Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-01-29 · Heft 615 (29.1.1937) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 615 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054371--6444-3062295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 6 Dil STIMMI Nr. 615. — 'Wien, Freitag1, 29. Jänner 1987. Tiiz ttUfctf Bvz&acou Am 16. Jänner 1937 veranstaltete die WIZO Neubau einen Abend zu Gunsten des Mifal Bizzaron. Die erste größere Veranstaltung dieser jungen Gruppe verlief glänzend; die Räume der WIZO am Schottenring waren von einem erlesenen Publikum bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Leiterin, Brau Marga Groß, hielt Direktor Doktor Viktor Kellner eino zündende Ansprache über die Bedeutung des Mifal Bizzaron. Er wie« darauf hin, daß wir einen historisch bedeutsamen Zeitpunkt durchleben und daß die jetzige Generation des jüdischen Volkes es sich als Glück anzurechnen habe, am Aufbau der alten Heimat mithelfen zu dürfen. Das jüdisch« Volk möge sich dieser hohen Aufgabe durch Opferbereitschaft würdig erweisen und di« Pflicht gegenüber der kommenden Generation erfüllen. Im künstlerischen Teile brachte zunächst die jugendliche Ilse Jellinek Klaviervorträge, die von Talent und guter Schule zeugten. Sehr eindrucksvoll waren die Rezitationen der Pia Klein, die auch die Conference besorgte. Den größten Teil des Abends füllten die Lieder der unübertrefflichen Interpretin jüdischer und hebräischer Gesangskunet, Frau Hilde Dulitzkaja, aus. Sämtliche Mitwirkenden hatten «ich uneigennützig zur Verfügung gestellt. [INIIBK-STIAU1B Kinder, Kinder denkt daran, Was aus euch noch werden kann« Kranker Körper, schwache Glieder, Kranker Geist — ein Volk geht nieder. Nun, habt ihr inzwischen wieder fleißig beim 1 Wir fahren mit so einem Buch in ferne Län- Sechsteln - Konzertflügel zwei Meter lang, in bestem Zustand, aus Verlassenschaft preiswert an Private abzugeben. Anträge unter „Verlassenschaft“ an die Admin. d. Blattes. Ruth Hilde Somer in Prag Die hervorragende Pianistin Ruth Hilde Somer, die Tochter unseres Freunde« Doktor Wolf Somer, trat kürzlich in Prag als Solistin in einem von Georg Sz611 geleiteten Außerordentlichen Konzert der Cechiachen Philharmonie zum ersten Male auf. Die großen tschechischen Blätter „Narodny Listy“, „LidovS Noviny“, „Venkov“, „Öesk6 Slovo“, „Pravo Lidu“ usw. sprechen der Künstlerin Bewunderung für ihr großes Können aus. Der Kritiker des „Prager Tagblatt“ stellt fest: „Solistin des Mendelssohn - Konzerts war die sehr junge, mit Schliff und Grazie spielende und ebenso aussehende Ruth Hilde Somer, deren Zusammenwirken mit Orchester und Dirigenten verblüffend erfahren wirkte.“ Die „Bohemia“ schreibt: „Als Solistin des Abends hatte die junge Pianistin R. H. Somer ein sehr respektables Können an diese« ältere und schönere der beiden Mendelssohn-Konzerte zu wenden. Ihr Spiel sprühte von echter Musikalität und innerem Miterleben.“ Essen gelesen? Oder habt ihr es euch ein wenig zu Herzen genommen, was euch hier, in der „Kinder-Stimme“, darüber erzählt wurde...? Lesen sollt ihr natürlich bei gutem Licht und nicht bei Zwielicht. Ich kenne Kinder, die bei Tageslicht zu lesen beginnen und gar nicht bemerken — vor eifrigem Lesen — wie es immer dämmriger wird. Sie lesen im Halbdunkel weiter. Auch beim Schreiben paßt auf, daß Ihr gutes Licht habt und besonders darauf, daß die Lichtquelle nicht rechts von euch steht. Da fällt nämlich der Schatten eurer Hand auf die Buchstaben, die ihr gerade schreibt. Probiert es einmal aus! Die guten Bücher sind ja etwas Herrliches. der, in vergangene Zeiten, wir leben mit in merkwürdigen, in lustigen, in erhabenen Geschichten. Aber vieles, allzu vieles Bücherlesen bringt auch Schaden. Ein großer Dichter, Gotthold Ephraim Lessing, sagt darüber im „Nathan dem Weisen“ ein paar treffende Worte. Diese Worte, die ich als Kind las, habe ich bis heute nicht vergessen: Recha (die Tochter Nathan des Weisen spricht zu Sittah): „Sittah ist so schlecht und recht; so unverkünstelt... Das sollen die Bücher uns nur selten lassen: sagt mein Vater.“ Nachdruck verboten. Wie sfüeten und lernen dabei etwas Hebräisch 75. Spiel: Mein Freund, wer klopft? Zwei Kinder setzen sich auf zwei mit den Lehnen dicht aneinanderstehende Stühle oder Text HL Wer klopfte, mein Freund? Wer klopfte, meine Freundin? Wer klopfte, meine Freunde? auf den Erdboden. Über beide wird ein Tuch gedeckt. Nun gehen die übriigeD um die Verhüllten herum und einer von ihnen schlägt mit einem Stäbchen leicht einen der Sitzenden. Nun verschränken alle Umgehenden die Hände auf dem Rücken, der Spielleiter zieht das Tuch von den Köpfen weg und fragt: Text H. ml dafak j’didl? mi dafkah j’didati? mi dafak j’didai? Text I. 'TT. vitt npsn vs *T •* TS T *?’TT pBT VS - •! 1 -r Seinem Vizepräsidenten Herrn Max Bannet anläßlich seiner Verlobung mit Fräulein Heia Blonska gratuliert herzlidist der Klub Erez Israel Führungen in den Liehermann-Ausstellungen UniversitätsprofessoT Dr. Max Eisler veranstaltet am Montag, den 1. und Dienstag, den 2. Februar, Führungen durch die beiden überaus schönen und bedeutenden Ausstellungen von Zeichnungen und Gemälden Max Liebermanns. Treffpunkt 10.30 Uhr in der Neuen Galerie, I., Grünangergasse 1. Teilnahme nur nach telephonischer Anmeldung täglich (außer Samstag) zwischen 8 bis 10 und 18 bis 20 Uhr unter B 53.903. Darauf nennen diese irgend jemand aus der Gesellschaft. Haben sie den Rechten erraten, so muß dieser seinen Platz einnehmen. Man kann auch einem der beiden Verhüllten das Stäbchen geben (die Hände sind ja nicht verhüllt), der dann seinen Nachbar mehr oder *) Ihr seht, daß im Hebräischen die Vergangenheit durch eine Änderung der Vokale gekennzeichnet wird. Er klopft hu dofek minder sanft berührt. Wenn er es geschickt macht und der andere ein schlechter Beobachter ist und nicht spürt, aus welcher Richtung der Schlag kommt, gibt es bei den Zuschauern einen großen Spaß. Er klopfte hu dafak Nun kommt im Hebräischen etwas anderes hinzu: Die< Endung de« persönlichen Fürwortes wird hinten an das Zeitwort angehängt. Text HI. Ich klopfte Du klopftest Du klopftest (weibl.) Er klopfte Sie klopfte Wir klopften Ihr klopftet Ihr klopftet (weibl.) Sie klopften sie (f.), (w.) Text H. dafakti dafakta dafakt dafak dafkah dafaknnh d’faktäm d’faktän dafku Text I. vrpDi * »TT rrpin T :-t rrpM » »~r pfc*l 1 "T irpcn T»T u-ptn »’T errpev V 'l- J irrpDi X *-* Jüdische Kulturstelle I., Kai 3, R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich, 20 Uhr: Scbolem Alejchems Komödie „Schwer zu sein ein Jud’“, doutsch von Jakob Rosenthal. Regie: E. Jubal. Sonn- und Feiertag« Nachmittagsvorstellung „Die Grenze“. 'Kunstsektion: Führung (im Zyklus „Gedächtnisausstellung Max Liebermann) Sonntag, den 31. Jänner, 11 Uhr vormittags: „Gemälde“. Kunstealon Wawra, III., Lothringerstraße 14. Leitung: Dr. Lona Löbl. Literarische Sektion: Sonntag, den 31. Jänner, 18 Uhr: „Hofmaunsthal-Cedenkstunde“. Rezitation: Otto Adtmant. Jüdische Volkshochschule: Hebräisch- und Engiißchkurse. Vortrag Uber jüdische« Brauchtum und Kulturgeschichte. Zionistische Sektion Prater-SchÜttel. Programm der am 30. Jänner 1937 stattflndenden eranstaltung: Prof. Feiner (Violine), Frl. Maria Donat, Opernsängerin, (Lieder und Arien), Igo Guttmann. Opernsänger, (hebr. Lieder), Michael Erlan, Jüd. Kulturtheater, (Rezitation), Bobby Weiser, (humoristische Vorträge), Bruno Klein, (Gesangskomikor). Conference: Bobby Weiser. Wandelt die Zeitwörter, die ihr schon kennen gelernt habt, in der Vergangenheit ab, wie z. B.: vtfS, anu» aniK, mp oirep* Eine wahre Tiergeschichte Auf meinem Schulweg muß iah auch immer über eine Brücke gehen. Die Straße, die zur Brücke führt, geht steil aufwärts. Al« ich einmal von der Schule nach Hause ging, «tand auf dieser steilen Straße ein Pferd mit einem Wagen. Ich habe Pferde sehr gern und schaue mir jede« Pferd an. Bei dem Pferd stand auch ein Kuteeber. Er brummte und schimpfte und hieb auf da« Pferd ein, denn es wollte nicht weitergeben. Eino Menschenmenge eammolte sich nun um das Pferd und den Kutscher. Das Pferd wollte nicht weitorgehen. Da trat ein Herr auf den Kutscher zu und sagte: „Lassen Sio mich nur machen, das Pferd wird gleich gehen.“ Er spannte das Pferd aus und führte es zweimal um den Wagen, der leer war, herum. Dann spannte er das Pferd wieder ein — der Kutscher schnalzte — und ohne Widerstand trabte das Pferd fort. Vom Stadtschulrat gen. L e i t u n g t SCHULERHORT Trude Weiß CENTRAL cand. med. Lilien Grünwald II./ Tabontraßc 8 B Absolventin des Telephon U 14-908 Chajes-Pädagoglums Das machte mich staunen, und ich ging zu denn Herrn und fragte ihn, wieso ihm das gelungen sei. „Ich bin ein alter Pferdekenner und Pferdefreund. Das Pferd hat auf diesem Wege vorher eine schwere Last zu führen gehabt, und als es den stellen Wog wieder vor «ich sah, erinnerte es «ich daran. Vielleicht war es schon sehr tnüdo und fürchtete nun doppelt, den stoilen Weg mit einer schweren Fuhre gehen zu müssen. Als es jedoch sah und sich überzeugt hatte — indem ich ca um den Wagen herumführte —, daß dieser leer war — hatte es frischen Mut bekommen und ging!“ Das ist Tierverstandl H. G. Wie seUäft ist es — zü sein Von A. S. Feuerberg. (Aus dem Hebräischen übersetzt von Liiian Grünwald.) „Nun, heute kannst du dir eiu Talglicht mitb ringen“, sprach zu mir der „Rabbi“, als ich zum Mittagessen Weggehen wollte — „denn von heute an beginneu alle die Knaben, die ,Churaasch‘*) lernen sollen, a,ra Abend zu lernen. Von heute an soll jeder von euch, der nun den Chumasch lernt, wissen, daß er jede Woche ein Talglicht mitzubringen hat, damit eure Titsche gut beleuchtet sind. Auch sollt ihr nicht vergessen, jedesmal Laternen raitzunehmen, daß ihr am Abend den Weg nach Hause findet.“ „Heute endlich — beginne ich am Abend zu lernen!“ dachte ich in meinem Herzen, während ich zum Mittagessen nach Hause eilte — wie herrlich ist doch diese Kunde! Wenn ich jetzt nach Hause komme, werde ich meiner Mutter sagen, daß ich nun groß' bin — auch meinen Schwestern Braindel und Sarkah werde ich es erzählen. loh werde nicht mehr — wie bis jetzt — mit ihnen spielen und mich mit Spielereien abgebenl Was für eine schöne Sache ist es doch — groß zu sein! Ich erinnere mich: Im vergangenen Jahr war ich noch ein sehr kleiner Knabe. Alle Knaben sagten zu mir: „Chophni ist noch klein. Er lernt nicht am Abend.“ Und auch der Gehilfe, der mich auf seinen Schultern nach Hause trug, pflegte zu meiner Mutter zu sagen: „Chophni ist nooh zu klein, er kann nicht zu Fuß durch den Schlamm gehen.“ „Klein“ — „Klein“ — dieses Wort hört© ich immer. — Ach, wie wünschte ich, groß zu sein, „Chumasch“ zu lernen und am Abend im Cheder**) sitzen zu können! Auch meine Mutter wünscht, daß ich groß sei. Hatte ich doch einmal gehört, wie sie zum „Rabbi“ sagte: „Ja, wann wird er aber zum Ende kommen? Nur Siddur — nur mit dem Siddur tut ihr meinen Sohn füttern ... die Zeit verrinnt — wann wird er dann ,Chumasch' beginnen?“ „Noch ist er klein, der Chophni“, antwortete ihr der Rabbi, „noch kann er nicht ,Chumasch4 lernen.“ Und jetzt? ... Nun, jetzt lerne ich Chumasch und heute Abend beginne ich! *) Chumasch — Fünfbuch, die fünf Bücher der Thora. **) Cheder — Kleinkinderschule. MiwiimiiHmiimHiiimiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiHiiiiiiiiimiiiiMiiiiiiiiMiimiwimmimtimiiininD Was suchet du denn da «eit zwei Stunden? Nummer 603 der „Kinder-Stimme“, die mir für da« große Preisrätsel fehlt. ... Rätselecke Aohtung! Letzter Einsendungsterrain für die Auflösungen de« Großen P r e is r ä te o I s s 31. Jänner 1937! * Scherzrätsel U N G TREIB * Mit N führ ich zur Blumenspur, Mit H durcheil ich Wald und Flur| Mit .V. bin ich ein Zierrat nur,,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.