Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-01-29 · Heft 615 (29.1.1937) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 615 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054371--6442-3062293
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

SeH« 4 Oll STIMM! Nr. 615. — Wien, Freitag, 29. Jänner 1987. RESTAURANT ™ UND SELCHWAREN Unter Aufsicht der Adas Jisroel (Schtffschul) l A T A K) SCHIFFAMTS3AS IE 10 “ ” ™ (Edra Fra.iz-HcdieffTtngcr-Gasse) Telephon A 48-1*32 Selchwaren a.d. Fabrik I. Elsen. Bier* u.Weinausschank Lokalisäten für jiunm nura-naS .nmyo Frankreichs Siedlungsplan: Nur für einige hundert Familien Feststellungen des Jüdischen Weltkongresses Sunniten und Juden Ein Mitarbeiter der „Neuen Zürcher Zeitung" hatte während der letzten Abstimmung in Alexandrette eine Unterredung mit dem Führer der arabischen Sunniten, die in Opposition gegen den nationalistischen Block in Damaskus stehen. Der Araberführer Zeki Arsouzi sagte unter anderem: „Eine Verständigung mit den Türken ist nicht möglich. Wir halten an unserem Ideal fest und sie an dem ihren. Unser Ideal ißt die panara.bische Idee. Wir sind der festen Überzeugung, daß die Zukunft des Sandsohaks von Alexandrette vom Anschluß an Bassorah abhängt. Dies würde nicht nur für Syrien, sondern auch für den Irak und sogar für die anderen arabischen Staaten einen wirtschaftlichen Aufschwung bedeuten. Wir können uns mit den Türken nicht einverstanden erklären, weil wir wissen, daß die Mehrheit der Bevölkerung von Adana und anderen Ortschaften arabisch ist. Die Mehrheit der Bewohner tder anatolischen Städte gehört der semitischen Rasse an. Wir haben ein historisches Recht sowie eine historische Pflicht: alle Semiten zu vereinigen. Wenn sich die Juden einverstanden erklären ihre Gemeinschaft auf zugeb und mit uns an dem Werke, das uns vorschwebt, mitzuwirken dann wird dem Arabischen Reich nichts mehr im Wege stehe n.“ Da im Sandschak unter insgesamt 200.000 Einwohnern nur 455 Juden leben, kann sich die Äußerung Areouzis nur auf die Juden Palästinas beziehen, die er für die panarabisohe Idee gewinnen will. Paris, 25. Jänner. (JTA.) Im Zusammenhang mit den Meldungen über die jüdische Einwanderung in die französischen Kolonien legt die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses Wert auf folgende Feststellung: Im Oktober 1930 hat sich der Jüdische lediglich um Techniker, Landwirte und einige Ärzte. Die in Frage kommenden Einwanderer müßten auch über Kapitalien verfügen, die ihnen die Möglichkeit geben, zu Beginn der Siedlung ihre Bedürfnisse zu decken Eino wesentliche' Voraus- Weltkongreß mit dem französischen Kolo- Setzung für die Siedlung wird darin erblickt, nialministerium in Verbindung gesetzt, um 1 daß die Einwanderer körperlich dem in den die Möglichkeit einer jüdischen Einwandej Kolonien herrschenden Klima gewachsen rung in die französischen Kolonien zu prü-' sind. Die Einwanderung von Handwerkern fen. Zunächst wurde eine Einwanderung in j erscheint als unzweckmäßig, da das Eingo- Madagaskar ins Auge gefaßt. Herr i boronen-Handwcrk außerordentlich ontwik- Jarblum, Mitglied der Exekutive, hat1 ke-lt und der Arbeitslohn sehr billig ist. sich über diese Frage mit verschiedenen' Bezüglich der landwirtschaftlichen Siedhohen Beamten des Ministeriums und mit; lung ist nicht daran zu denken, sie in dem Generalgouverneur von Madagaskar, ■ Form und Ausmaß der palästinensischen Cayla, unterhalten, der sich zu diesem Plane! Siedlungen durchzuführen. Es könnten hie kutive der Jewish Agency, Professor D. Slior, Professor Dr. David Yellin, Professor Dr. S. R o s o w s k y, Israel Brandmann, Emil Hauser, Dr. Erich Hurwitz, Stefan Wolpc, Michael Taube, Michael Taube, Leo Low. Max Larnpel, Dr. Eliczer Lubrany, W. Latzki-Bertholdy, Hermann Swet,. Karl SaJomon, Fordhaus Ben-Tzssy, Dr. Jo«ef Kastein, Menasche Rabinowitz, Dr. Rosolio. Adresse des Komitees: Dr. S. Levi, Jerusalem, King George Ave., House Halbreich. Klub Erez Israel Von den Juden in Tripolis Rom, 27. Jänner. Die italienische Regierung hat bisher die Verordnung nicht zurückgezogen, wonach die Juden in dem modernen Teil der Stadt Tripoli am Samstag die Geschäfte offen halten müssen. Bekanntlich hat Marschall B a 1 b o, der Gouverneur von Tripolis, einige Juden, die ihre Geschäfte am Samstag nicht offenhielten, auspeitschen lassen. Den Juden in Tripoli steht aber ihre religiöse Üborzeugung höher als das Geschäft und so haben 204 Juden ihre Geschäfte im modernen Viertel von Tripoli aufgegeben und sind in die alte Stadt ü b e r s i e d e 11, wo die Geschäfte Samstag geschlossen bleiben können. Das Begräbnis Dr. Fritz Eksteins Am 26. Jänner wurde Dr. Fritz Eckstein unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Sarg wurde von führenden Mitgliedern der Bnei Brith-Vercinigungen in die Halle getragen. Oberkantor Margolies und Oberrabbiner Dr. Taglicht hatten die rituellen Funktionen. Oberrabbiner Dr. Taglicbt entwarf ein anschauliches Bild der Persönlichkeit des Dahingeschiedenen, der seit seiner Jugend dem Zionismus die Treue bewahrt hat, und dessen höchstes Ziel die praktische Aufbauarbeit für Erez Israeal gewesen ist. Eine großo Menschenmenge geleitete dann den Sarg zum Grabe. Mit Dr. Eckstein verliert die zionistische Organisation einen Mitarbeiter, der schon zur Zeit HorzJs in der vordersten Reihe stand und seither unermüdlich für die zionistische Idee wirkte und ihr immer n-cuo Freundo zuführte. Ehro seinem Angedenken! Vortrag Dr. Henny Üehtemtein-Rappaport Montag, den 1. Februar, um H8 Uhr, hält Frau Dr. Henny Licbtonstoin-Rappap o r t im Klubsaal der „Hakoah“, L, Wiosingerstraße 11 (Cafö Atlashof), im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur einen Vortrag über: „Die goldene Rose — eine Frauongestalt dos 17. Jahrhunderts.“ Gäste willkommen! Nach dem Vortrag Generalversammlung, in günstigem Sinne aussprach. Er t^ali jedoch voraus, daß einer jüdischen Einwanderung lind Siedlung auf Madagaskar sehr enge Grenzen gezogen seien. Höchstens einige hundert jüdische Familien würden dort eine neue Heimat linden können. An eine eigentliche jüdische Siedlung in den französischen Kolonien denkt das französische Kolonialministerium übrigens nicht. Es würde sich lediglich darum handeln, auf Madagaskar, in Neu-Kaledonien, auf Guyana usw. eine gewisse Anzahl von jüdischen Flüchtlingen anzusiedeln. Nur Leute mit Kapital Das französische Kolonialministeriiun vertritt die Ansicht, daß es sich bei den jüdischen Einwanderern weder um Handwerker noch um Kaufleute -handeln dürfe, sondern und da einige Güter entstehen, die sich vielleicht eines Tages günstig weiterentwickeln können. Das Kolonialministerium ist der Auffassung, daß immerhin den jüdischen Flüchtlingen in Frankreich eine bescheidene Verbesserung ihres Schicksals geboten werden kann. Diesen Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen, ist in diesem Zusammenhang die einzige Aufgabe, mit der sich das Kolonialministerium befaßt. Eine Einwanderung von Juden aus fremden Ländern, die ein großes Bedürfnis nach Auswanderung haben, kommt im Augenblick nicht in Frage. Das Kolon-ialministerium wünscht, jode Übertreibung der Einwandernngsmüglichkeiten in die französischen Kolonien zu vermeiden und alle Illusionen auf diesem Gebiete zu verhüten. Opposition bei den Revisionisten Die JTA meldet unter dem 26. d.: Eine außerordentliche Konferenz führender Z i onisten - Revisionisten Österreichs faßte die folgende Resolution: „Die außerordentliche Landeskonferenz konstatiert mit Bedauern, daß die oberste Leitung der Weltbewegung, die Nessiuth, in Samstag, 20. Febr. ihren beiden Zweigen (London und Warschau) der gegenwärtigen katastrophalen Situation des jüdischen Volkes nicht gewachsen ist. Die personelle Zusammensetzung der Nessiuth. ihre absolute Passivität und ihre ideologische Einstellung, die einem Abbau des revolutionären, nationalen Grundprinzips des Revisionismus gleiobkommt, machen eine radikale Änderung notwendig. Die Nessiuth hat zu den umstürzenden Ereignissen im Lande Israel nichts zu sagen, sie weiß im Angesicht des britischen und arabischen Generalangriffes auf die jüdische Freiheitsbewegung und deren Bestrebungen im jüdischen Heirnatlande nichts zu tun. Die außerordentliche Landeskonferenz der N. Z. 0. Österreichs, die zum Zwecke der Betrachtung des gefährlichen Krisenzustandes in der Weltbewegung einberufen wurde, sieht sich daher gezwungen, der obersten Leitung, der Nessiuth, das tiefste Mißtrauen auszusprechen, die Forderung nach deren schleunigster Demission zu erhoben, und Nassi Jabotinsky zu bitten, neue, den Aufgaben der Zeit gewachsene Männer mit der Leitung der Bowegung zu betrauen.“ Auf der Konferenz gaben einige Revisionistenführer Österreichs mit Zustimmung mehrerer Revisionistenführer in anderen Ländern die Gründung einer o p p o s i t i o- GROSSFLE'SCHHAUERE ZENTRALE iX.t BERGGASSE NUMMER 19 r St F PI'ONNUMMEh A 17-3-99 ,m- A t‘--9-34 Lieferant tür Heilanstalten Abteilungen t. -^•s-FleiscH unte- Aufsicht ries Ehrwürdigen Rahbinatsrler IsiaeMtischenKultusgemeinde Wien Autozustellung Kostenlos IX., Berggasse 16, XVIII.,Währingerstraße 71 Großer Purimball nellen Fraktion innerhalb der N. Z. O. mit dem Namen „Die Aktion“ (Berit Halochmim) bekannt. Es wurde ein Manifest an die Anhänger der N. Z. O. vorfaßt, welches in der Losung gipfelt: „Die Bewegung soll zu ihrem revolutionären Ursprung zurüokkehron!“ Die „Aktion“ kündigt auch für andere Länder derartige Schritte an. Als "Wortführer der „Aktion“ traten auf: der Präsident des Landesverbandes der Zionisten-Rovisionisten Österreichs Dr. Willy Perl, der vor Einbringung des Antrages sein Mandat niederlegte, sein Vorgänger in der Präsidentschaft Dr. Edmund Schächter, sowie Paul H a 11 o r, eine-r der ältesten Anhänger Jabotinskys. Die Arbeit des Keren Kajemeth Chamischa Assar für den Keren Kajemeth. Auf Grund des Kongreßbeschlusses sind die Veranstaltungen am Chamischa Assar ein Vorrecht des Keren Kajemeth. Keren Kajemeth-Abgaben. Alis Gruppen werden daran erinnert, daß von allen Veranstaltungen an den Keren Kajemeth die 10%ige Abgabe zu entrichten ist, sofern die Veranstaltung nicht zur Gänze zugunsten des Keren Kajemeth gemacht wird. Iti und Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Iti-Taschenbesitzer, die mit ihrer Tasche im Jahre mindestens S 36.— aufbringen, können — über ihren Wunsch — ins Silberne Buch eingetragen werden. Garten auf den Namen Dr. Oskar Griinbaum. Auf Grund des Beschlusses einer Vertrauenismännerkonferenz des Zionistischen Landesverbandes wurde ein Garten im „Chajes- Walde“ auf den Namen des Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees, Dr. Oskar Grünbaum gestiftet. Der hiefür erforderliche Betrag wurde durch Sonderleistungen der einzelnen Bezirkssektionen und der WIZO aufgebracht. Bar Mizwah Maximilian Silbermann. Bei dieser Bar Mizwah wurde bei der Thora der Betrag von S 60.— zwecks Eintragung des Bar Mizwah-Gewordenen ins „Sefor Ilajeled“ gespendet. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Frau Sali Einhorn durch die WIZO XIII (Nr. 567); David Stahl- Chana Birnbaum durch „Binjan Haarez“ (Nr. 568); Dora G r ü n f e 1 d durch die WIZO XX (Nr. 569); Welt-Zentrum für jüdische Musik in Erez-Israel Ein Initiativkomitee, bestehend aus Doktor Salli Levi, Jehuda Sbertok und Hans E i s e n s t ä d t, hat sich die Aufgabe gesetzt, die Schaffung eine« „Weltzentrume für .jüdische Musik in Erez Israel“ in die Wege zu leiten. Dieses Musikzentrum wird die Aufgabe haben, den Kontakt zwischen Erez Israel und den jüdiechen Komponisten der Welt herzustellen, um so der nationalen Mueikbewegung einen Aufschwung zu verleihen. Die Künstler sollen zum Schaffen von Werken angeregt werden, dio auf dem Wege zu einem neuen jüdischen Musikßtil richtungweisend eind. Eine möglichst restlose Erfassung de« schon vorhandenen Materiale an Schöpfungen (auch unveröffentlichter Manuskripte) soll In einer Zontral stelle erfolgen. Es besteht dio Absicht, die auf diesem Wege einlaufonden Druckschriften und Noten der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek zu üborgeben. Außerdem wird diese« Material der Mußikabteilung des Palestine Broadcasting Service (Palästina-Rundfunk) eingereicht. Eine „GeselUchaftfürjUdische Musik“ soll ins Leben gerufen werden, sojria eine Zeitschrift für jttdUohe Musik, dio in gewissen Abständen über die Arbeit der Gesellschaft berichten wird. Ein zu gründender M u s i k v e r 1 a g soll den jüdischen Komponisten die VerÖffent lichung ihrer Schöpfungen erleichtern. Kräfte sollen konzentriert worden, um das jüdische Musikleben in Erez Israel, in Stadt und Siedlung, in Konzerten, Schulen, Seminaren, bei Festen und Massentreffen, dahin zu beeinflussen, daß einer jüdischen Musik von Niveau dor ihr entsprechende Platz eingoräumt wird. In allen musikalischen Zentren der Welt sollen Komitees gebildet werden, die im Zusammenhang mit der Zentrale an diesem Werk mitarbeiten. Das Kultur- Department des General Council of tho Jewish Community of Palestine (Waad L oii ra i) hat beschlossen, eine Zusammenkunft aller jüdischen Musiker vou Eroz Israel oiuzuborufen, auf der dieses Programm zur Diskussion gestellt undberatenwird. Ihre Mitarbeit haben bis jetzt zugesagt: Jitzbak .Grünbäum, Mitglied der Exe- Chaim u. Sara Lea Rathaus anl. Vermählung durch die Feetgäste (Nr. 570); Oswald Goldschmied anl. Bar Mizwah durch Chaim Kallmann (Nr. 571); Dr. Salo Wolf durch Klub „Erez Israel“ (Nr. 572); Selig Vogelbaum durch die Sektion X (Nr. 573). Nachtrag zur Liste der Selbstkontlngentler, die im Jahre 5696 über 100 Schilling aufgebracht haben. Moses Irom S 215.—$ Frqu Helene Adler S 126.70. Wandzeitung des Keren Kajemeth. Eine neue Nummer dieser Wandzeitung (Nr. 4) des 2. Jahrganges ist erschienen. Sie enthält wie Immer sehr reiches Material, unter andorem zwei Lieder mit Text und Noten über Chamischa Assar bischwat, eine Sonderrubrik: „Aus dem Munde der Kinder des Landes.“ Diese ist ganz punktiert. Ferner über die Natur des Landes im jetzigen Zeitpunkt und einen illustrierten Abschnitt über „Waldbäume in Erez Israel“. Diese Nummer ist zum Preise von 80 Groschen im Keren Kajemeth erhältlich. Spendenausweis S 1.— ftir „Blinden Juden“. B. J. Chamischa-Assar-Feler der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Samstag, den 80. d., mm 20.80 Uhr, im Helm, Praterstraße 18. Programm: Dr. A. Sohmerlor (Festredner), Hilde Dulitzkaja (jüdische Volkslieder), Rosl Safier (Rezitation), Wolf Weinberg (humoristische Vorlosungen). Anschließend Tanz. , Jüdischer Angestelltenverband „Eratmah“, Wien, II., Praterstraße 11. Sonntag, dem 81. d., im Verbands/heim Akademie mit Tanz. Mitwirkend Sascha F i d e r e r (jüdische Volkslieder), das „E ro u n a b“ - O r c b e 6 t e r und andern Kunstkräfte. Beginn 18 Uhr. Regiebeitrag 80 Groschen. Gäste willkommen! Montag, den 8. Februar, Sondervorstellung im Jüdischen Kulturtheater. Karten sind nur ira Verbandshelm erhältlich (an .Wochentagen von 19 bi« 21 Uhr),

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.