Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 615 (29.1.1937)
- Date
- 1937-01-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Freitag, 29. Jänner 1937. — Nr. 615. Otl STIMMI Satt« 3 SCHMIDL-MAZZOTH SCHMIDL-MAZZOTH kauft, wer Wert legt auf feinste Qualität werden darum vom Wiener Publikum seit jeher bevorzugt ABER es muß audi auf die Extraqualität der Marke Schmidt N. B., auf Grieß und farvel aufmerksam gemacht werden DAHER L SCHMIDL-GRIESS NUR IN PLOMBIERTEN SACKEN verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Erzeugnisse aus der Fabrik Nathan Brodetzky, Zentrale: II., Leopoldsgasse 43, Tel.: A40-0-90 Keine Kantonisierung, aber Legislative Council? London, 27. Jänner (JTA.) „Daily Telegraph“ meldet, daß die Gerüchte, die Königliche Kommission werde eine Kantonißientng Palästinas empfehlen, grundlos seien. Das Blatt weiß dagegen zu berichten, daß unmittelbar nach Fertigstellung des Berichtes der Kommission der High Comrniesioner Sir Arthur Wau oh ope nach London kommen werde, um mit den zuständigen Stellen die weiteren Entschließungen zu beraten. Seinem Vorschlag, einen Legislative Council in Palästina einzurichten, werde von offizieller Seite große Wichtigkeit beigemeseen, obgleich im vergangenen Jahr im * Unterhaue in einer großen Debatte dieses Projekt scharf kritisiert wurde. Aktionskomitee 13. April in Jerusalem Jerusalem, 24. Jänner. (Palcor.) Die nächste Tagung des Zionistischen Aktionskomitees ist au! den 13. April in Jerusalem festgesetzt worden. * Der A. C.-Seseion sollen Beratungen des Administrative Committee der Jewieh Agency folgen. Zweiter Vortrag Josef Kasteins im Landesverband Dem Zionistischen Landesverband ist es gelungen, Josef Kastein zu einem zweiten Vortrag in Wien zu gewinnen, den er vor seiner Rückreise nach Palästina hält. Der Vortrag behandelt das Thema „Jeremias, der Geist der jüdischen Prophetie“ und findet Dienstag, den 23. Februar, um V39 Uhr abends, im Offenbach-Saal, IV., Treitlstraße 3 (neben dem Porr-Haus), statt. Karten im Landesverband, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5, Tel. U 22-2-11. •luiiiiiiiiiininiiimiimitiniinmimiinmmnnnnnmnnnmimnmiimumiinnnmminiiinmniiii Chamischa Assar — dem Keren Kajemeth Upd ich werde die Gefangenen meines Volkes zurückführen, und sie werden ... Weinberge pflanzen, seinen Wein trinken, und Gärten errichten, und deren Früchte essen und ich werde sie auf ihrem Boden wiedereinpflanzen. (Arnos 9.) Der Keren Kajemetb hat unter anderen Aufgaben auch die der Aufforstung des Landes. Er hat bisher 10.000 D u n a m aufgeforstet, 2,200.000 Bäume gepflanzt, und außerdem alte Wälder wiederbelebt. Laut Kongreßbeschluß haben die Chamischa-Assar-F eiern m den Dienst des Keren Kajemeth gestellt zu werden. Daher ist es Pflicht der zionistischen Gruppen: 1. Die Chamischa-Assar-Feiern zur Gänze dem Keren Kajemeth zu widmen, 2. in den Fällen, in denen dies absolut unmöglich ist, zumindest die zehnprozentige Abgabe an den Keren Kajemeth abzuführen. Drakonische Urteile gegen luden in Rumänien Bukarest, 26. Jänneir. (JTA.) Das Gericht in Jassy sprach ein furchtbar hartes Urteil gegen sechs jüdische junge Leute in Czernowitz aus, die der Teilnahme an der Ermordung des jungen Mitglieds der antisemitischen Eisernen Garde, Georg Gregor, angeklagt waren. Die Umstände des Mordes sind bis heute nicht aufgeklärt, auch das Gericht konnte kein Licht in die dunkle Angelegenheit bringen. Festgestellt wurde nur, daß ein gewisser Eugen P a s c i u c, ein Christ, Gregor angegriffen hatte. Mehrere jüdische junge Leute, die in der Gegend angetroffen wurden, wurden mitverbaftet. Einer der verhafteten jungen Juden, Eddy Wagner, hat angeblich Selbstmord begangen, indem er sich vom zweiten Stockwerk der Polizeidirektion borunterstürzte; doch sind die Umstände seines gewaltsamen Todes unaufgeklärt geblieben. Das Jassyer Gericht hat nunmehr den Angreifer ,den Christen Eugen Pasciuc, zu 10 Jahren, den jungen Juden Isidore C u s m a n zu 25 Jahren, Isak T r e s s e r zu 6 Jahren, Alfred Goldhagen zu vier Thomas Maiuu Antisemitismus die Geißel der Menschheit Während seines Wiener Besuches gewährte Thomas Mann dem JTA.-Vertreter eine Unterredung, in welcher er mit scharfen Worten den überall erstarkenden Antisemitismus verdammte, den er als Geißel der Menschheit und als Ablenkungsmanöver für die Unzufriedenheit der Menschen bezeiohnete. Thomas Mann erklärte, daß er sich in dem letzten Jahren, in denen er das Material für das Epos „Jostrf und stöino Brüder“ sammelte, sehr viel mit Studien der jüdischen Geschichte und Literatur befaßt habe. Aus diesem Studium und auch ans seinem Aufenthalt in Palästina erkannte er erst die Unverwüstlichkeit und die Größe des jüdischen Genius. Thomas Mann gab der Überzeugung Ausdruck, daß der Sieg dor Vernunft und der Ge* rochtigkuit in der Welt ohne Zweifel auch die Judenfrage zur Lösung bringen wird. Schließlich äußerte sich Thomas Mann mit großer Begeisterung über die in Gründung begriffene deutsche Akademie in Amerika, für die er auch hervorragende jüdLche Gelehrte und Künstler, die Deutschland verfemt und vertrieben hat, gewann. Sowohl katholische wie auch jüdische Finanzkreise Amerikas haben das notwendige Kapital für diese Akademie zusammengebracht, Jahren, Rudolf Naebem zu 4 Jahren, Abraham Wolf und Johann S c h 1 e m p zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Gericht in Jassy ist jenes Gericht, da« den Mörder Codreanu und den Mörder T o t u freigesprochen hat. 1 RENDEZVOUS IN D E k KONDIIOREI I Z S A K WIPPLINGERSTRASSE 13 30. JÄNNER, 23 UHR Rcnadier Jugend für Winterhilfe" PROGRAMM Ehrenprotektorat: Präsidium der Kultusgemeinde Veranstalter: Jüdischer Klub der Jungen (J. K. J.) a Ronachersensationen (ev. mit lack HylfOll) Rita Georg, Sonja Lewkowa, Max Brod, Karl Farkas, Fritz Grünbaum, Duno Tendier, 3 Melo-Parodisten, Martin Miller, Fritz Strehlen, 8 Makkabiboys. Conf. Josef Baar ANSCHLIESSEND TANZ Im Barstuberl: Edmund Helfer und Jimmy Berg Das Reinerträgnis fließt zur Gänze dem Winterhilfsfonds der Israelitischen Kultusgemeinde zul Kartenverkauf i Jüdische KultursUll«, lv Kai 3 (R 28-2-36) / Zion. Landesverband, I., Mare-AurcbStraßc 5; Gronncr, I., Graben 28 / Buchhandlung Rath, II., Taborstraßc 20 und J. K. J., I., Goldschmiedgaste 9 Hilfe für galizische Juden aus Amerika New York, 27. Jänner. (JTA.) 400 Vortreter von 100 galiziechen Landsmannschaften versammelten sich im Pennsylvania Hotel, um eine Hilfeaktion für die notleidenden Juden in Galizien durchzuführen. Nach Ansprachen von Dr. Margoshes, Ro- | goff und Adolf Held wurde ein Verband galizischer Juden in Amerika gegründet, dem 100 Vereine mit über 20.000 Mitgliedern angehören. In einer Resolution wurden Joint und Ort aufgefordert, ihre Arbeit in Gali-' zien auf eine breitere Basis zu stellen. Polnische Hetzer Im Konzentrationslager Warschau, 26. Jänner. (JTA.) Die Polizei hat eine Anzahl von Mitgliedirn der nafcionaldemokratischeu Partei im Bezirk Wy- Mazowieekie, de* yoar kunam Schauplatz von blutigen antisemitischen Ausschreitungen war, verhaftet. Zehn bekannte Mitglieder und Leiter der Bezirksorganisation der nationaldemokratischen Partei in diesem Bezirk wurden in das Konzentrationslager in Bereza Kartuska, 50 Mitglieder in das UnterfiUffibungcgetgDgBta Ja Loms* eingeliefert, (Das große Weltwunder) Dor erste abendfüllende Großfilm mit den kanadischen Fünflingen ab heute : Burg-, Imserial-, Stafaumi Votivpark-Kino Im R ng der zionistischen Alten Herren spricht am 1. Februar um 8 Uhr abends Rabbiner Dr. Armand Kaminka über „Josephus Flavius und seine Zeitgenossen.“ ftidistke& \}<$,U, was nüt*? Auf Einladung des Rings der zioniistischen Alten Herren hält Nahum Goldmann, Delegierter der Jewi&h Agency beim Völkerbund, am 11. Februar, um J49 Uhr abendfi, im Hotel Continental einen Vortrag über daß Thema „Schicksalsfragen de« jüdischen Volkes“. TEPPICHHAUS I., Tuchlauben 25 VII., Mariahilferstraße 76 Moderne Vorhangstoffe, Nefzjsfoffe, MöbelstoSfe, Möoelkretonne, Englischeinen, Chintze. Alle Qualitäten Teppiche ösfemkhis^hes Gericht anerkennt die Rasse. Das Wiener Zivillandesgericht (Oberlandeßgerichtsrat Dr. M i f k a) hat soeben einen Ehetrennungßprozeß zu Ende geführt, in dem ein reichsdeutschcs Ehepaar die Lösung der Ehebande wegen der durch die Rassenverschiedenheit verursachten gegenseitigen unüberwindlichen Abneigung begehrte. Oberlandesgerichtßrat Dr. Mifka gab dem Ehetrennungsbegehren statt und führte zu der Frage, ob rassieche Gegensätze als Soheidungegrund anzuerkennen sind, aus: „Bei der Beurteilung des Einflusses der rassischen Verschiedenheit ist es nicht nötig, ein Werturteil über die einzelne Rasse abzugeben. Hier gebt es lediglich darum, daß in diesem bestimmten Fall die rassische Verschiedenheit Sich ausgewirkt hat. Daran ist deshalb nicht zu zweifeln, weil die Zeugen und die Parteien selbst diese Empfindung haben und offenbar Vorfälle und Gefühle nicht anders als damit erklären zu können glauben.“ Unterdrückung des jüdischen Buchhandels in Deutschland Berlin, 25. Jänner. (JTA.) Gemäß einer amtlichen Verordnung müssen Juden,- die Inhaber von Buchhandlungen in Deutschland sind, bis zum 81. März d. J. ihre Geschäfte liquidieren. In jeder größeren Stadt wird nur eine jüdische Buchhandlung bestehen dürfen, die a 1 s solche äußerlich gekennzeichnet sein muß. Beratungen von Joint und Foundation in Wien Der Leiter des Europa-Werkes des American Joint Distribution Committee Dr. Bernhard Kahn weilte dieser Tage in Wien, um mit den Führern anderer großer jüdischer Organisationen über die Verbesserung der Lage der Flüchtlinge in den Nachbarländern Österreichs sowie Uber Möglichkeiten einer umfassenden Hilfeleistung zu beraten. Den Beratungen ging eine Fühlungnahme des American Joint Distribution Committee mit dem Council for German Jewry in London voraus. An den Beratungen selbst beteiligten sich auch Vertreter der HIAS-ICA Emigration Association (HICEM) und der Flüchtlingskomitees. Gleichzeitig fand eine Beratung der American Joint Reconstruction Foundation statt, der der Generaldirektor des Joint Distribution Committee Dr. Bernhard Kahn und der Generaldirektor der Jewish Colonisation Association (JCA) Dr. Louis Oungre beiwohnten. Konzert Oberkantor Postolow. Am Sonntag, den 81. Jänner, um 8 Uhr, veranstaltet Oberkantor Samuel Postolow im Saal des Handelsmuseums ein Konzert unter Mitwirkung Kurt Fuohsgelbs (Violine). Zum Vortrag gelangen liturgische, hebräische und jüdische Lieder. Am Klavier Rudolf Beck. Eintritt g 2Jiß,