Katze eine Katze nennt. Vor vier Jahren ist Hitler zur Macht gekommen, und man hat damals einen Vierjahresplan verkündet. Die vier Jahre sind um, der Plan ist Plan geblieben. Wo ist die Brechung der Zinsknechtschaft? Wo das Paradies der Ar beiter und Angestellten? Nach vier Jahren liegt Deutschland mehr als je im Schutz der Polizei, nach vier Jahren hat Deutschland keinen Kredit, ist überschuldet und zahlt nichts, hat keine Golddeckung, eine zerbröselte Währung und statt Butter Kanonen. Nur im Punkt Juden hat das System Wort gehalten. Und so wird die Dankrede des Führers an den Allmächtigen auch nur von dieser Seite her Geltung finden. Not, Leid und Sorge hat Hitler als seine Begleiter genannt. Aber es sind die Gewalten geworden, die die ganze Welt niederhalten und sie zwingen, wie dies Chamberlain gesagt hat, wider bessere Erkenntnis einen Wahnsinn mitzumachen, der die Lebenshaltung kommender Generationen herabsetzt. Dieser Wahnsinn heißt Nationalsozialismus, Großer Purimball Die Marquise Reading in Palästina Jerusalem, 29. Jänner. (JTA.) Die Marquise Reading ißt in Palästina eingetroffen. »Sie wurde im Hafen von Haifa von dem Kreiskommissar und von Vertretern der Jewish Agency und des Koren Hajessod begrüßt. Die Aktien des Hafens von Tel-Aviv Jerusalem, 27. Jänner. Anläßlich einer gestern abends in Tel-Aviv abgehaltenen Massenversammlung wurde bekanntgegeben, daß die bürgerlichen Gruppen ßioh bereit erklärt haben, 50.000 Aktien der neuen Ausgabe des Palestine Marino Trust (Gesellschaft zur Förderung des Tel-Aviver Hafens) zu erwerben; der Verband der Landwirte wird weitere 30.000 Aktien übernehmen, während andere Reohtsgruppen, einschließlich von Misrachi, Allgemeinen Zionisten und Revisionisten 20.000 kaufen werden. Diese Wie verlautet, werden an die Stellen der versetzten Beamten britische Beamte aus Ägypten kommen, die infolge des englisch-ägyptischen Vertrages Ihre Posten verlassen haben. Einer Meldung des „Dawar“ zufolge soll der Leiter der Gesundheitsabteilung der Palästinaregierung, Oberst Heron, in den Ruhestand treten. Ferner soll der Leiter der Erziehungsabteilung, Pearl, in eine englische Kolonie versetzt werden. Kurzberichte aus Erez Israel Aus Anlaß des zehnten Todestages Achad Haams fanden eine Reihe von Gedächtnisfeiern statt. Die Jerusalemer Universität veranstaltete am 13. Jänner eine Gedächtnisfeier. Die Feier eröffnete Prof. Klausner mit einem Vortrag über die Stellung Achad Haams zu den Fragen des Judentums. Sodann las Prof. Hugo Bergmann einen vom erkrankten Professor Roth eingeschickten Vortrag vor. Tags vorher sprach Prof Klausner im überfüllten Saal des Gesundheitszentrums über . Achad Haam und Herzl Am 11 Jänner fand die erste Tagung des Kulturrates des Waad Leumi statt. Nach einer Würdigung Achad Haams wurde über die Arbeit des Kulturrates berichtet. Es Post betrugen 409.000 Pfund, die Ausgaben 288.000 Pfund. Es ergab sich also ein Überschuß von 121.000 Pfund. * Über telegraphische Interventionen englischer Früchte-Importeure hat die Palästinaregierung beschlosseu, die Bestimmung, wonach große Orangen vom Export ausgeschlossen bleiben, aufrecbtzuerhalten. Es dürfen auch künftighin nur Früchte versandt werden, von denen mindestens 120 auf eine Kiste.kommen Die Bestimmungen wurden seinerzeit zur Erhaltung des guten Rufes der Palästinaorange getroffen. Über ein aufsebenei regend es Beispiel von Auswüchsen der Wirtschaft berichtet der Englische Arbeiter für freie Einwanderung Jerusalem, 27 Jänner. (Palcor.) Der englische Parlamentsabgeordnete Campbell Stephen, der als Mitglied der Delegation der Unabhängigen Arbeiterpartei in Palästina weilt, erklärte anläßlich einer Arbeiterversammlung in Rischon-le-Zion, daß er nach seiner Rückkehr nach London seiner Partei empfehlen wird, eine unbeschränkte Einwanderung nach Palästina zu fordern, die als einzig mögliche Lösung des Palästinaproblems anzusehen sei. Im Dezember nur 753 Einwanderer Jerusalem, 29. Jänner. (JTA.) Wie offiziell mitgeteilt wird, sind im Monat Dezember 1936 im ganzen 753 jüdische Einwanderer, unter ihnen 85 sogenannte Kapitalisten mit einem Mindestbesitz von je 1000 Pfund, nach Palästina gekommen. tung der hebräischen Sprache, der Volksbildung, Jugenderziehung, künstlerischen Tätigkeit u. dgl. gefaßt. * , .... -o .... . , , ■ „Haarez“ vom 3. Jänner. In Petach-Tikwa wurden wichtige Beschlüsse in oezug auf die ’wird d.5e Brara d. 8. die wegen ihrer übermäßikünftige Arbert auf^em^Geb^ete^der^Verbrei-» gQn Größe äußerlicher Beschädigung zur . ~ " Ausfuhr nicht zugelasseuen Zitrusfrüchte durch Eingraben vernichtet, da es unrentabel sei, sie auf den inländischen Markt zu brin- .. . ,, , gen. Zur selben Zeit, wo die in der ganzen Noch Meldungen des „Al-Liwa“ wurde von ^eU geschätzte Frucht von jud4n in paläder Agence Havas_ ihr jüdischer Korrespon- 8^na verschmäht wird, werden große Mengen von ausländischen Äpfeln und Birnen konsumiert. Die Tatsache, daß im letzten Unglücksjahr um 125.000 Pfund ausländisches Obst importiert wurde, se; schmerzend und beschämend. Zur Verhinderung solcher Erscheinungen sei eine entsprechende Erziehung der Konsumenten unerläßlich. * Ein bekannter arabischer Großkaufmanu und Pardeßbesitzer aus Jaffa spendete aus Angst vor den ständigen Bedrohungen und Überfällen der Terroristen 5100 Pfund zur Errichtung einer Schule und eines Waisenhauses dent in Palästina, H. Kohen, entlassen und an seine Stelle der Sekretäi des Obersten arabischen Komitees Fuad-Saba zum Berichterstatter bestellt. * Die Habimab kam am 8. Jänner zu einem Gastspiel in Kairo an. Eine große Menge fand sich zut Begrüßung ein. Nebst jüdischen Persönlichkeiten erschienen Vertreter der Stadt in den Prachtsälen des HOTEL METROPOL und der Regierung. Die Presse äußert sich überaus lobend über das wnuderbare Spiel der Habimab, das auch den hebräisch nicht verstehenden Zuschauern großen Genuß bereitete. * Aus dem gerade erschienenen Rechenschaftsbericht des Regierungsdfpartements über das Jahr 1935 geht hervor daß in der Berichtsperiode die Zab7 der Postsendungen jeglicher Art gegenüber der des vergangenen Jahres bedeutend gestiegen ist, insbesondere die der Luftpostsendungen, deren Gesamtgewicht um 78 Prozent gestiegen ist. In dom Berichtsjahr wurden zum erstenmal mit hebräischen Lettern geschriebene Telegramme entgegengenommen. Die Zahl solcher Telegraroe betrug 6700 bei einer Gesamtzahl von 508.332, also kaum ll/a Prozent. Diese relativ geringe Anzahl erklärt sich daraus daß solche Telegramme noch immer bloß an wenigen Orten entgegengenommen werden und insbesondere dadurch, daß sie in Jerusalem und Haifa nicht aulgegeben worden können. Die Gesamteinnahmen der Klub Erez Israel in Nablus für die Kinder der gefallenen Aufrührer. Na Mi Meldung des Muftiorganes „Al- Liwa“ sei geplant, 100 Dunam Boden zu erwerben und ein dreistöckiges Gebäude zu erbauen. Zur Deckung der Kosten der Einrichtung und anderer Ausgaben sollen weitere 5000 Pfund gesammelt worden. Die Gemeinde Nablus soll die kostenlose Belieferung mit Wasser und Lichtstrom versprochen habon. * Die Lämel-Schule in Jerusalem — eine Gründung der Wiener Jüdin Else Herz geb. Lämel — feierte am 27. Jänner das achtzigjährige Jubiläum ihres Bestandes. Morde in Haifa Jerusalem, 27. Jänner. (Palcor.) Doktor Taha, ein arabischer Nationalist, wurde heute in Haifa in einer Straße in der Nähe der Moschee erschossen. Ein unweit stehender arabischer Ladenbesitzer wurde ebenfalls schwer verwundet und erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Dieser Doppelmord wird einer Terroristen-Ban de zugeschrieben, die besondere in Haifa iihr Unwesen treibt. Dr. Taha war der Sohn von Haj Kbalil Taha, der während der Unruhen von politischen Gegnern ermordet worden ist. In der Nähe von Akko wurde heute morgens Jakob S p e k e r, ein c h r i e tlicher deutscher Landwirt, tot aufgefunden. Man nimmt an, daß es sich um einen Racheakt seitens der Terroristen handelt, da der Ermordete Geldspenden für die Terroristen verweigert hatte. Auf Grund dieser Ereignisse herrscht in ganz Haifa größte Aufregung. Sowohl mohammedanische, als auch christliche Delegationen haben in Unterredungen mit dem Gouverneur Maßnahmen zur Unterdrückung des Terrors gefordert. Die Polizei erklärt, daß sie das Zentrum der Terroristen entdeckt habe. Bestätigtes Todesurteil Jerusalem, 31. Jänner. (JTA ) Das Oberste Berufungsgericht hat das vom Strafgericht Samstag. 20. Febr. Der Wiener Sportklub Admira wurde in Tel- Aviv mit großer Begeisterung empfangen. Zu, seinen Ehren wurde ein Bankett in der Pension 1 tawekü. in Haifa gefällte Todesurteil gegen Ibrahim el Nuri, der bei dem Zusammenstoß zwischen Truppen und arabischen Terroristen mit der Waffe in der Hand gefangen wurde, bestätigt. Jüdische Bühne, H., Praterstraße 60. Ab Freitag, den 29. Jänner 1937, und täglich gelangt zur Aufführung „Die zerrissene T n u i m“ von M. WittJin, Musik von A. Brac- ZIONISTISCHER LANDESVERBAND FÜR ÖSTERREICH_ ■-!?" . . ■■ü! —— 1 ■'-* ■■Liiar."-™- ■—..■.hljljl i.ii.u.1. .«m*— um präzise halb 9 Uhr abds. Vortrag Dr. Josef Kastein vor seiner RQdrrelse nadi Palästina aber „Jeremias, der Geist der jüdischen Prophetie1' Im Offenbadisaal, IV., Treltlstraße 3 (Porrhaus) Karten erhältlich: Zionistischer Landesverband, Wien, L,Marc-Aurel-Straße5 Telephon U 22-2-11

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